Hoch lebe Erdogan!

Beleidigt Erdogan nicht länger!

Sonst holen euch die Hundefänger

und zerren euch vor ein Gericht

Da zögert Frau Justitia nicht

 

Hier tut die blinde Göttin recht

Schmähgedichte sind voll schlecht

vor allem wenn sie einen schmähen

den wir gern als Partner sähen

 

Merkt euch das, Satire-Affen:

wir exportieren viele Waffen

besonders viele an die Türken

die damit nur Gutes wirken

 

Frauen, Linke, Journalisten, Kurden

die jüngstens immer frecher wurden

Hält er im Zaum mit harter Hand

es geht ihm um das Vaterland

 

Erdogan, Licht des Islam

Schmähen verboten! Voll haram

Beschützt uns vor der Flüchtlingsflut

Dieser Typ ist einfach gut

 

Brav bekopftucht seine Frau

wie ihr Gatte schön und schlau

Liest lieber stundenlang in Suren

statt in Kneipen rumzuhuren

 

Manchmal preist sie auch den Harem

als Hort des Guten und des Wahren

Vielleicht ist es ein kinky Fetisch?

Oder doch nur Macho-apologetisch?

 

Ich kritisier das nicht, voll generös

heut sind ja viele polyamourös

Und es zählet nicht als Seitensprung

Verkehr mit Sklavinnen, hübsch und jung

 

Die Türkei, sie hat uns viel gegeben

Oder wollt ihr ohne Döner leben?

Wer Döner isst, dem steht´s nicht an

zu verhöhnen den Herrn Erdogan

 

Er hält Wacht am Bosporus

gegen Flüchtlinge und den Russ

Allahs feinster Supertyp

Recep Ergogan Tayyip

Terror in Brüssel: Der Dritte Weltkrieg und wer ihn führt

Jene wandelnden Exkremente, die aus dem Koran eine Lizenz zum Morden herauslesen, haben am 22. März in Brüssel zugeschlagen und mindestens 30 Menschen ermordet. Vorhin sah ich ein Video, das nach dem Bombenanschlag in der Brüsseler U-Bahn aufgenommen wurde. Die Explosion hatte einen Zug regelrecht zerfetzt. Vor Angst wimmernde Überlebende tasten sich, über die Toten steigend, durch den Qualm. Das ist verstörend und macht einen gleichzeitig wütend und traurig. Die Vorstellung, dass jetzt irgendwo Menschen sitzen und sich beim Anblick dieser Bilder ein Highfive geben, schlägt mir auf den Magen. In den Sozialen Netzwerken kursieren erste triumphierende Stellungnahmen des IS oder seiner Sympathisanten – und erste Versuche von Politikern, über dem noch heißen Blut der Opfer ihre Süppchen zu kochen.

Die Terroristen sind fanatisch, vielleicht sogar wahnsinnig, aber sie sind nicht dumm. Sie wissen genau, dass jeder von ihnen verübte Massenmord in Europa jene Kräfte stärkt, die den Islam und mit ihm die Muslime insgesamt ablehnen oder hassen. Sie gehen zurecht davon aus, dass mit jedem Massaker jene politischen Strömungen in Europa stärker werden, die das abendländische Spiegelbild der Jihadisten sind und sich nur allzu gerne auf einen apokalyptischen Endkampf der Kulturen einlassen und, sozusagen in einem Aufwasch, in Europa auch die Fortschritte der vergangenen 50 Jahre wieder rückgängig machen wollen. Womit dann gute 200 Jahre Aufklärung für die Katz gewesen wären. Um fanatische Freiheitsfeinde, Frauenverächter, Antisemiten, Schwulenhasser und Antidemokraten abzuwehren, wählen wir fanatische Freiheitsfeinde, Frauenverächter, Antisemiten, Schwulenhasser und Antidemokraten an die Macht. Könnte das Universum lachen, würde das Gelächter uns taub machen.

