Falotten und Gurkentruppen

Robert Misik ist mal wieder meiner Meinung und hat einen guten Videocast darüber gemacht, wie „verantwortungslose Falotten und eine Gurkentruppe von Politikern, die unfähig sind, ihrer historischen Verantwortung gerecht zu werden“, Europa an die Wand fahren. Misik fragt, wie schon your Lindwurm dearly zuvor, wo die starken Politikerpersönlichkeiten sind, die die EU endlich aus dem unhaltbaren Zustand eines lose verbundenen Chauvinistenclubs hin zu einem echten Bundesstaat führen, da wir ja derzeit eindrücklich erleben, was es bedeutet, zwar eine gemeinsame Währung, aber keine gemeinsame Geld-, Sozial-, Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik zu haben.

Auch auf einen hervorragenden Kommentar von Karl-Markus Gauß möchte ich verweisen, in welchem der Schriftsteller davor warnt, dass nach einem Zusammenbruch der EU der Krieg, also der richtige Krieg mit Soldaten und Totschießen und Zusammenbomben, nach Europa zurückkehren wird. Genau auf diese Gefahr wurde in diesem Blog übrigens schon vor einigen Tagen hingewiesen. Es tut gut zu sehen, dass es noch Leute gibt, die ihr Gehirn zum Denken verwenden. Leider wird das uns, also den Misiks, Gaußs und Lindwürmern, allenfalls eine magere innere Befriedigung geben, wenn wir in ein paar Jahren in einem in Trümmer liegenden Europa mit einer klapprigen Schreibmaschine den Satz schreiben werden: „Wir haben es euch ja gesagt…“ 

Advertisements

9 Gedanken zu “Falotten und Gurkentruppen

  1. „da wir ja derzeit eindrücklich erleben, was es bedeutet, zwar eine gemeinsame Währung, aber keine gemeinsame Geld-, Sozial-, Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik zu haben.“
    Die EU sollte höchstens eine Währungsunion sein, nämlich genau als das, würde sie den Europäern auch „aufgezwungen“.

  2. ZMG !!!11elf
    Dann gibt es wieder Krieg zwischen Deutschland und Frankreich geben, so wie damals von 1945 bis 2002 als es noch keinen Euro gab ?

    Weiten sich womöglich die Grenzgefechte aus, die täglich zwischen den Euro-Achsenmächten Paris- Rom-Berlin-Wien gegen den Schweizer Aggressor geführt werden, der sich frech weigert seine Währung und seine Souveränität zugunsten des Euros und der EU aufzugeben ?

    Müssen die stolze Deutsche und Österreichische Kriegsmarinen wieder gegen das perfide Albion fahren, das immer noch mit ihren Pfund gegen die Friedensmacht Euro wuchert ?
    Werden wir sie diesmal mit einem totalen U-Boot Krieg klein kriegen, oder spielt der Ami wieder mit dem Feuer des Weltkrieges in dem er die Briten aufrüstet und die europäische Blockade unterläuft ?

    Auf alle Fälle schlage ich vor erstmal Norwegen zu besetzen, um die Kriegswichtigen Eisenerzminen und die Ölquellen unter EU Kontrolle zu bringen, bevor der Brite das tut. Sicher, das wird für die Norweger etwas unbequem, aber !
    Da können wir gleich anfangen die Sozial- und Wirtschaftspolitik gleichzuschalten, die Krone gegen den Euro ersetzen und somit Norwegen in den „Europäischen Großwirtschaftsraum“ einbinden.
    Da hat auch der Norweger was davon !

    Gerade jetzt ist praktisch das regelmäßig Schlesische Flüchtlinge polnische Grenzstädte wie Słubice mit selbst gebauten – und daher harmlosen – Raketen beschießen.
    Natürlich sind da nur die Polen daran schuld, die mit ihren Lohn und Sozialdumping und ihren Szloty schon lange den Frieden in Europa bedrohen.
    Im Zuge der Ausrufung eines Palästinensischen Staates könnten wir diese Vorbild nutzen um das Problem ein für alle mal zu lösen, oder ?
    Haben nicht auch die Schlesischen Vertriebenen einen eigenen Staat verdient, in dem man mit Euro statt mit Szloty zahlt ?
    Angesichts der guten Geschäftsbeziehungen zwischen Deutschland und Russland findet sich da bestimmt eine bilaterale Lösung, die beiden Seiten Vorteile bringt.
    Wäre ja nicht das erste mal.

