Braune Aussichten

Pünktlich zu Hitlers Geburtstag sind sie wieder da, die Alpen-Donau-Nazis, und wie man es von ihnen kennt, spucken sie erneut große Töne:  „Bislang war einzig das Wort die Waffe der Strukturen hinter dieser Plattform, wenn allerdings Hetze und Terror keine anderen Aktionsformen mehr zulassen, sind wir gut gerüstet und zum Gegenschlag bereit. Jederzeit und mit allen Mitteln, auf jeder Ebene, an jedem Ort!“ Was für ein unglaublich wirres Weltbild! Diese Leute, die ein System wiederbeleben möchten, in dem Millionen unschuldige Menschen ermordet wurden und das für Krieg und ungeheuerliches Leid im Weltmaßstab verantwortlich war, faseln von „Hetze und Terror“, bloß weil man versucht, mit rechtsstaatlichen Mitteln gegen diesen Wahnsinn vorzugehen. Leute, die seit Jahren nichts anders tun als zu hetzen und zu terrorisieren, werfen eben dies den Menschen vor, die dieser Hetze und dem Cyberterror gegensteuern wollen. Man könnte darüber fast lachen, würde einen die Geschichte nicht lehren, Nazis niemals zu unterschätzen. Man sollte bloß nicht annehmen, die würden ihren Drohungen keine Taten folgen lassen, sobald sie dazu in der Lage sind. Mich wundert aber die Betriebsamkeit und der Mitteilungsdrang der Braunen. Die könnten ja ihre Hände einfach in den Schoß legen und abwarten, bis Strache Bundeskanzler ist, worauf es leider hinausläuft, wenn man sich die Performance der anderen Parteien anguckt. Dann wird nämlich ein ehemaliger Teilnehmer an „Wehrsportübungen“, dessen Sekreärin eine gute Freundin des gerade in Untersuchungshaft sitzenden Gottfried Küssel ist und dessen Partei von Neonazisympathisanten nur so wimmelt, das Sagen haben in diesem Land, welches dann sehr rasch ein ganz anderes werden wird, wohl im Gleichschritt mit weiteren Staaten, denn dass sich Europa seit einigen Jahren immer mehr faschisisert, lässt sich nicht mehr wegwünschen. Bedanken darf man sich dafür bei den Heerscharen unfähiger Politiker die, egal ob Sozialdemokraten, Konservative oder Liberale, zugelassen haben, dass die demokratische Politik wie ein Haufen nicht mehr voneinander unterscheidbarer Interessensvertreter des Kapital wirkt, das derzeit die Zügel straff zieht und immer mehr Menschen in Armut und Verzweiflung treibt. Und woher wohl kriegen all die aufstrebenden rechtsextremen Bewegungen in Europa ihr Geld? Die Antwort: In ein Geschichtsbuch gucken und nachlesen, wie seinerzeit viele Industrielle die Faschisten und Nazis gesponsort haben. Genau das geschieht jetzt erneut, denn damit die von Pauperisierung bedrohten Bevölkerungen in ihrer Wut nicht auf die Idee kommen, diese an den für ihre Lage Verantwortlichen auszulassen, muss der Hass in andere Bahnen und auf andere Ziele gelenkt werden, also zum Beispiel auf Juden (der Klassiker, wird immer gerne genommen), Muslime (zieht derzeit fast noch besser), „Ausländer“, die EU und jeden, der von der Norm abweicht. Also nochmal: Ich verstehe die hysterische Herumdroherei der Alpen-Donau-Nazis nicht, denn es läuft ja eh fast alles ganz in ihrem Sinne.

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9 Gedanken zu “Braune Aussichten

  1. Ein Teil der FPÖ steht hinter der Ideologie von Alpen-Donau.info. Jedoch ist die FPÖ ein Teil der neuen europäischen Rechten (Geert Wilders, Marie Le Pen) und somit proisraelisch. Es wurde das Judentum mit dem Islamismus getauscht, und somit kann Alpen-Donau eigentlich nicht mehr hinter der FPÖ stehen, da Antiislamismus und Antisemitismus, den Alpen-Donau in der ärgsten Ausprägung zeigt, nicht unter einen Hut zu bringen sind. Geert Wilders zum Beispiel erhält Rechtskostenunterstützung von Israelis im sechsstelligen Bereich für seinen Kampf gegen den Islam. Laut Alpen-Donau also eine Marionette der zionistischen Weltverschwörung und ein Untermensch.

  2. An welche Industrielle denkst Du, die „jetzt erneut“ Faschisten und Nazis sponsern?

  3. Muss meine Aussage korrigieren, es handelt sich dabei nicht explizit um Israelis, sondern um das Middle east Forum dessen Ziele „die Definition und Beförderung US-amerikanischer Interessen im Nahen Osten, die Bekämpfung des Radikalislamismus und der iranischen Bedrohung, die Förderung der Akzeptanz Israels unter Palästinensern, eine robustere Vertretung der US-Interessen gegenüber Saudi-Arabien und die Energieunabhängigkeit Israels.“ sind.. Mehr dazu hier: http://www.youtube.com/watch?v=4nGX0DWZJ4c.

  4. @Cajadeahorros

    3 Sat legt sich also mit Rechtsextremen ins Bett, weil eine Dokumentation dieselben Zusammenhänge herstellt? Das bedeutet also, das konform gehen mit einer Äußerung von Rechtsextremen ein absolutes no go ist? Tut leid, so einfach ist die Welt nicht. Nach diesem System müsste ich also Geert Wilders okay finden, weil ihn die Hitleristen naturgemäß nicht leiden können? Sorry, ich find beides Bullshit, Antisemitismus und Antiislamismus!

  5. @Strasser Peter
    Nachdem man Geert Wilder nicht mehr, oder nur recht schwierig als rechtsextremen Nazi denunzieren kann, wird er nun als Zionist denunziert.
    Wie es 3Sat demonstriert und sich dabei selbst demontiert.

    „Sorry, ich find beides Bullshit, Antisemitismus und Antiislamismus!“
    Ja, der Islamismus ist schon was tolles…

  6. lieber lindwurm, mir gefällt ehrlich gesagt diese ständige subkutane gleichsetzung des antisemitismus der 30er jahre mit der angeblichen „islamophobie“ überhaupt nicht. denn wenn ich heute aufmerksam durchs land gehe, dann sehe ich, dass jene leute, die mit den aktivitäten der sogenannten „islamischen kulturvereine“ riesenprobleme haben durchaus gute gründe dafür haben. zum beispiel die tatsache, dass diese vereine fast durchwegs von der islam-faschistischen türkischen akp bezahlt werden. oder dass sie parallelgesellschaften unterstützen. oder dass deren obleute, deren angebliches ziel „intergration“ ist, nach 10 jahren in österreich nicht einmal genug deutsch sprechen um ein fernsehinterview zu geben. die medien stellen das dannn immer als „rassismus“ dar (siehe dammstrasse) und wundern sich, dass diese leute sich zu fpö hingezogen fühlen wenn alle anderen parteien ihre berechtigten anliegen ignorieren. und dann ist der vergleich zur ausgrenzung der juden in den 30er jahren gleich gezogen. damit impliziert man aber, dass die menschen damals AUCH gute gründe für ihre einstellung hatten.

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