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Braunes Buddhismus-Bobo-Gesindel

Burma lässt einen alten Traum der Eugeniker wahr werden und will per Gesetz armen Frauen verbieten, öfter als einmal alle drei jahre schwanger zu werden. Für die Leserinnen und Leser des “Spiegel” ist das eine großartige Neuigkeit, die den eigenen tiefen Wünschen, die Armen statt der Armut zu bekämpfen, ein gutes Stück entgegenkommt. Politisch Schwachsinnige erkennt man ja seit mehr als 40 jahren unter anderem daran, dass sie meinen, es gäbe zu viele Menschen auf der Welt und nicht etwa zu viele Privatjets. Und die sexualpathologische Sehnsucht, den Armen die Fortpflanzung zu verwehren, scheint einfach nicht totzukriegen sein. Dass die Spiegel-Leserinnen nicht in der Lage sind oder sein wollen, den neben dem Eugenischen ebenfalls vorhandenen rassistischen Kern des burmesischen Gesetzes zu erfassen, wundert einen da auch nicht weiter. Das braune Bio-Buddhismus-Bobo-Gesindel in voller Aktion.

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In der neoliberalen Vorhölle

Wer in Großbritannien das Pech hat, aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeitsfähig zu sein, dem hetzt die Regierung seit einigen Jahren eine private Agentur auf den Hals, die den Kranken arbeitsfähig machen soll. Diese privatwirtschaftliche Agentur weiß, dass sie ihren lukrativen Auftrag nur dann verlängert bekommt, wenn sie möglichst vielen Menschen die Invalidenunterstützung streicht. So kommt es immer öfter dazu, dass schwerst kranke Menschen, Krebspatienten im fortgeschrittenen Stadion auch darunter, für arbeitsfähig erklärt werden und in irgendwelche Jobs gedrängt werden, wo sie dann tot umfallen oder nach kurzer Zeit Selbstmord begehen. Die britische Öffentlichkeit sieht das weitgehend als Erfolgsgeschichte. Die Boulevardmedien schreiben fast täglich über angebliche “Sozialschmarotzer” und sagen der Bevölkerung, diese “Schmarotzer” lebten vom Geld der hart arbeitenden Menschen. Das stimmt sogar, denn die Reichen tragen nichts mehr bei zu den Resten des britischen Sozialstaates. Wie überall in Europa, in GB aber besonders ausgeprägt, wurden die Kapitaleigner von der lästigen Pflicht, zur Solidargemeinschaft beizutragen, Stück für Stück befreit. Dies, so die Propaganda, sei gut für die Wirtschaft, da “Leistung” belohnt würde. In Wirklichkeit wird natürlich nur Erben und ähnliches finanzielles Zufallsglück belohnt. Und der einzige Wirtschaftszweig, der tatsächlich boomt, ist die Immobilienbranche, da die Reichen mit ihren nahezu steuerfreien Vermögen die Innenstädte aufkaufen und bereit sind, grotesk hohe Preise zu bezahlen. Die Londoner City sieht inzwischen stellenweise aus wie Dubai. Ein Luxusauto steht neben dem anderen und es enstanden Dienstleistungsbetriebe, die sich um nichts anderes kümmern als um die dekadenten Bedürfnisse der Millionäre und Milliardäre, vom Hundebeautysalon bis zur Edelprostitution. Draußen in den Vorstädten leben gleichzeitig die Arbeitnehmerinnen und die Arbeitslosen zwischen finanzieller Unsicherheit, Drogenhandel und Gewerbskriminalität. Überall im Land verfällt die Infrastruktur, verwandeln sich Parks in ungepflegte Wüsteneien, werden die Krankenhäuser immer schlechter, werden Schulspeisungen abgeschafft, machen Obdachlosenheime dicht. England ist heute wieder eine Gesellschaft, in der ein Charles Dickens viel zu schreiben hätte.

