Exponiert Euch!

2013 war das Jahr der großen Paranoia. Der ehemalige Berufsspitzel Edward Snowden verkündete, was jeder wissen konnte, der nicht vor 25 Jahren auf einer unbewohnten Insel ohne Kommunikationsmittel gestrandet war, und wurde dafür als größter Aufklärer seit mindestens Immanuel Kant gefeiert. Eine höchst bemerkenswerte Allianz, die von „BILD“ zur „Zeit“, von unorthodoxen Linken zu den Rest-KPs, von Flüchtlingshelfern zu Polizeigewerkschaften, von den Grünen zu H.C. Strache, von Sozialdemokraten zu Katholiken, von Freigeistern zu den Kirchen, von jungen Bobo-Bürgerlichen zu deren rechtskonservativen Eltern, von Leitartikvollkotzern zu Feuilletonschönschreibern, von Facebookuserinnen zu den Piraten, von Unterschriftstellern zu Kulturschaffenden, von Muslimen zu Islamophobikern, von der Tea-Party zu manchen Demokraten, von CSU-Wählerinnen zu den Nazis und von den Nazis zu Jürgen Elsässer reichte, gab sich furchtbar empört darüber, dass Geheimdienste tun, was diese schon immer taten: Freund und Feind aushorchen, Industriegeheimnissen hinterherschnüffeln, mit gefälschten oder auch richtigen Informationen und durch deren gezielte Veröffentlichung Einfluss nehmen, Handelsabkommen befördern oder hintertreiben, reale Kriege  vorbereiteten oder verhindern und so weiter und so fort. Spionagekram as usual. Weshalb also die große Aufregung? Weil sich jeder ein bisserl zu wichtig nimmt und befürchtet, die NSA würde es gerade auf ihn abgesehen haben und ihm durch die Webcam beim Wichsen zuschauen? Weil das von Angela Merkel so putzig benamste “Neuland” vielen doch neuer und daher unheimlicher ist, als man dachte? Weil wir mit den Füßen aufstampfen und schreien: “Wanzen sind ja okay, aber beim E-mail hört der Spaß auf”? Oder geht es, einmal mehr, bloß darum, dass wir es nicht mögen, wenn sich der mächtigste Staat dieser Welt auch als solcher aufführt? Mir persönlich ist die NSA nicht unangenehmer als ihr russischer/chinesischer/deutscher/französischer Gegenpart. Sie alle spielen ihre Machtspiele und sie alle möchten dabei im Dunkeln bleiben. Wir wollten das ja, sonst hätten wir die entsprechenden Politikerinnen nicht gewählt, sonst hätten wir mal Schluss gemacht mit der Herrschaft, die immer gierig ist nach Informationen über jene, über die sie herrscht. Ich weiß, dass es arrogant klingt, aber keine einzige von Snowdens „Enthüllungen“ hat mich überrascht oder schockiert. Die, die herrschen, haben immer schon die neuste Technik zur Absicherung ihrer Herrschaft eingesetzt und sie haben schon immer behauptet, dies diene allein dem Wohl der Beherrschten.