Aus Sicht der Täter waren die Anschläge in Brüssel ein voller Erfolg. Sie konnten dort zuschlagen, wo aus ihrer Warte das „Herz der Bestie“ (Che Guevara) liegt, in der inoffiziellen Hauptstadt der EU, wo noch dazu das NATO-Hauptquartier beheimatet ist. Wo aber kommen diese Mordbuben her und was treibt sie an? Schlichtere Gemüter meinen, das liege am Koran. Aber mit den Religionen ist das so eine Sache. Schon Jesus, der Hippie aus Galiläa, predigte nicht nur Wange-Hinhalten und Feindesliebe. „Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert“, ließ er via Lukasevengelium ausrichten. Damit hinterließ er Sätze, auf die sich zwei Jahrtausende lang jeder sich christlich nennende Schlächter berufen sollte. So ähnlich ist das auch mit dem Koran. In dem steht, wie in jedem weltreligiösen Standardwerk, alles und sein Gegenteil. Aufrufe zu Mildtätigkeit und Toleranz reihen sich an Passagen, die man durchaus als theologische Rechtfertigung zum Massenmord missbrauchen kann.

Es ist keineswegs ausgemachte Sache, dass sich stets nur die durchsetzen, die aus ihren jeweiligen „heiligen“ Schriften immer nur die Affirmation der menschlichen Niedertracht herauslesen, und sowohl die islamische (Kultur)Geschichte als auch die Lebenspraxis hunderter Millionen Muslime zeigen, dass Islam auch anders kann als nur Unterdrückung und Krieg. Als man in Europa Humanismus noch nicht einmal buchstabieren konnte, einander andauernd massenweise abschlachtete, Häretiker verbrannte und Juden massakrierte, entwickelte sich im arabischen Raum eine Art von Frühhumanismus. Muslimische und jüdische Gelehrte schufen auf der Basis antiker Philosophie, theologischer Texte und rabbinischer Dispute ein erstaunlich modern wirkendes Denken. Wer die europäische Geistesgeschichte des Mittelalters mit der morgenländischen vergleicht und weiß, welchen Vorsprung an Wissen und Kultiviertheit der arabische Raum damals hatte, wird das Schlagwort „ex oriente lux“ in einem völlig anderen Licht sehen als die dumpfen Abendländer, die es einst prägten. Erst zu Beginn der Neuzeit drehte sich dieses Verhältnis langsam um. Während Europa in kleinen Schritten aus der Nacht des Mittelalters trat, rutschte die islamische Welt ebenso schrittweise dorthin zurück. Heute ist der Islam ein zutiefst zerstrittenes, widersprüchliches Haus, in dem Muslime, die ihre Religion problemlos mit den Anforderungen einer modernen Welt vereinbaren können, neben stockkonservativen Bewahrern der Rückschrittlichkeit und fanatischen Eiferern, die den Entscheidungskrieg gegen alle „Ungläubigen“ suchen, leben.

Was aber sollen wir tun? Wie gehen wir mit Leuten um, die alles vernichten wollen, was nicht ihrer extremen Auslegung des Islam entspricht? Dazu sollten wir zunächst verstehen, was diese Leute angreifen und was wir daher verteidigen müssen. Es kämpfen in diesem neuen Weltkrieg nicht Muslime gegen Christen oder Muslime gegen Juden, sondern Barbaren gegen die Zivilisation. Nicht so sehr die „Fehlgläubigkeit“ ist den Islamisten ein Dorn im Auge, obwohl die schärfsten Fanatiker unter ihnen auch diese blutig bekriegen, sondern das relativ neue westliche Modell der religiösen Toleranz, das wenigstens theoretisch jeden Glauben ebenso gleich behandelt wie es Unglauben nicht sanktioniert. Der Alptraum der Jihadisten ist eine Gesellschaft, in der jeder nach seiner Facon glauben oder eben auch nicht glauben darf, in der die Moschee gleichberechtigt neben der Kirche, der Synagoge und dem Hauptquartier des Atheistenbunds steht, sich alle mehrheitlich darüber einig sind, dass keiner dem anderen seine Wertvorstellungen aufzwingen darf und wo das weltliche Recht das religiöse trumpft. Nur eines hassen Islamisten noch mehr als so eine nach dem Muster der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung verfasste Gesellschaft, und das wäre eine sozialistische und somit dezidiert areligiöse. Es ist kein Zufall dass die erste Generation der neuen gewaltbereiten Jihadisten zuerst nach Afghanistan ging, um gegen die Sowjetunion und die realsozialistische Regierung in Kabul zu kämpfen. Da der Realsozialismus aber seit 1991 erledigt ist, wendet sich die ganze Wut und terroristische Tatkraft dieser Leute nun gegen ihren zweiten Hauptfeind, nämlich unsere weltlichen liberalen Gesellschaften.

