Legalize it!

Na bitte, selbst jahrzehntelange Propaganda scheitert, wenn sie an der Lebenserfahrung der Menschen vorbeizielt: Cannabis wird gesellschaftsfähig:  Den Volksdrogen Alkohol und Nikotin erwächst langsam, aber sicher ein ernst zu nehmender Mitbewerber: Cannabis und seine Derivate sind auf dem besten Weg, von breiten Teilen der Bevölkerung konsumiert oder toleriert zu werden. Das ist eines der Ergebnisse des Wiener „Suchtmittel-Monitors“, der auf Basis einer repräsentativen Umfrage seit inzwischen 18 Jahren Entwicklungen, Versäumnisse und Trends zum Thema Drogen erfasst. Der aktuelle Bericht 2011 liegt der „Presse“ exklusiv vor. 21 Prozent der Wiener, das ist mehr als jeder Fünfte, hat demnach wenigstens einmal im Leben „etwas geraucht“. Damit rangieren Cannabisprodukte erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen an erster Stelle aller abgefragten Suchtmittel (Ausnahme: Alkohol und Nikotin). Schlaftabletten (19 Prozent) rutschten auf Rang zwei. Mindestens genauso bedeutend wie die Zahlen zum Cannabiskonsum selbst sind die Befragungsergebnisse zur gesellschaftlichen Akzeptanz. Stark vereinfacht haben die Wiener inzwischen mehr Verständnis für Kiffer als für Trinker. Oder anders ausgedrückt: Der Joint ist – trotz seines Verbots – in einem gewissen Sinn gesellschaftsfähig geworden.

Die Leute haben eben bemerkt, dass moderater Haschischkonsum keineswegs zu Abhängigkeit und zur Gier nach härteren Drogen führt, dass Kiffen bei weitem harmloser ist als Saufen und dass Alkoholmissbrauch und Nikotinsucht weit größere gesundheitliche und soziale Schäden verursachen als der Zug am Joint. Klar, wer täglich kifft, der wird ein bisserl weich in der Birne, aber selbst dann ist das nicht mal annähernd mit den Auswirkungen einer Alkoholsucht zu vergleichen. Es wird Zeit, dass die Politik endlich ihre sinnlose, Ressourcen verschwendende und immer noch viele Leben ruinierende Prohibitionshaltung aufgibt!

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9 Gedanken zu “Legalize it!

  1. Das Problem dabei: Marihuana hat einen riesigen Carbon Footprint. Ein einziger Joint entspricht 17 Stunden einer 100 Watt Glühlampe – die ja genau deswegen verboten wurden.

    Ja – das leben ist kompliziert.

  2. ZITAT:
    Die Leute haben eben bemerkt, …….
    ZITATENDE

    Können berauschte Leute (egal Alkohol, Haschisch oder andere Drogen) überhaupt etwas bemerken? Und wollen süchtige Leute
    (egal Alkohol, Haschisch oder andere Drogen) überhaupt etwas bemerken. Diese Fragen sollte man sich stellen.
    MfG

  3. Grundsätzlich d’accord, in einer Sache möchte ich jedoch widersprechen:

    Klar, wer täglich kifft, der wird ein bisserl weich in der Birne, […]

    Meine Erfahrung mit Leuten, die täglich kiffen, ist die, dass die, die sonst nichts zu tun haben und nicht herausgefordert werden, weich in der Birne werden. Wenn ein gewisser Ehrgeiz und gleichzeitig Herausforderung da ist, dann können auch vermeintliche Hardcore-Kiffer höchst produktiv in Wirtschaft und Forschung. In meinem Bekanntenkreis fällt mir jetzt ad hoc ein Gesellschafter und Geschäftsführer eines Technologieunternehmens mit 50 Angestellten ein, sowie eine handvoll Doktoranden der Informatik, die in ihrem Teilgebiet in der weltweiten Spitze mitspielen und alle paar Monate auf Tier-1-Konferenzen sprechen. Genau deswegen halte ich „kiffen macht dumm“ für ein plumpes Vorurteil, das meiner Stichprobe überhaupt nicht entspricht.

  4. Nicht die Drogen schaffen Probleme,
    die Probleme beschaffen sich Drogen.

    Wer täglich kifft oder sich zusäuft hat dafür meisten einen mehr oder weniger guten Grund.

    Sich hin und wieder mal vom Planeten zu ballern ist ja schön und gut, aber täglich ?
    Auf alle Fäll dringt da mal wieder ein verdächtiger Rauch aus der Höhle des Lindwurms 😉 und dieser Rauch entspricht so gar nicht dem was man von einem uralten roten Drachen erwartet.
    Legalisierung von Drogen ? Das sind ja schon ultraliberale Vorstellungen. Denkt den niemand an die Kinder und an die Bildungsfernen Schichten, die es zu schützen gilt ? 😉

  5. Alles in „Mengen“ haut niemanden um 😀
    Ich rauche Cannabis seit fast 40 Jahren und bin nicht Matsch in der Birne und ich denke auch besser als mit Alkohol, ist ja auch von der Regierung gefordert, gefördert und gewollt.
    Na dann – mir schmeckt es 😛

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