Facebooksperre für Strache? Nicht gut

Immer wenn FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache den Mund aufmacht weiß ich, dass da gleich was rauskommen wird, das ich ablehne, dass er eine Meinung vertreten wird, die ich nicht teile, oder dass er schlicht Unsinn plappern wird. Der liegt ja meist sogar dann faktisch und moralisch falsch, wenn er nur über das Wetter redet. Dennoch finde ich die 3o-tägige Sperre, die Facebok nun gegen Strache (laut Strache) verhängt hat, nicht gut oder  bejubelnswert. Der Sperre haftet ein Ruch von Willkür an, denn eine Begründung liefert Facebook für seinen Schritt nicht. Wäre Strache gesperrt worden, als er eine antisemitische Karikatur postete, hätte ich das begrüßt und verstanden, aber darauf bezieht sich Facebook nicht. Straches Facebookprofil wurde wohl so häufig als „anstößig“ oder „beleidigend“ oder „verhetzend“ gemeldet, dass die Firma mal auf gut Glück die Notbremse gezogen hat. Und das ist problematisch, denn es kommen hier keine gesetzlichen oder wissenschaftlichen Standards zur Anwendung, sondern Privatmeinungen von Usern und die Privatmeinung von Facebook. Das ist natürlich Facebooks gutes Recht als Hausherr, so wie es mein Recht hier auf diesem Blog ist, Leserkommentare, die mir nicht behagen, zu löschen, aber es ist eben auch eine Erinnerung daran, dass Facebook mit echter Meinungsfreiheit nicht allzu viel zu tun hat, sondern ein Unternehmen ist, das jederzeit jeden daran hindern kann, am Austausch auf dieser Plattform teilzunehmen, ohne das näher begründen zu müssen. Heute trifft es den Strache, morgen vielleicht einen seiner Kritiker. Darin sehe ich keinen Grund zum Feiern.

ps: Dass Strache „vermutet, seine Kritik am US-Spionage-Skandal sei der Auslöser für die Sperre gewesen“, zeugt mal wieder prächtig von einer hübschen Mischung aus Größenwahn und Publikumsverarschung und bringt uns zum Eingang dieses Blogbeitrages. Immer, wenn der den Mund aufmacht, kommt was Blödes.

Veröffentlicht von

lindwurm

Der Lindwurm aus Klagenfurt

3 Gedanken zu „Facebooksperre für Strache? Nicht gut“

  1. Ja Bernh., so muß man das wohl leider sehen:
    “ …dass Facebook mit echter Meinungsfreiheit nicht allzu viel zu tun hat, sondern ein Unternehmen ist, das jederzeit jeden daran hindern kann, am Austausch auf dieser Plattform teilzunehmen, ohne das näher begründen zu müssen. Heute trifft es den Strache, morgen vielleicht einen seiner Kritiker. Darin sehe ich keinen Grund zum Feiern.“
    Auch: facebook zeigt (sein wahres) face nun in seinem book

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