Kopfhörer Philips SHB9850NC – The Sound of Silence

Philips brandneuer Kopfhörer SHB9850NC hat mit Multi-Bluetooth-Pairing, NFC, ANC und Touchbedienung die aktuellste Technik an Bord und klingt äußerst überzeugend. Ob er den Preis von knapp 170 Euro wert ist, verrät folgender Test.

 

Vor rund fünf Jahren begann Philips mit den Modellen der „Fidelio“-Serie damit, den Kopfhörermarkt gewaltig aufzumischen. Vorbei waren die Zeiten, als der holländische Konzern „nur“ solide Massenware anbot und sich der echte HiFi-Freak bei anderen Herstellern umsehen musste. Vor allem mit dem Modell Fidelio X1 und dessen Nachfolger, dem X2, wurde Philips zu einem ernst zu nehmenden Player am Headphones-Markt, dessen Produkte nicht nur gut, sondern Preis-Leistungs-Weltmeister sind. Der Fidelio X2 ist seit Monaten mein Lieblingskopfhörer und meiner Ansicht nach mit Abstand das Beste, was man seinen Ohren für knapp 300 Euro gönnen kann. Er ist aber kein Kopfhörer für unterwegs, denn dazu ist er zu groß und wegen seiner offenen Bauweise auch nicht ausreichend schallisolierend. Mit diesen riesigen Hörern, die die Umgebung alles mithören lassen, U-Bahn zu fahren, ist nur sehr selbstbewussten Menschen zu empfehlen, die weder Streit noch Hohn fürchten. Für alle anderen hat Philips jetzt einen niegelnagelneuen Kopfhörer auf den Markt gebracht, der speziell für unterwegs konzipiert wurden.

 

Die Marketingleute von Philips konnten sich wohl nicht auf einen griffigen Produktnamen einigen, also nennen sie ihr jüngstes Kopfhörer-Baby einfach „SHB9850NC“. Das klingt nach einem Droiden aus „Star Wars“, was gar keine so abwegige Assoziation ist, denn das Teil strotzt nur so vor technischen Finessen. Bluetooth der neuesten Generation, eine Touch-Bedienung direkt auf der rechten Hörmuschel, NFC, integrierte Freisprecheinrichtung und Active Noise Cancelling machen das Teil zum vermutlich am umfangreichsten ausgestatteten Kopfhörer seiner Preisklasse (und weit darüber hinaus).

 

Unboxing und erster Eindruck

 

Der SHB9850NC kommt in einer eher schlichten Verpackung daher, was kein Schaden ist, denn er will ja täglich benutzt werden und nicht in einer edlen Schachtel vor sich hin gammeln. Nimmt man ihn in die Hand, fällt zunächst auf, dass er extrem leicht ist. Philips hat ihn auch gewichtstechnisch für den mobilen Einsatz optimiert. Schon nach ein paar Minuten merkt man gar nicht mehr, dass man ihn trägt. Der Hörer besteht weitgehend aus Plastik, das aber recht hochwertig verarbeitet wirkt. Die Ohrpolster sind aus einem sehr guten Kunstleder, das die Ohren völlig umschließt und sich nicht nur gut anfühlt, sondern auch einen Hauch von Klasse vermittelt. Der Hörer lässt sich ganz einfach zusammenfalten und kann somit platzsparend aufbewahrt werden. Leider hat Philips keinen Aufbewahrungsbeutel beigelegt, aber das ist nicht weiter tragisch, denn zusammengefaltet nimmt der SHB9850NC nur wenig Platz weg und er ist recht leicht zu reinigen. Eine kleine LED-Leuchte informiert nicht nur den Besitzer darüber, ob der Akku geladen ist, sondern setzt auch einen technophilen optischen Akzent.

b2ap3_thumbnail_Screenshot_14.jpg

 

 

Bluetooth, ANC & Co

 

Nach dem Auspacken habe ich zuerst mal den Akku voll aufgeladen, was in etwa 30 Minuten gedauert hat. Philips verspricht, dass eine Akkuladung für 16 Stunden Betrieb bei allen aktivierten technischen Spielereien reicht. Deaktiviert man zB Bluetooth, springt die Laufzeit auf bis zu 33 Stunden. Da kaum jemand 16 Stunden am Stück Musik hört, kommt man mit einer Ladung recht lange aus, ohne auf eine der Funktionen verzichten zu müssen. Und selbst wenn einem mal der Saft ausgehen sollte, kann man einfach auf das mitgelieferte Kabel zurückgreifen und auch ganz ohne Eigenstromversorgung weiter hören. In der Praxis funktionierte das Bluetooth-Pairing super einfach. Ich drückte die Taste mit dem Bluetooth-Symbol auf dem Kopfhörer, aktivierte danach auf dem Smartphone die Bluetoothfunktion und schon erkannte mein Handy den Kopfhörer. Philips gibt an, dass man den SHB9850NC mit zwei Geräten gleichzeitig koppeln kann, was ich auch gleich mit einem Laptop ausprobierte. Auch das klappte sofort und ohne Probleme. Einziger Wermutstropfen: Der SHB9850NC lässt sich nicht mit Bluetooth fähigen Fernsehern koppeln. Aber er ist halt dafür gedacht, ihn mit Smartphones, Tablets oder Laptops zu betreiben. Für den Gebrauch am Fernseher oder der Anlage zuhause bieten sich andere Kopfhörer an.