    Ach ja, falls wir für das neue, international-sozialistische Europa, das endlich den hemmungslosen Plutokraten und den Vaterlandslosen Gesellen des Internationalen Finanzkapitals den Kampf angesagt hat einen Minister für Propaganda und Volksaufklärung brauchen, ich mach das gerne !
    Nur falls Robert Misik nicht will…

  3. Mit der Wut auf „die da oben“ macht es sich der Bürger auch leicht.

    Reden wir nicht von „den Politikern“, sonder zB von unserem Kanzler.
    Und reden wir nicht von „etwas tun“, sondern werden wir konkret.

    Was genau sollte Faymann in den nächsten 6 Monaten tun?
    Alleine bei dieser Frage -und ich meine es nicht böse, sondern bin interessiert- steigen 9von10 Wutbürgern aus …

  4. @ Alreech: Nicht vom Euro ist die Rede, sondern von der EU. Und wenn du nicht weißt, warum die ursprünglich gegründet wurde, musst du halt ein bisserl Zeitgeschichte studieren. 😉

  5. Zwischen welchen Mächten sollte denn der dem Zusammenbruch der EU folgende Krieg ausgefochten werden? Und aus welchem Grund?

    Je mehr die EU zu bröckeln beginnt, und je mehr ihre Fehlkonstruktion offenbar wird, desto häufiger wird das Gespenst eines angeblich drohenden Krieges an die Wand gemalt, von dem eigentlich keiner so recht sagen kann, warum er ausbrechen soll. Wie verzweifelt müssen die Euro-Propagandisten eigentlich sein, dass sie zu solchen Methoden greifen?

    „Die EU oder Krieg!“ Wer so argumentiert, der steht mit dem Rücken offensichtlich zur Wand. Der hat in Wahrheit keine Argumente mehr.

    Überhaupt: die Beschwörung der EU als Friedensprojekt, dessen einzige Alternative der Krieg wäre, ist so etwas wie die Urlüge, auf der dieses ganze Projekt basiert. Nach dem 2. Weltkrieg war es jedenfalls nicht die (hauptsächlich auf dem Papier bestehende) europäische Einigung, die den Frieden in Europa sicherte, sondern einzig und allein die Präsenz amerikanischer Truppen. Mittlerweile ist es nicht nur politisch völlig undenkbar geworden, dass europäische Staaten gegeneinander in den Krieg ziehen, sondern auch aus demografischen Gründen extrem unwahrscheinlich:

    um große Kriege zu führen, braucht man nämlich einen Überschuss an jungen Männern, die man auf den Schlachtfeldern verheizen kann. Die fehlen aber heute fast überall in Europa. Man sehe sich nur an, welchen Widerstand bereits geringe Verluste in Afghanistan erzeugen. Ein Hand voll gefallener Soldaten kann schon ausreichen um, um mittelschwere politische Erschütterungen in einer großen Nation wie Deutschland zu verursachen. Je mehr Söhne die einzigen Söhne in einer Familie sind, desto geringer wird auch die Bereitschaft, Kriegsopfer hinzunehmen.

    Wir entwickeln uns immer mehr zu einem Kontinent der Greise. Die Erwartung eines traditionellen Krieges in Europa ist vor diesem Hintergrund geradezu eine putzige Naivität.

    Abgesehen davon zeichnen sich auch nirgends mehr Interessengegensätze ab, die europäische Nationen in absehbarer Zeit dazu bringen könnten, über einander herzufallen – ein Unterfangen, dass angesichts der Atomwaffenarsenale Frankreichs und Großbritanniens taktisch sowieso keinen Sinn ergeben würde.

