Kopfhörer „Supreme On“: Des Teufels neue Kleider

Die Produkte der Berliner Sound-Schmiede „Lautsprecher Teufel“ sprachen viele Jahre lang eine Design-Sprache, die den Namen des Herstellers spiegelte: Sie waren schwarz oder schwarz gemischt mit rot. Das hatte einen hohen Wiedererkennungswert, aber wir leben im Zeitalter von Instagram & Co und Unterhaltungselektronik ist nun ein Mode-Accessoire wie alles andere auch. Für Kopfhörer erfand man den Begriff „Fashion-Can“, und obwohl das zunächst abwertend als Ausdruck der Verachtung strenger Audiophiler gegenüber Kopfhörern, die mehr schick waren als sie gut klangen, gemeint war, ist daraus eine wertfreie Bezeichnung für Headphones geworden, die nicht nach Studiotechnik aussehen, sondern nach optischer Alltagstauglichkeit.

Fashionable

Der brandneue „Supreme On“ von Teufel ist so ein „Fashion Can“. Er ist gleich in sechs Farben erhältlich: In „Night Black“, „Sand White“, „Space Blue“, „Moon Grey“, „Ivy Green“ und „Pale Gold“. Das klingt nicht zufällig nach den fantasievollen Namen, die Smartphone-Hersteller ihren Modellen geben, denn genau das möchte der Supreme On sein: Der schicke Begleiter zum schicken Smartphone. Damit das nicht nur gut aussieht, sondern auch gut klingt, hat Teufel die aktuellste Technik verarbeitet: Bluetooth 5.0, aptX, AAC und natürlich NFC. Mit der „ShareMe „-Funktion lassen sich zwei Kopfhörer ohne Kabel mit einer Quelle verbinden und der Akku hält bei mittlerer Lautstärke bis zu 30 Stunden lang. Außerdem merkt der Kopfhörer, ob er gerade auf jemandes Ohren sitzt oder nicht. Nimmt man ihn ab, pausiert er automatisch die Musikwiedergabe. Setzt man ihn wieder auf, spielt er weiter.

Preis, Verarbeitung, Leistung

Knapp 150 Euro verlangt Teufel für sein neuestes Produkt. Ist es das wert? Kurze Antwort: Ja. Etwas ausführlicher: der Supreme On ist für seine Preisklasse außergewöhnlich gut verarbeitet, technisch voll auf der Höhe der Zeit und musikalisch keinem Konkurrenten bis in die 300-Euro-Preisklasse unterlegen. Die weichen Kunstleder-Ohrpolster liegen angenehm auf den Lauschern, ohne zu viel Druck aufzubauen, und die Optik ist verdammt schick. Das Design erinnert ein bisschen an die zeitlose Eleganz skandinavischer Formsprache. Zum Lieferumfang gehören ein 120 cm langes Klinkenkabel, mit dem sich der Supreme On auch ohne Bluetooth betreiben lässt, ein USB-Ladekabel sowie eine kleine Transporttasche. Der einzig negative Punkt in Sachen Verarbeitung ist das meiner Meinung nach etwas kurz gehaltene Kopfband. Ich habe zugegebenermaßen einen festen Quadratschädel, aber ich musste die weiteste Einstellung wählen, damit der Supreme On bequem auf meinen Ohren ruhte. Ja, AUF den Ohren, denn er ist ein On-Ear-Kopfhörer, kein Over-Ear. Bequem ist er aber. Auch als Brillenträger konnte ich ihn stundenlang benützen, ohne dass mich etwas zwickte. Technisch hatte ich beim Test keinerlei Probleme. Der Supreme On ließ sich mit allen Ausgabegeräten problemlos verbinden und auch die Steuerung mittels des clever designten kleinen Joysticks an der Ohrmuschel klappte problemlos. Man lernt sehr schnell, damit umzugehen, und danach kommen einem die meisten anderen Steuerungs-Methoden anderer Hersteller albern und schlecht durchdacht vor. Ein Schalter, mit dem alle Funktionen zu steuern sind – so muss das sein!

Der Klang

Das schönste Design und die beste Verarbeitung sind freilich nicht viel wert, wenn der Klang nicht stimmt. Zum Glück hat Teufel hier keine faulen Kompromisse gemacht. Der Supreme On mit seinen dynamischen 40-Millimeter-HD-Treibern ist ein erfreulich musikalischer und erstaunlich neutraler Kopfhörer. Seine knackigen Bässe, die vor allem im wichtigen Mittelbass-Segment überzeugen, übertönen nie die Mitten, sondern legen ein festes Bass-Fundament, auf dem der Supreme On dann mit klaren, minimal zurückgenommenen Mitten die Stimmen von Sängerinnen und Sängern sowie die Instrumente sehr hübsch darstellen kann. Alles ist gut ortbar und die Stereo-Bühne ist für einen On-Ear-Bluetooth-On-Ear-Kopfhörer sehr gut. Auch die Höhen haben mich in den meisten Fällen überzeugt. Sie sind glasklar und nur bei extrem schrillen Aufnahmen ein bisschen grell. Damit gibt sich der Supreme On tonal erwachsen und sollte mit seinem Mittelweg zwischen Spaß und Linearität auch Leute, die hohe Ansprüche haben, zufriedenstellen.

Wer seinen Sound gerne ein bisschen pimpen mag, kann das mit der Teufel Headphones App tun. Die ist im Google Play Store und im iOS-Store erhältlich und hat einen ordentlichen Equalizer an Bord. Mit der App lassen sich auch die einzelnen Funktionen des Supreme On neu zuweisen oder gänzlich ein- oder ausschalten.

Der Supreme On hat kein aktives Noise Cancelling, aber er hält Außengeräusche dennoch gut fern. Auch umgekehrt geht die Schalldämpfung voll in Ordnung, denn die Umgebung kriegt fast nichts von der Musik mit, die man mit dem Gerät hört.

Fazit: Der Supreme On von Lautsprecher Teufel ist mit seinen 149,99 Euro ein weiterer Preis-Leistungs-Schlager der Berliner Soundspezialisten und überzeugt mit hochwertiger Verarbeitung ebenso wie mit einem Klang, der spaßig genug ist, um Party zu machen, und fein genug, um auch mal anspruchsvollere Musik zu genießen.

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