Freilich ist die Fratze des Überwachungsstaates hässlich, und sie erscheint umso hässlicher, je genauer man hinsieht, wer im Fokus der Schnüffeleien steht. Dazu sollte man natürlich frei sein von der gelenkten Hysterie, die zu der eingangs erwähnten dummen Volksgemeinschaft gegen die „Amis“ führt, frei auch von der mittlerweile zur Epidemie gewordenen Blindheit gegen wirkliche Machtverhältnisse und frei vom  massenpsycholgischen Stockholmsyndrom, das den Fließbandarbeiter und die Krankenpflegerin dazu treibt, Angela Merkel und BMW zu bemitleiden, weil die von ihren amerikanischen Gegenstücken ausspioniert werden. Es sind trotz gegenteiliger Berichterstattung nicht die ökonomischen Eliten, denen die Überwachung so richtig den Tag versauen kann, sondern die Armen und von Armut Gefährdeten. Deren Daten werden abgeglichen und darauf hin analysiert, ob so ein Bezieher von Mindestsicherung oder Hartz IV nicht vielleicht irgendwo einen Euro zuviel hat, für dessen Besitz oder Erwerb man ihm die Leistungen streichen könnte. Krankenkassen, Grundbuchämter, Finanzämter, die Jugendwohlfahrt, Arbeitsämter, Ärzte und Krankenhäuser usw. werden so engmaschig miteinander vernetzt, dass kein „Sozialbetrüger“ mehr entkommen kann  („Sozialbetrüger“, darauf haben sich Europas Gesellschaften verständigt, ist der Bedürftige, der um einen Betrag von 20 Euro über irgendwelchen Regelsätzen liegt und dies nicht den Ämtern meldet, nicht aber der Industrielle, der Milliardenförderungen bezieht, faktisch keine Steuern zahlt und trotz steigender Gewinne Massenentlassungen veranlasst). Überwacht wird seit langem und ganz selbstverständlich auch, ob krank geschriebene Arbeitnehmerinnen nicht heimlich gesund sind. Der Datenschutz ist für Transferleistungsbezieher faktisch außer Kraft gesetzt. So wie sich die Mächtigen seit jeher gegenseitig bespitzeln aus geopolitischen wie auch wirtschaftlichen Interessen, werden auch das Proletariat und das Prekariat schon seit langem genau überwacht. Nur ersteres löst Empörung aus. Die, die sich vor Wut gar nicht mehr einkriegen, wenn davon berichtet wird, dass „feindliche“ Nationen oder Blöcke „unsere“ Politikerinnen oder Konzerne aushorchen, finden es ganz in Ordnung, wenn der arbeitslos gewordene Nachbar sich vor dem Staat nackt ausziehen muss. Das ist nicht immer eine Tateinheit, aber doch so oft, dass kein Zweifel darüber bestehen kann, dass die meisten Kritikerinnen der Überwachung gar nicht die Überwachung an sich schlecht finden, sondern sich nur dann darüber ereifern, wenn chauvinistische Gefühle im Spiel sind.

Wie soll man nun aber auf den ständig steigenden Durst der Regierungen, Behörden und Ämter nach Informationen reagieren? Welche Chance hat das Individuum noch, sich der dauernden und immer intimer werdenden Überwachung zu entziehen? Entziehen kann man sich gar nicht, reagieren kann man sehr wohl. Aber nicht so, wie es manche hilflos versuchen, durch Verzicht auf Handy und Internet zum Beispiel, denn das nützt genau gar nix. Wer sozialversichert ist, ein Bankkonto besitzt, Arbeitnehmer ist, irgendwo wohnt, ein Auto fährt, sich mal außer Haus bewegt, mal krank wird, einkaufen geht, kurz: wer lebt, der wird auch erfasst. Reagieren kann man nur paradox, das heißt so zu leben und zu handeln, dass kenntlich wird, dass man sich nicht einschüchtern lässt. Man sollte sich bei Facebook und Twitter anmelden und dort so viel wie möglich von sich preisgeben, mit keiner Meinung hinterm Berg halten. Man sollte Blogs unter Klarnamen schreiben und in Internetforen mit Klarnamen auftreten. Es geht schon lange nicht mehr darum, die totale Überwachung zu verhindern, es geht nur mehr darum, den Überwachern zu zeigen, dass man keine Angst vor ihnen hat. Der Aufruf unserer Zeit sollte nicht lauten „empört euch“, sondern „exponiert euch“! Die Lust von Regierungen, Parteien, Konzernen und Arbeitgebern nach Information sorgt dafür, dass es noch nie so einfach war, denen die Meinung zu geigen. Sie wollen wissen, was wir denken, also lasst es uns ihnen sagen! Ein Nebeneffekt ist, dass die schon jetzt in ihrer eigenen Informationssucht fast ersaufen, sie kommen mit all den Daten gar nicht mehr so leicht klar, wie sie uns weismachen wollen. Die NSA zum Beispiel ist dabei, sich selbst zu lähmen. Anderen Diensten wird es nicht viel besser ergehen. Wir werden weder die Technik, die die Überwachung ermöglicht, abschaffen können, noch wirksame Gesetze dagegen erwirken. Selbst wenn die Spitzel rechtlichen Beschränkungen unterliegen, hält sie das nicht vom Spitzeln ab. Der Glaube an den Datenschutz ist einer von Kindern. Regierungen, Geheimdienste, Polizei, Ämter und private Schnüffler haben sich noch nie an die Regeln gehalten, die zuvor in Parlamenten beschlossen wurden, sie finden immer Mittel und Wege, diese zu umgehen. Es gibt keine Kontrollinstanz, die nicht korrumpiert oder ignoriert werden könnte. Der Kampf um den Datenschutz ist von vorneherein verloren, dieser Krieg ist schon lange vorbei. Wir sind gläserne Menschen geworden und werden das immer bleiben, nun müssen wir lernen, das zu akzeptieren und zu unserem Vorteil zu wenden. Schluss mit Ängsten und Schamgefühlen, das bringt alles nichts. Schreit eure Meinungen hinaus, seid stolz auf das, wovon man euch einredet, ihr solltet es verbergen und müsstet dessen Veröffentlichung fürchten! Wer euch feindlich gesinnt ist, wird ohnehin alles über euch herausfinden, was er für nützlich hält. Konspiration ist vergeudete Energie, also seid laut und auffällig!

