Putins letztes Gefecht

Wladimir Wladimirowitsch Putin wird sich in diesen Tagen, da er beobachten kann, wie sich die Nato in Gestalt einer demokratisch nicht sonderlich legitimierten ukrainischen Übergangsregierung daran macht, die Umzingelung Russlands zu vollenden, wohl fragen, ob er die Sache mit der Inhaftierung Michail Chodordkowskis bleiben lassen hätte sollen, denn die harte Position Washingtons und Brüssels, das kompromisslose Anfachen eines   ukrainischen Bürgerkrieges mit CIA- und FBI-Unterstützung und die Kriegsrhetorik westlicher Politikerinnen und Medien lassen den Schluss zu, der Westen werde diesmal aufs Ganze gehen und nicht eher aufhören, bis Putin in einer Zelle in Den Haag sitzt oder tot ist. Nicht dass so eine Eventualität ein Schaden für Russland oder die Menschheit wäre, aber für Putin durchaus. Er weiß, dass man ihn erledigen will, am besten so, wie sein ukrainischer Kollege Janukowitsch erledigt wurde, durch spektakuläre Straßenkrawalle von Menschen, die ganz laut nach dem schreien, was edel und gut ist, sowas wie Demokratie und Menschenrechte halt. Ich würde es nicht bedauern, würde Putin entmachtet, doch die Gründe, die man dafür vorschiebt, sind Märchen für Kinder, so wie das stets der Fall ist wenn Krieg geführt wird oder wenn man unkooperative Präsidenten stürzten lässt. Washington, Brüssel und Berlin interessieren Menschenrechte immer nur dann, wenn sie deren tatsächliche oder angebliche Abwesenheit einer Regierung vorwerfen können, die man entfernen möchte. Wer auf Linie ist, der darf foltern und morden und Frauen unterdrücken und Schwule abmurksen und überhaupt jede Schweinerei tun, die er geil findet, solange er nur das macht, was alleine zählt, nämlich sich ökonomischen Projekten der Wirtschaftsweltmächte USA und EU nicht in den Weg zu stellen. 

Aber was tat Putin, das ihm ein Lebensende in einer westlichen Gefängniszelle oder einen gewaltsamen Tod sichern wird? Er hat das schlimmste Verbrechen überhaupt begangen, er wollte das Primat der Politik über die Wirtschaft wiederherstellen. Als er den Yukos-Konzern in Staatskontrolle überführte und dessen Boss jahrelang einsperren ließ, unterschrieb Putin sein politisches und vielleicht auch tatsächliches Todesurteil, denn das ging gegen alles, was die westliche Politik seit Jahrzehnten forciert, vor allem gegen die Freiheit der Kapitalinteressen von politischer Kontrolle. Was wie eine Verschwörungstheorie klingen mag, ist keine, denn was bislang nur inoffizielle Doktrin westlicher, vor allem us-amerikanischer Politik war, soll nun durch eine Reihe internationaler Verträge global bindend werden. Die Demokratie, wie indirekt auch immer die sein mag und was für eine Parodie von Volksherrschaft sie auch ist, soll endgültig ausgehebelt und durch Verträge, die die Konzerninteressen vor alle anderen stellen, ersetzt werden. Das Trade in Services Agreement, an dem seit 2012 intensiv, aber ohne Öffentlichkeit verhandelt wird, wird die völlige „Liberalisierung“ und „Deregulierung“ nach sich ziehen und, das ist neu, festschreiben, dass alles, was je liberalisiert oder dereguliert wurde, das auch bleiben muss. Das bedeutet also, dass eine einmal privatisierte Wasserversorgung auf alle Zeiten hin privat bleiben muss, auch wenn sich 100 Prozent der Wahlberechtigten später mal für eine Renationalisierung der Wasserversorgung aussprechen sollten. Demokratisch abstimmen darf man dann allenfalls noch über gesellschaftspolitische Themen, nicht aber über ökonomische. Die Bevölkerungen sollen wie kleine Kinder vom demokratischen Prozess ausgesperrt werden.

