So nicht, sagt der Hausverstand

Heute wollte ich beim Billa in der Klagenfurter Koschatstraße ein paar Semmeln und ein bisschen Wurst einkaufen. Ich wartete also, als einziger Kunde übrigens, vor der Feinkostabteilung darauf, bedient zu werden. Doch der Mann hinter der Theke schien mich nicht wahrzunehmen, obwohl er mich eindeutig gesehen hatte. In aller Ruhe schaufelte er Brötchen in den Backofen. Kein „Guten Tag“, kein „Moment bitte, ich bin gleich bei Ihnen“. Nix. „Okay“, dachte ich mir, „der Kollege ist im Brötchenofennachfüllstress, da kann man schon mal auf den Kunden vergessen“. Doch dann ging er seelenruhig hinüber zur Fleischabteilung und fing an, eine Salami aufzuschneiden. Ohne mich auch nur anzusehen. Verblüfft ließ ich mein Semmel- und Wurstvorhaben fallen und schob das Einkaufswagerl in Richtung Kasse. Dort berichtete ich der Kassiererin von der eigenartigen Auffassung von Kundenfreundlichkeit, die ich gerade erlebt hatte. Die junge Frau sah mich mit großen Augen an und zuckte mit den Achseln. Ich ließ das Wagerl stehen und ging.

Liebe Billa-Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter: Ich weiß, dass man euch schlecht bezahlt. Ich weiß, dass das Betriebsklima  bei euch nicht das beste ist. Ich verlange nicht, dass ihr vor mir buckelt und den Diener macht. Ich will bloß ein Mindestmaß an Freundlichkeit und Respekt.

Liebes Billa-Management: Behandelt und bezahlt ihr eure Mitarbeiter so schlecht, dass die ihren Frust an den Kunden weitergeben? Oder bringt ihr den Kolleginnen und Kollegen gar nicht mehr bei, was Service ist? Weil das Zeit kostet und Zeit angeblich Geld ist? Schon mal davon gehört, dass verärgerte Kunden auch zur Konkurrenz gehen können? Oder mangelt es euch einfach nur an jenem „Hausverstand“, mit dem ihr sonst so gerne Werbung macht?

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8 Gedanken zu “So nicht, sagt der Hausverstand

  1. hat der lindwurm vergessen die tarnkappe abzunehmen? ; )
    scherz beiseite, da würde ich mein wagerl mitsamt einkauf auch stehen lassen.

  2. Möglicherweise waren Sie dem Mann einfach nicht sympathisch. Obwohl ich mir das nicht vorstellen kann, wo Sie doch so ein netter Zeitgenosse sind. Aber vielleicht war der Verkäufer ein Rechter. Dann sollten Sie wegen Diskriminierung klagen. 🙂

  3. mir fallen ad hoc mindestens drei weitere billa-fillialen in klagenfurt ein, wo man an der feinkost-theke ähnliches erleben kann. in einer davon reagierte wenigstens die kassiererin auf meine beschwerde mit den worten: „ja, ich weiß! bei dem tempo, das die draufhat, ist die wurst bald wieder lebendiger als sie selber.“

  4. mir fallen in wien einige ein .. aber das wird man so nicht ändern. ich hatte einmal ein problem wo mich der „hans wurst“ anböbelte weil ich die frechheit besaß nach dem Reinigen der grossen Maschine 20 dg von einer Sorte zu verlangen und das um 18 Uhr .. welch eine Anfrage… aber wir haben das mit Hausverstand, Billa und Alter des Mitarbeiters jetzt so geklärt das er entweder geht, wenn ich komme oder läuft um was zu holen wenn ich es will.. d.h. einvernehmlich mit Hausverstand.. Laffer würde sagen: es geht doch ;=)

  5. die nächste gute wurstsemmel gibts beim rotter in der herrengasse, in sichweite vom alten platz. bisschen weit, dafür wird man aber auch bedient und man verzichtet gern auf den supermarkt für sowas feines.

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