Ein St.Veiter FP-Gemeinderat, eine Knarre und ein seltsames Motto

Da FPÖ-Chef Strache offenbar gerne Menschen an den Internetpranger stellt, will der Lindwurm nicht päpstlicher als der Papst sein und auch was in den großen weiten Cyberspace schießen, was vielleicht sogar ein bisserl mehr Berechtigung zur Veröffentlichung hat als das Foto eines unbescholtenen und unschuldigen Nicht-Politikers. In St.Veit an der Glan gibt es einen FP-Gemeinderat namens Arno Kampl, der schon ein Mal auffällig geworden ist,  mit der Ankündigung, er würde „mit Gesindel gnadenlos aufräumen“ (mit „Gesindel“ war eine Menschengruppe gemeint, die von einem Facebook-Freund Kampls als „Jugos“ tituliert worden war). Dieses Prachtexemplar von Lokalpolitiker hat auch ein hübsches Pinnwandfoto auf seiner Facebookseite:

„Allzeitige Bereitschaft – numquam retrorsum“, hmm, da war doch was? Ja, in der Tat, als die Austrofaschisten 1933 das Parlament ausschalteten, wurde dies vom Wiener Kardinal Theodor Innitzer als „Anbruch einer neuen Zeit“ begrüßt, weswegen er den Katholikentag im selben Jahr unter eben dieses Motto stellte: numquam retrorsum, also „niemals zurück“ zur bösen Demokratie. Organisiert wurde dieser Katholikentag, das sei auch noch erwähnt, von Taras Borodajkewycz, einem fanatischen Antisemiten und überzeugten Nazi, der auch nach dem Ende des Zwölfjährigen Reichs seinen finsteren Ansichten treu bleiben sollte.

Was also will uns Herr Kampl mitteilen? Dass er sich auf das Ende der Demokratie freut und sich ideologisch irgendwo zwischen Klerikalfaschismus und Nationalsozialismus positioniert? Falls nicht, würde ich mich über eine nachvollziehbare Erklärung für die sonderbare Wahl dieses Mottos freuen, welches Kampl noch dazu unter ein Bild stellt, auf dem man ihn mit einer Knarre hantieren sieht. Vielleicht bezieht sich Kampl aber ja auch ausgerechnet auf eine deutsche Reservistenkameradschaft aus der tiefsten Provinz? Oder er ist World of Warcraft-Gamer? Oder Fan des FC-Steyr?

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3 Gedanken zu “Ein St.Veiter FP-Gemeinderat, eine Knarre und ein seltsames Motto

  1. Vor lauter Kampl’s ist dem Lindwurm ein Fehler unterlaufen: Der Sager von den „sozialistischen Blockwarten“ stammt nicht von Arno sondern von seinem (mit ihm angeblich nicht verwandten) Chef Herwig Kampl.

  2. Ich kenne Arno Kampl persönlich – die in diesem Kommentar enthaltenen Unterstellungen sind ein Witz: Jegliches Gedankengut auch nur in Richtung des NS-Unrechtsstaates sind ihm völlig fremd. By the way: Numquam retrorsum war das Motto der Welfen und findet sich auch als Leitspruch vieler Studentenverbindungen, die in Reaktion auf die Besetzung Österreichs durch Napoleon (19. Jhdt!!!) gegründet wurden.

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