Todeszonen

Es gibt viele erschütternde Berichte aus Japan, aber einer hat mich ganz besonders berührt. Wie der Fernsehsender NHK berichtet, kehren vielen, vor allem ältere Menschen trotz aller Warnungen in die Zone rund um die Katastrophenreaktoren von Fukushima zurück. Dort stehen die Häuser, in denen sie ein Leben lang gewohnt haben, dort und nicht in den überfüllten Notunterkünften der Regierung ist ihr Zuhause. Ein Zuhause, das in Wahrheit verloren ist, denn das unterscheidet eine Nuklearkastrophe ja von den meisten anderen Unfällen – die verstrahlten Gebiete werden unbewohnbar, und das für Generationen. Fragt die ehemaligen Bewohner des Bikini-Atolls! Fragt die Menschen aus Prybjat und Tschernobyl! Alles, was bleibt, sind Geisterinseln und Geisterstädte, verlassen und nicht mehr zur Besiedlung geeignet. Eine menschenfeindlichere Technologie zur Energiegewinnung als die Kernenergie ist kaum vorstellbar.

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15 Gedanken zu “Todeszonen

  1. „Fragt die Menschen aus Prybjat und Tschernobyl“Ja, okay, dort leben eh genügend Touristen…
    „Alles, was bleibt, sind Geisterinseln und Geisterstädte, verlassen und nicht mehr zur Besiedlung geeignet.“Ja, Hiroshima(1.000.000) und Nagasaki..
    „Eine menschenfeindlichere Technologie zur Energiegewinnung als die Kernenergie ist kaum vorstellbar.“ Doch, die artverwandte Wasserkraft, oder die Sonnenkraft, die auch durch Strahlung funktioniert und sogar Hautkrebs verursacht…

    btw: Broder hat es wieder vortrefflich analysiert:
    http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article12989446/Anti-Atom-Demos-als-neues-Nie-wieder-Auschwitz.html
    „Die Atomkraft symbolisiert den Tod, der Protest gegen die Atomkraft das Leben. Man könnte es auch so sagen: Der industrielle Holocaust war vorgestern, jetzt wollen die Enkel derjenigen, die damals weggeschaut haben, den atomaren Holocaust von morgen verhindern. “Nie wieder Auschwitz!” heißt heute: “Atomausstieg sofort!” „

  2. @ Sherlock: Großmäuligkeit deluxe. Vielleicht kriegst du ja von den ukrainischen Behörden die Erlaubnis, dich in Prybjat dauerhaft niederzulassen (und nicht bloß auf ne halbe Stunde vorbeizuschauen)? Oder wie wär es mit Bikini? Tolle Südseestimmung, bloß die Korallen und Fische (vermutlich paranoide, hysterische linkslinke Grünwähler) haben sich auch 50 Jahre nach den Atomtests noch nicht wieder angesiedelt. Und die Früchte, die auf der Inselgruppe wachsen, sind nach wie vor ungenießbar. Zu Hiroschima und Nagasaki: Die Bomben wurden in großer Höhe gezündet, was zu einer relativ geringen Verstrahlung führte (trotzdem gab es zehntausende Menschen, die der Strahlenkrankheit zum Opfer fielen). So ein am Boden vor sich hin strahlendes havariertes AKW ist da ein ganz anderes Kaliber, von der Belastung für die Umwelt gesehen. So, ich hoffe, du hast was gelernt…

  3. @lindwurm: Sorry, aber das liest sich wirklich ein bischen uninformiert, bzw. doch eher durch die übliche „Atomangst“ inspiriert.
    Die Bomben von Hiroshima und Nagasaki wurden nicht in „großer Höhe“ gezündet, sondern in etwa 500 Meter Höhe.
    Und was das Bikini-Atoll angeht: Meinst Du nicht, da könnte vielleicht doch die schiere Anzahl der Tests eine gewisse Rolle spielen? Insgesamt 67 Atombombentests sind denn doch ein ganz anderes Kaliber, von der Belastung für die Umwelt gesehen, als ein „vor sich hin strahlendes AKW“, würde ich sagen.

