FP-Königshofer muss gehen!

Der FPÖ-Abgeordnete Werner Königshofer hat mit der Neonazi-Website „alpen-donau.info“ zusammengearbeitet, stellte das Wiener Handelsgericht nun fest, und zwar „zweifelsfrei“. Aus dem Urteil: „Die fragliche Datei wurde vielmehr vom Zweitbeklagten (Königshofer, Anm.) zwischen 28.1.2011 und deren Veröffentlichung an Verantwortliche der Homepage www.alpen-donau.info weitergegeben, wo sie am 31.1.2011 veröffentlicht wurde.“ Ein österreichischer Parlamentarier pflegte also Kontakt mit einer Website, auf der offen zum Kampf gegen die demokratische Republik Österreich aufgerufen wurde, auf der der Holocaust gelobt und dessen Wiederholung angekündigt wurde, auf der zahlreiche Menschen beschimpft und bedroht und rufgemordet wurden, auf der zur Vorbereitung für den bewaffneten Kampf aufgerufen wurde, kurz: Königshofer gab Informationen an Leute weiter, die lupenreine Neonationalsozialisten sind. Keine „Rechten“, keine „Nationalen“, keine „Deutschtümler“, nein, echte Nazis, die, wenn sie könnten wie sie wollen, Juden, Roma, Schwule und politische Gegner ermorden und die Republik Österreich abschaffen würden. FPÖ-Chef Strache muss diesen Mann sofort aus der FP ausschließen, sonst kann er sich seine Versuche, als salonfähig zu gelten, in die Haare schmieren! SPÖ, Grüne und BZÖ fordern völlig zu Recht den sofortigen Rücktritt Königshofers. Die ÖVP, in Gedanken wohl schon bei Koalitionsverhandlungen mit den Blauen, schweigt, was ein mindestens so großer demokratiepolitischer Skandal ist wie ein Abgeordneter, der sich hochverräterischen Umtrieben hingibt.

Dass Königshofer schon lange vor dem Urteil des Handelsgerichts rücktrittsreif war, sei der Vollständigkeit halber erwähnt. So schrieb er etwa auf Facebook: „Ich würde diesen Kanaken schnappen, in die marokkanische Botschaft in Wien bringen und verlangen, daß er binnen 24 Stunden außer Landes gebracht wird. So muß man mit diesem Gesindel verfahren!!!“ Auf seiner privaten Homepage fand sich ein verhetzendes Pamphlet, in dem Muslime als „Schädlinge“ bezeichnet werden, von „Muslimischen Samenkanonen“ gefaselt wird, in alter Nazi-Tradition gegen den „Liberalen Freimaurerstaat“ vom Leder gezogen wird, paranoid von „Juden-Logen“ die Rede ist, man vor „linken Vatikanklerikern“ (!) warnt und immer wieder obsessiv auf der vermeintlichen oder realen jüdischen Herkunft diverser Politikerinnen und Politiker herumreitet. (Wer den Schwachsinn in voller Länge nachlesen möchte: Hier wurde das wirre Geschreibsel dokumentiert).

Auch wenn in Österreich vieles durchgeht, was woanders längst zu Rücktritten geführt hätte: Wer so offensichtlich mit braunem Gedankengut sympathisiert wie Königshofer, der muss hochkant aus dem Nationalrat fliegen (und, meinten es die Freiheitlichen ernst mit ihrer angeblichen Abgrenzung vom Radikalismus, auch aus der FPÖ). Und anschließend gehört dem Herrn der Prozess gemacht.

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3 Gedanken zu “FP-Königshofer muss gehen!

  1. „SPÖ und Grüne fordern völlig zu Recht den sofortigen Rücktritt Königshofers.
    Die ÖVP, in Gedanken wohl schon bei Koalitionsverhandlungen mit den Blauen, schweigt, was ein mindestens so großer demokratiepolitischer Skandal ist wie ein Abgeordneter, der sich hochverräterischen Umtrieben hingibt.“
    Ja, SPÖGRÜN kam der ÖVP mit dem antifaschistischen Orgasmus zuvor, keine große Leistung,

  2. Ich bezweifle jedenfalls, dass sich der Linzer Polizist Uwe Sailer für seine Karriere wirklich etwas Gutes damit getan hat, dass er löblicherweise den „Königstiger“ überführt hat. Wer weiß, vielleicht hat er damit gegen seinen nächsten Innenminister gearbeitet 😉

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