Veröffentlicht von

lindwurm

Der Lindwurm aus Klagenfurt

7 Gedanken zu „Exponiert Euch!“

  1. Also Lindwurm, da hast du dich ja ganz schön „exponiert“ – aber verstanden hast du trotz deiner liebenswerten (und richtigen!) Einlassungen zu den Bedürftigen dieser Welt das von dir aufgrgriffene Problem noch immer nicht:
    Es geht nicht um „überwachen“, spionieren“ und kontrollieren von wem oder was und so, „wie Spionage nun mal seit Ewigkeiten läuft“.

    Noch bei der Stasi konnte ich bereits 1985 auf das damals (!!!) deutlich abschätzbare Ergebnis dieser Informationssammelwut hinweisen: Alle Resourcen des Landes DDR, materielle wie ideelle und personelle, würden in Kürze allein dafür tätig sein müssen, diesen Informationsapparat zu erhalten, die Informationen zu beschaffen, zu verdsammeln an vielen Plätzen, zu bewegen, zu archivieren und neu zu überprüfen – auf Kosten der allgemeinen Lebensqualität der Bürger dieses Staates, auf Kosten der Existenz dieses Staates, der daran implodieren muß.

    Irgendwie hat es dann noch mal knappe 5 Jahre gedauert, und die Implosion des „Informationsstaates“, der Überwachungskomposition durch politikunfähige Menschen, fand in Minuten abzählbar statt, eine sogenannte „Staatsmacht“ war schlagartig nicht mehr vorhanden bzw. völlig handlungsunfähig. Damals.

    Heute ist der alle (auch soziale) Ressourcen verzehrende Informations-Handbetrieb up to date, modernste Sklaventechnik und -Technologie benötigt zur eigenen Realisierung nur Bruchteile gegenüber vor 30 Jahren, ist jedoch um das Tausendfache effizienter und erreicht Dimensionen und Spielwiesen, die es erlauben, den Rest der Menschheit zu Sklaventechnik zu degradieren, zur digital verseuchten eigenen Spielwiese zu rudimentieren.

    Diese solche NSA hat es nicht mehr nötig, den „Einzelnen persönlich“ zu observieren, da alle und alles eh beschnüffelt wird.
    Wenn du meinst, „Die NSA zum Beispiel ist dabei, sich selbst zu lähmen“, dann merke auf: Das war gestern, besser Stasi damals.
    Heute lähmt die NSA nicht sich, sondern DEMOKRATIE, Präsidenten, Regierungen, Bürger auf der ganzen Welt – nur NICHT FÜR sondern GEGEN DEMOKRATIE, sie zerstört damit wissentlich und beabsichtigt das für gelebte Demokratie unverzichtbare Handeln des Vertrauens in allen Bereichen allein zur eigenen Ermächtigung und Funktionsfähigkeit, macht so sich anstelle von Demokratie zur eigentlichen Macht im Staate.