Wie kam es dazu, dass aus einer Nation, die früher eine der solidarischsten der Welt war, eine Art neoliberaler Vorhölle werden konnte? Zu verdanken ist dies großteils dem Thatcherismus, einer Liberalismusvariante, die die Existenz einer Gesellschaft schlicht leugnete und menschliche Interaktion als reines Aufeinandertreffen von Marktteilnehmern interpretierte. Diese Ideologie wurde mächtig, weil sie den Mächtigen noch mehr Macht versprach und den Ohmächtigen die Schuld für ihre Ohnmacht zuschob. Wieso, so die Thatcheristen, sollten Reiche Teile ihres Vermögens abgeben, um Armen zu helfen? Die Armen müssten sich doch bloß mehr anstrengen, auf dass sie selber reich würden. Dieser Denkansatz ignoriert, dass Reichtum für alle innerhalb kapitalistischer Verhältnisse nicht möglich ist, dass es Berufszweige wie zB Krankenpfleger gibt, in denen man beim besten Willen nicht reich werden kann, die aber dennoch notwendig sind, und dass viele Menschen selbst dann, wenn sich jegliche Leistung wirklich lohnen würde, zurückbleiben müssten, weil sie aus welchen Gründen auch immer nicht so leistungsfähig sind wie andere. Der innere Widerspruch dieser Ideologie zeigt sich wohl am besten beim Thema Sicherheit. Denn begehren die Ausgeschlossenen mal auf und veranstalten Straßenkrawalle, ist es sofort vorbei mit der angeblichen freien Interaktion von Marktteilnehmern. Dann kommt die Polizei und knüppelt diejenigen, die ihre Masse und Gewaltbereitschaft als Marktmacht einsetzen wollen, nieder.

In Großbritannien sorgte vor allem das jahrzehntelange Dauerfeuer der Yellow Press gegen sozial Schwache, Migrantinnen, Kranke und “Linke” dafür, dass weite Teile der Bevölkerung die liberalkonservativen Dogmen verinnerlichten. Man glaubt dort inzwischen, dass die Armen und Benachteiligten nicht arm und benachteiligt wären, weil die Reichen und Privilegierten ihren Beitrag am Gemeinwohl verweigern, sondern weil sie  einfach nur zu faul, zu dumm, zu ausländisch, zu behindert, zu unangepasst seien, um in der City mit Milliarden zu hantieren statt von Stütze oder McJobs leben zu müssen. Daher wählt man auch die Tories, die diesen Sozialdarwinismus am effektivsten in Politik umsetzen. Die Labour Party versuchte, als Soft-Version dieser Art von Politik zu reüssieren, doch das ging schief. Schmied und Schmiedl und so. In Schottland, wo die Verseuchung der Gehirne mit neoliberaler Ideologie noch nicht so weit fortgeschritten scheint, wählte man fast geschlossen die separatistische Nationalpartei, weil die noch sowas wie ein wirklich sozialdmokratisches Programm hat, doch innerhalb des vereinigten Königreiches haben sie Schotten halt wenig zu melden. Und von den Armen und Erniedrigten blieben viele gleich zuhause statt wählen zu gehen, da man sich nach den Erfahrungen mit “New Labour” von den Sozialdemokraten auch keine andere Politik mehr erwartete als von den Konservativen.

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Heaven

Woody Guthrie, “Heaven”

It’s after my work tired and weary, I lay down to rest my eyes,
I see this world change in a whirlwind and heaven flies down from the skies;
I see rising up from my wreckage cities and mansions so bright
I see my friends eyes and their faces lit up with a bright shining light.

I walk through the sunshiny factory where dresses and shirts are both clean;
A brother and sister are singing at work as they watch all the wheels;
No smudge clouds of smoke hide my valley, my sky it is clear for miles;
The mountains are all dancing happy, the trees are waving me smiles.