Und Putin, so kapitalistisch der auch ist und so sehr er „seine“ Oligarchen behütet, hat bewiesen, dass er das neue Dogma der totalen Herrschaft der Privatwirtschaft nicht anerkennt. Dafür und deswegen wird er entweder durch eine „demokratische Revolution“ weggeputscht, in einem Krieg getötet oder vor ein internationales Gericht gezerrt werden. All das hätte er sich aus anderen Gründen redlich verdient,  aber passieren wird es aus denen, die ich hier in aller Kürze schilderte. Was derzeit in der Ukraine geschieht, ist also nicht zuletzt der Anfang von Putins letztem Gefecht. Dass es mit Putins Untergang enden wird, ist bereits fix, abzuwarten bleibt nur, ob er als Herr über ein furchtbares Nukleararsenal große Teile der Welt mit sich in den Abgrund reißen wird oder ob er vorher aufgibt oder beseitigt wird.

Veröffentlicht von

lindwurm

Der Lindwurm aus Klagenfurt

13 Gedanken zu „Putins letztes Gefecht“

  1. Tja, aber wer kommt nach Putin? Ehrlich gesagt, erscheint er mir bisher eher besonnen. Es gibt aber auch Grenzen – und die, so sieht’s aus, werden gerade vom Westen ausgetestet. Mal angenommen, Putin kommt irgendwie weg, ohne große Teile der Welt in den Abgund zu reißen. Ein anderer Präsident würde gewählt. Und dann? Oder würden die Russen Obama wählen?

  2. @Silversurfer meint
    „ja, aber wer kommt nach Putin? Ehrlich gesagt, erscheint er mir bisher eher besonnen.“ –
    Diese Frage ist unerheblich, da Putin (in westlichen Augen wie in russischen) nur eine Funktion ist (wenn auch jeweils anders gemeinte), und somit diese Funktion sich stets eine funktionsgerechte Besetzung holen wird, das Land ist im Prinzip (noch immer) doppelt so groß wie die USA und mit 37 offiziellen lokalen Sprachen darin mit nur halb so großer Bevölkerungszahl wie in den USAund damit von Natur aus förderaler und zentraler und weiter zugleich und damit viel zu bunt und zu groß für Anderes, erst recht für eine solche präsidiale Zentraladministratur wie in den USA, in der alles viel übersichtlicher vorliegt.
    Darin liegt auch der Grund, warum Russen sich kaum Figuren wie Obama holen würden (als Putinersatz).
    Ebenfalls darin liegt der Grund, warum Russland sich mehr mit den Russen als mit anderen beschäftigen möchte, als z.B. anderen Völkern oder gar der ganzen Welt vorschreibt, was Freiheit sein soll, wer da hinein passt und wer weltweit willkürlich verdrohnt zu beseitigen ist.
    Jedenfalls sind von Russland keine Sanktionen gegen andere Völker zu erwarten sind, was die letzten 25 Jahre beweisen – im Gegensatz zu den vielen weltweiten Strafaktionen, die sich in dieser Zeit andere selbsternannt angemaßt haben (Afghanistan, Irak, Iran, Lybien, Tunesien, Zentralafrika, Somalia, Jemen usw.).
    Also fragen wir lieber, wer erhält von Obama den „Bruderkuss“ (wie Busch jr. von ihm) bei dessen Abgang und welche „Landnahme“ ist von diesem Nachfolger zu erwarten …
    Soweit erkennbar, brauch Putin – im Gegensatz zu den anscheinend „westlichen“ Gegenparts, weder Sanktionen zu verhängen noch mit „russischen“ Sprachregelungen die Hofpresse gleichschalten, da das für ihn offenbar alle „Freunde“ FREIWILLIG tun.
    In dieser Position kann man sich dann wohl schon eher „Besonnenheit“ leisten, ohne sanktionierend und schnaubend und zeternd herumzappeln zu müssen und die eigenen „Freunde“ zu vermerkeln, unter Druck zu setzen.
    Insofern erklärt das schon, wieso der Silversurver beim Putinowitsch mehr Besonnenheit als anderswo zu bemerken glaubt, auch wenn er gegenwärtig noch Homosexuelle ausschließen will – das hat in den USA und im gesamten Westen schließlich auch hunderte von Jahren und bis vor kurzem gedauert, bis der heutige Stand wenigstens der Form halber erreicht war.
    Auch kann ich mich nicht erinnern, daß in Putins Russland Schüler sich mal eben deren (zur Rettung der Freiheit des Kapitalismus bewilligten) Großwaffen der Eltern schnappen und ihre Mitschüler und Lehrer vergeißeln oder erschießen.
    Besonnenheit, ja, die tut vielen gut, überall in der Welt, nicht nur vom Putin.
    Wenn Russland eines nicht brauch, dann ist das Land. Wenn es eines bräuchte, sind das Menschen, Bevölkerung.

