Haiders rote Helferlein

Jetzt, da endlich herauskommt, was Interessierte immer schon wussten, dass nämlich Jörg Haider nichts anderes als ein Steuergelder klauender Krimineller war, sollte man nicht nur nach Neuwahlen in Kärnten rufen, sondern sich auch daran erinnern, warum dieser Gauner so lange und so ungestört schalten und walten konnte. Das lag nicht nur an den Haider-Komplizen und Steigbügelhaltern aus der ÖVP. Nicht nur an den viel zu lange wegschauenden Medien und Staatsanwälten. Eine sehr unrühmliche Rolle spielte dabei auch die Kärntner SPÖ. In deren Reihen hatte es nämlich schon immer eine Fraktion gegeben, die auf Teufel komm raus mit Haider zusammenarbeiten wollte, sogar in Koalitionsform. Dazu kam es dann leider auch.

Ein besonders eilfertiger Befürworter des Verrates aller sozialdemokratischer Grundsätze war der SP-Bürgermeister von St.Veit an der Glan, Gerhard Mock. Ich zitiere da mal einen alten „profil“-Artikel:  Dem neuen starken Mann in der Kärntner SPÖ, dem St. Veiter Bürgermeister Gerhard Mock, hatte Ambrozy freie Hand gegeben, damit er bei Haider vorab günstige Bedingungen für einen Koalitionspakt zwischen Sozialdemokraten und Freiheitlichen herausschlage. Ambrozy und Mock waren schon in den Tagen vor der Chianti-Nacht in Telefonkontakt mit Jörg Haider gewesen, um die Eckpunkte der künftigen Zusammenarbeit auszuloten. (…) Gerhard Mock war es zu verdanken, dass die Sozialdemokraten mit der FPÖ noch in jener Freitagnacht handelseins wurden. Mock zu profil: „Dies war der Wunsch vieler Bürgermeister und Funktionäre. Das ist eine Chance für Kärnten – und auch für beide Parteien.“ Außerdem habe man gut verhandelt. Die Kritik daran, vor allem jene von Wiens Bürgermeister Michael Häupl, verstehe er nicht.

Und aus „news“Der Wolfsberger Bürgermeister Gerhard Seifried und Arbeiterkammer- Direktor Erwein Paska seien „keine unbedeutenden Leute, die diesen Weg vorsehen“. Die beiden SP-Funktionäre machen sich dafür stark, dass Haider Landeshauptmann wird, wenn die Freiheitlichen Nummer eins sind. (…) Schützenhilfe bekam Haider am Samstag auch vom St. Veiter SPÖ-Bürgermeister Gerhard Mock. „Die Idee, dass die stimmenstärkste Partei den Landeshauptmann stellt, ist eine gute“, so Mock. „Man muss den Mut haben zu sagen, das ist er, wer immer es auch ist.“

Die Herren Mock und Seifried hatten lange und systematisch die Oppositionsarbeit gegen das System Haider hintertrieben. Seifried drückte 1999 seine Hoffnung aus, dass „uns Haider noch lange erhalten bleibt“, da er in Haider „einen Ansprechpartner gefunden“ habe. Und Mock lobte Haiders pseudosoziale Wahlzuckerln: „Sollte Haiders Kinderscheck finanzierbar sein, bin ich dafür“. Sieht man sich vor allem die Politik Mocks, die er in St-Veit betreibt, genauer an, wird rasch deutlich, warum er an Haider so einen Narren gefressen hatte: Die beiden Herrschaften pflegten einen ähnlich lässigen Umgang mit Regeln und Gesetzen und Steuergeld und waren beide anfällig dafür, in sinnlose Prestigeprojekte zu investieren. Was für Haider das Klagenfurter Fußballstadion war, das jetzt als völlig überdimensioniertes Denkmal blauer Geldvernichtung in der Landschaft steht, das waren für Mock seine Hotelbauten. Er ließ gleich zwei große Hotels errichten für seine 12.000-Einwohner-Stadt, eines gar vom Künstler Ernst Fuchs gestaltet. Alle Kritiker, die von Anfang an darauf hingewiesen hatten, dass sich das niemals rechnen würde, kanzelte er ab. Es kam natürlich genau so, wie es die Kritiker vorausgesagt hatten. Der „Fuchs-Palast“ ist ein Fass ohne Boden, das auch ständig wechselnde Pächter nicht schließen können, und das zweite Hotel schreibt auch keine schwarzen Zahlen. Außerdem war dieser Hotelbau eng mit Geldfüssen aus der Hypo verknüpft. Und eine weitere Verbindung zum blau-orangen Korruptionssumpf besteht: Auch in St.Veit tauchten dubiose russische „Investoren“ auf, die kurz darauf die österreichsche Staatsbürgerschaft verliehen bekamen. Part of the game halt. Den Hypo-Verkauf an die Bayern, der jetzt die Gerichte in München und Klagenfurt heiß laufen lässt, lobte Mock ausdrücklich.