There are no sickly faces about me, the children are healthy and gay;
Not one homeless soul is around me, nor lost, nor cripple nor lame;
The street laid in finest of plastics, the atom is laboring as well;
No airships are crashing here by me, no dead ones in burning hotels.

No fast cars collide nor turn over, no death curve along my new road;
No cheaters, no gamblers, no robbers, no graveyard, no prisons, no jails;
No gasbombs, no brass knucks, no billies, no battles ‘tween worker and boss;
No patrolmen, no officer, policeman, to ride into crowds on his horse.

The last labor battles are ended, they’re shown on the screen and the page;
The workhand is happy at building his world like the play on his stage;
Profiteers are gone and forgotten, except in my history and book;
My friends all have jobs here in heaven and sing as I stand here and look.

I am sawing the finest made fiddle, I am touching the richest skin drum;
I am blowing the sweetest of woodwinds and blowing the deepest of horns;
I dance to my music I’m making, and the world joins in with my dance;
Science and hope cures the fevers, not one grain is blowing by chance.

Every hand works in hand with the other and not for power nor greed;
Every hand works to its fullest ability and is paid in its deepest of need;
No cancer, no tubercolosis, no paralysis nor asylums are here
No bowery nor skid row of homeless, no eye that is blinded by tears.

If you can only see with me this vision of heaven I dreamed,
Then you can take new faith in working with comrades and friends
And when I woke up from my sleeping and looked down my raggedy street,
I go back to work with my vision and I drink down the bitter and sweet.

I know as you hear such a dream, friend, you will not pass it along;
I do not expect you to sing it as I do, nor to sing such a curious song;
I wrote down this song for my own self, and sing it now to my own soul.
But if you’ll sing songs of your dreamings, then you will reap treasures untold.

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Wir Massenmörder

Das Mittelmeer ist mittlerweile das größte Massengrab der Welt. Zehntausende Menschen sind beim Versuch, es zu überqueren um nach Europa zu gelangen, gestorben. Genauer: Sie wurden ermordet. Selbstverständlich hätte Europa die Mittel, um dieses Massensterben zu beenden. Europa will aber nicht. Man lässt die Leute verrecken, um andere abzuschrecken. Das ist Mord und nichts anderes. Massenmord. Vielleicht werden uns unsere Kinder oder Enkel einst fragen, warum wir nichts dagegen unternommen hätten. Wir werden keine Antwort haben.

Das Mordhandwerk Europas beschränkt sich nicht nur auf das Ertränken von Bootsflüchtlingen. Es setzt schon viel früher an, denn Europa ist vielfach ursächlich schuld daran, dass Menschen in Massen aus ihrer Heimat fliehen, weil die Zustände dort so dermaßen elend, gefährlich und hoffnungslos sind, dass selbst das sehr wohl allgemein bekannte Risiko einer Flucht auf den Todesbooten dagegen wie eine Verheißung wirkt. In den vergangenen 20 Jahren haben europäische Mächte und die USA (und jüngst auch China und Russland) in Afrika sowie im Nahen und Mittleren Osten einen Konflikt nach dem anderen angeheizt, haben Regierungen gestürzt und Rebellengruppen unterstützt. Das ist an sich noch nicht einmal falsch, aber man hat sich jedes einzelne Mal aus der Verantwortung gestohlen statt welche zu übernehmen. Nehmen wir das Beispiel Libyen. Gaddafi zu stürzen war durchaus moralisch vertretbar. Das Land danach sich selbst zu überlassen war es nicht. Man kann doch nicht einfach eine Regierung, und sei die noch so despotisch, verjagen und dann das entstehende Machtvakuum achselzuckend ignorieren. Wer Bomben schmeißt, muss auch mit Fußsoldaten rein, und zwar mit so vielen, dass die die Sicherheit im Land garantieren können und einen demokratischen Übergang ermöglichen. Das hat Europa nicht gemacht, das haben auch die USA in Afghanistan und im Irak nicht wirklich gemacht. Alles, was der Westen tat, war Bürgerkriegsschlachtfelder zu eröffnen. Und in Syrien, das zum furchtbarsten Schlachthaus der neueren Geschichte wurde, hat das Rumeiern der westlichen Mächte für einen 15-Fronten-Bürgerkrieg gesorgt, der hunderttausende Tote und Millionen Flüchtlinge produziert.