    Das soll aber nicht heißen, dass wir unbedingt friedlichen Zeiten entgegen gehen. Nur ist die Art der gewalttätigen Konflikte, die uns möglicherweise bevorstehen, von grundsätzlich anderer Natur als die Kriege, vor denen uns die EU angeblich bewahrt hat. Und ironischerweise sind die Grundlagen dieser Konflikte durch Befolgung exakt jener Ideologie gesetzt worden, deren Anhänger uns jetzt die Ersetzung der historisch gewachsenen Nationalstaaten durch einen europäischen Superstaat als einzige Möglichkeit verkaufen wollen, den Frieden zu erhalten.

    Die Zustände in den französischen Banlieues oder den Migratnenvierteln Brüssels geben nur einen kleinen Vorgeschmack auf das langfristige, ständig wachsende Konfliktpotential, das mit Mulitkulturalismus und Masseneinwanderung aus nicht-westlichen Ländern in die westeuropäischen Gesellschaften eingepflanzt wurde.

    Und es waren die Misiks, Gaußs und Lindwürmer, die stets Werbung für dieses monströse Experiment gemacht haben, und jene, verteufelten, die es bekämpften.

    Wenn Europa einmal in Trümmern liegt, werden sie es sein, denen man folgende Wort nachwerfen wird:

    „Wir haben es Euch ja gesagt.“

  6. Krieg auf die Demographie herunterzubrechen, ist nicht gerade ein stichhaltiges Argument. So schnell kannst du gar nicht schauen, wie im Ernstfall, also einem „echten“ Krieg, die Wehrpflicht eingeführt würde. Und „undenkbar“ ist Krieg leider ganz und gar nicht. Jugoslawien schon vergessen? War auch mitten in Europa und ist gar nicht so lange her. Da haben es viele vorher auch für „undenkbar“ gehalten, dass sich Nachbarn gegenseitig zu Hunderttausenden abschlachten würden. Und selbstverständlich „zeichnen sich Interessensgegensätze ab“, die potentiell zu Kriegen führen können. Und es werden die klassischen Gründe sein, also das Aufeinanderprallen nationaler Interessen, gewürzt mit krisenhafter Wirtschaftsentwicklung und nationalistischen Scharfmachern, die Kriege ausbrechen lassen. Es wird wesentlich wahrscheinlicher sein, dass zB Ungarn versuchen wird, sich mit Gewalt ehemaliges Staatsgebiet zurückzuholen, als es die Szenarien von irgendwelchen durch Migration ausgelösten „Bürgerkriegen“ sind. Und das ist bloß einer von vielen möglichen Konfliktherden, die in Europa immer noch schwelen und bislang dank der Union unter Kontrolle gehalten werden konnten.

  7. Nein, Jugoslawien habe ich natürlich nicht vergessen. Und das ist auch einer der Gründe dafür, warum ich so skeptisch bin gegenüber allen Versuchen, große Vielvölkerstaaten zu schaffen – worauf ja die Träumerei von den „Vereinigten Staaten von Europa“ hinausläuft.

    Die slawischen Völker auf dem Balkan sind sich kulturell und sprachlich relativ ähnlich. Trotzdem hat der Versuch, sie in einem gemeinsamen Staat zu vereinen, in in blutigen Kriegen, grausamen Gemetzeln und ethnischen Säuberung geendet.

    Aber Dänen gemeinsam mit Griechen, Deutsche gemeinsam mit Rumänen, und Italiener gemeinsam mit Finnen zu einem noch viel größeren Superstaat zu vereinen, DAS soll Europa dauerhaften Frieden bringen???

    Und was das Argument mit der Wehrpflicht betrifft: ich habe ja nicht behauptet, dass es die demografische Entwicklung unmöglich machen würde, die nötigen Mannzahlen für eine kriegstaugliche Armee zu erreichen. Das alleine reicht aber noch nicht aus, um Krieg führen zu können. Was noch viel wichtiger ist, ist der Wille dazu, und die Bereitschaft, Opfer zu bringen.
    Und die ist nun mal vorwiegend in Gesellschaften mit einem youth bulge vorhanden, also mit einer großen Masse junger Männer, die gesellschaftlich nicht gebraucht werden und auf der Suche nach Aufstiegschancen und Anerkennung bereitwilliges Kanonenfutter abgeben.