    Das profane dabei ist, das aus dem angeblichen Ziel, Sicherheit zu erzeugen nun rigoros und ohne Rücksicht weltweit Unsicherheit produziert wird – nur für wen? Wer hat etwas davon? Big kapital rotate.

    Und das, guter Lindwurm, hast du nicht begriffen.
    Du bist wohl nicht allein damit, mit der Annahme, daß NSA eine Einrichtung der US-Regierung sei – umgekehrt wird ein Schuh daraus: der US-Präsident wurde zu einer Funktionseinheit der NSA, er wird von dieser kontrolliert, gesteuert und geschoben, vor den Augen der Welt.
    Ein oder mehere „befreundete“ geheim operierende Dienste sind inzwischen selbst nicht mehr willens und in der Lage, die Auswertungskriterien der geklauten Daten zu prägen, auch Ihnen entgleitet das Problem, ohne daß – trotz eifriger fadenscheiniger Beteuerungen – irgendwo auch nur ein einziger Terroranschlag nachweislich verhindert werden konnte, die Kräfte dafür jedoch verdödelt wurden.

    Und verantwortungsbewußte Menschen, die das erkennen und dieses Spiel nicht mehr mit betreiben wollen, die Notwendigkeit Publizierung der großen Sauerei erkennen und das dann auch unter Einsatz der eigenen Lebensfähigkeit und -Qualität praktisch ausführen, sind als das zu achten, was Menschlichkeit in Potenz hervorbringen kann: Ein hohes Gut für jede Demokratie und Menschlichkeit.
    Und wer dies nicht begreift, sondern diesen Snowden auch noch als Kapitalismus- und USA-Beschmutzer versucht hinzustellen, dem sei gesagt:
    Die größte USA- und Kapitalismusbeschmutzung, die es bisher gab, hat die NSA samt „Geschwister“ nun selber zu wege gebracht – Nicht der Bote, der Überbringer der Nachricht, ist das Scheusal als Ursache …

    Nix ist „verloren“, ob das nun „Datenschutz“ oder Humanität oder Globales Menschenleben oder Demokratie genannt wird – es gibt nur eine Möglichkeit für die Völker dieser Welt, sich diese friedlich einvernehmlich zu teilen und sie gemeinsam zu behüten.
    Das Gebaren der NSA hat darin nichts verloren, es ist globaler Störenfried, weil Verhinderung von Demokratie und Prägung totalitärer digitalistischer Prekariatserzeugung und – Beherrschung.
    Wozu du aufrufst, Lindenwurm, das hat der Herr Snowden irgendwie wohl schon etwas früher für wichtig befunden und gemacht: UNERSCHROCKENE TRANSPARENZ

  2. Du behauptest:
    „Der Glaube an den Datenschutz ist einer von Kindern.“
    Ich sage dir dazu:
    „… wie der Glaube an Demokratie??“

    Du sagst:
    „Regierungen, Geheimdienste, Polizei, Ämter und private Schnüffler haben sich noch nie an die Regeln gehalten, die zuvor in Parlamenten beschlossen wurden, sie finden immer Mittel und Wege, diese zu umgehen. “ –
    Gilt das auch für DEINE Regierung, die DU machst? Oder wozu soll da etwas „herausgeschrieen werden“? Oder willst du eventuell gar keine (andere) Regierung (machen)??
    Was soll also dein kindisch-Geschwurbel dann, nur Stimmung aufmischen, gleich für welches Ergebnis, gegen alles und für nichts?
    Merke:
    Datenschutz fängt mit dem gleichen D an, wie Demokratie, und für Eingeweihte (du kannst auch sagen für Grundgebildete) ist Datenschutz zugleich Ziel und Bedingung von Demokratie, ohne dem ist nur TOTALITARISMUs möglich, und DAS willst du? Ja dazu rufst du HIER auf?
    Noch ein im Wesen totalitärer und somit rechter Spinner mehr?

