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Schärfere Psychotests für Piloten

Die Fluglinien reagieren. In Hinkunft gibt es intensivere Psychotests für Piloten/Pilotinnen.

Haben Sie vor, demnächst ein Flugzeug gegen ein Felsmassiv zu fliegen?

(ja), (vielleicht), (nein)

Sind sie irre?

(Nö), (weiß nicht), (SIE sind irre, sie Illuminatenechse aus dem Weltraum)

Nehmen Sie Drogen oder Medikamente?

(Nur den branchenüblichen Speed), (Viagra), (ich doch nicht, hahahahaha)

Was halten sie von erweitertem Suizid?

(Super Sache), (lehne ich eher ab), (nur denkbar, wenn meine Exfrau/mein Exgatte an Bord ist)

Wie sehen Sie sich selber?

(Ich bin ein Gott unter Menschen), (hängt von den Drogen ab), (fragen Sie meine Mama).

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Esoterik-PR in der “Kleinen Zeitung”

Vielleicht ist der Journalismus ja tatsächlich an seinem natürlichen Ende angekommen und man darf sich von ihm nicht länger erwarten, auch nur minmalen Anforderungen an Recherche und Aufklärung gerecht zu werden. Vielleicht ist bald wirklich jeder “Journalismus” nur mehr eine Aneinanderreihung von süßen Tierfotos, radikal subjektiven Erlebnisaufsätzen und beruhigenden Feelgood-Stories, aber solange noch ein paar altmodische Trottel wie ich leben und lesen, wird es wohl noch eine Zeit lang Kritik an jenen Kollegen und Kolleginnen geben, die das Metier niveautechnisch immer tiefer absinken lassen.

Heute berichtete zum Beispiel die “Kleine Zeitung” von den Plänen, in der Kärntner Stadt Friesach eine “LAIS Schule” zu eröffnen. Ohne eine einzige kritische Eigenleistung reicht die “Kleine” einfach die Werbesätze der Betreiber an die Leserinnen und Leser weiter. Wer den Artikel liest bekommt den Eindruck vermittelt, hier würden super nette und fortschrittliche Menschen ein kinderfreundliches Bildungsangebot schaffen, das die klassische Schule nicht bieten könne. Ich habe ganze zehn Minuten in eine Google-Recherche gesteckt und dabei folgendes herausgefunden: Hinter dem Konzept LAIS-Schule steht der “Verein Gaia”. Das ist eine esoterische, sehr rechtslastige Gruppierung, die zum Beispiel verkündet, der Mensch brauche keine Nahrung, sondern könne von Licht leben. Der Verein Gaia wurde außerdem 2014 für das “Goldene Brett vor dem Kopf” nominiert, eine satirische Auszeichnung, die für den “skurrilsten, haarsträubendsten, dreistesten pseudowissenschaftlichen Nonsense-Beitrag des Jahres” vergeben wird. Und zwar für den Versuch, Leichtgläubigen um schlappe 12.000 Euro ein wirkungsloses “Auftriebskraftwerk” zur persönlichen “Energie-Autarkie” unterzujubeln. Beworben wird die “Freie Energie” unter anderem von der neonazistischen “Thule-Gesellschaft”.  Weitere kurze Recherchen zeigen, dass die Fans des Vereins im Internet eifrig rechtslastige Verschwörungstheorien verbreiten und auffallend oft Anhänger der “Germanischen Neuen Medizin” des Antisemiten Ryke Geerd Hamer sind, der die wahnsinnige Verleumdung verbreitet, Juden hätten die Chemotherapie erfunden, um “Arier” zu ermorden.

Ich bekomme für diesen Blogbeitrag kein Geld. Trotzdem habe ich ein paar Minuten meiner Zeit investiert, um zu hinterfragen, ob die LAIS-Schule tatsächlich so eine wunderbar kinderfreundliche Sache ist, wie es der Artikel der “Kleinen Zeitung” suggeriert. Warum die bezahlten Kollegen und Kolleginnen das nicht schafften, ist eine Frage, die man der Chefredaktion der “Kleinen” stellen müsste. Bei der Gelegenheit könnte man auch fragen, warum ausgerechnet eine zu einem katholischen Medienkonzern gehörende Zeitung es für nötig erachtet, Esoteriker zu bewerben.

