Tod im Mittelmeer

Sollte stimmen, was der „Guardian“ berichtet (deutsche Version hier), dass nämlich die Nato zwei Wochen lang dem Verdursten und Verhungern von 61 Menschen auf einem Flüchtlingsboot im Mittelmeer einfach zugeschaut hat, dann hoffe ich doch, dass die verantwortlichen Offiziere degradiert werden, und zwar so, dass sie mit viel Fleiß und Glück darauf hoffen können, in 20 Jahren zu Kartoffelschälern befördert zu werden. Und in einer besseren Welt würden sie zusammen mit jenen italienischen Beamten, die auf und vor Lampedusa Europa wortwörtlich die Mauer machen, wegen unterlassener Hilfeleistung mit dutzendfacher Todesfolge vor Gericht gestellt. Europa kann und braucht nicht jeden Menschen aufzunehmen, der hier einwandern will, aber Menschen einfach auf offener See verrecken zu lassen ist ein Verbrechen und eine moralische Bankrotterklärung.

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3 Gedanken zu “Tod im Mittelmeer

  1. „Europa kann und braucht nicht jeden Menschen aufzunehmen, der hier einwandern will, aber Menschen einfach auf offener See verrecken zu lassen ist ein Verbrechen und eine moralische Bankrotterklärung. “
    Europa und die NATO schon gar nicht, tragen nicht die Schuld, dass ein Menschenhaufen, auf die äußerst kluge Idee kommt, mit einem „Flüchtlingsboot“ nach Europa flüchten zu müssen…

  2. Guerrero. Erstens trägt Europa an der miesen Situation der afrikanischen Welt eine Menge Schuld, zweites geht es hier darum, dass denen – falls das sich wirklich so zugetragen hat – beim Verrecken zugeschaut wurde. Jetzt sind mehrere Duzend Menschen tot, darunter Kleinkinder. Und Sie und Ihresgleichen kommen da nur mit einem herzlosen „Selbst schuld!“. Das ist ja ekelhaft. Schon mal was von „unterlassener Hilfeleistung“ gehört?

  3. Ehrlich gesagt kommt mir das ganze ein bisschen spanisch vor:
    The migrants used the boat’s satellite phone to call Zerai in Rome, who in turn contacted the Italian coastguard. The boat’s location was narrowed down to about 60 miles off Tripoli, and coastguard officials assured Zerai that the alarm had been raised and all relevant authorities had been alerted to the situation.

    Soon a military helicopter marked with the word „army“ appeared above the boat. The pilots, who were wearing military uniforms, lowered bottles of water and packets of biscuits and gestured to passengers that they should hold their position until a rescue boat came to help. The helicopter flew off, but no rescue boat arrived.

    60 Meilen von Tripolis entfernt – das ist wenn man sich die Karte anschaut direkt vor der Libyschen Küste.
    Der Hubschrauber soll die Aufschrift ARMY gehabt haben, das würde für ein Hubschrauber der USA oder GB sprechen…
    Komisch nur das die Amis auf ihren Trägern nur Hubschrauber haben auf denen MARINES bzw NAVY steht…
    Und das die Italienische Küstenwache (die bestimmt eigenen Hubschrauber hat) dafür sorgt, das die US-ARMY von Lampedusa, Malta oder Italien einen Hubschrauber schicken, wenn MARINES und NAVY mit Flugzeugträgern im Mittelmeer sind ist auch nicht so verständlich…

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