Antisemitisches Europa: Momentaufnahmen

-Die „linken“ Nationalisten der Scotish National Party meinen: „Lest keine jüdischen Bücher“!

-Ein israelisches Theaterensemble darf in der Türkei nicht auftreten. Man fürchtet „Proteste“.

-„Die Linke“ in Bremen lässt verlautbaren, dass die Forderung, doch bitte nicht beim Juden zu kaufen, nicht unbedingt antisemitisch sei. Unterdessen unterstreicht eine Studie das Offensichtliche: Antisemiten gewinnen in dieser Partei immer mehr Einfluss.

-Soll man ein riesiges Hakenkreuz, das auf einem Burgfried prangt und kilometerweit zu sehen ist, entfernen, oder lieber doch nicht? In Kärnten rauchen die Köpfe ob dieser gar schwierigen Frage.

-Bizarre Querfronten: Physische Gewalt drohe europäischen Juden vor allem seitens Neonazis, jungen Muslimen und Linksextremisten, so der Jahresbericht „Antisemitismus 2010“.

-Der Bürgermeister von Malmö, Ilmar Reepalu, protestiert dagegen, dass an den Schulen seiner Stadt das Freifach „Jüdische Studien“ eingeführt wird. Dies würde „Tür und Tor dafür öffnen, dass auch andere Minderheiten etwas über ihre Kultur lernen wollen“, so der Sozialdemokrat wörtlich.

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4 Gedanken zu “Antisemitisches Europa: Momentaufnahmen

  1. „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem dies kroch.“
    Wir sind seit einigen Jahren gegen Scientology aktiv und stellen fest, dass dort einiges an Antisemitismus zu beobachten ist, der wohl mit den „Lehren“ Hubbards zu tun hat. So wird die Shoa geleugnet bzw. „verniedlicht“ und die eigene Beobachtung durch den Verfassungsschutz als „Verfolgung wie die der Juden im 3. Reich“ gleich gesetzt. Gleichzeitig arbeitet die Scientology mit Rechtsradikalen und Verschwörungstheoretikern zusammen. Letztere sind ebenfalls sehr aktiv in der Polemik gegen Juden, wenn auch nicht immer so offensichtlich wie bei der Behauptung, Juden seien der Verursacher von 9/11 oder hätten gar die Shoa selber in Szene gesetzt.

  2. Zu Punkt 3: die Differenzierung zwischen Juden und dem Staat Israel ist legitim, schon gar weil der Großteil der Juden nicht in Israel lebt. Das wird hier bewußt unterschlagen.

    Und das Hakenkreuz auf der Burg: Im verlinkten Artikel wird hauptsächlich diskutiert, wie man es weg bekommt.

    Die undifferenzierte Nazikeule erweist, zumindest in den beiden von mir kritisierten Beispielen, einen Bärendienst.

  3. es sind zwar nur Kleinigkeiten die hier unstimmig sind, doch insgesamt führen sie zu einem falschen Bild. zuerst einmal muss ich mich „Scheidungskind“ anschließen, dass in dem Artikel zu dem Hakenkreuz auf der Burg vorallem über die Möglichkeiten WIE man dieses entfernen könnte und nicht OB diskutiert wird.
    Außerdem schreibst Du:
    „Physische Gewalt drohe europäischen Juden vor allem seitens Neonazis, jungen Muslimen und Linksextremisten“
    Dies ist mit deiner Verlinkung auch keinesfalls zu belegen. So heißt es zwar, dass es eine „gefährliche Verbindung […] im Zusammengehen linker Extremisten und radikaler Muslime.“ gebe, allerdings steht im darauffolgenden Satz: „Physische Gewalt gegen Juden komme in den meisten europäischen Ländern von jungen Muslimen sowie von Rechtsextremen und Neonazis. “
    Wie sich bei dir da in den Satz die „Linksextremisten“ eingeschlichen haben ist mir noch ein wenig rätselhaft, auch wenn man keinesfalls negieren kann, dass der Antisemitismus innerhalb der Linken ein großes Problem darstellt, das nicht zu verharmlosen ist.

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