Gerhard Seifried wiederum fiel den roten Kritikern der kriminellen Haider-Bande immer wieder in den RückenDer schon oft als innerparteilicher Kritiker auf den Plan getretene Wolfsberger SPÖ-Bgm. Gerhard Seifried sorgt wieder für Aufregung. Im Gegensatz zur Parteilinie lobt er den Verkauf von Hypo-Landesanteilen an die Bayerische Landesbank. (…) In einem Interview in der Sonntagsausgabe der „Kärntner Woche“ sagte Seifried: „Alle, die jetzt auf Haider hinhacken, sollten in sich gehen und sich fragen, ob sie in der gleichen Situation nicht das Gleiche getan hätten“. (…) Auf die Frage nach der politischen Zukunft Haiders meint Seifried, die jüngst geglückten Fälle von Fußball bis Hypo seien für ihn wie eine extreme Sauerstoffzufuhr, woraus er neue Kraft schöpfe. Seifried: „Er ist ein politisches Tier, das sich permanent neu erfindet.“ Ausgerechnet mittem im Wahlkampf hatte Seifried damals gemeinsam mit Haider eine „Wirtschaftsplattform“ ins Leben gerufen. Haider erwiderte Seifrieds Buhlen und nannte ihn einen „tüchtigen Burschen“, der „ok“ sei.

„Geglückte Fälle“ Hypo und Fußball! Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen!

Der dritte Gerhard in der Kärntner SPÖ, der Spittaler Bürgermeister Gerhard Köfer, machte sich 2004 ebenfalls für die Kür Haiders zum Landeshauptmann starkJörg Haider habe wesentlichen Anteil am Wahlerfolg der FPÖ, meint auch der Bürgermeister von Spittal an der Drau, Gerhard Köfer. Diesen Erfolg gelte es jetzt auch anzuerkennen: „Ob man will oder nicht. Das ist einfach eine Sache des Charakters und der Moral.“ Köfer, der 2001 einen „Big-Brother-Award“ für seine Schnapsidee verliehen bekam, ein Kopfgeld auf Drogendealer auszumahnen, hat sich ansonsten zwar nicht als einer der obersten Kriecher in Haiders Schleimspur hervorgetan, er tat aber auch wenig gegen das System Haider. Vermutlich war er zu sehr damit beschäftigt, esoterischen Quatsch unters Volk zu bringen.

Das sind nur die prominentesten Fälle von roten Mitläufern und Mitschuldigen an dem kriminellen Sumpf, den Haider und seine Bande eben nur deswegen anlegen konnten, weil jene Partei, die noch am ehesten eine wirkungsvolle Oppositionsarbeit machen hätte können und müssen, dazu teils nicht fähig, teils aber auch gar nicht willens war. Wenn die Aufarbeitung der unseligen FPÖ/BZÖ-Herrschaft in Kärnten beginnt, wird man auch gewisse Sozialdemokraten nicht von ihrer Mitverantwortung freisprechen können.

Trotzdem ist es natürlich ungeheuerlich, wenn die Blauen jetzt die „Haltet-den-Dieb“-Taktik probieren, indem sie den derzeitigen SPÖ-Chef Peter Kaiser anzeigen. Ebenso ungeheuerlich sind jene Relativierer, die derzeit im Auftrag der FPK(Ö) unterwegs sind und herumposaunen, dass ja „eh alle Dreck am Stecken“ hätten. Nein, solche Schweinereien, wie sie jetzt gerichtskundig werden, hat sich die Kärntner SPÖ nie geleistet. Und die Grünen schon gar nicht.

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4 Gedanken zu “Haiders rote Helferlein

  1. You know: Ein Gerhard wurde 2001 wegen Verleumdung rechtskräftig verurteilt. ÖS 84.000,- Geldstrafe und 5 Monate bedingt.

  2. Quo usque tandem …

    Wie lange noch kann sich ein Haufen Polit-Desparados diese Lächerlichkeit noch leisten?
    Wie lange noch werden sich die Kärntner am FPK-Nasenring noch als Dodl’n vorführen lassen??
    Wie lange noch sollen Korruption, Mißwirtschaft, Verhöhnung und Mißachtung von Demokratie und Rechtsstaat UNBESTRAFT bleiben???
    Wie lange noch will dieses Kärnten als „Griechenland Österreichs“ dastehen????
    Da hilft 2013 nur mehr eines:

    Lassen wir uns nicht für blöd verkaufen, unsere Antwort kann nur heißen:
    ABWAHL aller korruptionsbelasteten Parteien 2013!

    Wahlverweigerung oder ungültig wählen zementiert nur die üblen Zustände.

    “Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.” Mahatma Gandhi

    ==> http://www.korruption-abwahl-jetzt.at <==

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