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Arme Ukraine: Jetzt auch noch Spindelegger

Den Menschen in der Ukraine bleibt auch nichts erspart. Sie durchleiden einen Bürgerkrieg, leben in einer Oligarchie statt in einer Demokratie und jetzt hetzt ihnen der Milliardär Dimitri Firtasch, der wegen eines US-Haftbefehls in ausgerechnet Österreich festsitzt, Michael Spindelegger und Karl Schlögl auf den Hals. Spindelegger, der weltberühmte Ex-ÖVP-Chef, und Schlögl, vom Innenminister Österreichs zum Bürgermeister von Purkersdorf aufgestiegen, sollen Direktoren der “Agency for the Modernization of the Ukraine” werden, einem Verein, den sich Firtasch zusammen mit Bernard-Henry Levy ausgedacht hat. Levy ist bekannt als Philosoph, der auf alles eine und nur eine Antwort hat: Bombardierung. Ob Serbien oder ein Taschendiebversteck – Levy fordert das Eingreifen der NATO, denn Krieg heißt Frieden. Dem Ukraine-Modernisierungsverein sollen auch noch Peer “Hartz IV” Steinbrück, der deutsche Ex-Kriegsminister Günther Verheugen sowie ein paar britische Lords beitreten. Man mag zwar der Ansicht sein, die Ukrainer hätten in den vergangenen Monaten einiges falsch gemacht, aber sowas haben sie nicht verdient. Sowas hat niemand verdient.

Für den moralischen Zustand unserer Zeit sehr aussagekräftig ist, dass Spindelegger und Schlögl einem auf fragwürdige Weise reich gewordenen Milliardär, der per Haftbefehl gesucht wird, nicht etwa nachdrücklich das Loch zeigen, das der Zimmermann hinterlassen hat, sondern ganz geil auf ihre neuen, sicherlich bestens dotierten Jobs sind. Der Gedanke, ein Oligarch könnte bei der “Modernisierung der Ukraine” noch anderes im Kopf haben außer freedom and democracy und Eiapopeia, kommt solchen Leuten ebenso wenig wie Alfred Gusenbauer der Verdacht, der kasachische Präsident sei womöglich ein Diktator und kein liebevoller Landesvater. Natürlich ist es nicht auszuschließen, dass der eine oder andere Milliardär tatsächlich noch was anderes im Sinne hat außer noch reicher zu werden. Milliardäre sind ja auch nur Menschen und als solche vor philantropischen Anfällen und ernsthaft demokratischen Wallungen nicht gänzlich gefeit. Die Erfahrung zeigt freilich, dass vor allem osteuropäsche Oligarchen, die ihren Reichtum selten guten Geschäftsideen, aber häufig einem robusten Durchsetzungsvermögen während der  wörtlich mit Bomben und Granaten geführten Verteilungskämpfe um die ausverkauften Volksvermögen verdanken, unter einer “Modernisierung” vor allem den Eigenutz verstehen, ihren Reichtum ohne die Gefahr enteignet, eingesperrt oder erschossen zu werden genießen zu können. Das will ich gar nicht abwerten, denn rechtsstaatliche Sicherheit kommt letztlich ja allen zugute, nicht nur den Dagobert Ducks. An weiteren Merkmalen einer entwickelten Demokratie wie etwa einem ausgebauten Sozialstaat ist solchen Figuren schon viel seltener und weniger gelegen. Das nämlich würde heißen, dass sie von ihren Milliarden ein paar Prozent an die Allgemeinheit abgeben müssten, und dies wiederum ist nach (neoliberalem) Modernitätsverständnis fast so teuflisch wie Kommunismus oder Mafiaherrschaft.

Ich habe grundsätzlich gar nichts dagegen, wenn Leute für ukranische Oligarchen oder kasachische Diktatoren arbeiten. Es muss ja jeder essen und Miete zahlen. Ein bisserl unwohl wird mir aber, wenn das ehemalige Spitzenpolitiker machen. Da liegt dann halt, wie auch im Falle von Ex-Politikern, die nach ihrer Polit-Karriere hohe Posten bei internationalen Konzernen bekleiden, der Verdacht nahe, diese Leute machten Politik im Interesse jener, die sie später mit traumhaft bezahlten Jobs belohnen. Man kann auch sagen: Es besteht Korruptionsverdacht. Früher mal war es so, dass Politiker ihre politische Laufbahn und die wenigstens teilweise Umsetzung ihrer Überzeugungen als höchstes anzustrebende Lebensziel betrachteten. heute hat man zunehmend den Eindruck, das wahre Ziel sei der Traumjob nach der Politik.