 

Der Lärm bleibt draußen

 

Ich steckte mein Handy ein, setzte den Kopfhörer auf und ging nach draußen. Gespannt drückte ich den Knopf der Aktiven Geräuschunterdrückung, die bei Philips „ActiveShield Pro“ heißt, und war überrascht, wie gut das funktioniert. Ob es wirklich 99 Prozent aller Umgebungsgeräusche sind, die das aus mehreren Mikrophonen bestehende System herausfiltert, kann ich nicht sagen, aber ich kriegte bei aktiviertem ANC vom Tosen der Stadt um mich herum nur mehr sehr wenig mit. Selbst bei niedriger Lautstärke verschafft einem der Philips SHB9850NC eine private Oase der Ruhe, die viele weit teurere Modelle nicht bieten können. Dieser Kopfhörer macht hier einen wirklich fantastischen Job und dürfte somit ein perfekter Begleiter beim täglichen Pendeln in öffentlichen Verkehrsmitteln oder bei Flugreisen sein. Einfach den ANC-Knopf gedrückt und das Geschrei der Umgebung verschwindet verlässlich.

 

Der Klang

 

Am wichtigsten ist bei Kopfhörern aber immer noch der Sound. Erfreulicherweise orientiert sich auch der SHB9850NC an den Klangeigenschaften der Fidelio-Baureihe und liefert einen gut strukturierten, warmen und gleichzeitig klaren Klang, der mit jeder Art von Musik gut zurecht kommt und vor allem bei elektronischer Musik richtig aufblüht. Die extrem tiefen, aber präzisen Bässe verschmelzen mit deutlich dargestellten Mitten und fein auflösenden Höhen zu einer Sounddarstellung, die ich bei mobilen Overear-Kopfhörern bislang noch nicht in dieser Qualität gehört habe. Der SHB9850NC spielt tonal eindeutig in der Liga weit teurerer Produkte mit. Die 40mm-Treiber sind sehr schnell und voluminös und machen vor allem Rock und Electro zu einem wirklichen Vergnügen.

 

Die Bedienung

 

Der Philips SHB9850NC lässt sich steuern wie ein Smartphone. Wischt man auf der rechten Hörmuschel nach oben, wird der Ton lauter. Wischt man nach vorne, wird der nächste Song abgespielt. Kommt ein Anruf rein, tippt man einfach einmal auf die Ohrmuschel und kann sofort telefonieren. Die Freisprecheinrichtung funktionierte im Test klaglos und mit sehr guter Sprachqualität. Nach kurzer Eingewöhnung kann man den SHB9850NC so intuitiv bedienen, wie man es von seinem Handy gewöhnt ist. Am Rand der Hörmuschel gibt es ein kleines Knöpfchen. Drückt man dieses, kann man sich mit Siri oder Google Now verbinden und per Sprachbefehl steuern.

 

Pro: Ein für seine Leistung sehr preisgünstiger Kopfhörer für den mobilen Gebrauch. Die aktive Lärmunterdrückung funktioniert sehr gut. Bluetooth-Pairing funzt sofort. Die Touch-Bedienung ist zuverlässig und leicht zu erlernen. Der Klang ist angesichts der unverbindlichen Preisempfehlung von 169,90 Euro hervorragend. Die Akkuleistung ist mehr als ausreichend und dank eines mitgelieferten Kabels kann man den Kopfhörer auch ohne Strom weiter benützen.

 

Contra: Lässt sich nicht kabellos mit Fernsehgeräten verbinden, keine Aufbewahrungstasche im Lieferumfang.

 

tltr: Der Philips SHB9850NC ist ein mit aktuellster Technik ausgestatteter, stylisher Kopfhörer, der dank seiner Geräuschunterdrückung, seinem Bluetooth-Pairing und der Touch-Bedienung der perfekte Begleiter für Reisen oder fürs tägliche Pendeln zur Arbeit ist.

Veröffentlicht von

lindwurm

Der Lindwurm aus Klagenfurt

2 Gedanken zu „Kopfhörer Philips SHB9850NC – The Sound of Silence“

  1. Danke, Lindwurm. Das war der ultimative Tipp für ein – überraschendes – Weihnachtsgeschenk für meinen Sohn.
    Sag mal: Wieviele Kopfhörer hast Du eigentlich ??? (-;
    Oder probierst Du die alle nur aus ?

  2. Hallo Stephan-Michael. Ich besitze derzeit einen AKG K701, einen Fidelio X1 und einen X2 von Philips, einen Grado Rs2e und 325i, einen Beyerdynamik DT990 und einen Sennheiser HD-598. Früher hatte ich noch einen Sennheiser HD 650, einen AKG k501 und einen Beyerdynamik T90. Kopfhörer sind ein Hobby von mir.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s