Der Kanarienvogel des Sozialabbaus

Der deutsche Wirtschaftswissenschaftler Bert Rürup war das Gehirn hinter jenen Rentenreformen in Deutschland und Österreich, die dafür gesorgt haben, dass Altersarmut wieder ein Thema ist, das weite Teile der Bevölkerung betrifft. Nahezu jede Verschlechterung des Systems ist von ihm erdacht und lobbyiert worden. Dafür wurde er dann auch mit einem lukrativen Posten als Chefberater beim Finanzdienstleistungskonzern AWD, der auch Rentenversicherungen verkauft, belohnt. Das Kapital schaut auf die seinen. Rürup ist eine Art Kanarienvogel des Sozialabbaus. Wo er auftaucht und sich einmischt, müssen bei den Armen und Schwachen alle Alarmsignale losgehen, denn dort kreisen bald die Geier um die Leichenteile des Sozialstaates und fressen sich daran voll. Die Unterprivilegierten dürfen sich auf noch härtere Zeiten einstellen, denn Rürup ist wieder voll da und wird von Zeitung zu Zeitung und von Sendung zu Sendung gerreicht. Im heutigen „Mittagsjournal“ des ORF durfte Rürup wieder ausführlich darüber referieren, dass das Pensionssystem bei weitem noch nicht menschenfeindlich genug sei, vor allem die Frauen will der Herr Professor zu einem späteren Pensionsantritt zwingen. Das ganze antisoziale Blaba fuhr er auf, das man uns seit 20 Jahren um die Ohren haut. Und dann lobte er ausdrücklich den österreichischen Sozialminister Rudolf Hundstorfer, den er einen „intelligenten Mann“ nannte. Hätte Hundstorfer sowas wie ein Gewissen, müsste er sich fragen, warum ihn einer, der nachweislich im Auftrag der Versicherungskonzerne und Banken spricht, lobt. Er müsste sich fragen, ob es tatsächlich so sinnvoll ist, in Zeiten der Nachfragekrise und der Massenarbeitslosigkeit das Pensionsalter anzuheben. Und vor allem müsste er sich fragen, ob das Lob von Handpuppen der Finanzkonzerne es wert ist, Unmenschlichkeiten wie die Abschaffung der Invalidenrente durchzuziehen. Ich persönlich habe den Verdacht, all diese Hundstorfers und Faymänner wollen es einfach nur dem Herrn Rürup, der ja auch ein SPD-Parteibuch hat, gleichtun und durch eine Politik, die aus dem Brief des Kapitals an das Christkind zu stammen scheint, dafür sorgen, dass auch sie mal tolle Traumjobs bei Großkonzernen kriegen nach den Jahren des Politikerdaseins oder genauer: des Politikerdarstellens.

Veröffentlicht von

lindwurm

Der Lindwurm aus Klagenfurt

4 Gedanken zu „Der Kanarienvogel des Sozialabbaus“

  1. Hey Leute das sieht doch ein Blinder, was hier schon seit Jahren stattfindet,wer hier der wirkliche Täter ist und mit ständigen Lügen einen Krieg gegen die Sozialleistungen führt.Bert Rürup würde ich gemeinsam mit Carsten arschmeier in die geschlossene zur Gehirnwäsche sperren, und danach in die Verbannung Lebenslänglich ab nach Nordkorea…..
    Spaß bei Seite….Was können wir dagegen tun? Ich würde als erstes wieder dafür sorgen, das Mega-Konzerne wie Banken, Versicherungen usw. sich wieder dem Markt anpassen und nicht umgekehrt, und bei jedem Gesetzesverstoß müssten sie so Bluten, das sie alleine bei dem Gedanken gegen die Umwelt oder dem Menschen per,,se,dem Profit wegen,ihnen nur schlecht werden würde,diese Menschen verachtende Unternehmen müssten in jedem Land das sie ausbluten auf dem Marktplatz sich der wütenden Menschenmenge verantworten und mit ihnen die geschmierten Politiker.Zweites würde ich eine echte direkte Demokratie ermöglichen und die Lobbyisten aus den Parlamenten jagen, die Macht der Konzerne total einschränken, wirklich unabhängige Medien schaffen und den Staat von den Experten befreien.Hin zu neuen gesellschafts-werten, weg vom Materialismus, Ausbeutung und dem Sklaventum, zu einem Menschlichen und Friedlichem Zusammenleben und vieles mehr…….Ich weiß das sind meinerseits Utopien…aber dafür kann mann ja bei den kommenden Kommunalwahlen für Klagenfurt anders stimmen, und auf eine Änderung im derzeitigen falschem System Zielen.Wer nicht von der Jetzigen Politik abhängig ist,sollte sich schnell umorientieren den das Scheinbild des Wohlstandes wird in einem Flächenbrand einstürzen…

  2. Für die Politikerkaste hat die Melange aus Reformeritis und Lobbyismus gleich doppelten Wert.
    Erweist sich eine Asozialreform in ihren Folgen. als das was sie ist, lässt sich in der Schuldfrage auf externe Lobbyisten (Sachwalter des eigenen Vorteils), gern mit Stallgeruch, verweisen und muss selbst fortan für die eigene Altersvorsorge keine Sorge mehr tragen.

  3. Nicht nur Rürupp, Sarazin und Gabriel (?!) haben das gleiche Parteibuch, auch Masche Raffmeier scheint da dicht bei zu sein mit seinen Memoiren-Aufkäufen.
    Ja, Lindwurm, das WURMt, und keine LINDerung in Sicht. Nun sagst du das hier, und dann ?
    Es bringt nix, solange das Ding nicht gewurzelt wird: Jede Wurzel, jede Rübe, ist einem allgemein zugänglichen BioRübenTest zu zu führen – nur wie?
    Den macht dann auch wieder Rürupp, bezahlt nach MascheMeier und freihändlerisch erkärt vom Engel Gabriel, flankiert vom warmen Pullover der Sarazinen, also?
    Wir brauchen ein anderes Volk, damit das dann andere Politiker ausspuckt – oder wie ist das (bisher) gegangen?
    Es ist nicht das Parteibuch (welches auch immer), es sind richtige Menschen, die uns diesen Scheiß präsentieren, und es sind richtige Menschen, die das so wollen oder nicht kümmert, und es sind ein paar abgefuckte Nörgler, denen das nicht paßt, die nicht blöd sind und einfach nicht begreifen wollen, daß nur Geiz geil ist.
    Es gibt keinen „Kanarienvogel des Sozialabbaus“, es gibt nur den gemischten Chor der längst kanarierten Sängerscharen, die eigentlich nicht nur singen, sondern auch mal fliegen wollten, natürlich nicht nur aus Job, Wohnung und Teilhabe, sondern kanarienhaft unbeschwert, wie ihnen versprochen wird

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