  4. Oh… und zusätzlich zu „Bikini“:
    Die Lagune enthält ein eher reicheres Tierleben als andere Inseln (durch den langen Wegfall von Fischern und Touristik) und: The island today

    The special International Atomic Energy Agency (IAEA) Bikini Advisory Group determined in 1997 that „It is safe to walk on all of the islands … although the residual radioactivity on islands in Bikini Atoll is still higher than on other atolls in the Marshall Islands, it is not hazardous to health at the levels measured … The main radiation risk would be from the food: eating locally grown produce, such as fruit, could add significant radioactivity to the body…Eating coconuts or breadfruit from Bikini Island occasionally would be no cause for concern. But eating many over a long period of time without having taken remedial measures might result in radiation doses higher than internationally agreed safety levels.“[16]

    The dose received from background radiation on the island was found to be between 2.4 mSv/year and 4.5 mSv/year (the lower rate is the same as natural background radiation) assuming that a diet of imported foods were available.[17] But it was because of these food risks that the group eventually did not recommend fully resettling the island.

    Und das nach 67 Atombombentests, inklusive der stärksten, je durch die USA gezündete Bombe.
    Irgendwie schwingt halt bei dem Thema doch auch bei an sich rationalen Menschen immer ein gerüttelt Maß an Aberglaube mit.

  5. @ Martin: Ja ja, die IAEA (IAEO). Eine höchst objektive Quelle, in deren Statuten ganz offen steht, dass man „weltweit Nuklearenergieprogramme fördern“ wolle. Und die bei Atomwaffenprogrammen von Schurkenstaaten sehr angestrengt wegschaut. Und was sagte der damalige Chef der IAEO, Hans Blix, im August 1986 so entlarvend? Das: „Angesichts der Wichtigkeit der Kernenergie könnte die Welt einen Unfall vom Ausmaß Tschernobyl pro Jahr ertragen.“ Beim Tschernobyl-Unglück wurde übrigens ungefähr 200 mal mehr Radioaktivität freigesetzt als bei den Atombombenabwürfen in Japan. Soviel zum beliebten Äpfel-Birnen-Vergleich der Atomkraftbefürworter.

  6. @Lindwurm: Und? Soll ich jetzt annehmen, ausgerechnet die erklärten Gegner seien objektiver? Weils ja eh bessere Menschen sind oder was ist da der Gedanke?
    Sind die Meßwerte und Aussagen bzgl. Bikini denn nachweisbar falsch? Wenn ja, wer hat andere Messungen gemacht und wie gut ist das belegt?
    Ohne irgendwelche brauchbaren faktischen Widerlegungen ist das allenfalls eine Ad-Hominem Attacke und ziemlich schlechte Diskussionskultur.
    Und was Tschernoyl angeht: Aber eben nicht als auf dem Bikini-Atoll, mit alleine einer 15MT Bombe…oder reden wir jetzt auf einmal nur noch über Tchernobyl?

  7. @Wiltrud: Ja, das illustriert das Grundproblem in der Debatte sehr schön.
    Schwerst emotionsgeladene Bilderfluten mit null-sachlicher und faktischer Information. Da haben natürlich „kalte Zahlen“ keine Chance.
    Zeigen wir doch mal Bilder von Mißbildungen, wird schon das Atom dran schuld sein. Gibt ja sonst keine, die Natur ist immer gut.

  8. @ Martin: Na wenn du unbedingt über Bikini reden willst: Dass man dort nach wie vor keine Früchte essen soll (nach über 50 Jahren) und dass aus der Wiederansiedelung der Bevölkerung nix geworden ist, das ist alles halb so schlimm, oder wie? Und die Lagune enthält in großen Bereichen KEIN reiches Tierleben, das ist schlicht gelogen.

    Und was du zu Wiltrud bezüglich der Tschernobyl-Folgen geschrieben hast, ist an menschenfeindlichem Zynismus kaum noch zu übertreffen. Na sicher gibt´s auch ganz ohne Super-GAU manchmal missgebildete Kinder, aber dass solche Missbildungen in der Ukraine und Weißrussland nach 1986 MASSIV zugenommen haben (zusammen mit der Krebsrate), ist wohl nur ein dummer Zufall, der den hysterischen Atomkraftgegnern in die finsteren Hände spielt, oder?

