„Typisch Judenlobby“

Auch Österreichs Zeitungsleser diskutieren eifrig über Günter Grass. Nun ja, genau genommen wird nicht viel diskutiert, sondern mehr dem kollektiven Hass auf Israel und „die Juden“ gefrönt.

„Krone“:

„Kurier“:

„Die Presse“:

„Der Standard“:

Ach ja, natürlich sind auch die organisierten Nazis ganz außer sich vor Begeisterung darüber, dass Grass ihnen aus dem Herzen geschrieben hat. Zum Beispiel die NPD. Und andere Judenhasser wie die klinisch Verrückten von „Kreuz.net“.

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12 Gedanken zu “„Typisch Judenlobby“

  1. Danke für diese Dokumentation des österreichischen Gemütszustands. Es macht mich immer wieder aufs Neue traurig, wütend und verzweifelt diesen Hass zu sehen, der sich durch alle sozialen und politischen Schichten zieht.

  2. Was diesen braunen Mob nicht interessiert ist, dass es der gerade Iran war, der den ersten Präventiefschlag der Geschichte auf einen vermeintlich zivilen Reaktor durchgeführt hat; den Reaktor Osirak.

    Verlogene Antisemiten!

  3. Man könnte den Verdacht haben, Grass wollte den Antisemitismus-Vorwurf provozieren, damit als Reaktion von der anderen Seite wiederum das Thema „Juden- bzw. Israellobby“ hervorgeholt wird. Auch öffentlich-rechtlich wird mit eingestimmt – http://www.tagesschau.de/kommentar/grass106.html – und idiotischerweise der Friedensnobelpreis für den Prosamüll gefordert. Der Antisemitismus-Vorwurf ist mittlerweile wohl oft zu einem Vorwurf geworden, der den Adressaten noch bestärkt und in den Augen einiger zum Helden der freien Meinungsäußerung stilisiert. Interessant, weil dies – was kaum wundern kann – die Juden und die, die in ihrem Sinne argumentieren möchten, in der Lage zurücklässt, egal mit welcher Reaktion immer nur die Antisemiten noch mehr zu motivieren. So war das schon mal…

  4. Das ist nicht nur Hetze von rechts, die linken sind bezüglich ihres Hasses auf Israel mit den Rechten auf eine Stufe zu stellen.

  5. Der Artikel ist ein wunderbarer Beleg dafür, welcher Gedankensalat in manchen Köpfen herscht.
    Trotzdem würde ich dem keine allzu große Bedeutung beimessen.
    Diese wirre Menschen haben ein weit stärkeres Bedürfniss sich mitzuteilen, als die normale, weit überwiegende Mehrheit.

  6. Danke für die Zusammenstellung.
    Die gesammelten Kommentare machen wir viel mehr Sorgen als das Gedicht vom Herrn Grass. Die Kommentare offenbare erst tiefen, abgründigen Hass auf Israel und dessen Bewohner.

  7. Danke für diese Zusammenfassung.

    Ich beobachte nun seit ca. gut einem Jahr, div. Foren in österreichischen Zeitungen (überwiegend Kurier) und bin baff erstaunt, wie sehr doch noch Antisemitismus, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit in diesem Land herrscht.

    Ich wollte auch schon mal derartige Kommentare sammeln, leider wäre diese in Summe eine Sisyphus-Arbeit.

    Mein einziger Trost respektive Hoffnung ist, dass diese Kommentare nicht repräsentativ für ganz Österreich sind.

  8. @ tom93
    Nur um geschichtlich einiges klarzustellen!
    Am 22.09.1980 überfiel Saddam Hussein mit 9 Divisionen den Irak. Der Versuch der iranischen Luftwaffe am 30.09.1980 den Reaktor in Osirak zu zerstören schlug fehl. Daraus einen Präventivschlag abzuleiten ist m.E. nicht haltbar. Am 07.04.1981 zerstörte die israelische Luftwaffe – diesmal ist es ein Präventivschlag – diesen Reaktor.
    Und nun an alle anderen Poster:
    Gehen Sie einfach einmal davon aus, dass der Mehrheit der von Ihnen hier dargestellten Schreiber der Unterschied zwischen Juden und Israelis auf der einen, der zionistischen Regierung Israels auf der anderen Seite klar ist.
    Deshalb finde ich so allgemeine Bezeichnungen wie „der braune Mob, Antisemitismus, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit “ absolut unangebracht. Sie wehren sich doch auch – und mit Recht – gegen Verallgemeinungen wie „die Juden“!
    Mfg. W.Lampel

  9. Zuerst wollte ich mir diese hässlichen Zeitungskommentare nicht durchlesen, da dabei auch der Hass in mir gegen diese primitiven unbelehrbaren Menschen wächst – ich habe es trotzdem getan, weil ich diesen Zustand
    nicht ignorieren will.

    An dieser Stelle fällt mir auf, welchen Aufwand Sie dabei geleistet haben, all diese Beiträge zu beobachten, zu sammeln und diese dann vor den Lesern Ihres Blogs bloßzustellen. Danke dafür!!

    Paul Lendvai schrieb erst vor Kurzem in einer Kolumne im Standard über den Grass-Text: „Das wirklich Beunruhigende spielt sich in der anonymen Welt der Poster und Leserkommentare ab“ – Und dies haben Sie mit diesem Artikel wieder mal vollends bewiesen!

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