Und noch etwas: In den vom Westen geschaffen oder zumindest mit zu verantwortenden Machtvakua morden und vergewaltigen vor allem radikal islamistische Bewegungen. Bis heute kann sich Europa nicht dazu durchringen, diese Banden als Feinde der Menschheit zu sehen und entsprechend zu behandeln. Es ist keine islamophobe Spinnerei festzustellen, dass ISIS, Boko Haram und wie sie alle heißen einen Krieg gegen alles führen, wofür der Westen zu stehen zumindest vorgibt. Menschenrechte, Demokratie, Säkularität, Vernunft, Freiheit – all das und mehr wollen diese Leute vernichten. Es sind Barbaren und das, was sie ihre Kultur nennen, ist keine. Islamischer Klerikalfaschismus ist genausowenig Kultur wie es der Nationalsozialismus war und es hat einen Grund, dass diese Leute dieselben Feindbilder haben wie einst die Nazis: Juden, Frauen, Homosexuelle, Wissenschaft, Kunst, Demokratie, Diversität usw. der erste Schitt  zur Bekämpfung dieser Leute, die zum guten Teil die aktuellen Flüchtlingswellen lostreten, muss sein, diesen Verbrechern nicht länger zuzugestehen, sie stünden halt doch irgendwie für eine legitime Meinung und für den Islam. Tun sie nicht. Sie stehen nur für Mord und Tod und Barbarei. Sie müssen bekämpft und aufgehalten werden. Aber der Westen kann sich allenfalls dazu aufraffen, hin und wieder ein paar Drohnen loszuschicken, die dann oft noch Unschuldige mit in den Tod reißen.

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CSU und SPD blasen zur Jagd auf Depressive

Wenn jetzt der bayrische Innenminister Joachim Herrman (CSU) Berufsverbote für Depressive verhängen will, könnte man kurz auflachen und rufen: “Ach, diese Bayern mal wieder”. Solcherlei inhumanen Quatsch Kennt man ja von diesem Gebirgsvolk, dessen derzeitiger Ministerpräsident Horst Seehofer 1987 verlangt hatte, HIV-Infizierte in “speziellen Heimen zu konzentrieren” (sic). Leider ist es mittlerweile so, dass wo zur Jagd auf Menschen geblasen wird, die SPD dringend mitblasen möchte, und so kann sich auch SPD-Vizebundestagsfraktionsvorsitzender Karl Lauterbach vorstellen, an Depression Erkrankten die Ausübung ihres Berufes zu verbieten. Bei Lauterbach klingt das noch schlimmer als beim CSUler: “Wenn etwa eine gefährliche Depression eindeutig diagnostiziert wird und sich der Patient einer Behandlung verweigert, wäre ein Berufsverbot die letzte Konsequenz”.

“Gefährliche Depression” – da ist er wieder, der Mythos vom gefährlichen Irren, rücksichtlos geschürt von populistischen  Politikern im Wissen darum, dass eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung meint, Depressiven ihre Existenzgrundlage zu entziehen, sei eine gute Idee. Nicht weniger als 58 Prozent wollen laut einer repräsentativen Umfrage depressive Menschen durch Berufsverbote zusätzlich stigmatisieren. Früher mal lag ein Vorteil der repräsentativen Demokratie darin, dass Politikerinnen nicht jede Verfolgungslust, die sich von Boulevardmedien geschürt im Volk breitmachte, übernehmen mussten. Das ist spätestens seit den Jahren der rot-grünen Regierung in Deutschland vorbei. Unter Gerhard Schröder wurde zum Beispiel das menschenrechtswidrige “vorsorgliche” Wegsperren psychisch Kranker massiv forciert. Rot-Grün brachte jene Verschärfungen, die den Fall Gusl Mollath erst möglich machten. Und heute redet SPD-Chef Sigmar Gabriel mit den xenophoben Schwachköpfen von Pegida und meint, es gäbe ein Recht darauf, deutschnational zu sein.