  3. gefunden auf web.de:
    „Sanktionen schaden uns nur selbst und treffen vor allem die ostdeutsche Wirtschaft.“ – Das sagte der CDU-Europapolitiker und Sprecher der ostdeutschen Abgeordneten im Europaparlament der Zeitschrift „Super Illu“. Vorwürfe erhob Winkler gegen die Vereinigten Staaten. Dass gerade die USA nach Verschärfungen der Sanktionen riefen, deute darauf hin, dass Washington wirtschaftliche Ziele verfolge. „Schließlich sind die USA seit dem Fracking-Boom auf dem Weg zu einem der größten Gasexporteure weltweit. Russland ist nun ein unliebsamer Konkurrent. Wir müssen aufhören, ein Diener der Amerikaner zu sein“, erklärte Winkler.“
    Nun gut, also nach Gauweiler nun auch die „gemäßigten“ CDUler.
    Nur ganz korrekt ist das auch nicht, mit dem „Diener der Amerikaner“ – denn „die Amerikaner“ haben nichts davon, nur Obamas Sponsoren, die künftige GAslieferanten scwächen wollen, und das sind zwar AUCH Amerikaner, aber eben nur AUCH und erst recht nicht „DIE“, also alle.
    Es könnte sein, daß ein von Besonnenheit geprügelter Staatsmann genau deswegen besonnen ist, weil ER das weiß.
    Es scheint inzwischen, daß da Obama mit seiner OberlehrerKarrikatur davon ausgeht, dass IHM und SEINEN amerikanischen GasSponsern IRGENDJEMAND die Suppe GasAbsatz in der Ukraine und Europa gründlich verhagelt hat. Ich wäre da auch stinksauer. Da Obama nicht genau weiß oder wahrhaben will, warum das so ist, hat er sich – der Einfachheit halber – den Putin ausgeguckt.
    Nur wieso er seinem Widersacher auch noch wehement zur Verschleierung eigener Absichten die dafür erforderliche Intelligenz zuspricht, ist schon prekär und entblößend, wo ich doch mal (bevordrohnend) dachte, daß der Obama selber ein Besonnener wäre …

  4. gefunden in der „biggest Nation“:
    Webster Tarpley: US-Elite haßt Putin!
    in:

    Webster Tarpley
    Tarpley studierte an der Princeton University Englisch und Italienisch und schloss 1966 mit summa cum laude ab. Danach lehrte er an der Universität Turin im Rahmen des amerikanischen Fulbright-Programms. Er stand bis in die 1990er Jahre der LaRouche-Bewegung nahe. Tarpley spricht, ausser seiner Muttersprache Englisch, akzentfrei Deutsch, Italienisch, Französisch, Latein und Russisch.[1]
    Einige, die derartige Fähigkeiten selber nicht erbringen können, nennen ihn gern einen Verschwörungstheoretiker, wobei sie in gewisser Weise richtig liegen: Er beschäftigt sich mit den Theorien der Verschwörer, die das als Konjunkturprogramm für das Finanzsystem beleben und erhalten wollen …
    Das beste ist wohl, man hört ihn selber reden, z. B. zu der Frage, wann Putin mal eben fix dagegen den Weltfrieden retete, oh ha, da gehts zur Sache
    Klar, solch ein Putin stinkt einige mächtig an, wenn der auch meint
    „Die Welt brauch nicht die USA, aber die USA brauch die Welt“ (da sie sonst keine Außenhandelsdefizite hat).