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Fit to work

Ich wollte mir vorhin einen Kebap holen und wurde stattdessen Zeuge, wie die Hundstorferischen Sozialreformen das Land verändern. Die Kebapbude hatte einen neuen Mitarbeiter, einen großen, etwa 250 Kilo wiegenden Mann Ende 40, der gerade darin eingeschult wurde, wie man das Fleisch vom Spieß schabt und die Fladenbrötchen füllt. Der Mensch sah aus, als würde er jeden Moment umkippen vor Erschöpfung und Verwirrung. Die Blut unterlaufenen Augen flackerten unsicher, als würde der Wind der Realität sie fast zum Verlöschen bringen, und unter den Augen waren Tränensäcke, die so aussahen, als wollte Eiter daraus hervorplatzen. Der traurige Koloss stand offensichtlich unter dem Einfluss einer Elefantendosis Neuroleptika, die ihn völlig willenlos und stumm machte, und roboterhaft tat er, was ihm der Lokalbesitzer befahl. An den Handgelenken trug er schweren Goldschmuck, den er beim Bröchtchenfüllen langsam durch die verschiedenen Saucen und Salate schleifen ließ, was er aber nicht mal bemerkte. Vor kurzem wäre der Mann auf einer Parkbank gesessen, hätte Tauben gefüttert und es sich mit einer Invalidenrente in seinem Elend so angenehm wie halt möglich gemacht, jetzt ist er “fit to work”.

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50 Shades of künstliche Aufregung

Ich habe die literarische Frauenwichsvorlage “Fifty Shades Of grey” nicht gelesen und die Verfilmung nicht gesehen, aber nach etlichen Buchbesprechungen, Filmkritiken und Facebookdiskussionen ist mir so, als hätte ich. Alle, die das Zeug in Grund und Boden verdammen, haben natürlich recht, denn das Teil ist auf gleich mehreren Ebenen der reine Schund, aber sie liegen gleichzeitig falsch weil sie nicht recht kapieren, worum es da geht und wie weibliche Fantasie funktioniert. Ich verstehe das ansatzweise, weswegen ich ja eine Umschulung auf Zuhälter oder Marketingleiter eines Kosmetikkonzerns nicht völlig auschließen mag.

Was bemäkeln die “Fifty Shades”-Nörgler und was ist daran Blödsinn?

1. Sadomasochismus werde in Buch und Film falsch dargestellt. Nämlich statt einer einvernehmlichen Sexualpaktik als weit über die Bettkante hinausreichende Machtausübung und Unterwerfung.

Überraschung: Frauen haben und lesen gerne über sexuelle Fantasien, die sie nie umsetzen würden, weil sie wissen, dass das gefährlich wäre, die sie aber trotzdem erregend finden. Erregender halt als die Wirklichkeit mit Anstandsdamen-Dating, Präservativ, an der Schlafzimmertür lauschenden Kindern und Safewords. Kein sich vornehmlich an weibliche Leser wendendes Schundheft, kein “historischer” Roman, keine Fantasy-Fernsehserie kommt ohne Vergewaltigung, Sklaverei, Auspeitschungen und ganz viel anderen Schweinkram aus. Millionen Frauen ziehen sich sowas seit Jahrzehnten rein und sind, da sie mehr lesen als Männer, seit jeher die Hauptkundschaft mehr oder weniger erotischer Literatur. Trotzdem möchte fast keine Frau real vergewaltigt, versklavt oder gegen ihre Zustimmung verhauen werden. Die Story vom Milliardär, der das schüchterne Mauerblümchen “hart fickt”, um mal den Jargon von “Fifty Shades” zu verwenden, und sich zum bestimmenden “Besitzer” aufschwingen will, ist klassischer Pulp, der sich von ähnlichen Produkten dieser Gattung nur dadurch unterscheidet, dass er furchtbar brav und langweilig ist.

2. Das Zeug ist ganz doll reaktionär. 

Falls es jemandem entgangen sein sollte: Wir leben in reaktionären Zeiten. Entsprechend schaut die Popkultur aus. Wenn überall nur mehr Backlash und Sexualangst und großes Comeback religiöser Eiferer ist, wird halt aus einer kreuzbraven wie kreuzdummen Story ein großer Aufreger, der mit befeuchtender Wirkung direkt ins Höschen fährt.

3. Fifty Shades bedient sowohl das Klischee von der weiblichen Unterwürfigkeit als auch jenes des weiblichen Helferinnensysndroms.

Dass viele Frauen davon fantasieren, sich sexuell einem dominanten, “richtigen” Mann hinzugeben, liegt zum Teil an tradierten Geschlechtersterotypen, zum Teil auch an der luschigen Weicheierigkeit, die Männer heute vortäuschen müssen, um als zeitgemäß zivilisiert durchgehen zu können. Zumindest in den besser gebildeten Kreisen hat die Furcht, als Sexist zu gelten, durchaus kastrierende Ausmaße angenommen. Ist es da ein Wunder, wenn Frauen zumindest in der Fantasie mal was mit Nicht-Eunuchen anfangen wollen? Darüber sollten die ganzen männlichen Heulsusen mal nachdenken, sie sich immer wieder darüber beschweren, dass die “netten Jungs” keine abkriegen. Der dominante Milliardär als Objekt der Begierde ist eine Art Überreaktion auf die überkorrekten Langweiler, die seit Jahren den Paarungsmarkt verstopfen. Und was das Helferinnensyndrom betrifft: Einen Mann mit Macken wie zB die Figur des als Kind missbrauchten Milliardärs wieder “geradebiegen” zu können, ist eine uralte Wunschvorstellung vieler Frauen, die zum größten Teil mit der patriachalen Rollenverteilung zu tun hat, in der der Frau der Part der unbezahlten Pflegerin, Therapeutin und Supernanny zukommt. Dazu kommen dann noch Allmachtswünsche wie jener, es würde schon ausreichen, jemanden richtig doll lieb zu haben, und schon könne der “gesund” werden und fertig ist die Frauenfantasie.

