Es war einmal die EU

Die Ratingagenturen Bitch, Poor Standards und Capricious scharren mit den Pferdefüßen, denn sollte Griechenland, was derzeit nicht unwahrscheinlich scheint, aus der Eurozone rausfallen, dürfen sich die verbleibenden Euro-Länder auf einen Abwertungsreigen ihrer Bonität einstellen. Die Union, die nie eine wirkliche war, wird den Bach runtergehen, Nazis und Kommunisten dürfen jubeln, sitzen sie dann doch endlich in ihrem ersehnten „Europa der Vaterländer“, wieder versteckt hinter Grenzbalken und dummstolz auf die „eigene“ Währung. Hotelrezeptionistinnen und Wechselstubenbetreiber freuen sich auch schon darauf, endlich wieder so richtig die Touristen bescheißen zu können und an den Grenzen wird wieder schön schikaniert und aussortiert. Die Glaspaläste der EU-Institutionen werden zu Sozialwohnungen umfunktioniert, was immerhin nicht die schlechteste Variante wäre. Die Deutsche Bank kauft Südeuropa und dessen Bewohner gleich mit, denn wozu in China produzieren wenn man Sklaven vor der Haustür wohnen hat? Und China kauft den Rest. Ungarn marschiert in der Ostslowakei und in Nordrumänien ein, Österreichs mittlerweile faschistische Regierung wünscht dazu gutes Gelingen. Bald ist dann Weltkrieg reloaded und der Kontinent wird hübsch entvölkert. Danach aber wird man feierlich schwören, dass nie wieder Krieg und Faschismus sein sollen und eine Union der europäischen Reststaaten anstreben…

Ernsthaft: Eine Europäische Union, die schon daran scheitert, ein überschuldetes und heruntergewirtschaftetes Mitgliedsland zu retten, verdient es, unterzugehen.

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9 Gedanken zu “Es war einmal die EU

  1. Viele Beiträge in diesem Blog sind klug und durchdacht, aber immer wenn es um die EU geht, liegst du leider oft weit daneben.
    Wir brauchen keine kerneuropäische Union der Reststaaten ebensowenig wie wir die momentane EU brauchen. Wir brauchen wieder eine EG, eine EFTA, ein lockeres Bündnis souveräner und demokratischer Staaten.
    Daß Nazis ein „Europa der Vaterländer“ anstreben ist völliger Unsinn: Hitler wollte damals die Souveränität aller europäischen Staaten in den Boden stampfen und Europa unter deutscher Ägide vereinigen, mit Massenmord und Terror – ein wahrhaft deutsches Europa.
    Ich aber als linker Demokrat stehe für ein Europa der gleichberechtigten Vaterländer, die miteinander kooperieren und Handel treiben und eigene Währungen haben – so ein Europa würde es Deutschland unmöglich machen, die Wirtschaften der Mittelmeerländer per Euro totzukonkurrieren.
    Außerdem könnte man in so einem Europa (wie in der EG vor 1992) durchaus eine Zollunion verwirklichen und Grenzkontrollen abschaffen – dazu braucht es keine EU. Ein Rückbau der EU in ein lockeres Bündnis heißt nicht wieder Grenzkontrollen einzuführen: Die Schweiz und Liechtenstein haben schon seit 1923 eine Zollunion mit freiem Grenzübertritt und heute gibt es sogar eine zwischen Rußland, Weißrußland und Kasachstan – dann wird das zwischen volldemokratischen Ländern ja auch kein Problem sein!
    Umtauschen kann man übrigens nicht nur in Wechselstuben, sondern auch in Banken, wo keine Gebühren anfallen. Ich mache das bei Reisen nach Dänemark immer so und Kronen in der Hand zu halten ist weitaus schöner als das Großmachtgeld der D€utschen Europabeglücker.
    Da ich dein Blog in vielen Fragen schätze verstehe ich nicht wieso du als Demokrat gegen die Souveränität und freie Kooperation der europäischen Länder bist: Was ist also so schlecht an einer eigenen Währung? Man muß darauf nicht stolz sein – im Gegenteil: Es sollte für einen demokratischen unabhängigen Staat eine Selbstverständlichkeit sein, eine eigene Währung zu haben. Und: Geht es den Staaten mit eigenen Währung wie Dänemark, Schweden, Norwegen, Tschechien und Polen nicht wirtschaftlich deutlich besser als den Mittelmeerländern mit Euro? Polen erlebt grade (trotz aller Probleme) einen Wirtschaftsaufschwung.
    Also müssen wir zurück zu einem Europa demokratischer unabhängiger Staaten – und darin wird möglicherweise die Freundschaft zwischen den europäischen Ländern viel besser gedeheihen, als in der Euro-Zone, denn der Euro hat Europa gespalten und nicht zusammengeführt.

  2. Dieser Artikel beschäftigt sich leider nur mit den Symptomen und nicht mit der „Krankheit“ selbst…..

  3. „For a long time there was this unspoken appeal. You had to sign the cheques because of historical obligation. We heard from a couple of speakers now. We don’t want to return to nasty history. My friends, it has to remain unspoken because the moment you vocalice it its utter absurdity becomes apparent. When you spell it out, „We have to give money to the Greek government because otherwise we might find ourselves at war with Poland“ you realize what a risible proposition that is!“

    Ohne den Euro wäre es übrigens niemals zu dieser Schuldenkrise in Griechenland gekommen. Hätten die Griechen ihre Drachme behalten, wäre die einfach abgewertet worden, was die Importe verteuert und die Exporte verbilligt hätte. Die griechische Wirtschaft wäre so konkurrenzfähig geblieben.