  5. @tom Mai 7, 2014 um 4:31 nachmittags
    „Geh, Lusru, erzähle diesen Wirrsinn doch, bitte, den Menschen in Grosny!“
    Ja, warum nicht?
    Ich würde alle, die auf dem rechten Auge (damit meine ich die Körperrichtung wie die politische wie die moralische – was 3 verschiedene sind) gleich mit nehmen, du darfst auch mit, und dann gleich überall dort vorbeigehen, wo vorgebliche Freiheitskämpfer und verdeckt handelnde Weltpolizisten sich rücksichtlos bis zum letzten gegen Kinder, Frauen, Alte, Zivilisten, Unbeteiligte und nur vermutliche aber unverurteilte „schuldig“ befundene Menschen verhalten, wie bei den gut bekannten Faschisten diskriminierten, quälen, verletzen und töteten und töten, um offen erklärt damit eigene und oft sogenannte „nationale“ Vorteile zu erringen, stets unter der Behauptung, als „Gute“ dies zu dürfen, ja zu müssen, aber unfähig, das eigene Anliegen und die eigene Macht über Wehrlose real in ein Ganzes einordnen zu können, sich jedoch oft auf die Freiheit, einen Gott oder eine Religion oder eine erforderliche Rachehandlung berufend.
    Ich denke mal, daß wir dabei nicht nur an solche Freischärler, sondern auch an reichlich „Offizielle“ geraten, sehr wohl auch im angeblich zivilisierten „Westen“ (was das auch immer sein soll und wer sich auch immer das Recht verschafft, das zu definieren) – und da werden wir dann irgendwann auch schließlich zu den Menschen in Grosny kommen, deren „Freiheitsvertreter“ immerhin nicht nur ein voll besetztes russisches Theater verminten und als Geißel nahmen, sondern auch unter vielen anderen dhihadistischen Eskalationen eine Schule samt Kinder und Lehrer mit vielen Todesfolgen.

    Dein Hinweis nur auf Grosny signalisiert, daß dein Interesse an Schand- und Greueltaten sehr begrenzt ist auf etwas, was Putin&Co zuschreibbar ist. Das ist unverwendbar..
    Das Löschen meines diesbezüglichen Kommentars wirft die Frage auf, ob das aus gleichem Grunde erfolgte.
    Solche einäugigen Vorgehensweisen machen sich selber unglaubwürdig für eine würdige Betrachtung und Bewertung, denn sie sind untauglich, Besonnenheit und damit AUSGLEICH durch DEESKALATION zu ermöglichen und zu bewirken, ungeeignet, positive Veränderungen in der Welt mit Kraft Raum zu verschaffen, sind letztlich ein Rückfall in die Mentalität der Blutrache und Erbfehde, wie sie nicht nur im Kaukasus bis vor hundert Jahren schnöder ungestrafter Alltag und Sippengebot waren, und sich dieser oder jener sogar noch heute danach sehnt.

    Damit wir uns richtig verstehen: Ich bin weder Putinfan, noch Putinversteher, noch Russenfan – und habe gute Gründe, das nicht zu sein, jedenfalls niemals vorbehaltlos.
    Aber in Richtung des einst von mir bejubelten Obama gilt voll das Gleiche, wobei der die größeren Enttäuschungen in die Welt gesetzt hat und vermutlich endlich die Leistung erbringen möchte, die im Nachtrag endlich mal den Friedensnobelpreis an ihn rechtfertigen könnte – in der Ukraine hat er das schon längst erneut verpaßt und kräftig am Gegenteil gewerkelt.
    Aber:
    Ich habe meinen eigenen Kopf samt gesundem Menschenverstand stets bei mir (wer will, kann das gern prüfen und wird auch wissen wie) und lasse mich nie wieder vereinnahmen, besonders nicht für fiese Propagandaattacken, hohle und falsche Kriegsbegründungen und durch Leute, die genau das vorbereiten durch Verbreitung entsprechender Parolen, und dabei gern mal unfreiwillig zeigen, daß sie von den Volksverführern und Propaganda- „Spezialisten“ des Staatsnationalismus und des Staatssozialismus doch kräftig abgeguckt haben in der psychiologischen Treiberei.
    Und so kann ich guten Gewissens sagen:
    Geh @tom, geh nach Grosny und erzähle ihnen – aber auch von dem, was ich sagte und zu denken gab.
    Geschieht das nicht, wird das nicht verhindert sondern provoziert (oft gezielt von beiden Seiten, einer hat stets angefangen), was in den nächsten Tagen in der Ukraine sich weiter eskaliert, in hochstaplerischer Manie und / oder in kindisch-trotziger Ballermentalität ,oder in rücksichtslosem Kalkül der Auflösung aller Strukturen zwecks Erzeugung genehmerer anderer, auch und gerade im Bereich der menschlichen Bindungen und Normen.
    Regierungswillige, die persönlich zum Völkermord aufrufen werden in normalen „westlichen Ländern“, z. B. in der USA oder in der EU sofort ve4rhaftet und den zuständigen Gerichten zugeführt, in der Ukraine sind das DIE Partner für eine „freie“ Ukraine im Doppelpack mit den SS-Bandera-Leuten des „rechten Sektors“ und wenigen Aufrechten.

