Danke für den Fisch

Der Lindwurm hat gut lachen, denn der Lindwurm hat wieder alle Zähne im Maul. Und das verdankt er auch jenen großartigen Menschen, die ihn mit einer Spende unterstützt haben. „Aber was, der hat das Geld sicher zum Brandweiner getragen“, höre ich manchen schon sagen. Nix! Wer dem Lindwurm spendet, tut wahrhaft Gutes, das gespendete Geld kommt dort an, wo es ankommen soll, in Lindwurms Gebiss nämlich, und das kann ich beweisen.

rechnung

Ihr seht, verehrenswerte Leserinnen und Leser, Spenderinnen und Spender: Ich bin vertrauenswürdig, ich habe mir keinen Ferrari mit Eurer Kohle gekauft. Ich danke allen, die was gaben, noch einmal herzlich, und weil ich jetzt wieder pleite bin, möchte ich niemanden, der noch in den virtuellen Klingelbeutel einzahlen möchte, mit Gewalt davon abhalten.

Dass ich mir den neuen Zahnersatz teilweise mit Zuwendungen meiner Leser finanzieren konnte, ist ein schönes Gefühl, eine Bestätigung dafür, dass dieser Blog nicht völlig sinnlos ist, dass manche ihn lesen und manche das Gelesene sogar ernst nehmen. Ich weiß, dass ich es dem Publikum nicht gerade sehr leicht und angenehm mache. Es gibt hier nur selten was zu lachen, keine süßen Katzenfotos, keine Kochrezepte. Der Blog ist islamkritisch aber nicht islamophob, links aber nicht parteipolitisch, fortschrittlich aber nicht kommunistisch, liberal aber nicht (sonderlich) wirtschaftsliberal, psychiatriekritisch aber nicht antipsychiatrisch, mit Israel solidarisch aber nicht blind in Israel vernarrt, kritisch und manchmal auch theoretisch aber nicht antideutsch. Nichts und niemand ist hier sakrosankt, keine Religion, kein Staat, keine Partei, keine Ideologie. Ich denke, dass alles und jeder kritisch hinterfragt werden sollte, immer wieder auf´s Neue, dass das Leben ein einziger langer Lernprozess ist und dass am Ende doch das übrig bleibt, was schon kreative Menschen in Wien einst postulierten: Für leiwand, gegen oasch. Darüber, was nun leiwand sei und was oasch, lässt sich gut streiten, aber ich denke doch, dass es da ein paar Basics gibt, von denen ich niemals abweichen werde: Das Eintreten für ein Leben in Würde für jeden Menschen und für die Einhaltung der Menschenrechte; die Achtung vor der persönlichen Freiheit des Individuums; der Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Misogynie und Homophobie; das Auftreten gegen die Anmaßungen von Weltbeherrschungsfantasien, seien diese religiöser oder ideologischer Natur; und generell das Hinterfragen von Autorität. Ich hätte es mir einfacher machen  und zum Beispiel mein eigenes Leben und meine eigenen Probleme nie thematisieren können. Ich hätte hinter einem Pseudonym versteckt und ohne Impressum hübsch klugscheißen können, bis sich sich Balken der Blogosphäre biegen, aber das wäre dann nicht der Lindwurm, wie er sein soll. Der soll nämlich durchaus auch mal persönlich sein, der soll auch zeigen, dass da ein Mensch hinter den Texten steckt und kein allwissender Übertyp.

In diesem Sinne und falls ihr vorher nix mehr von mir lest: Danke fürs Lesen, danke fürs Spenden. Angenehme Feiertage und einen guten Rutsch ins Jahr 2014. 

Veröffentlicht von

lindwurm

Der Lindwurm aus Klagenfurt

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