Erstaunlich Peinliches

„Mr. Erstaunlich“ alias Erich Reder, der bloggende Wiener Ex-Rotlichtkaiser, sorgt sich um das Bildungsniveau der österreichischen Schüler. Speziell die Leseschwäche mancher Kinder wird von „Stauni“ beklagt, der aber hinter diesem Problem eine Verschwörung der finsteren Sozialdemokraten, der verschlagenen Schwarzen und der närrischen Grünen wittert, denn würden die Gschrappen nur richtig lesen können, kämen sie niemals auf die Idee, irgendwann mal SPÖ, ÖVP oder die Grünen zu wählen, so Reders messerscharfe Schlussfolgerung. Blöd an der Geschichte ist aber (unter anderem), dass es ein bisserl peinlich ist, mit dem Thema der mangelnden Deutschbeherrschung politisches Kleingeld wechseln zu wollen, wenn man selbst einen Deutschkurs dringend nötig hätte, weil man in seiner sprachlichen Unbeholfenheit lustige neue Wörter erfindet. So schreibt Reder: Lesensschwache Personen lesen naturgemäß nicht sehr viel oder gar nichts. Und schreibensschwache Personen sollten sich über Leseschwache besser nicht das Maul zerreißen, möchte man anmerken. Schön und fast schon kreativ ist auch folgende Neuschöpfung dieses Kämpfers wider den Verfall der Sprache, die aus einem seiner gewohnt hetzerischen Anti-Schwulen-Beiträge stammt: Sieht man welche Unsummen, die für uns nicht gerechtfertigt sind, homosexuellen Organisationen in den Rachen geschüttet werden, könnte man  durchaus zum Schluss kommen, dass sich Homosexualität zumindest finanziell bezahlt macht. Hm, ich habe von Homosexuellenorganisationen gehört, auch von Homosexuellen, die sich organisieren, und sogar von Organisationen von und für Homosexuelle, dass aber Organisationen selbst lesbisch/schwul sein können, darauf musste mich erst der großartige Enthüllungsjournalist und wackere Bekämpfer des Sprachverfalls, Erich Reder, hinweisen. Mit den Satzzeichen hat Herr Reder auch Probleme, denn Beistriche setzt er zB ganz nach Lust und Laune, auffällig oft verzichtet er gleich ganz auf diese lästigen Dinger. Und erst der Plural! Der ist auch gar nicht so einfach: Es werden nur jene homosexuelle Personen in die Schranken gewiesen die glauben, dass sie Heteros ihren Lebensstil und ihre sexuelle Ausrichtung aufzwingen müssen. Gerade diese homosexuellen „Agent Provocateure“ sind es, die heterosexuelle Menschen dazu veranlassen ihre Heterosexualität argumentativ zu verteidigen. Aufpassen, Herr Reder! Überall lauern schwule rot-grün-schwarze Agents Provocateurs darauf, ihnen und dem heterosexuellen Jungvolk mit perfiden Plänen zur Verbreitung der Lesensschwäche ihre sexuelle Ausrichtung aufzuzwingen…

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3 Gedanken zu “Erstaunlich Peinliches

  1. Sg. Hr. Torsch!
    Mehr als einen Schlampigkeitsschreibfehler (der mittlerweile korrigiert wurde) haben Sie nicht aufzubieten? Früher haben Sie sich wenigstens ein wenig mit der Thematik auseinandergesetzt, auch wenn dies stets in unqualifizierter Form geschah. Sie lassen ganz schön nach, bin ich von Ihnen doch andere Attacken gewohnt.
    MfG
    Erich Reder

    PS: Seit wann sind Sie ein wackerer Kämpfer für die angeblich so unterdrückten Homosexuellen geworden?

  2. Lieber Herr Reder
    Wenn sie gerade beim Ausbessern von „Schlampigkeitsfehlern“ sind, sollten sie gleich ihren ganzen Blog durchforsten (oder zumindest einen Lektor einstellen). Und was ihre Frage betrifft: Ich war schon immer, also mein ganzes Leben lang, gegen die Diskriminierung von Minderheiten, auch von sexuellen. Es wundert mich, dass sie das erstaunt.

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