    Wollen hoffen, daß ich dir nicht in wenigen Tagen sagen muß: In Grosny das zu erzählen, wäre zwar wichtig, aber Kiew hätte im Moment den Vorrang – oder wir müssen von vorn anfangen und das einigen Möchtegerns in Kiew erzählen, sofern deren inzwischen als „Nationalgarde“ umgewandelten bewaffneten Schärler und Schläger des „rechten Sektors“ diese Möchtegerns bis dahiin in einer weiteren (orangenen) Revolution nicht selbst schon entmachtet haben – in der Ukraine gibt es seit hundert Jahren darin einige Traditionen – zu Lasten der Vernünftigen.
    Schön dennoch, daß meine Gedanken bei dir zwar Wirre, aber solche mit Sinn ausgelöst haben, wichtig ist nur, daß es kein Hass ist – der schreibt sich mit DoppelSS und vor dem sollten wir uns alle hüten, wie z.B. vor dem Faksimili des Ukrainischen „Nationalhelden“ Banderas, denn heute alle Schulkinder in der Westukraine als „Befreier vom Stalinismus“ in Liedern Gedichten und Bildern besingen und voller Begeisterung huldigen, es ihnen dabei aber völlig wurscht ist, daß dieser ukrainische SS-Mann und Hitlerkolloborateur noch vor dem Einmarsch der Nazideutschen eilfertig gleich selber tausende von Juden zum Tode brachte …
    Geh, @tom, erzähl mal DIESEN leider realen IRRSIN den Nachkommen dieser Ermordeten ….

  6. Ich habe mir etwas anderes überlegt, wem wir etwas erzählen, Tom, wir gehen einfach nach Ungarn und helfen dem freiheitlich-Oxford-Studierten Viktor Orban, die Ungarn zu beschützen vor Obdachlosen, Ziganos, Homosexuellen und bei der Anfertigung seiner „Judenlisten“, die dort „eventuell nochmal gebraucht werden könnten“, denn Ungarn sind „Vorreiter im Öffnen von Schranken“ (nicht erst seit 1989!!).
    Das können wir dann völlig unabhängig davon machen, ob der Herr Putin das mag oder nicht.
    Allerdings könnten wir uns dann ein Beispiel daran nehmen, wie man im demokratischen und freien Europa ein Putin-Bashing arrangiert und die gleichen Leute probehalber mal auffordern, einen echten Antidemokraten und Ermächtiger und führenden Funktionär in der EVP Europas, der EU-Partei Angela Merkels, den sichtbaren Antidemokraten und Nationalisten Viktor Orban so zu bashen, daß kein EU-Regierungschef ihm mehr die Hande gibt …
    Das wäre doch mal was, was machbar, notwendig und hilfreicher wäre, als vage konzertiert weil angeordnet Putinologie zu betreiben, oder etwa nicht?
    Schaun mer mal, wie ernst es den Putinologen dann wirklich mit ihren Argumenten ist, sich zu wirklichen Antidemokraten, Populisten, Nationalisten und amtlichen Fremdenhassern, oder ob sie dem (süd)deutschen EVP-Abgeordneten naiv und stur folgen, der dem Viktor Orban „Volles Vertrauen“ ausspricht und „Bevormundung gegen europäische Regierungschefs“ ablehnt, außer Putin, na sowas … ?
    Was für ein „herrliches Europa“ bescheren uns wohl nun die EU-Wahlen, in jedem Fall aber ein anderes, ein popeliges, pardon: populistisches scharf rechts – wer das wohl inzwischen noch alles so sieht, und sich davon macht?