4. Fifty Shades Of Grey reproduziert Geschlechterverhältnisse.

Ja. So wie 90 Prozent aller anderen Kulturproduktion. Das mag man scheiße finden, aber als feministische Aufklärungskampagne war die Sache, die als “Twilight”-Fanfic begann, wohl nie gedacht. Warum auch immer, viele Frauen finden Geschlechterverhältnisse wie aus den Märchen der Gebrüder Grimm “romantisch”. Sich die Jungfräulichkeit für den Prinzen aufzusparen, der auf weißem Schimmel oder halt im Privatjet einreitet, mag auf Menschen, die eine auch nur halbwegs stimmige Sexualaufklärung und einen Mindesteinblick in die gesellschaftlichen Implikationen von Sexualität haben, komisch wirken, Millionen Frauen fahren darauf ab, denn “Fifty Shades” erlaubt es der 45-jährigen Karriefrau, noch einmal zum jungen Mädchen zu werden mit all den Flausen und überkommenen Vorstellungen, die da immer noch dazugehören. So wie Millionen Erwachsene beiderlei Geschlechts durch die Harry-Potter-Bücher wieder zu Kindern wurden, die noch einmal die bittersüßen Jahre der Pubertät durchleben konnten.

Ich könnte noch lange so weitermachen, aber dazu ist mir das Zeug einfach nicht wichtig genug. “Finfty Shades Of Grey” ist kein Porno, sondern eher “Normo”, eine klinisch saubere heteronormative Masturbationshilfe für Frauen, die sich nix trauen. Für heterosexuelle Männer und aufgeklärte Frauen weitgehend ein Buch mit sieben Siegeln, aber halt nicht mehr als eine dem Geschmack der Zeit angepasste Variante jener “dirty books”, die einen für kurze Zeit in eine (rein sexuell) bessere Welt entführen, wo hart gefickt und im Privatjet gereist wird. Das Buch und der Film mögen doof sein, gegen das meist reine Elend jener Aufblastitten-Cumshot-Reinraus-Pornographie, die sich vorwiegend an Männer richtet, ist das aber geradezu hochwertiger Stoff.

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Angehört: Kopfhörer Philips Fidelio X2 – Der mit dem Bass tanzt

Dass der Kunde König sei, behaupten zwar immer noch fast alle Firmen und Händler, aber in der Realität kommt man sich als Konsument immer öfter vor wie ein Bauer, der als Beta-Tester halbfertige Produkte kriegt und dessen Wünsche gepflegt ignoriert werden. Umso überraschender ist es, wenn ausgerechnet ein Weltkonzern wie Philips die Reaktionen der Kundschaft genau beobachtet und dann ein ohnehin sehr gutes Produkt weiter verbessert. Als die Niederländer vor gut zwei Jahren den Kopfhörer Fidelio X1 herausbrachten, mischten sie den Markt der Hifi-Oberklasse gehörig auf, denn dieses Gerät konnte mit der preislich ähnlich gelagerten Konkurrenz aus den Häusern Sennheisser, AKG, Beyerdynamik usw. nicht nur mithalten, sondern überflügelte sie teilweise gehörig, vor allem in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis. Der X1 hatte einen ganz eigenen, sehr bassstarken Sound, ohne dabei die Mitten und Höhen zu vernachlässigen. Dazu kam noch eine hervorragende Verarbeitungsqualität und so war es kein Wunder, dass Fachzeitschriften wahre Jubelartikel veröffentlichten und die Kunden den X1 zum bestverkauften High-End-Kopfhörer machten, den Philips je produziert hatte. Kritik kam von manchen Testern und Besitzern lediglich zum etwas hohen Leitungswiderstand im mitgelieferten Kabel sowie an den (von Laien) nicht  austauschbaren Ohrpolstern. Der jetzt neu auf den Markt gekommene Nachfolger Fidelio X2 hat austauschbare Ohrpolster und ein deutlich besser leitendes Kabel. Aber ist er den Aufpreis von rund 100 Euro wert (der X1 wird derzeit für rund 200 Euro gehandelt, der X2 für 300)?