    Das kann ich mir bei deinen sonstigen Wünschen nicht vorstellen, es sei denn, du machst das nur aus Pseudo, deine weit ausholende engagierte Parteinahme für die Bedürftigen dieser Welt, als Bauernfängerei und zur Ablenkung der bedürftigen Massen von den Entscheidungen, die Ihnen real helfen könnten – das wäre ein Zacken schärfer als blanker Rechtspopulismus und dir eigentlich doch eher nicht anzumuten, eine solche verquaste Auftragspopulistik für das verselbständigte geraffte Kapital und seine Dominanz fordernden Horte.
    Sollte es dennoch so sein, so sei gewiß:
    DIES wäre dann in der Tat ein KINDERGLAUBE, ein gar schmalbrüstiger und wackeliger, einer, der im Rahmen der grundsätzlich immer anstehenden Pubertät zur erwachsenen Reife abzusprängen wäre, um jemals politische Kinderei verlassen zu können.
    Prism ist alles Mögliche oder nicht – aber eines in jedem Fall:
    Das (Werk)Zeug zur Zerstörung von Demokratie, von demokratischem Leben in den USA, vor allem in dem mit den bisherigen Partnern und dem Rest der Welt, und da hört sowohl der „Kinderglaube“ dieser demokratieverweigernden PRISM-Rabauken wie deren Auftragsverharmlosung schlicht auf, satisfactionsfähig zu sein.
    Derartige Sozial-Abartigkeit muß nirgendwo hingenommen werden, solange diese kulturelle und nicht naturelle Ursachen hat, es sei denn, man will es, will TOTALITARISMUS

  3. – Deutschland baut Brücken in den Iran. Es wäre grob fahrlässig, wenn sich die NSA nicht dafür interessieren würde, was auf ihnen transportiert wird.
    – Deutsche sind “gegen das Atom”, außer es handelt sich um eine “Übersetzungsfehler-Bombe”, die vielleicht Juden auf den Kopf kriegen könnten.
    – Frankreich spielt zumindest ansatzweise das europäische Heer. Wie wird sich das entwickeln, wenn die stets grassierenden deutschen Nationalpazifisten auf die Barrikaden steigen?
    – Seit Charles de Gaulle ist die Idee den angelsächsischen Einfluss zurückzudrängen und mit Frankreich und Deutschland einen in der Topliga spielenden Machtfaktor zu etablieren, salonfähig. Natürlich will die NSA – erst recht seit Schröder und der von ihm verkündeten Achse – diesbezüglich auf dem Laufenden bleiben.
    – Die EU gesteht Moskau eine Bedeutung zu, die der wirtschaftliche Zwerg Russland sonst nicht hätte. Selbstverständlich möchte die NSA wissen, ob Europa eine militärisch nicht gerade zu vernachlässigende Macht hofiert.
    – In Europa brechen verstärkt Gräben zwischen dem protestantischen Norden und dem katholischen Süden auf. Wie sich das weiterentwickelt, ist für die USA von Bedeutung.
    – Merkel, die hoffentlich doch nicht so blöd ist sensible Daten mit dem Handy zu verschicken, ignoriert, was ihr Hollande und Obama zu sagen haben. Wie weit sie es mit ihrer Möchtegern-Großmachtpolitik noch treiben wird, hat Folgen, die die ganze Welt betreffen.
    – Deutschland malträtiert das strategisch wichtige Griechenland. Wie das weitergehen wird, ist für eine tatsächliche Supermacht von Belang.
    – Deutsche “Denker” vom Formate eines Augstein oder Sarrazin zündeln unentwegt. Die NSA wird ihnen und den Leuten in ihrem Gefolge weder Rammstein, noch sonstige Basen zum Fraß vorwerfen.
    – Deutsche Dienste haben gerade rund um den NSU totale Unfähigkeit bewiesen. Vielleicht sollten ausländische Dienste verstärkt anwesend sein, um wenigstens hin und wieder Tipps geben zu können?
    – Asien fordert zunehmend die Aufmerksamkeit der USA. Können wenigstens kleinere Aufgaben, die andere Regionen betreffen, Europa überlassen werden? Was diesbezüglich abseits der Sonntagsreden besprochen wird, wirkt sich auf die Strategie der USA aus.
    – Snowden wird in Deutschland als süßer Nerd verehrt. Einem deutschen Politiker zufolge soll der FSB gar kein gesteigertes Interesse an ihm haben. Ja ist denn niemand reingekommen, der gesagt hat: “Grüß Gott, ich bin Dimitri Bond, ich werde jetzt alles ausspionieren, aber Sie können ruhig noch etwas dagegen unternehmen, weil ich vorher noch Ihre Frau ficken will.” Muss die NSA denn davon ausgehen, dass deutsche Politiker tatsächlich so naiv sind?
    – Und Österreich? International hat dieses kleine Alpenland die Bedeutung eines feuchten Furzes. Da es sich aber gerne als Appendix von Deutschland präsentiert, muss es selbstverständlich genauso beobachtet werden. Und war nicht Österreich besonders stolz darauf Meister im Abhören des Balkans zu sein? Welche Interessen verknüpft es denn damit? Sollte das die NSA nicht interessieren?