  7. WAHLEN
    Wer war doch das gleich, der durch „demokratische Wahlen“ seine Diktatur errichten konnte? – Nein, (noch) nicht der Viktor Orban, das war ein gewisser Hitler, der sofort nach den Wahlen mit Hilfe der „demokratischen rechtsnationalen Bürgerlichen“ sich über ein Ermächtigungsgesetz die „absolute demokratische Mehrheit“ verschaffte und damit umgehend alle Hitlergegner eleminierte, aus dem Verkehr zog – die Aktiven hatten zu dieser Zeit zusammen (hätten sie zusammengehalten) fas 60%ige Mehrheit der Deutschen – sie wurden anhand „vorbereiteter Listen“ (Aha…) umgehend interniert und damit jerder denkbare organisierte Widerstand für 12 Jahre ausgeschaltet.
    Wer hatte doch gleich die absolute Mehrheit in einem Parlament innerhalb der EU, Putin? Nö, das war der Ungar Orban, unter dem die „(Juden)Listenschreiber“ sich schon wieder dereist öffentlich äußern dazu.
    Ob der Herr Steinmeier und der Herr Burgwalder und der Herr Baroso und der Herr Rassmussen samt seiner einfältig durchsichtigen Eigennutz-NatoRasselei nicht mal kurz in Ungarn vorbeischauen sollten, zwecks „Runder Tisch EUROPA“ und Sicherung der EU-Wahlen vor neuem ungarischen Faschismus? Vor der Invasion de ungarischen Nationalisten?
    Ob man das auch mal den Leuten in der EU, besonders denen in Budapest erzählen sollte?
    Wäre doch toll, wenn wir sagen könnten
    „Orbans letztes Gefecht“ …?
    Da fällt mir immer wieder das Sprichwort vom Hemd und der Jacke ein: Was liegt wohl mehr im eigenen Zugriff davon?

  8. Und nun noch ein globaler NATIONALIST (Dr. Gerstenfeld) über einen „GLOBALEN NATIONALISTEN“ (Präsident Putin) im Vergleich zu „dem“ globalen Nationalisten (Obama) oder
    „Warum Israel den Konflikt in der Ukraine genau beobachten sollte“
    21. Mai 2014 um 13:45 | Veröffentlicht in Israel |
    (Schlagwörter: internationale Politik, Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor, veröffentlicht auch in der Jerusalem Post))

    zu finden auf:
    http://heplev.wordpress.com/2014/05/21/warum-israel-den-konflikt-in-der-ukraine-genau-beobachten-sollte/

    Es ist schon interessant, wann wer wen mit Hitler vergleicht (Obama, Hillary Clinton, Schäuble : Putin …) und warum, in welchem Kontext, besser mit welchem Interesse.
    Sobald sich Interessen unterscheiden (Obama: Völlige Isolation Rußlands zur Sicherung nationaler Interessen der USA und ihrer AlleinWeltherrschaft, nichts anderes) und / oder Dr. Gerstenfeld (Herstellung eines vergrößerten Territoriums Israel im ehemals biblischen Verständnis, zur Not auch gegen EU und Obama), unterscheiden sich die geopolitischen Lageeinschätzungen bzw. das, was öffentlich bekundet werden soll dazu, erheblich, und:
    Sie fangen an, sich zu widersprechen, sie beginnen, sich mit Realistiken zu übertreffen und ihre jeweils konservativsten Anstriche einfach fallen zu lassen, wenn es so besser in den eigenen Kram zur „Zähmung“ anderer paßt.
    So wird nun auch hier die Frage teils direkt, teils indirekt (an die USA) gestellt, WER denn nun der eigentliche Kriegstreiber, Aggressor oder Verräter der Freiheit(en) anderer ist und Bündnistreue veruntreuen könnte.
    So erscheint hier schließlich seltsamerweise EU und USA (Kosovo etc) auf der einen und Russland (Krim) auf der anderen Seite alle samt als gleichartige Erscheinungen, die Territorien anderer und zugesagte Beschützung fragwürdig mißachten bzw. beliebig auslegen …
    Fazit hier:
    Man muß sich auf sich selber verlassen, selber zulangen, wenn man „sicher“ gehen will.

    Ach ja, hab da mal ne Frage:
    Hat denn nun Dr. Gerstenfeld (Israel) bei USA oder bei Putin, oder der bei Israel und / oder Obama, oder der bei Russland abgeschaut, wie man sich durchzusetzen hat ….?
    Man achte auf Gerstenfeld zu diesem Thema.