    Weil wir aber stattdessen eine gemeinsame Währung haben, die angeblich den Frieden sichert, war dieser Ausgleich über die Wechselkurse nicht mehr möglich. Eine wirtschaftliche Konvergenz, wie sie eigentlich die Voraussetzung der Währungsunion hätte sein sollen, ist (was für eine Überraschung) nie eingetreten. Die unausweichliche Folge: ein wirtschaftliches Auseinanderdriften und zunehmende Ungleichgewichte in den Außenhandelssalden, da für die einen Mitglieder der Währungsunion der Euro überbewertet, für die anderen unterbewertet ist.

    Selbstverständlich musste die EU daran scheitern, das überschuldete und heruntergewirtschaftete Griechenland zu retten – genauso wie auch jeder Schnapsladen daran scheitern muss, einen Säufer von seinem Alkoholismus zu befreien.

  4. @Lodovico: Schon, aber rate mal, wer die Politiker dazu gedrängt hat, den Griechen ( und anderen) endlich Hartwährung in die Hände zu drücken, damit sie all die schönen Autos aus Germania kaufen können!

  5. Was soll dieses starrsinnige Beharren auf „die Deutschen sind schuld“? Letztlich haben sie ihren eigenen (vielgeschmähten) Export selbst finanziert und das mehrfach. Und der Markt als solcher dürfte in Griechenland trotz 2 Mio. mehr Einwohnern dennoch kleiner sein, als der österreichische. Kinkerlitzchen, wenn man sich die Exportzahlen nach China und Indien ansieht.

    Und dass der Eintritt in die Währungsunion (mit Hilfe des honorigen Hrn. Soros) nur auf betrügerische Art möglich war, weiß mittlerweile auch schon jeder.

    Außerdem ist es auch nicht wahr, dass Deutschland vom Euro profitiert hätte, wie uns die Eurofans dauernd einreden wollen. Uns Österreichern übrigens auch. Hat sich noch niemand überlegt, dass es überhaupt keine Vergleichsdaten gibt – nicht geben kann, da man die Dynamik der Wirtschaft nicht willkürlich mit einem Zeitraum aus der Vergangenheit vergleichen kann.

    Im übrigen teile ich die Ansicht, dass die Europäer mittlerweile reif genug sind, auch ohne künstliche politische Konstruktionen ein friedliches Miteinander zu leben und auch die nötige Solidarität aufbringen würden. Denn gerade die Tyrannei der EU und des Euro haben die Gräben erst aufgerissen. Und die EU-Eliten haben durch Einlaß eines wild gewordenen Finanzsystems schweres Unrecht an den Menschen begangen, wofür sie nach dem Mafiaparagraphen zur Rechenschaft gezogen werden müssten.

  6. Nur eine Frage: Was ist das Problem bei Pat Condell? Ich finde er vertritt nicht nur zum Euro, sondern auch zu Israel eine vernünftige Position.
    Er ist doch einer der wenigen, die sich für eine Solidarität mit Israel einsetzen und zeigen wie bedroht dieses Land ist. Auch ist er islamismus-kritisch und setzt sich für Frauenrechte ein.
    Man muß seine Positionen nicht gut finden, aber man sollte doch kritisch über sie diskutieren. Er ist libertär und freiheitsliebend und vertritt keine extremistischen oder indiskutablen Positionen. Wenn einige seiner Positionen kritikwürdig sind, sollte man sei frei diskutieren können. Mich interessiert nur, was du so extrem problematisch an Pats videos findest? Daß politische Positionen oft emitional und leidenschaftlich vertreten werden ist ja kein geheimnis

  7. Da muß ich dich korrigieren. Pat Condell hatte zum Zeitpunkt des Videos eine eher neutralistische Position, ist jetzt aber eindeutig proisraelisch geworden. Das siehst du an den Videos: The great Palestinian Lie, Useful Idiots for Palestine und Israel and the United Nations. Es ist kaum möglich proisraelischer zu sein als Condell und das ist auch gut so!
    Pat Condell hat früher den Atheismus so in den Vordergrund gestellt, daß er es ablehnte, daß die Israelis Jerusalem aus religiösen Gründen halten wollen, er ist aber jetzt zu dem richtigen Entschluß gekommen, daß sie es aus politischen Gründen halten müssen, denn es ist ihre Stadt.

    Außerdem warb er nicht BNP zu wählen, sondern UKIP. die UKIP ist eine anti-rasisstische, souveränistische Anti-EU-Partei. Die rassistische BNP hat er in vielen seiner Videos richtigerweise als hetzerische Rassistenpartei denunziert, mit der er nichts zu tun haben will.

    Schau dir mal die neuesten Videos zum Thema Israel an, er trifft wirklich den Nagel auf den Kopf, indem er die Bedrohungssituation Israels und den Verrat vieler Linker an Israrel deutlich skizziert.

    Wieso also seine Videos bannen? Seine EU-Kritik muß man nicht teilen, kann sie aber kritisch diskutieren. Und in GB sind sowieso viele EU-Kritiker Freunde Israels, weil sie für die Verteidigung der Volkssouveränität und der Unabhängkeit einstehen.

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