Hinter den Forderungen nach Berufsverboten für Depressive steckt aber nicht bloß die Psychopathie populistischer Politiker, die kein Mitgefühl haben und denen nichts anderes wichtig ist als der eigene Erfolg. Es geht wohl auch darum, dem epidemischen Anstieg depressiver Erkrankungen in unserer Höher-Schneller-Weiter-Gesellschaft durch repressive Maßnahmen gegen die Kranken zu begegnen. In Österreich und der Schweiz hat man hierfür die Invalidenrenten abgeschafft um zu verhindern, dass sich Depressive dem Zwang, irgendeinen Nutzen als Arbeitskraft zu haben, entziehen können. Kombiniert man dies mit der Verleumdung psychisch Kranker als gefährlich, kann man sich in etwa vorstellen, was in absehbarer Zeit auf die Betroffenen zukommen wird, nämlich entweder die Abdrängung in Obdachlosigkeit und Elend oder die Zwangsarbeit in “Betreuungseinrichtungen” genannten Straflagern, wo sie unter der Aufsicht von Ärzten, Pflegerinnen und Wachdiensten Körbe flechten und ähnlich niedrigen Tätigkeiten nachgehen werden.

Viele Jahre lang haben Psychologen, Psychiaterinnen und Medien versucht, psychische Erkrankungen zu entstigmatisieren. Kein Artikel über Depressionen kam ohne die Aufforderung auf, Betroffene sollten sich nicht schämen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Nun sehen wir aber, dass eine einzige spektakuläre Untat eines einzelnen Menschen, von dem noch nicht mal sicher ist, dass Depressionen ihn dazu getrieben haben, ausreicht, um alle Versuche der Aufklärung über psychische Andersartigkeiten zunichte zu machen. Der Kranke wird wieder zum “gefährlichen Irren”, dem man Fluglizenz und Führerschein wegnehmen muss und ihn am besten wegsperrt, denn man weiß ja nie, wozu so ein Verrückter fähig ist. Unter diesen Umständen kann man Menschen, die an Depressionen leiden, nicht mehr ruhigen Gewissens raten, sich in Behandlung zu begeben. Da ja auch schon am Aufweichen der Verschwiegenheitspflicht der Ärzte gearbeitet wird, drohen psychisch Kranke bald in einem Register zu landen, auf das die Behörden Zugriff haben. Und dann kommt eines Tages ein Brief des Inhalts, dass man seinen Führerschein beim Amt abzugeben habe und sich zur Umschulung anmelden müsse, da man bedauerlicherweise nicht mehr als Taxifahrer, Sanitäter, Lehrerin, Kranführer, Chirurgin und Buschauffeur arbeiten dürfe.

Ein Berufsverbot für Politiker, die sich auf Kosten kranker Menschen als Sicherheitsapostel profilieren wollen, fordert unterdessen niemand, obwohl doch ganz klar ist, dass die mehr Schaden anrichten, als es alle psychisch Kranken zusammengenommen je könnten.

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Schärfere Psychotests für Piloten

Die Fluglinien reagieren. In Hinkunft gibt es intensivere Psychotests für Piloten/Pilotinnen.

Haben Sie vor, demnächst ein Flugzeug gegen ein Felsmassiv zu fliegen?

(ja), (vielleicht), (nein)

Sind sie irre?