  9. Thomas Friedman, ein bekannter Autor und Kolumnist der New York Times kritisierte die russische Führung unter Putin und Dmitrij Medwedew nach dem Georgienkrieg im August 2008. Doch er kritisierte zugleich die amerikanische Regierung unter Bill Clinton und dessen Politik gegenüber Russland in eben den neunziger Jahren. Für Friedman stellte sich die Lage so dar:
    „Wir erwarten von Euch Russen, dass Ihr Euch wie eine westliche Demokratie verhaltet, aber wir werden Euch behandeln als wäret Ihr weiterhin die Sowjetunion.“ –
    UND:
    “Der Kalte Krieg ist für Euch vorbei, aber nicht für uns“.
    Dieses Gefühl hat die russischen Eliten nachhaltig geprägt. “

    Aha, und nun? Zurück zum Kalten? Was nun Herr Putin, auf neurussischklerikalhomophobe Weise den altenneuen Kalten Krieg beenden, haben Sie auch „einen Traum gehabt“? Do you had have a dream?
    Und Obama? Welchen Traum hat der nicht gehabt, weil ihm das nicht erlaubt wurde? „Yes we can – but can’t have a dream…“!

    Zitate gefunden in:
    http://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/krimkrise-die-schlafwandler-des-21-jahrhunderts-295/

    http://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/krimkrise-die-schlafwandler-des-21-jahrhunderts-295/

  10. Der Autor Reinhard Krumm meint
    (in: http://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/krimkrise-die-schlafwandler-des-21-jahrhunderts-295/ )
    „Aber als direkte oder mittelbare Nachbarn des größten Landes der Welt, das sich als Verlierer der geopolitischen Neuordnung Ende des 20. Jahrhunderts sieht, gelten neben den internationalen Vereinbarungen eben auch noch andere Faktoren. Sicher, man muss diese nicht mögen, schon gar nicht akzeptieren, aber einkalkulieren sollte man sie schon.

    Stattdessen laufen die westlichen Länder Gefahr, die Fehler, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion mit Russland gemacht worden sind, zu wiederholen. Auch dort waren die Erwartungen an den Westen riesig. Umso bitterer die Enttäuschung, als mit der Einführung des kapitalistischen Marktes und freier Wahlen kein Wohlstand einzog. Im Gegenteil, viele Menschen erlebten einen sozialen Notstand. Denn die Transformation entpuppte sich als “Massenplünderung der Sowjetzeit”, wie es der Princeton-Wissenschaftler Stephen Kotkin beschreibt, oder als “Verkauf des Jahrhunderts”, so der Titel des wohl besten Buches über die Zeit von der Financial Times Korrespondentin Chrystia Freeland. Und die Menschen bekamen eine „Secondhand-Zeit“, wie die belarussische Autorin Swetlana Alixejewitsch in ihrem gleichnamigen Buch so eindrücklich feststellt. Schuld daran, so die überwiegende Meinung, war nicht der Zusammenbruch des eigenen Landes, sondern die Folgen westlicher Reformen.
    In der Ukraine und anderen in der Region zu Reform bereiten Ländern könnte es zu ähnlichen Entwicklungen kommen. Also zunächst die große Euphorie und dann die Ernüchterung, sobald sich die Dividende nicht einstellt.
    Die EU-Osterweiterung II, die zunächst mit keiner Mitgliedschaft verbunden ist, könnte nur gelingen, sofern sie nicht en passant, sondern mit ganzer Kraft von den EU-Staaten und den entsprechenden Bewerberländern betrieben werden. Dafür ist nicht nur politischer Wille erforderlich, sondern ein finanzieller Gewaltakt, der der EU eigentlich kaum zuzutrauen ist. – Deshalb sollten wir alles daran setzen, die so unterschiedlichen Analysen der 90er Jahre zumindest ansatzweise in Einklang zu bringen.
    Dabei gilt auch: Dieses Vorhaben wird ohne Russland nicht umzusetzen sein, weder politisch, noch wirtschaftlich. Auch hierüber mag man lamentieren. Doch die Ereignisse in der Ukraine zeigen deutlich, dass Moskau weder ausländische Kritik noch wirtschaftliche Nachteile, ja nicht einmal den Einsatz von Menschenleben scheut, um außenpolitisch stark zu agieren und die Schmach der 90er Jahre zumindest nachträglich vergessen zu machen.
    Diesen Willen haben wir bisher unterschätzt. Die Gründe sind bekannt. Deshalb sollten wir alles daran setzen, die so unterschiedlichen Analysen der 90er Jahre zumindest ansatzweise in Einklang zu bringen. Das wäre der Kern von Vertrauensbildung, der unbedingt notwendig ist. Sonst droht erneut eine Spaltung Europas.“
    Soweit Reinhard Krummt.

