Was jungen Männern nicht schadet…

„Also ein paar Monate Zivildienst oder Bundesheer tun den jungen Männern sicher gut“, meint Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, eine anerkannte Expertin in Sachen Jungmänner-Wellness, zur aktuellen Debatte, ob Österreich ein Berufsheer einführen oder doch bei der Wehrpflicht bleiben solle. Und ja, da muss man der, hüstel, „Sozialdemokratin“ natürlich jubelnd zustimmen, denn was könnte jungen Männern eine bessere Lebensschule sein, als monatelang von Unteroffizierern mit dem IQ eines Grottenolms herumkommandiert, mit 50 Jahre alten Schießprügeln durch das Unterholz gescheucht zu werden und zu lernen, dass korrekt gemachte Betten zumindest gleich wichtig für das Gewinnen eines Krieges sind wie Kampftrinken und der Kadavergehorsam, dessen Einübung der einzige Sinn und Zweck eines Wehrdienstes ist? Wehrdienst ist übrigens eine beschönigende Bezeichnung für das, was ein Soldat lernt, nämlich Menschen umzubringen, und war es nicht schon immer der Sozialdemokratie höchstes Ziel, Arbeiterkinder gegen andere Arbeiterkinder in einen Krieg zu schicken, in dem beide Seiten für die Interessen ihrer Ausbeuter kämpfen und sich gegenseitig totschießen? Was, Friedrich Adler und Jean Jaurès würden dem widersprechen? Egal, erstens kennt Frau Burgstaller diese Namen wohl gar nicht, und zweitens ist ihr das alles sicher ohnehin zu theoretisch. Sie musste halt mal wieder einen Biertischsager loslassen, der verdammt ähnlich klingt, wie das Gewäsch ihres blauen Kärntner Amtskollegen Gerhard Dörfler („Sechs Monate für den Frieden, die Sicherheit oder den Katastrophenschutz zu dienen, ist vertretbar. Eine gut ausgebildete Jugend ist wichtig und eine kollektive Disziplin schadet jungen Menschen nicht“). Genau genommen ist Burgstallers Wortwahl sogar reaktionärer als der Dörfler-Sprech, denn sie spricht explizit von „jungen Männern“. Wäre sie eine Sozialdemokratin und würde sie mit validen Argumenten, die es übrigens gibt, für die Beibehaltung der Wehrpflicht eintreten, so hätte sie junge Frauen nicht diskriminierend außen vor gelassen. Es gibt ja durchaus welche, die Soldatinnen werden wollen. Burgstaller aber scheint in einer weltanschaulichen Zeitblase aus der Vergangenheit zu leben, in der Männer mit der Knarre dienen und Frauen am Herd. Oder sie hat was gegen Männer und möchte daher deren Benachteiligung gegenüber Frauen beibehalten. Der junge Mann muss Schütze Arsch spielen oder Zivildienst absolvieren, die junge Frau nicht, so der Stand der Dinge in Österreich. Auch das hat, wie das Geschwafel vom ach so unschädlichen Wehrdienst, nichts mit sozialdemokratischen Werten zu tun, sondern ist ein Relikt vergangener patriachaler Gesellschaftsauffassungen.

 

 

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3 Gedanken zu “Was jungen Männern nicht schadet…

  1. Es gab in Deutschland sogar einen Vergewaltigungsfall, wo ein Ausbildner die Neuen erstmal schön geraped hat, dass sollte man dem Pack immer gegen halten.

  2. NaJa. Wenn die Leichen sich erheben und in eine Richtung marschieren nachdem sie sich Dynamit und Gewehre besorgt haben müssen sie auch damit umgehen können.

    Counterstrike, World of Warcrat und andere Killerspiele reichen dazu – anders als es sogenannte Experten behaupten – nicht aus.
    Eine militärische Ausbildung der Jugend sollte also für jeden der von dieser Art von Weltverbesserung träumt ein notwendiges Übel sein.

    Ausserdem müssen die Jungen Leute doch irgendwo das Saufen lernen – schließlich geht nicht jeder Studieren. 😉

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