(Nö), (weiß nicht), (SIE sind irre, sie Illuminatenechse aus dem Weltraum)

Nehmen Sie Drogen oder Medikamente?

(Nur den branchenüblichen Speed), (Viagra), (ich doch nicht, hahahahaha)

Was halten sie von erweitertem Suizid?

(Super Sache), (lehne ich eher ab), (nur denkbar, wenn meine Exfrau/mein Exgatte an Bord ist)

Wie sehen Sie sich selber?

(Ich bin ein Gott unter Menschen), (hängt von den Drogen ab), (fragen Sie meine Mama).

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Esoterik-PR in der “Kleinen Zeitung”

Vielleicht ist der Journalismus ja tatsächlich an seinem natürlichen Ende angekommen und man darf sich von ihm nicht länger erwarten, auch nur minmalen Anforderungen an Recherche und Aufklärung gerecht zu werden. Vielleicht ist bald wirklich jeder “Journalismus” nur mehr eine Aneinanderreihung von süßen Tierfotos, radikal subjektiven Erlebnisaufsätzen und beruhigenden Feelgood-Stories, aber solange noch ein paar altmodische Trottel wie ich leben und lesen, wird es wohl noch eine Zeit lang Kritik an jenen Kollegen und Kolleginnen geben, die das Metier niveautechnisch immer tiefer absinken lassen.

Heute berichtete zum Beispiel die “Kleine Zeitung” von den Plänen, in der Kärntner Stadt Friesach eine “LAIS Schule” zu eröffnen. Ohne eine einzige kritische Eigenleistung reicht die “Kleine” einfach die Werbesätze der Betreiber an die Leserinnen und Leser weiter. Wer den Artikel liest bekommt den Eindruck vermittelt, hier würden super nette und fortschrittliche Menschen ein kinderfreundliches Bildungsangebot schaffen, das die klassische Schule nicht bieten könne. Ich habe ganze zehn Minuten in eine Google-Recherche gesteckt und dabei folgendes herausgefunden: Hinter dem Konzept LAIS-Schule steht der “Verein Gaia”. Das ist eine esoterische, sehr rechtslastige Gruppierung, die zum Beispiel verkündet, der Mensch brauche keine Nahrung, sondern könne von Licht leben. Der Verein Gaia wurde außerdem 2014 für das “Goldene Brett vor dem Kopf” nominiert, eine satirische Auszeichnung, die für den “skurrilsten, haarsträubendsten, dreistesten pseudowissenschaftlichen Nonsense-Beitrag des Jahres” vergeben wird. Und zwar für den Versuch, Leichtgläubigen um schlappe 12.000 Euro ein wirkungsloses “Auftriebskraftwerk” zur persönlichen “Energie-Autarkie” unterzujubeln. Beworben wird die “Freie Energie” unter anderem von der neonazistischen “Thule-Gesellschaft”.  Weitere kurze Recherchen zeigen, dass die Fans des Vereins im Internet eifrig rechtslastige Verschwörungstheorien verbreiten und auffallend oft Anhänger der “Germanischen Neuen Medizin” des Antisemiten Ryke Geerd Hamer sind, der die wahnsinnige Verleumdung verbreitet, Juden hätten die Chemotherapie erfunden, um “Arier” zu ermorden.

Ich bekomme für diesen Blogbeitrag kein Geld. Trotzdem habe ich ein paar Minuten meiner Zeit investiert, um zu hinterfragen, ob die LAIS-Schule tatsächlich so eine wunderbar kinderfreundliche Sache ist, wie es der Artikel der “Kleinen Zeitung” suggeriert. Warum die bezahlten Kollegen und Kolleginnen das nicht schafften, ist eine Frage, die man der Chefredaktion der “Kleinen” stellen müsste. Bei der Gelegenheit könnte man auch fragen, warum ausgerechnet eine zu einem katholischen Medienkonzern gehörende Zeitung es für nötig erachtet, Esoteriker zu bewerben.

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