Väter unser

Sibylle Bergs Definition der Glauberei ist wenig hinzuzufügen: „Religion ist, wenn Männer Frauen unterdrücken“. Das konnte man gerade wieder nahezu exemplarisch an einem Fall aus Marokko sehen. Eine 16-Jährige hat sich dort das Leben genommen, weil sie von einem „Familiengericht“ dazu gezwungen wurde, den Mann zu heiraten, der sie vergewaltigt hatte. Rassistische rechte Idioten werden nun einmal mehr mit ihrem Schmutzfinger  auf „den Islam“ zeigen und dabei wie üblich verschweigen bzw gar nicht erst wissen (wollen), dass andere Religionen Frauen keinen Deut besser behandeln, wenn sie so dürfen, wie sie wollen. Also nicht unbedingt die Religonen als Ganze, aber halt doch deren fanatischere Vertreter und, wenn wir ehrlich sind, deren ideologischer Kern. Ob Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus – in der Praxis waren und sind sie alle frauenfeindlich, je nach gesellschaftlichen Umständen mal mehr, mal weniger, aber eben doch grundsätzlich. Das zu erkennen und zuzugeben mag für gläubige Menschen schwierig sein, ja, aber es ist so. Die Religionen, die derzeit den Planeten heimsuchen, wurden von Männern erdacht, von Männern verbreitet und werden von Männern administriert. „Väter unser“ sozusagen.

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5 Gedanken zu “Väter unser

  1. Rein interessehalber: Gibt es im Judentum nicht eine uralte Tradition, die besagt, dass der Mann dafür sorgen soll, dass auch die Frau auf ihre Kosten kommt?
    Irgendwo habe ich mal etwas in diese Richtung aufgeschnappt.

  2. Ja, das stimmt. Eine Frau kann sich sogar scheiden lassen, wenn der Mann es nicht erfüllt.

    @Berhard, ich halte wenig davon, Religionen grundsätzlich Frauenfeindschaft zu unterstellen. Auch hier muss man immer differenzieren.

  3. Yael@: was „man(n)“ bei dieser oder anderen Religion nicht alles kann oder darf….
    wie schön……
    „Man(n)“ kann sich auch durch einige Wörter selbst von schwersten „Sünden“ befreien…
    Dabei ist ein Mensch nicht mehr wert als eine Kakerlake und kein „Ebenbild“ oder „Meisterwerk“ eines „Schöpfers“……

  4. Das hat nichts mit Religion zu tun, das ist Ausdruck der marokkanischen Kultur. Wir wollen den Marokkanern doch nicht unsere Werte aufdrücken, oder ? 😉

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