    Solche Verharmloser und Herunterspieler wie du gehen mir mindestens so sehr auf die Nerven wie Hysteriker, die sich derzeit in Mitteleuropa mit Jodtabletten und Geigerzählern eindecken.

  9. „@ Sherlock: Großmäuligkeit deluxe.“ Große Felsbrocken & Glashaus und so…

    „Vielleicht kriegst du ja von den ukrainischen Behörden die Erlaubnis, dich in Prybjat dauerhaft niederzulassen (und nicht bloß auf ne halbe Stunde vorbeizuschauen)?“Dazu is‘ mir meine Zeit zu schade, aber es gibt genügend „Einwohner“…
    „Oder wie wär es mit Bikini? Tolle Südseestimmung, bloß die Korallen und Fische (vermutlich paranoide, hysterische linkslinke Grünwähler) haben sich auch 50 Jahre nach den Atomtests noch nicht wieder angesiedelt. Und die Früchte, die auf der Inselgruppe wachsen, sind nach wie vor ungenießbar.“Wenn man Korallen wegbombt wachsen sie auch nicht so einfach nach…

    „Zu Hiroschima und Nagasaki: Die Bomben wurden in großer Höhe gezündet, was zu einer relativ geringen Verstrahlung führte (trotzdem gab es zehntausende Menschen, die der Strahlenkrankheit zum Opfer fielen). So ein am Boden vor sich hin strahlendes havariertes AKW ist da ein ganz anderes Kaliber, von der Belastung für die Umwelt gesehen. So, ich hoffe, du hast was gelernt…“ Die meisten Opfer wurden nicht von der Strahlung getötet, sondern durch die Detonation und der folgenden Druckwelle der Atombombe…

    „So ein am Boden vor sich hin strahlendes havariertes AKW ist da ein ganz anderes Kaliber, von der Belastung für die Umwelt gesehen. So, ich hoffe, du hast was gelernt…““ Stimmt(immerhin etwas), ein KKW ist am Boden und schwirrt nicht wie ein Ufo durch die Luft…

  10. „Und was du zu Wiltrud bezüglich der Tschernobyl-Folgen geschrieben hast, ist an menschenfeindlichem Zynismus kaum noch zu übertreffen. Na sicher gibt´s auch ganz ohne Super-GAU manchmal missgebildete Kinder, aber dass solche Missbildungen in der Ukraine und Weißrussland nach 1986 MASSIV zugenommen haben (zusammen mit der Krebsrate), ist wohl nur ein dummer Zufall, der den hysterischen Atomkraftgegnern in die finsteren Hände spielt, oder? “
    Irakische Propaganda hat ganz bewusst mit solchen Bildern den Einsatz von Uranmunition(oder auch „Leuchtspurmunition) schlecht gemacht….

    Du benutzt also ebenso zynisch die selbe Methodik und Denke wie irakische Propagandisten,

  11. @Martin
    Die „übliche Atomangst“? Na hoffentlich haben wir Angst davor.
    Auch am Fernseher höre ich manchmal von „Angst“ reden und frage mich, ob mit dem Begriff absichtlich etwas Irrationales suggeriert werden soll. Bin ich als AKW-Gegnerin denn ein Angsthase und die Befürworter mutig? Ich nenne letztere lieber verantwortungslos.

  12. @Sherlock Edel:

    Die meisten Opfer wurden nicht von der Strahlung getötet, sondern durch die Detonation und der folgenden Druckwelle der Atombombe…

    Au contraire:
    Hiroshima: 70000-80000 Tote durch die Detonation, Strahlenopfer 90000-165000.
    Nagasaki: 22000 Tote durch die Detonation, 39000-80000 Strahlenopfer.
    Den Rest kannst du dir glaub ich selbst ableiten. 😉

    Wie sehr du die gefährliche Wirkung von radioaktiver Strahlung bzw. der Inkorporation von radioaktiven Stoffen, verharmlost, zeigt doch nur, was für ein asozialer Menschenfeind du bist, der hunderttausendenfachen Strahlentod aus reinen Propagandazwecken deiner Agenda wegen verleugnet.

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