„Bahamas“ – Zentralorgan für Paranoia und Verleumdung

Die Zeitschrift „Bahamas“ hat sich ja schon vor einiger Zeit als halbwegs ernst zu nehmende Publikation erledigt und man sollte über das Blatt besser den Mantel des Schweigens legen, was nicht zuletzt für die „Bahamas“-Autoren selbst von Vorteil wäre, da man Menschen, die sich und ihren Ruf nicht zuletzt aus narzisstischer Gekränktheit heraus andauernd und immer intensiver selbst beschädigen, nicht ermutigen sollte, aber was diese Leute in der aktuellen Ausgabe machen, muss man dann doch wieder aufgreifen, da der selbstgerecht Habitus, die letzten aufrechten Ideologiekritiker zu sein, in pure Lust am Verleumden und Kränken umgeschlagen ist.

Das Opfer diesmal: Thomas von der Osten-Sacken, renommierter Journalist und Autor, der sich seit Jahrzehnten mit politischen Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nordafrika nicht nur intensiv befasst, sondern als Geschäftsführer der Hilfsorganisation Wadi e.V. auch ganz konkret vor Ort für Demokratie und Menschenrechte, vor allem die Rechte von Frauen und Kindern, eintritt. Osten-Sacken gehört außerdem zu jenen Publizisten, deren Eintreten für Israel stets konsequent und kompromisslos war und ist.

Genau diesem Menschen wirft ein gewisser Martin Stobbe in der aktuellen „Bahamas“ nun vor, Israels Souveränität in Frage zu stellen und sich zu wünschen, Israels „Grenzen fallen zu sehen“. Dies ist eine Verleumdung.

Im Text, den Stobbe absichtlich falsch interpretiert, hatte Osten-Sacken das genaue Gegenteil von dem gesagt, was die „Bahamas“ unterstellt.

Hier die Passage, um die es geht: Die Idee, friedlich und unbewaffnet Israels Grenzen zum Gazastreifen, der Westbank und auch den arabischen Nachbarländern zu überschreiten ist nämlich keineswegs neu. Schon 2011, inspiriert durch die Massenproteste des so genannten arabischen Frühlings, kam es einer ähnlichen Aktion.  Damals versuchte unter anderem ausgerechnet der syrische Präsident Bashar al-Assad sie für sich zu reklamieren. Die Aktion scheiterte, der Gedanke blieb. Sowohl in der Westbank als auch im Gazastreifen wurden seitdem neue Formen des Protestes diskutiert und geplant. Wenn von Gewaltfreiheit die Rede war, dann weniger aus ethischer Überzeugung, sondern aus taktischem Kalkül. Als großes Vorbild dient dabei der von Gandhi in Indien organisierte Salzmarsch, der die Moral der britischen Truppen, die auf unbewaffnete Demonstranten einprügeln mussten, nachhaltig untergrub. Was, wenn nun Zehntausende friedlich von allen Seiten auf Israels Grenzen zumarschieren, keine Waffen tragen und sich notfalls beim Versuch, diese Grenzen zu überwinden, zu Dutzenden verletzen oder gar erschießen lassen? Wenn sie statt AK-47-Gewehren, Zwillen oder Molotow-Cocktails nur Olivenzweige in den Händen hielten? Wie lange würden dann israelische Soldaten schießen? Wie lange würde die israelische Bevölkerung entsprechende Bilder im Fernsehen aushalten? Wie würde dann die so genannte Weltöffentlichkeit reagieren? All dies waren und sind Fragen, die palästinensische Aktivisten sich seitdem stellen und diskutieren. Sie wissen nämlich sehr genau: Sollte es ihnen je gelingen – ohne dass sie von einem arabischen Nachbarstaat oder einer der palästinensischen Parteien instrumentalisiert würden – könnten solche Aktionen für Israel wesentlich bedrohlicher werden, als das gesamte Raketenarsenal der Hamas. Dann nämlich stünde nicht nur die israelische Regierung, sondern die ganze Gesellschaft vor der Frage, ob man bereit ist, seine Grenzen notfalls mit tödlicher Gewalt gegen friedliche Demonstranten zu verteidigen. Wie lange wären Rekruten der Armee bereit, dies zu tun, bis die ersten den Dienst verweigern? All dies sind Fragen, die sich jeder, dem die Existenz Israels am Herzen liegt ebenfalls stellen sollte.“

Aus diesem zur Warnung entworfenem Szenario herauszulesen, der Autor wolle Israel fallen sehen, ist intellektuell unredlich, faktisch falsch und erfolgt offensichtlich mit der Absicht, Thomas von der Osten-Sacken als Freund Israels zu diskreditieren und ihn persönlich zu verletzen. Solcherlei ist keine neue Taktik, man kennt das aus der langen und elenden Geschichte politischer Sekten und von Krankheitssymptomen der paranoiden Schizophrenie. In der Tat wirkt die „Bahamas“ immer mehr wie ein Patient, der einen Menschen nach dem anderen zu einer großen, gegen ihn und/oder die „Wahrheit“ oder gar die „Menschheit“ gerichteten Verschwörung zählt, bis er am Ende völlig allein dasteht oder, in diesem Fall, noch umkreist von einer Handvoll Getreuer, die seinen Wahn teilen, von denen aber jeder der nächste sein kann, der der Konspiration zugerechnet wird. Der Chef der rechtsextremen „Identitären“, der von Sekten und Paranoia wahrlich was zu erzählen hätte, wenn ihm bewusst wäre, was er weswegen ist, hatte seinen Kameraden die „Bahamas“ vor einigen Monaten zur Lektüre empfohlen. Es wird immer klarer, warum. 

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