Back in black – der Fidelio X2:

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Ich besitze den X1 seit einem Jahr und kann daher recht gut beurteilen, ob und was der X2 besser macht. Zusammengefasst: Alles. Optisch hat sich bis auf die nun schwarz lackierten Aluminiumringe, die den Hörer umfassen, nicht viel getan. Und das ist ein Glück, denn der X2 zählt wie sein Vorgänger zu den schönsten Kopfhörern, die es am Markt zu kaufen gibt. Bei diesem großen Teddybär von Kopfhörer ruft einem alles “Qualität” entgegen, ein Eindruck, der sich beim Tragen noch verstärkt. Die Velourspolster kuscheln sich sanft an die Haut und umschließen selbst meine großen Schimpansenohren ohne zu drücken oder zu zwicken, und ich ertappte mich während des Testens immer wieder dabei, das kalbslederne Kopfband oder die kühlen Alu-Ringe zu befummeln. Der Fidelio X2 ist schon ohne Musik ein sinnliches Erlebnis und ein Produkt, das einem das Gefühl gibt, keinesfalls zuviel Geld dafür bezahlt zu haben. Aber natürlich zählt bei Kopfhörern für 300 Euro vor allem der Klang. Und auf diesem Gebiet hat sich mehr verändert, als ich gehofft hatte, und weniger, als manche befürchteten. Die Tugenden des tollen Vorgängermodells wurden nicht vergessen, sondern gezielt weiter ausgebaut.

Wie der X1 ist auch der X2 einer der ganz wenigen offenen Kopfhörer unter 1.000 Euro, der dazu in der Lage ist, Tiefbässe überzeugend wiederzugeben. Beim X2 ist diese Eigenschaft einerseits fast noch ausgeprägter, andererseits aber kontrollierter. Konnte einen der X1 in Sachen Bass manchmal überfordern, wirken die tiefen Töne auf dem X2 wesentlich besser ins tonale Gesamtspektrum eingebunden, kommen die Bassattacken nicht weniger wuchtig, aber doch weniger zu Lasten der Mitten und Höhen daher. Der Hörer hat nicht weniger Bass als der X1, aber eine bessere Wiedergabe der mittleren und hohen Frequenzen. Das bedeutet, dass der neue Fidelio neutraler abgestimmt ist als der Vorläufer und sich noch weiter in den Bereich der Audiophilie vorwagt. In der Tat entgeht einem mit dem X2 keine Nuance der Musik, kein noch so schüchternes Instrument kann sich vor dem Hörer verstecken. Was den Fidelio aber so großartig und einzigartig macht, dass er bei den Kopfhörer-Verrückten von “Innerfidelilty” sofort an deren Wall Of Fame kam und somit zu den besten Hörern der Welt gezählt wird, ist seine Musikalität. Während viele Headphones in der Audiophilenklasse nach extrem neutral abgestimmten Monitorboxen klingen, wirkt der X2 eher wie ein hervorragendes Hifi-System, klingt mehr wie sauteure Standboxen als wie Studiolautsprecher. Wer mag kann mit dem X2 die Musik zwar ebenso gut analysieren wie mit einem AKG K712 oder einem Beyerdynamik T90, aber im Gegensatz zu diesen Kopfhörern verführt der X2 mehr zum Genießen als zum Sezieren. Der Fidelio X2 ist wie schon der X1 ein Kopfhörer für Menschen, die Musik vor allem hören und erleben wollen statt jeder kleinsten Schwäche in den Aufnahmen nachzujagen. Dazu trägt in erster Linie die grandiose Basswiedergabe bei, die ich so bislang bei keinem anderen Hörer erlebt habe. Der X2 schafft es trotz seiner offenen Bauweise tatsächlich, das beunruhigende Grummeln eines guten Subwoofers zu emulieren.

Der Bass, Mann, der Bass! Sagte ich schon, dass der X2 einen tollen Bass hat?

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Mit seinen in den tiefsten Keller hinunterreichenden Bässen ist der X2 nicht nur für Musik, sondern auch für Filmsoundtracks das perfekte Wiedergebegerät, mit dem man auch spät nachts noch ohne die Nachbarn zu belästigen explodierende Raumschiffe und abstürzende Flugzeuge fast so erleben kann, als säße man im Kino. Durch seine weite, aber nicht zu große Bühne präsentiert der Kopfhörer Soundtracks in all ihrer majestätischen Breite. Sehr wohl fühlt sich der X2 auch bei semiakustischer Musik. Das 24-Bit remasterte Album “Tea For The Tillerman” von Cat Stevens ist mit seinen Stehbässen, bei denen der X2 jedes Rutschen der Finger auf den Saiten herausarbeitet, mit den warmen Akustikgitarren und Stevens rauchigem Bariton ein wahrer Ohrenschmaus. Überhaupt: Stimmen! Sänger und Sängerinnen kommen mit dem Fidelio wunderbar klar aber dennoch weich rüber, und einen besonderen Reiz bekommen männliche Stimmen, die naturgemäß auch mal in den Bassbereich übergehen. Auch mit Jazz und Klassik kommt der offene Hörer sehr gut zurecht, wie ich beim Durchhören meiner Nina Simone-Sammlung und der Carmina Burana von Orff bemerken konnte. Das alles beherrschte der X1 zwar auch schon, aber der X2 macht es noch mal einen ganzen Tick besser. Der amerikanische Kopfhörer-Guru Tyll Hertsens bezeichnete den Fidelio X2 als den “am besten ausbalancierten Hörer”, den er derzeit kenne. Ich neige dazu, dem zuzustimmen. Philips ist mit dem X2 das Kunststück gelungen, einen Kopfhörer zu bauen, der laut Labormessungen zu den neutralsten der Welt gehört, aber trotzdem richtig viel Spaß macht und zum stundenlangen entspannten Musikgenuss einlädt.