In einer besseren Welt, in der bessere Politikerinnen bessere Absichten hätten, könnte man in der derzeitigen Lage fordern, die westlichen Staaten sollten mit großen Armeen in Syrien, Libyen und den anderen Brutstätten des Djihadismus einmarschieren und die Terrorgruppen gewaltsam ausradieren, um danach Demokratie und wirtschaftliche Prosperität einzuführen. Leider leben wir aber in unserer Welt, die keine gute ist, weil in ihr nichts anderes von Bedeutung ist als der kurzfristig lukrierbare Profit, weswegen die herrschende Klasse auch lieber eine perverse Neuaufführung von Lenins Stück gibt: „Die Kapitalisten werden uns noch den Strick verkaufen, mit dem wir sie aufknüpfen“. Und so verkaufen wir Waffen an Saudi Arabien statt diesen Staat, der wie kaum ein anderer den Terrorismus und dessen ideologisches Unterfutter fördert, zu ächten, so machen wir Geschäfte mit Iran statt die verfolgte Demokratiebewegung zu unterstützen. Das ist ein moralischer Bankrott, der den Kriegern Allahs nicht entgeht und den diese völlig zu Recht als Schwäche und Dekadenzerscheinung deuten. Da die Welt aber so ist, wie sie ist, und uns wohl nicht so bald ein Licht in Gestalt einer globalen marxistischen Revolution leuchten wird, müssen wir diesen Krieg, diesen neuen Weltkrieg mit jenen Waffen führen, die wir haben und wir müssen das wenige, was wir besitzen und was unser Leben lebenswert macht, gegen die verteidigen, die uns nicht einmal diesen Schatten der Freiheit gönnen, den wir innerhalb unserer kapitalistischen bürgerlichen Demokratien erkämpft haben, sondern uns zurückführen wollen in die Dunkelheit. Es ist ein Zweifrontenkrieg, denn diese schattenhafte Freiheit wird nicht nur von Jihadisten bedroht, sondern mehr noch von jenen, die vorgeben, sie zu verteidigen, nämlich von europäischen Rechtsradikalen und Rechtspopulisten.

Europa, Kontinent der depressiven Greise

Sterbende Gesellschaften erkennt man unter anderem an ihrem Mangel an Optimismus und Zukunftshoffnung. Aufstrebende Gesellschaften hingegen sind neugierig, aufgeschlossen und voller Hoffnung auf bessere Tage.

Europa wirkt derzeit wie eine sterbende Gesellschaft, und das ist dieser Kontinent ja tatsächlich. Die Geburtenraten und das Zahlenverhältnis zwischen Jungen und Alten sprechen eine deutliche Sprache. Europa vergreist, und entsprechend sieht auch die Politik aus, die hier gemacht wird. Europa ist ein Altersheim, und wie das mit älteren Menschen halt so ist, haben viele Bewohner Angst. Man realisiert, dass das Leben sich seinem Ende nähert und hat entsprechend wenig Hoffnung.

Keine Hoffnung zu haben empfiehlt Österreichs Innenministerin Mikl-Leitner auch den Flüchtlingen „Das Problem ist, dass immer noch Hoffnungen und Erwartungen der Flüchtlinge geweckt werden“, zitierten die Medien vor kurzem die ÖVP-Politikerin. Derweil lässt Österreich in Afghanistan Plakate anschlagen, auf denen davor gewarnt wird, sich ein besseres Leben in Europa zu erhoffen.

