Hygienenotstand am Benediktinermarkt und andere Widrigkeiten

Liebe Mitarbeiterinnen und Inhaber/innen der Fleischerei und Imbissbude „Stromberger“ am Klagenfurter Benediktinerplatz: Eure Braten sind köstlich, eure Rindsuppen kräftig und eure Suppeneinlagen ein Gedicht. Trotzdem würde ich bei euch niemals etwas essen. Warum? Nun, ich war heute bei euch im Geschäft und habe ein bisserl zugeschaut, wie ihr mit Lebensmitteln und Hygiene umgeht, und mir verging rasch der Appetit. Da kassierte eine Verkäuferin Geld, um gleich anschließend Semmeln und Teller anzufassen. Eine andere Kollegin hantierte mit Münzen und schaufelte dann mit bloßer Hand Frittaten in eine Suppe. Mehr brauche ich gar nicht zu sehen. Habt ihr schon mal davon gehört, dass sich auf Geldscheinen und Münzen Bakterien und Keime tummeln? Und zwar nicht wenige? Genau genommen ist Geld genauso dreckig wie der Türgriff einer öffentlichen Toilette. Besonders eigenartig fand ich, dass eine Kollegin, die gerade einen Schweinsbraten zerteilte, Handschuhe trug, während die von ihr zerlegten Bratenteile von einer anderen Bedienerin dann wieder mit der bloßen Hand angefasst wurden. Was soll denn das bitte? Das ist ein bisschen so, wie wenn ich ins Puff gehen und es dort einmal mit, einmal ohne Kondom treiben würde, also sinnlos und rein symbolisch. Wer seine Abwehrkräfte trainieren will, ist bei „Stromberger“ genau richtig. Wessen Immunsystem angegriffen ist, sollte einen Bogen um den Laden machen. Zumindest so lange, bis sich dort herumgesprochen hat, was das für eine praktische und gar nicht mal so schwer anwendbare Sache ist, diese Hygiene. Den anderen Kunden schienen die beklagenswerten Sauberkeitsstandards übrigens völlig egal zu sein, aber man darf nicht vergessen: Wir sind in Kärnten, und hier gilt es als unschick, Missstände zu kritisieren. Der Kärntner an sich ist ja überhaupt ein untertäniger Mensch, der sich auch gerne mit Dacia-Taxis kutschieren lässt und dabei ohne zu klagen denselben Preis wie für einen Mercedes bezahlt…

Und du, blondierte Mittvierzigerin in deinem Audi heute auf dem Klagenfurter Südring: Wer hat dir ins Hirn geschissen? Ohne Freisprechanlage telefonieren, gleichzeitig rauchen und dazu noch mit Handschaltung fahren, das ist schon ein bisserl sehr fetzendeppert. Entsprechend schlangenlinienförmig auch die Bahn, die du über zwei Spuren gezogen hast, ohne dem Verkehr vor und hinter dir auch nur einen Lidschlag an Aufmerksamkeit zu widmen. Ja, ich weiß, du bist sicher eine ganz Wichtige, die keine Zeit hat für Kinkerlitzchen wie rechts ran fahren, wenn das Telefon läutet, denn der Anruf konnte mit Sicherheit nicht warten. Und Freisprechanlagen sind ja deiner Ansicht nach für Schattenparker. Worum ging´s denn? Termin im Beautysalon fixieren? Eine Angestellte zusammenscheißen? Den verheirateten Lover überzeugen, doch endlich seine Frau zu verlassen? Ich weiß es nicht, aber wie du da mit der einen Hand telefoniert, mit der anderen geraucht und mit den Ellenbogen gelenkt hast, das war durchaus sehenswert. Doof, unsympathisch, riskant, rücksichtslos, sicher, aber auch faszinierend, wie ein aus einem Verkehrserziehungsfilm entsprungenes abschreckendes Beispiel. Warst du auch noch besoffen? Das hätte die Sache nämlich perfekt gemacht.

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2 Gedanken zu “Hygienenotstand am Benediktinermarkt und andere Widrigkeiten

  1. Na, hier siehst Du wenigstens, was in der „Küche“ abläuft. Es gibt aber Küchen. in die man nicht einsehen kann………..!? Aber wie Du ja schon angedeutet hast: Was uns nicht umbringt, macht uns härter!

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