    NUN, MIster „We can“, „do you can“? Können Sie wenigstens etwas davon, nachdem Sie fast blind in weltpolitischen Lageverhältnissen wie auf der Kinderspielwiese mit Gummistiefeln im herumgehopst sind und dazu noch glauben machen wollen, Sie hätten mit NSA&Co vertrauenswürdige Informationsquellen und diese würden deshalb so benötigt?
    Nö, der volle NSA-Magen hat deutlich sichtbar nichts genutzt, viel geschadet und verdorben und Putin &Co nur in DEREN Sicht bestätigt:
    „Wir erwarten von Euch Russen, dass Ihr Euch wie eine westliche Demokratie verhaltet, aber wir werden Euch behandeln als wäret Ihr weiterhin die Sowjetunion.“
    Putin hat Obama getroffen und von dem (wohl falsch gebrieften) etwas mitgenommen:
    „Yes, we can“
    So ist das dann, wenn allein nationalistischer Egozentrismus als Friedenspolitik verkauft wird und „andere DAVON lernen sollen, vom Westen“, und wenn diese das dann sogar auch noch tun, auch nationalistisch und egozentrisch – aber halt russisch.

  11. „… Letztes Gefecht“? Und das bei Putin?
    Lieber Lindwurm, das ist nur „Wünsch dir was“, denn es müßte DANN ZUGLEICH das Letzte Gefecht von Merkels, Obamas, Barosos, sowie von ALLEN Oligarchen in Ost und West sein – Wieso?
    Das erfährst du recht gut hier:
    http://www.carta.info/72802/rechtspopulismus-ist-ein-sozialfall/
    (Prof. Dr. Hans-Jürgen Arlt lehrt strategische Kommunikationsplanung an der Universität der Künste in Berlin):
    „Was ist falsch an der Feststellung, dass Erfolg auch etwas mit persönlicher Leistung zu tun haben kann? Nichts, solange man das „auch“ und das „kann“ ernst nimmt. Erst die Arroganz der Gewinner, seien es Kerle wie Olaf Henkel, seien es Regierungen wie die deutsche, macht ein Politikum daraus. “ – oder solche wie in Russland oder USA …“
    Und:
    „Dasselbe Wirtschaftssystem, das Reiche und Wohlhabende produziert, erzeugt soziale Risiken und Armut. Regierungspolitik, die nicht gegensteuert und ausgleicht, sondern die Reichen bestärkt, reicher zu werden, die den sozialen Schutz der Armen durchlöchert und die soziale Unsicherheit der Mittelschichten verschärft, trägt zu den Wahlerfolgen des Rechtspopulismus wesentlich bei.“

    Da ist wohl noch lange nichts, mit „letztem Gefecht“, von wem auch immer.
    Und da hilt es auch nichts, wenn der eine dem anderen Putinismus oder Merkelei bzw. Oh-Bamme, Oh-Bamme vorwirft und meint, er sei selbst DAS Bessere.
    Was aus einem (1) Geburtskanal WirtschaftsliberalitätsDIKTAT kommt, ist zunächst mit allen Vor- und Nachgängern überall identisch und schafft sich so zwangsläufig seine politischen Rechtsaußenschmarotzer im Galopp stets selber, völlig gleich ob putiniert, vermerkelt oder Oh-blamiert, weil:

    „Was passiert da, wenn Rechtspopulisten für die besseren Volksvertreter gehalten werden? Die Arroganz der Gewinner, die Wut der Verlierer und die Verlustängste der Mittelschichten ballen sich zu einer schwarzbraunen Wolke. Europa ist nur der Sack, der geschlagen wird. In den politischen Erfolgen des Rechtspopulismus schlagen sich die sozialen Verwerfungen der vergangenen Jahrzehnte nieder.
    Parallelen beachten, aber nicht die Unterschiede ignorieren. Historische Bezüge herstellen, aber nicht alles in einen Topf werfen.“ –
    (z.B. mit „letzten Gefechten“)
    meint der lehrende strategische Kommunikationsspezialist Prof. Dr. Hans-Jürgen Arlt (s.o.)

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s