Ein Vorwahlgedanke

Sozial ist für die ÖVP, wenn Arbeitslose für eine Suppe und eine Scheibe Speck beim Bauern als Knechte arbeiten dürfen. Und christlich ist für die ÖVP, wenn der Bauer die Knechte nur einmal pro Woche verprügelt statt täglich. Es tut mir ja sehr leid, liebe ÖVP-Wählerinnen, aber das ist das Substrat, das als Definition von „christlich-sozial“ übrig bleibt, wenn man die politischen Aktionen und Wortmeldungen von seiten der Volkspartei zusammentut und das Sonntagsgredengewäsch weglässt. Wenn jemand Häuschen, Auto und allen anderen Besitz verkaufen muss, um in den Genuss der sogenannten Mindestsicherung zu kommen, die vielleicht und mit viel Glück das physische Überleben und sonst gar nichts sichert, dann ist das für die ÖVP eine „Hängematte“. Dieselbe ÖVP schlug auch vor, Invaliditätsrentnern den Füherschein wegzunehmen. Allein diese Beispiele zeigen schon, welch eine furchtbare Welt- und Menschensicht in den Kreisen dieser Partei vorherrscht, wo man Mitmenschen ausschließlich als Sozialschmarotzer wahrnehmen kann, die man bestraft wissen will. Das ist natürlich nicht auf die ÖVP beschränkt, denn auch die derzeitige österreichische Sozialdemokratie, die solch menschliche Stilblüten wie den Invalidenrentenabschaffer Rudolf Hundstorfer hervorgebracht hat, ist kaum anders, und von der FPÖ, deren Parteigänger sich voll und ganz dem Hass auf alles, was nicht autoritär und weiß ist, verschrieben haben, oder von den Grünen, die sich als Besserverdienerpartei zwischen Besserverdienerparteien etabliert haben, will ich hier gar nicht erst anfangen. Österreich leistet sich zur Zeit vor allem bei den Regierungsparteien SPÖ und ÖVP, aber nicht nur bei denen, ein grotesk schlechtes politisches Personal, das hauptsächlich aus Soziopathen ohne Gewissen besteht. Ein zu hartes Urteil? Nicht, wenn man deren Taten und vor allem auch deren öffentliche Auftritte aufmerksam beobachtet. Zu lügen ist für diese Leute so selbstverständlich geworden, dass sie nicht einmal dann die Wahrheit sagen, wenn gar kein Anlass bestünde zu flunkern. Und in Situationen, in denen schon geheucheltes Mitgefühl besser wäre als gar keines, sind sie völlig überfordert, weil sie nicht einmal theoretisch wissen, was Empathie ist, geschweigen in der Lage sind, sie zu empfinden. Die politische Szene in diesem Land ist ein einziger großer Arschlochclub voller prinzipienloser Karrieristen, Menschenhassern, Sadisten und Zivilversagern. Und weil das so ist, haben sich als „Alternative“ dazu neue Parteien voller Karrieristen, Menschenhassern, Sadisten und Zivilversagern gegründet. So ist die Ausgangslage vor den Nationalratswahlen im Herbst. Ich verstehe jeden, der bei so einem Angebot auf seine demokratischen Rechte verzichtet. 

Veröffentlicht von

lindwurm

Der Lindwurm aus Klagenfurt

2 Gedanken zu „Ein Vorwahlgedanke“

  1. „… politisches Personal, das hauptsächlich …“
    „die politische Szene …“

    Das ist doch die Lindwurm-Variante der üblichen Stammtisch-Suderei.
    Soll das suggerieren, dass politisch tätige Menschen in Österreich – auch Lindwurm war/ist ein solcher – irgendeine weitere gemeinsamkeit hätten?
    Ein Dönmez und ein Strache, oder ein Kurz und ein Stöger zählen zu einer bestimmten „Szene“?

    Wann und wo gab oder gibt es denn „besseres“ politisches Personal?
    Und die Reaktion darauf soll ein antidemokratisches Nichtwählen sein?

  2. Nicht „Die politisch Tätigen“, sondern die Spitzenpolitikerinnen, sozusagen das beste Angebot, dass die uns machen. Es gibt in diesem land schons ehr gute Menschen in der Politik, aber die kommen normalerweise nicht nach (ganz) oben. .

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