Doch außerhalb der europäischen Seniorenresidenz will man sich partout nicht mit der anempfohlenen depressiven Genügsamkeit anfreunden. Dort wohnen nämlich noch Menschen, die nicht nur Brot und Wasser und eine Pritsche in einem Lager haben wollen, sondern eine Zukunft. Sie wollen nicht nur existieren, sondern leben. Das ist etwas, das man in Europa zusehends verlernt. Dass das Leben nämlich mehr ist als nacktes Dasein. Deswegen werden die des Lebens überdrüssigen Europäer auch so wütend, wenn Flüchtlinge oder Migranten sich nicht in das für sie vorgesehene Los fügen und widerstandslos in Lagern dahinvegetieren, sondern „frech“ ein selbstbestimmtes Leben haben wollen. Das sei „undankbar“, heißt es dann, obwohl es doch nur menschlich ist.

Hoffnungslos werden, depressiv sein – das verlangt die europäische Politik seit ungefähr 20 Jahren von allen, die in der gesellschaftlichen Hackordnung unten stehen. Arbeitslose, Kranke, Behinderte und Minderheiten aller Art sollen froh sein, dass man sie nicht verhungern lässt oder umbringt, statt nach Teilhabe und Inklusion zu rufen. Besonders deutlich wurde diese Haltung durch die Agenda 2010 in Deutschland, die aus einer Arbeitslosenunterstützung, die noch ein halbwegs würdiges Leben ermöglichte, Hartz-IV machte, das nur mehr das nackte Überleben gewährt und auch das nur unter ständiger Drangsalierung und Demütigung der Betroffenen. Aus anspruchsberechtigten Versicherten wurden Empfängerinnen von Almosen, aus den Lebensstandard ansatzweise sichernden Leistungen Gnadenbrot. Ein Gnadenbrot, das nur dann gewährt wird, wenn sich die Empfänger völlig unterwerfen und andauernd beweisen, dass sie eh willig wären, jeden noch so schlechten Job anzunehmen, wenn es denn einen für sie gäbe. Studien haben ergeben, dass Hartz-IV-Bezieher weit häufiger an Depressionen, Angststörungen und anderen psychischen Problemen und Krankheiten leiden, als andere Teile der Gesellschaft. Ich unterstelle, dass das die Absicht dahinter ist, denn depressive Menschen ohne Hoffnung wehren sich nicht gegen ein System, das sie ausgrenzt.

Ich vermute übrigens, dass in der physischen und geistigen Vergreisung Europas auch einer der Gründe zu finden ist, warum aus der ursprünglichen Sympathie, ja Begeisterung für Israel inzwischen Ablehnung und Hass geworden ist. Als Europa selber noch jung war, sozusagen neu geboren nach dem Krieg, fühlte man eine emotionale Verbindung zu den Juden, die sich einfach nicht unterkriegen ließen und in der Wüste einen Staat schufen, den sie in ein blühendes Gemeinwesen verwandelten. Diese grundoptimistische Haltung hat sich in Israel trotz aller Rückschläge und Kriege und Bedrohungen bis heute erhalten, während in Westeuropa längst die große Angst umging. Israel ist ein führendes Technologieland mit relativ zur Bevölkerungszahl mehr Startups und Patentanmeldungen als ganz Europa. Überall in Israel gibt es offenes WLAN während in Europa jeder sein Wi-Fi mit Passwörtern absichert vor lauter Angst, jemand könne „schmarotzen“ oder sonst was böses damit anfangen. Obwohl das Leben teurer ist, die soziale Absicherung schlechter und allerorten ganz reale Gefahren lauern, sind Israelis viel optimistischer und lebensfroher als die Europäer. Selbst Seniorinnen wirken in Israel großteils besser gelaunt als ihre europäischen Altersgenossen. Kurz: Israel wirkt jung und verhält sich wie ein junger Mensch, der noch viel vorhat. Das aber finden die grantigen europäischen Greise verstörend und ärgerlich, da es ihren Neid weckt. Der Angst und dem Tod zugeneigte Menschen mögen das Lebendige und Bewegliche nicht.

Die Menschheit kann übrigens von Glück reden, dass sie nicht immer so war, wie es Mikl-Leitner und Konsorten von ihr verlangen, nämlich hoffnungslos und bescheiden, denn sonst würde sie immer noch in Höhlen wohnen oder wäre, was wahrscheinlicher ist, schon vor zehntausenden Jahren ausgestorben.

