EU: Tage der Entscheidung

Europa wird derzeit von Haien umkreist, die zwei Vorgänge ganz genau beobachten, um zu sehen, ob die Beute reif ist. Da ist zunächst mal die Griechenlandkrise. Viele Spekulanten und konkurierende Wirtschaftsblöcke gucken, ob man ein Land ohne große Gegenwehr aus der Europäischen Union herausschießen und in die Pleite treiben kann. Sollte das gelingen, kommen die nächsten Staaten an die Reihe. Und dann blickt man natürlich gespannt nach Libyen um zu sehen, ob Europa mit dem Hinterhofdiktator Gaddafi, Regent der Hälfte eines Sechs-Millionen-Einwohner-Staates, militärisch fertig wird. Zu wenige scheinen den Ernst der Lage zu verstehen und zu kapieren, dass dies die beiden größten Herausforderungen sind, denen sich die Union jemals stellen musste. Entpuppt sich die EU als unfähig, ihre Mitgliedsstaaten vor wild gewordenen Ratingagenturen und Finanzspekulanten zu schützen, dann können wir uns schon mal darauf einstellen, von der größten Wirtschaftsunion der Welt zum Status von Schwellenländern abzusteigen. Und falls sich Frankreich, Großbritannien und Italien in Libyen nicht durchsetzen, wird die ganze Welt, die entgegen der Vorstellung naiver Menschen nicht aus Philantropen besteht, wissen, dass die EU-Staaten nicht die militärischen Mittel haben, ihre Interessen im Notfall mit Gewalt zu wahren. Dies sind Tage der Entscheidung, die über unser Zukunft bestimmen. Vom Ausgang der beiden Krisen wird abhängen, ob Europa Teil der „Ersten Welt“ bleibt oder zu einem Haufen unbedeutender Kleinstaaten, die von mächtigeren Nationen und Wirtschaftsblöcken nach Belieben ausgebeutet werden können und militärisch wehrlos sind, absteigt. Das sollten sich die nützlichen Idioten, die derzeit den EU-feindlichen Nationalisten nachrennen, mal durch den Kopf gehen lassen – sofern die überhaupt denken können…

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2 Gedanken zu “EU: Tage der Entscheidung

  1. „Da ist zunächst mal die Griechenlandkrise. Viele Spekulanten und konkurierende Wirtschaftsblöcke gucken, ob man ein Land ohne große Gegenwehr aus der Europäischen Union herausschießen und in die Pleite treiben kann. Sollte das gelingen, kommen die nächsten Staaten an die Reihe.“

    Ach kommen Sie, Lindwurm, wenn Sie schon die FdoG in der Blogroll haben, dann sollten Sie bei denen wenigstens mal reinlesen.

  2. Natürlich spekulieren die Spekulanten darauf Griechenland in die Pleite zu treiben.
    Schließlich verlieren sie bei einer Pleite Griechenlands eine Menge Geld…
    1.) Griechenland in die Pleite treiben
    2.) ???
    3.) PROFIT !

    Und was die europäischen Interessen in Libyen angeht:
    Eigentlich ist das Hauptinteresse Europas an Libyen ein starker Staat der dafür sorgt das möglichst wenig Neger rübermachen.
    Gaddafi hat das recht gut hinbekommen, und eigentlich liegt es nicht im europäischen Sinn ihn abzusägen…

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