Israelbashing im ORF

Die ORF-Diskussionssendung „Im Zentrum“ am Sonntag hatte zwar bezüglich der Situation in Ägypten und den anderen arabischen Staaten kaum Informationswert, aber Moderatorin Ingrid Thurnher wusste wohl, was sie dem Tätervolkpublikum schuldig war und lud die Diskutanten dazu ein, doch bitte die Gelegenheit zu nutzen, um ein kleines Tribunal gegen Israel abzuhalten. Gerne kamen ihre Gäste diesem Wunsch nach, und so durfte Bassam Tibi unwidersprochen behaupten, die israelischen Araber lebten „in keiner Demokratie“. Dass es arabische Parteien gibt, die im israelischen Parlament sitzen, dass es arabische Minister gab, dass israelische Araber volle demokratische Rechte und Zugang zur Rechtssprechung haben – alles nicht wert, erwähnt zu werden. Der SPÖ-Europaabgeordnete Hannes Swoboda legte dann gleich einen drauf und sprach drohend von einer „letzten Chance für Israel“, warf sich für die Hamas ins Zeug und dann, leidenschaftlich in Bezug auf Gaza: „Wir können nicht sagen, Halt, die Wahlen sind nicht so ausgegangen, wie wir uns das wünschen“. Immerhin: Ex-Außenministerin Ursula Plassnik von der ÖVP wies dann doch darauf hin, dass Demokratie mehr bedeute, als einen Wahlsieg zu respektieren, und dass der knappe Sieg der Hamas diese nicht dazu berechtigt hätte, einen blutigen Putsch durchzuführen. Kurz: einmal mehr fiel ein sozialdemokratischer Politiker mit einer peinlich verkürzten Definition von Demokratie und mit einer recht offenen Liebeserklärung für Vernichtungsantisemiten auf. Zum Kotzen.

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5 Gedanken zu “Israelbashing im ORF

  1. zur Kenntnis nehmen muss man das Wahlergebnis ohnehin, aber davor Respekt zu verlangen, ist eine ziemliche Zumutung.

    ob Swoboda auch für die NPD demnächst Respekt einfordert?

  2. Thurnschuh und Swoboda sind sicherlich keine (überdurchschnittlichen) Antisemiten – es handelt sich wohl eher um handelsübliche Trollvottel.

  3. Wähler, unter demokratischen Bedingungen, sind doch mündige Menschen oder? Mündige Menschen müssen für ihre Entscheidungen oder ihre Wahl die Konsequenzen tragen. ….Wähle ich Terroristen muss ich damit rechnen, Probleme mit den Terrorisierten zu bekommen, Demokratie hin oder her.

  4. yael und oren… es ist wohl leider so. wenn man den leuten die wahl zwischen pest und cholera lässt, dann darf man sich nicht wundern wenn eine krankheit dabei rauskommt. die wahl war zu früh und völlig unvorbereitet. ein typischer UNO-pfusch. nicht umsonst ist in deutschland nicht gleich nach dem krieg gewählt worden sondern erst 1949. und nicht umsonst wurde nicht jede partei zu wahl zugelassen.
    und was swoboda, edlinger und die anderen „demokratische wahlen muss man respektieren, da muss man verhandeln und kompromisse schließen“ quatschköpfe betrifft: das müsste dann – wie oben richtig bemerkt – auch für die NPD in mecklenburg-vorpommern gelten. also nehmen wir mal an – was gar nicht so unwahrscheinlich ist – die kommt dort in die regierung und verordnet gleich mal dass „aus gründen der öffentlichen sicherheit“ schwarzafrikaner abends und nachts nicht mehr auf die strasse gehen dürfen. lt. swoboda wäre es dann ein „ganz großer erfolg“ wenn man rausverhandeln könnte, dass menschen mit schwarzer hautfarbe wenigstens bis 21 uhr auf die strasse gehen dürfen. ganz demokratisch gewissermaßen.

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