Jetzt zittern die braunen Knochen

Der Lindwurm muss sich entschuldigen. Nämlich bei den österreichischen Behörden, denen er im Zusammenhang mit der Neonaziwebsite alpen-donau.info immer wieder Untätigkeit und Unwillen zur Aufklärung vorgeworfen hatte. Polizei und Staatsanwaltschaft haben nämlich, wie heute bekannt wurde, sehr wohl ermittelt, und das noch dazu recht effektiv, glaubt man den MedienberichtenVor ihrem Zugriff hatten die österreichischen Behörden in Kooperation mit ihren US- Kollegen die Zugangscodes zum Server der Homepage „alpen- donau.info“ eruiert und alle Vorgänge auf der inzwischen gelöschten Website beobachtet, hieß es von der Staatsanwaltschaft Wien. Während in einer ersten Phase im Oktober 2010 mit 13 Hausdurchsuchungen zunächst gegen die auf der genannten Homepage postenden Personen vorgegangen wurde, könnten nach Auswertung weiterer Ermittlungsergebnisse nun auch die Hintermänner der Homepage gezielt verfolgt werden.

Es folgte die Verhaftung des führenden Neonazi Gottfried Küssel und eines weiteren braunen Kameraden, bei sechs Personen wurden Hausdurchsuchungen durchgeführt und es wurden Waffen, Computer und NS-Devotionalien beschlagnahmt. Dies dürfte der größte Schlag gegen den österreichischen  Neonazismus seit 20 Jahren sein, doch gegessen ist die Sache damit noch lange nicht, denn es bleibt abzuwarten, ob sich die Behörden trauen werden, auch gegen mutmaßliche Unterstützer und Querverbinder zur Neonaziszene aus dem Umfeld der FPÖ vorzugehen. Hinweise, dass zumindest ein hochrangiger FPÖ-Politiker direkt mit den Alpen-Dodel-Verbrechern kooperiert hat, gibt es ja, und dass immer wieder Elemente aus der FPÖ-Propaganda, wie zB das unsägliche Muezzin-Moorhuhnspiel, auf alpen-donau.info aufgetaucht sind und die Nazis die FPÖ als „unsere Vorfeldorganisation“ bezeichneten und zur FPÖ auch verlinkten, ist eine Tatsache.

Als einer derjenigen Menschen, die dem Cyberterrorismus von „adi“ ausgesetzt waren, hoffe ich auf umfassende Aufklärung und eine harte Bestrafung der Täter. Und auf eine möglichst effektive Austrockung dieses braunen Sumpfes. Aber allein dafür, dass nun bei genau den Leuten, die aus der vermeintlichen Anonymität des Internet heraus versucht haben, Angst und Schrecken zu verbreiten, das große Schlottern ausgebrochen ist, bin ich schon mal dankbar und es verschafft mir eine gewisse Genugtuung. Die Demokratie ist offensichtlich doch noch wehrhaft und die braune Unterwanderung noch nicht so weit fortgeschritten, als dass die Naziärsche tun und lassen könnten, was sie wollen, ohne mit Strafe rechnen zu müssen. Ein Lob verdienen aber nicht nur die, wie es derzeit scheint, doch recht gute Arbeit geleistet habenden Ermittler, sondern vor allem auch jene Journalistinnen, Politiker (damit sind die Grünen gemeint) und engagierte Einzelpersonen, die es nicht hinnehmen wollten, dass übelste NS-Propaganda, widerlichster Antisemitismus sowie untergriffigste Attacken auf Demokraten ungesühnt bleiben.

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5 Gedanken zu “Jetzt zittern die braunen Knochen

  1. Falls es nicht nur eine Schutzbehauptung ist, dass eh schon ermittelt wurde, dann hätten die Grünen damit aber nichts zu tun.
    Dann hätten sie -wie alle „Drängler“- den Ermittelnden sogar die Zeit unnötig knapp gemacht.

  2. Die tiefbraunen Knochen zittern leider ganz und gar nicht, sondern bilden das Skelett jener, die bald Regierungsverhandlungen führen werden.

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