    Du hast den Konflikt Ungarn mit seinen Nachbarstaaten angesprochen, in denen große ungarische Minderheiten leben. Klar, unter „normalen“ Umständen wären diese durch eine ungerechte Nachkriegsordnung geschaffenen Ausgangsbedingungen geradezu prädestiniert für neuerliche Kriege. Allerdings sind mittlerweile auch die meisten ungarischen Söhne die einzigen Söhne in ihren Familien – und damit einfach zu wertvoll, um sie in großen Zahlen für nationalistische Bestrebungen mit fragwürdigem Nutzen zu opfern. Da würde die Bevölkerung höchstwahrscheinlich einfach nicht mitmachen. Das weiß auch die Regierung. Man mag sich zwar diplomatisch befetzen, aber viel mehr ist nicht mehr drinnen.

    Abgesehen davon, haben wir in Europa eigentlich kaum noch nennenswerte Gebietsstreitigkeiten (das hausgemachte Problem Kosovo zähle ich hier nicht). Und gegen stärker werdende sezessionistische Bestrebungen kann die EU sowieso nichts ausrichten. Das zeigt ja sehr schön das Beispiel Belgiens.

    Natürlich wird es immer auch nationale Interessenkonflikte geben. Aber solche, die durch einen Krieg gelöst werden können, sind nirgends ersichtlich. Zumindest nicht zwischen den großen Mächten in Europa.

    Tatsächlich ist es ja derzeit eher so, dass die europäische Einigung viele Konfliktherde erst geschaffen hat, die es ohne die EU gar nicht gäbe. Ihr haben wir es zu verdanken, dass etwa das griechische Volk in eine Situation geraten ist, in der es sich von den Deutschen beschulmeistern und die Wirtschaftspolitik vorschreiben lassen muss, und umgekehrt in den Nettozahlerstaaten die erzwungenen Milliardenzahlungen in ein Fass ohne Boden den Chauvinismus gegen die „faulen“ Südländer schüren.

    Wir sind so in eine Lose-Lose-Situation für alle Beteiligten geschlittert, die eine Menge böses Blut schafft.

    In gewisser Weise ähnelt die Rolle der Union der eines Brandstifters, der zuerst ein Feuer legt, und sich dann einen Feuerwehrhelm aufsetzt und beim Löschen den großen Helden spielt.

  8. „Europe“ is the result of plans. It is, in fact, a classic utopian project, a monument to the vanity of intellectuals, a programme whose inevitable destiny is failure: only the scale of the final damage done is in doubt.“

    Margaret Thatcher

  9. Die EU ging aus der Montanunion hervor, und die hat vor allem die Handelshemmnisse im Bereich Stahl und Kohle abgebaut.
    Aber was hat das damit zu tun das gewissenlose Journalisten das Schreckgespenst eines europäischen Krieges an die Wand malen, falls Griechenland in den Staatsbankrott fällt ?

    Über Griechenland wird die EU nicht zerbrechen.
    Ein Bankrott Griechenlands wird nicht das Ende der EU sein.
    Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone wird nicht das Ende der EU sein.
    Selbst ein Austritt der BRD aus der Eurozone wird nicht das Ende der EU sein.

    Wenn sich die Eurozone nicht zu einer Transfergesellschaft entwickelt wird das nicht das Ende der EU sein.
    Wenn die EU nicht der starke Zentralstaat wird, in denen die Mitgliedsländer nichts mehr zu sagen haben wird das auch nicht das Ende der EU sein.
    Denn in allen Fällen wird sich nicht viel ändern.

    Die einzige Chance die ich für ein Auseinanderbrechen der EU sehe:
    In Griechenland kommt es Aufgrund des Sparpaketes zum Aufstand, die griechischen Sicherheitskräfte kommen damit nicht zurecht und die NATO schickt Truppen um das Auseinanderbrechen der EU zu verhindern.
    Damit würde die EU endlich als das brutale Monster enttarnt, das in ihr viele schon sehen.
    Und diese vielen sind eher nicht in den oberen Etagen der Wirtschaft und Finanz zu finden, sonder am Stammtisch.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s