Apropos Labor. Hier noch die wichtigsten technischen Daten. Der Fidelio X2 ist ein offener dynamischer Kopfhörer mit einem Frequenzspektrum von 4 bis 40.000 Hertz und einer Nennimpendanz von 30 Ohm. Letzteres bedeutet, das er auch ohne eigenen Kopfhörerverstärker auskommt, wobei ein solcher natürlich noch ein bisserl mehr Leistung und Transparenz aus dem Gerät kitzeln kann.

Was mir gefällt: Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar. Für einen offenen Kopfhörer eine unglaublich gute Basswiedergabe, dabei aber analytischer und luftiger als das Vorgängermodell. Sehr gute Verarbeitungsqualität. Hoher   Tragekomfort.

Was mit nicht ganz so gut gefällt: Hm, mir fällt nix ein. Ehrlich, ich habe nach Schwachstellen gesucht, aber keine gefunden.  Okay, für den mobilen Einsatz ist das Teil eher nicht geeignet, da sehr groß und mit 380 Gramm auch kein Leichtgewicht. Außerdem kann die Umgebung mithören, da offene Kopfhörer keine Schallisolierung haben.

Wer ihn sich holen sollte: Leute, die Musik genießen wollen statt sie nur zu analysieren. Und jeder, der Bässe mag. Und wer viel Kopfhörer für vergleichsweise wenig Geld haben will.

Wer ihn ignorieren sollte: Markenfetischisten (andere Kopfhörerhersteller haben einen höheren Angeber-Faktor), Musik-Chirurgen und Bassallergiker.

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Terrorismus und die Rolle der Medien

Gastkommentar von Susannah Winter:

Zu den Attentaten in Paris und Kopenhagen ist viel geschrieben worden. Viel Reißerisches, zu viel für mein Verständnis, aber auch einige gute Beiträge wie z.b. der Blog-Beitrag des Lindwurm, “Der Zauber des Kailifats” und der unbedingt lesenswerte Artikel von Georg Seesslen, “Beginnend mit Worten, endend mit Blut”, der wohl spannendste Versuch bisher, die Ursachen für Terroranschläge dieser Art in Europa, verübt durch junge Menschen mit Migrationshintergrund, aber im jeweiligen Land geboren, zu erklären. Europäer von Geburt und dennoch offensichtlich so fremd im eigenen Land, dass die Perspektive, die jede denkbare eigene Zukunft bietet, nicht wert ist, das eigene Leben zu erhalten. So fremd, dass der Hass sogar den stärksten menschlichen Instinkt, den Überlebenstrieb, außer Kraft setzt. Die Frage danach, woher Hass und Entfremdung kommen wird in obigen Artikeln schon detailliert untersucht.

Mich treibt vor allem die Frage um, welchen Anteil Medien und Berichterstattung an der Zuspitzung der Geschehnisse haben.

Wer in den letzten Jahren und Monaten die sogenannten Leitmedien konsumierte konnte den Eindruck gewinnen, dass Terrorismus herbeigeschrieben, ja fast herbeigesehnt wurde.

Immer lauter, immer plakativer wurden selektiv gewählte Straftaten, die in ein bestimmtes Raster fielen, zur Unkenntlichkeit aufgeblasen. Den drei großen Magazinen Spiegel, Stern und Focus diente der Islam dazu, mit polemischen Titelseiten Aufmerksamkeit zu heischen und die Auflage zu garantieren. Zu betrachten unter anderem hier.

Die Macher der jeweiligen Zeitungen wissen: Es verkauft sich, was an die stärksten Emotionen des Menschen appelliert: Lust, Angst, Hass.

Angst ist im Falle der Medien deshalb so effektiv, weil sie einen langfristigen Konsum garantiert. Wer Angst empfindet, will nach einer Story wissen, wie sie weitergeht, will wissen, ob der Täter gefasst wird. Ist fasziniert und abgestoßen zugleich von den scheinbaren Intimitäten, die ihm durch die Boulevardblätter, aber immer öfter auch durch die seriös geltende Presse serviert werden.

