Kurzkritik: Social Distortion, „Hard Times And Nursery Rhymes“

Fleiß gehört nicht zu den hervorstechenden Tugenden der Cowpunker rund um Mike Ness. Nur sieben Platten hat „SxDx“, wie die Band von Fans abgekürzt wird, seit ihrer Gründung im Jahr 1978 veröffentlicht. Aber als gestandenes US-Punkrockurgestein braucht man halt auch viel Zeit für Alkohol, Drogen und Gefängnisaufenthalte. Das ist nicht nur schlecht. Bandleader Ness weiß, wie man sich als Trinker, Junkie und Knacki fühlt, und so klingen seine countryesken White-Trash-Hymnen, die er auch auf der neuen LP wieder nach Blaupausen von „Exile On Mainstreet“ und den Mörderballaden von Johnny Cash gezeichnet hat, sehr echt. Eingängig ist das alles wieder geworden, mitgröhlfähig, romantisch, aber auch immer noch unterschwellig zornig. Hat sich in den sieben Jahren seit dem Vorgängeralbum „Sex, Love & Rock´n Roll“ etwas Neues eingeschlichen? Nein, aber schlechter ist auch nix geworden, und das ist heutzutage ja schon was wert. Social Distortion bleibt die Band, die man sich gerne im Autoradio auf dem Weg ins Büro anhört, während man vom wilden Leben auf amerikanischen Highways und von schmutzigen Abenteuern in heruntergekommenen Trailerparks träumt.


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