ÖVP, die Antiwirtschaftspartei

Eine ganz hervorragend dämliche Idee hat Österreichs Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP): Sie will die steuerlichen Begünstigungen für Kündigungsentschädigungen bei ungerechtfertigten Entlassungen sowie für alle Sonderzahlungen an Gekündigte streichen. Es zeugt von größter wirtschaftlicher Weitsicht und höchstem makroökonomischen Verständnis in Zeiten, in denen die Masseneinkommen immer weiter sinken und der Reichtum weniger immer stärker steigt, die Nachfrage noch mehr zu schwächen, indem man bei jenen abkassiert, die ohnehin fast ihr ganzes Einkommen in den Konsum pumpen. Das ist genau die unselige Blödheit, die die Welt schon einmal in eine Weltwirtschaftskrise gestürzt hat und die derzeit alles daran setzt, die tollen Erfahrungen, die man 1929 damit gemacht hatte, zu wiederholen. Ja, macht nur so weiter, liebe Konservative und Manchesterliberale , aber dann bitte nicht weinen, wenn das ganze Scheißhaus irgendwann in Flammen aufgeht.

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3 Gedanken zu “ÖVP, die Antiwirtschaftspartei

  1. „a, macht nur so weiter, liebe Konservative und Manchesterliberale “ Das „Manchester“ kannst Du streichen…

  2. Sehr treffend bemerkt. Es geht aber noch weiter: jede Investition zielt letztlich auf Konsum. Alle Anlageinvestitionen dienen letztlich dazu, etwas herzustellen, das auf dem Markt verkauft werden kann.
    Und konsumieren werden (wie Du richtig bemerkt hast) nur die Arbeitseinkommensbezieher.
    Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen geht nämlich nur zu einem verschwindend geringen Teil in den Konsum. (Die russischen Oligarchen sind hier die ökonomisch sinnvollen, wenn auch unappetitlichen Ausnahmen. Warren Buffet dagegen konsumiert praktisch so wie Du und ich.)
    Und wenn der Konsummarkt abnimmt, dann sinken auch die Investitionen. Dann sucht sich das ständig wachsende Anlagekapital unsinnigen und riskanten Ersatz, z.B. Türme in Dubai, überbewertete Immobilien- oder Aktien (die zu Blasen werden), oder eben Staatsanleihen.
    Eine gesunde Verteilung von Lohn- und Kapitaleinkommen (Lohnquote) liegt etwa bei 70%:30%. Sie garantiert stabiles Wachstum und Finanzierung.
    Seit 30 Jahren (Thatcher, Reagan, Blair, Kohl) sinkt diese Quota auf derzeit etw 55%:45% – und das führt zur Konsumkrise und zum Kapitalüberhang.
    Nicht alle Länder können nur vom Export leben, schuldenfinanzierter Konsum wie in USA und Griechenland und immer häufigere Blasen-Crashs sind die Folge.

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