Und die Journalisten und Chefredakteure wissen dies natürlich und überschlagen sich in schöner Regelmäßigkeit mit neuen Horrorgeschichten über Ehrenmorde, Vergewaltigungen, Kopftuchgeschichten und der damit verbundenen angeblichen Frauenunterdrückung, mit der sie selber selbstverständlich nichts am Hut haben, Magermodels und Nacktbildchen im eigenen Magazin hin oder her.

Nun finden selbstverständlich auch in atheistischen und christlichen Familien Morde statt. Wird über diese geschrieben, so handelt es sich jedoch vornehmlich um „Familientragödien“, um „unerklärliche Taten“… als wäre ein muslimischer Hintergrund der Beteiligten eine Erklärung für alles.

Auch Vergewaltigungen sind nicht Muslimen vorbehalten. Laut Terre de Femme ist jede siebente Frau schon einmal Opfer sexueller Übergriffe geworden. Nur etwa fünf Prozent der Vergewaltigungen kommen zur Anzeige und nur die wenigsten Vergewaltiger werden nach einer Anzeige auch verurteilt, da Aussage gegen Aussage steht

Und was an der angeblichen Nötigung zum Kopftuch dramatischer sein sollte als an der Nötigung, einem bestimmten Körperbild zu entsprechen will mir bis heute nicht einleuchten.

Wenn solch eine Form der Berichterstattung lange genug stattfindet, übernimmt die Riege der Stammleser nicht selten die selektive Wahrnehmung, der sie täglich ausgesetzt ist.

Ein schönes Beispiel für diese Funktionsweise waren die Wochen und Monate, in denen der Blätterwald voll war von Attacken durch sogenannte „Kampfhunde“. Bilder von scheinbaren Bestien waren zu sehen, Überschriften die suggerierten, wie üblich diese Attacken wären. Tatsächlich hatte sich am Beißverhalten der Hunde nichts geändert. Die Liste der Hunde, die am ehesten zubeißen führt übrigens bis heute der deutsche Schäferhund an. Da der aber keinesfalls als „Kampfhund“ gilt, wurde er von den Medien gnädig verschont.

Der Blick der Presse verengt sich, je nachdem, welches Thema sich gerade verkauft, und der Blick ihrer Leser verengt sich mit ihr.

Es kommt bei allen Artikeln, die Interesse erregen, auch zu einem Schneeballeffekt.

Wenn z.b. der Spiegel seinen Titel mit „Allahs gottlose Armee“ schmückt, kann man sich sicher sein, dass es bald aus dem geschlossenen Blätterwald aller anderen Medien zurückschallt, dass das Thema wiedergekäut und aufbereitet wird, bis es nicht mehr interessiert.

Nun ist das Problem mit Muslimen, Islamisten und Salafisten (die nicht selten in einen Topf geworfen werden) aber, dass die Angst der Menschen nicht nachlässt, sondern im Gegenteil immer weiter geschürt wird und damit auch ein Konsumverhalten entsteht, dass immer neue Horrormeldungen geradezu einfordert. Und der Journalist, der froh ist, noch eine Festanstellung ergattert zu haben, „liefert“.

Und wer will schon Geschichten über gut integrierte Muslime lesen, die morgens pünktlich aufstehen, ihre Arbeit tun, dann zu ihrer Familie zurückkehren, die sie selber mit ihrer Hände Arbeit versorgen.

Das würde, und so etwas sieht man in einer Marktwirtschaft nicht gerne, den Markt, Angebot und Nachfrage, einbrechen lassen. Möglicherweise würde es die Angst mindern, damit aber auch das Bedürfnis, die jeweilige Zeitschrift zu konsumieren, den jeweiligen Sender zu sehen. Auflage und Einschaltquote hängen an der Sensationslust.

Dass die Medien als Vierte Macht im Staate gelten, sollte ihnen aber nicht nur Rechte einräumen. Denn ja, das Recht auf freie Presse ist elementar und unabdingbar für eine Demokratie. Es sollte aber auch auf einem Verantwortungsgefühl basieren, auf dem Wissen um die Macht der eigenen Worte und Bilder, dem Wissen, dass die tägliche Berichterstattung die Wahrnehmung der Bevölkerung prägt, die ihr ausgesetzt ist. Dem Wissen, dass der nächste Artikel, der den Fokus gezielt auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe legt, auch Angst und Hass schüren kann und die Kaufkraft dieser beiden Emotionen keine Berechtigung für die Nachlässigkeit in der Berichterstattung ist. Eine verantwortungsvolle Presse versteht die Notwendigkeit, möglichst sachlich und emotionslos Fakten zu präsentieren. Und dies möglichst breitgefächert.