    Damit überwacht zu werden hat der gemeine Deutsche (wie auch der gemeine Österreicher) ohnehin kein Problem, siehe:
    http://www.publikative.org/2013/06/23/alles-datenkraken-auser-mutti/
    http://www.publikative.org/2013/07/29/edward-snowden-pearl-harburg-und-die-nsa/

  4. @ap Dezember 31, 2013 um 7:02 nachmittags
    Wir werden nicht auf einen Nenner kommen, verehrteR @ap:
    DU vertritts in Inhalt und Form, bis hin zur Ausdrucksweise mit Wortstöcken aus dem kalten und heißen Kriegen den rechtradikalen NATIONALISTEN (Vorsicht: ich meine damit keineswegs einen deutschen, der hat noch andere Dinger in petto), ich hingegen den davon befreiten Ausgleich suchenden INTERNATIONALISTEN, der JEGLICHE Diskriminierung ablehnt, der jegliche Vorherrschaft, „führende Rolle“ oder „Auserwählungsphantasien“ bestimmter Völker, Parteien, Religionen oder gar angeblicher Rassen ablehnt (Auch Juden sind für mich keine Rasse, da Rassen nur Züchtungsergebnisse aus dem Tierreich darstellen und es solche unter Menschen nicht gibt, nie gab), da diese die Ursachen für die Kriege in der Welt sind.
    Whrend bei dir offenbar die USA in Gestalt von NSA und Prism angeblich für alles in der Welt zuständig sind und sich somit ungefragt und ungebeten meinen, sich überall handgreiflich einmischen zu dürfen, ja zu müssen, was sie dann letztlich aber nur dort machen, wo es FÜR SIE etwas zu holen oder zu verlieren gibt, ist bei mir jeder für seinen offiziellen Bereich selber zuständig, hat den des anderen grundsätzlich zu achten und gleichwertig zu behandeln und im Konfliktfall nach Art eines bekannten Erfolgsrezeptes des Herren Mandela aktiv einen Ausgleich anstelle eines absoluten Sieges herzustellen.
    Allerdings verdient man an letzterer Verfahrensweise nicht so viel, wie im Rüstungsbereich eines selbsternannten Weltpolizisten verdienbar ist – was bei Verlust erhebliche Einbußen verspricht.
    So sehen wir beide die Welt aus verschieden geprägten Augen, die zunächst scheinbar keinen sinnvollen Austausch zu gestatten scheinen.

