Deutschland: Ein bisschen Nazi?

In Deutschland, unter allen Ländern, argumentieren sich derzeit allerlei „Experten“ und andere Dummköpfe einen Ast gegen das Verbot einer Nazipartei ab. Hätte mir  jemand vor 30 Jahren prophezeit, dass sich einst deutsche Historiker und Politiker mit einer eigenartigen Leidenschaft und mit krummen Argumenten für die Legalität einer NS-Nachfolgeorganisation engagieren würden, hätte ich ihn für verrückt gehalten. Naiv, wie ich bin, ging ich lange davon aus, dass in Deutschland nach den Erfahrungen mit der NSDAP offen nationalsozialistische Gruppierungen für, sagen wir mal, mindestens 1.000 Jahre mit aller Macht bekämpft würden. Stattdessen sitzt im Jahr 2011 die NPD in mehreren Landtagen und kassiert Förderungen aus Steuermitteln, was bedeutet, dass auch Juden, Linke, Homosexuelle und andere NS-Opfergruppen die neuen Nazis finanzieren müssen. Niemand kann mir erzählen, man könne die NPD nicht verbieten. Man will es nicht. Niemand kann mir erzählen, es sei sicherheitspolitisch klug, die NPD nicht zu verbieten. Das Nichtverbot hat genau gar nichts gebracht. Die Nazis haben seit 1990 in Deutschland trotzdem 100 Menschen ermordet. Eine legale NPD dient allen Nazis zur Legitimation und sendet an die Bevölkerung das Signal, dass die Sache mit dem Neonazismus so schlimm nicht sein könne und so geächtet doch gar nicht sei. Wer kein NPD-Verbot will, der soll sich sein „Nie Wieder“-Phrasengedresche bitte schenken, denn das ist unglaubwürdig. Entweder, man ist gegen Nazis, oder für sie. Dazwischen gibt es nichts.

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8 Gedanken zu “Deutschland: Ein bisschen Nazi?

  1. off topic: Offenbar haben die Leser Deines Blogs aufgehört, hier zu posten, weil es in letzter Zeit bis zu zwei Tagen dauerte, bis sie freigeschaltet wurden,

    Frage: Hat sich Dein Gesundheitszustand verschlechtert? Oder hast einen Widerwillen entwickelt gegen die Poster?

    MfG m.

  2. Dem Verbot stimme ich zu, auch wenn damit die Nebenparteien der NPD und Organisationen wohl unbehelligt bleiben. Zudem wird auch nationalsozialistisches Denken im Volke nicht verhindert, andererseits aber eben auch nicht gefördert.

  3. @magellan: Ich habe tatsächlich noch anderes zu tun als mich nur um meinen Blog zu kümmern. Dennoch müssen alle Kommentare von mir persönlich freigeschalten werden, da es in der Vergangenheit unangenehme Erfahrungen mit Nazipöbel gab. Echtzeitdiskussionen sind hier also nur schwer möglich, aber das ist mir lieber, als mühsam den braunen Dreck im Nachhinein entfernen zu müssen. ,

  4. Ich muss dem Lindwurm Recht geben, Parteien wie die NPD (und natürlich auch FPÖ/FPK/BZÖj gehören verboten. Meinungsfreiheit hin oder her, das sind demokratiefeindliche Gebilde!

    WC Strache hetzt wieder gegen Ausländer auf Facebook, wenn auch vielleicht ein wahrer Kern in den Vorwürfen gegen ausländische Kinder(!) steckt, aber lesen Sie selbst welche Reaktionen man damit bei den Strache-Fans hervorruft:

    http://de-de.facebook.com/HCStrache/posts/10150381925553591

    Also ich krieg richtige Angst vor der braunen Brut, wehret den Anfängen, aber ich befürchte es ist wieder mal zu spät…

  5. Da die NPD schon aus weiter ferne nicht einmal wahrnehmbar ist und praktisch sowieso andauernd vom Verfassungsschutz observiert wird, kann man da keinen Handlungsspielraum sehen.

    Viel lieber täte ich die „Linke“ verboten sehen, denn die hat mit ihren Wählerstimmen weit mehr verfassungsfeindliches Potential.

  6. @ Guerrero: das ist soweit richtig. Der Glaube an ein unilaterales System, aus welchem der unigene Geist jeden uniformalen Menschen stärke, nämlich auf der Basis von Blut und Boden, auf welchem sich jeder Uniformale zu ergehen habe, damit gestärkt sei die Gemeinschaft der Uniformellen, muss eben auch Opfer erbringen, also sich selbst wider den anderen, das ist die uralte Theorie von der Feindseligkeit, sich Feinde zu erschaffen, wenn einem der Staat zu langweilig ist und Feinde ersehnt werden, um sich zu beblutrünsten. Daher ist es wichtig, die Blutrünstigkeit in eine sozialistische Stärke umzuwandeln, die den Nazi durch den Sozialismus erlöst. Die Linke bietet dieses Vertrauen, den gemeinsamen Geist gegen das Judentum im Nahen Osten „zu kritisieren“.

  7. Entweder man ist gegen Nazis, oder man ist für sie ?
    Ist man auch für Nazis, wenn man im Kampf gegen Rechts nicht den Rechtsstaat opfern will ?
    Wenn man gegen Parteiverbote, Zensur, Onlinedurchsuchungen und Bundestrojaner ist ?

    Oder rechtfertigt der Kampf gegen Rechts jedes Opfer, inklusive der Abschaffung des Rechtsstaates und der Einführung der Zensur ?

    Brauchen wir wieder eine Justiz, die das gesunde Volksempfinden in den Mittelpunkt der Rechtsprechung stellt, statt juristische Prinzipien ?

    Ohne die Verbrechen der Nationalsozialisten des Dritten Reiches und die der Sozialistischen Nationalisten der Deutschesten Demokratischen Republik auf eine Stufe zu stellen:
    Wir muten es auch den Opfer der DDR zu das eine Partei mit Steuergeldern finanziert wird die in ihrem Zentralorgan heute noch den Mauerbau feiert, Grußbotschaften an sozialistische Diktatoren sendet und Kongresse abhält bei denen politisch motivierte Mörder auftreten.

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