Die Frage, die mich umtreibt ist also: Wie viel Anteil hat die Presse am Entstehen der, sich mittlerweile feindlich gegenüberstehenden, Seiten der Bevölkerung?

Pegida, Mahnwachen, Querfront sind nicht vom Himmel gefallen. Sie folgten einem kausalen Entwicklungsprozess, sind nur möglich, weil die Basis dafür geschaffen wurde, namentlich Angst und Hass. Es ist schon fast als absurd zu bezeichnen, dass die so von der Presse Geprägten die „Lügenpresse“ schelten, solange diese nicht weiter bietet, was sie bisher schon geboten hat. Geschichten vom rechtschaffenen, hart arbeitenden Deutschen und den faulen Griechen, dummen Amerikanern und gefährlichen Muslimen. Ein, auf Klischees reduziertes, Bild der Realität.

Die andere Seite hingegen bemerkt nun ebenfalls die Früchte dieser „Öffentlichkeitsarbeit“. Muslime mit Migrationshintergrund haben es schwerer, Ausbildungen und Jobs zu finden. Ihr Nachname steht ihnen im Weg. Ebendies gilt auch für Wohnungen.

Dies durfte ich selber erfahren, als eine Vermieterin mir, die ich einen deutschen Namen trage, zuraunte: „Ich vermiete nämlich nicht an Ausländer“. Diese Form der Diskriminierung wird schlimmer, je verfestigter die Meinung der Gegenseite wird, Muslime seien alle potenzielle Terroristen zumindest aber mittelalterlich in ihrer Gesinnung und rückständig und damit weniger wert als der kultivierte Deutsche.

Wer so, in jungen Jahren, zudem vielleicht noch männlich, mit der Vorstellung im Kopf, Männer müssten die Familie versorgen und nährten daraus ihren Stolz (übrigens eine Haltung, die Männer der meisten Kulturkreise teilen), ständig an Grenzen gerät, die für ihn ohne permanentes „mea culpa“ für etwas, das er selber nicht verursacht hat, nicht zu überwinden sind, für den wird es ein Leichtes, sich zu radikalisieren.

Wer keine Perspektiven sieht, wer von einem nicht geringen Anteil der Bevölkerung das Gefühl vermittelt bekommt, unerwünscht und minderwertig zu sein, der wird immer weniger den Drang verspüren, sich konstruktiv einzubringen, zumindest außerhalb des eigenen Kulturkreises. Wenn zu dieser Berichterstattung und Gesellschaftsbasis dann noch persönliche und häusliche Schwierigkeiten dazukommen, wird aus der Ohnmacht schnell das Bedürfnis, diese mit Macht zu kompensieren. Gewalt ist das wohl simpelste Mittel, um aus einem Gefühl der Ohnmacht wieder ein Machtgefühl zu erleben. Der Weg des geringsten Widerstandes.

Die Presse spielt hier noch eine fatale zweite Rolle, denn die Berichterstattung über die Terroranschläge, die den Täter in den Fokus rücken, nicht die Opfer, reizt nicht selten junge Menschen, wenigstens in dieser Form an Bedeutung zu gewinnen, wie fragwürdig diese auch immer sei. Aus „Get rich or die trying“ ist dieser Tage für junge Leute „get famous or die trying“ geworden.

In einer Gesellschaft, die der normal arbeitenden Bevölkerung im besten Falle Mindestlohn und Bedeutungslosigkeit zukommen lässt, die Individualismus verspricht und doch permanent mit Austauschbarkeit droht, scheint das Streben nach Aufmerksamkeit und Ruhm das Maß aller Dinge zu sein.

Je größer also der mediale Wirbel um die Täter, desto größer die Wahrscheinlichkeit, Nachahmer heranzuzüchten.

Was also tun?

Eine Deckelung solcher Meldungen wäre wünschenswert. Eine radikale Anonymisierung der Täter, wenn die Masse auch noch so sehr nach boulevardesken Hintergründen für den „Bösewicht“ schreit.

Bei Suiziden besteht bereits ein solcher medialer Konsens. Die Presse hat gelernt, dass intensives Berichten über Selbsttötungen nicht selten Nachahmer zur Folge hat. Für Attentäter und Attentate gilt dies mindestens in gleichem Maße.

Zumindest der Ehrgeiz von Menschen wie Breivik, aber auch anderen jungen Männern ohne Perspektive, die nach Bedeutung lechzen, die davon träumen der größte, bedeutendste Massenmörder der Geschichte zu werden, „Großes“ zu vollbringen, wäre gemindert, wenn die Presse sich auf Opfer konzentrieren und die Täter mit Schweigen strafen würde.

Allerdings verkauft sich das nicht halb so gut.

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