    Das macht aber nichts, noch sind alle Versuche in der Geschichte der Menschheit, die Welt zu beherrschen aus einem einzigen Dunst heraus dadurch in den Orkus gespült worden, daß sie das, was sie von anderen forderten, im eigenen Inneren weder herstellen und wenn doch dann nicht erhalten konnten.
    Es ist die funktionierende systemische Kleinteiligkeit von allen Systemen und deren Subsystemen, die nur dann entstehen, sind und bleiben, wenn eins in das andere greift, in hohem Maße Selbstregulierungen der Teile die Souveränität des Ganzen (hier der Welt) herstellen, und dazu benötigt niemand Prism, muß niemand wissen, was auf welchen Brücken transportiert wird, sehr wohl aber sollte jeder wissen, was Vertrauen ist, wie es erzeugt (und zerstört) werden kann, was DEMOKRATIE ist und wie sie funktioniert ….

    Dein Text zusammengefaßt zeigt: Die Welt sollte deutlich mehr Aufmerksamkeit den derzeitigen USA-Gebaren widmen und aus deren vergangenen reichlich Lehren ziehen, denn es wäre sehr schade, wenn dort die Demokratie, die schon von einem Zweiparteiensystem an die Wand gklatscht ist, nun gänzlich sich verflüchtigt – wer ist eigentlich der, der auf die USA „aufpasst“?
    Snowden?
    Vielleicht, nur ob das reicht?
    Einige ernsthaft mahnende Gerichte?
    Verehrter @ap, was du erzählst, sind Betrachtungsweisen, die seit vielen Jahrzehnten zu NICHTS geführt haben außer einem riesigen Vertrauensverlust in das, was USA eigentlich mal sein wollte, verbunden mit vielen vielen Kriegen, von denen kein einziger gewonnen wurde aber Hunderttausende von jungen US-Soldaten und noch mehr anderen Zivilisten ihr Leben ließen, @ap: diese Zeiten sind endgültig vorbei, nicht nur Prism „erfährt“ heute mehr als früher, auch die Welt erfährt nun mehr über diese Praktiken.
    Orientieren wir uns an den bescheidenen bekannten Erfolgsrezepten, die es vestanden, ohne Hass und alter wie neuer institutionalisierter und nationalisierter Zwitracht einen ertragbaren Ausgleich als Neubeginn herzustellen:
    An dem Mann Nelson Mandela und seiner Weitsicht, anstelle des politisch unreifen Gebarens des digital erbsenzählenden Kleingeistes des Herrn Aleksander von Prism.

  5. @herrhochwürden Dezember 30, 2013 um 9:57 nachmittags
    meint
    „@lusru nevergofullretard“ und fügt dann noch ein Bildformat .jpg an.
    Antwort:
    Lieber voll vertrottelt als voll versifft in der Vorstellung, man müsse andere Menschen nur töten, um damit irgendetwas in der Welt zu verändern.
    Es fällt alles auf dich zurück, was du tust, religiöse Menschen meinen dazu:“Gott findet dich“ – als Atheist sehe ichj das etwas weniger blumig aber mit gleicher Stringenz, und das gilt auch im Großen, in der heutigen Zeit z.B. für die Lüsternheit spezifischer Groß-USA-Makler, die nur noch in den Kategorien Überwachung, Unterwachung, Unterwanderung oder Überrennen egal zu welchem Preis ticken können, und längst vergessen haben, wofür das eigentlich alles mal sein sollte ….
    So fragt sich dann, wer in der Tat die Aufforderung „nevergofullretard“ benötigt, und wer nichts anderes hat, als diesen Gedanken zu begießen und zu bejäten …
    Mandela gehörte nicht dazu, auch Abie Nathan nicht, und die meisten Israelis z.B. ebenfalls nicht, was wird sein, wenn das ist?
    nevergofullretard?
    Hüte dich vor denen, die dir einreden wollen, außer dir seien alle anderen schlecht und the voice of peace sei nur gofullretard, befreie dich aus der stickigen hinterhofwaschküche und werfe einen Blick in die Welten, die drum herum existieren, suche die Stimmen „irgendwo aus dem Mittelmeer“, exponiert euch über euren Schatten – und nicht darunter.

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