Inzest, Nekrophilie, Psychiatrie und der Sadismus des „Volksempfindens“

Wenn es um Sexualität geht, setzt der Verstand gerne aus. Das ist ganz angenehm für Menschen, die miteinander Sex haben, aber seit jeher höchst problematisch in der politischen Auseinandersetzung. Nach wie vor sind Sexualgesetzgebungen weltweit viel stärker an Traditionen und religiösen Wertvorstellungen orientiert als an den einzigen Maßstäben, die wirklich zählen sollten: Beruht eine sexuelle Betätigung auf der Freiwilligkeit aller Beteiligten? Sind die Beteiligten geistig reif genug, um zuzustimmen? Geht von der sexuellen Praktik eine konkrete Gefahr für konkrete Menschen aus? Jede andere Argumentation für Verbote und Gebote ist irrational und sachlich nicht zu rechtfertigen.

Die Vorsitzende der schwedischen Jungliberalen, Cecilia Johnsson, hat nun ganz bewusst mit dem Vorschlag provoziert, Inzest sollte für Menschen über 15 ebenso legalisiert werden wie der sexuelle Verkehr mit Toten, die vor ihrem Ableben ihre Zustimmung dazu gegeben haben. Die Gesetzgebung, so Johnsson, dürfe nicht „auf Ekel basieren“. Ganz absichtlich wählte die junge Politikerin Sexualpraktiken, die weithin tabuisiert werden und Ekel hervorrufen, denn nur so bringt man halbwegs intelligente Menschen dazu, ihre eigene Haltung zu überdenken und sich die Frage zu stellen: „Habe ich wirklich das Recht, andere Menschen zu kriminalisieren, nur weil ich deren Verhalten oder auch nur Fantasien ekelhaft finde, sie aber keinen Schaden anrichten?“

Bei Menschen, die nicht denken können, löst solch ein Vorstoß natürlich nur ablehnende Reflexe und zornige Bestrafungsfantasien aus. Die Leserinnen und Leser der „Krone“ zum Beispiel reagieren, wie man es von ihnen erwarten darf, nämlich wütend und voller Lust, die schwedische Nachwuchspolitikerin zum Schweigen zu bringen. Interessant sind aber nicht so sehr die Ablehnung und die Wut, sondern wie man sich eine „Bestrafung“ der Schwedin konkret vorstellt. Immer wieder taucht die Forderung auf, die Frau müsse in die Psychiatrie gesperrt werden, denn die Psychiatrie hat für das „Krone“-Publikum offenbar Strafcharakter und soll dazu dienen, Menschen mit missliebigen Meinungen ihrer Freiheit zu berauben und umzuerziehen. Dass Psychiatrie aber genau das nicht sein darf, leuchtet dem ungesunden Volksempfinden nicht ein. Dieses Volksempfinden verspürt große Lust an der Vorstellung, Menschen einzusperren und folterartigen „Behandlungen“ zu unterwerfen, wie sich Menschen, die keine Ahnung von Psychiatrie haben, diese halt ausmalen. Zu erkennen, dass genau das wesentlich „kränker“ ist, als eine Meinung zu sagen, wie unangenehm diese für einen im ersten Moment auch erscheinen mag, weil es von Sadismus und völlig übertriebener Straflust zeugt, ist eine Denkleistung, die sehr viele leider nicht zu erbringen im Stande sind.

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Links sein neben linken Antisemiten?

Als sich Israel im Jahr 2014 militärisch gegen Rakentenangriffe aus dem Gazasteifen wehrte, kündigten mir viele sich für politisch links haltende Leute die (Facebook)Freundschaft und schimpften mich einen „Rassisten“. Ich hatte nämlich Verständnis dafür geäußert, dass ein Staat nicht tatenlos zusehen kann, wenn Terroristen seine Bürger mit Raketen beschießen. Neben Rassismus wurde mir auch unterstellt, mich am Tod von Zivilisten, ja von Kindern in Gaza zu erfreuen. Mit Erstaunen stellte ich fest, dass ich für viele geradezu ein Monster war. Ein Rassist, der es gut findet, wenn im Krieg Kinder sterben. Das verletzte mich mehr, als ich zugeben wollte. Ich weiß zwar, dass ich weder Rassist bin noch mich an Leid und Tod von Kindern und anderen Zivilisten ergötze, aber es lässt mich nicht ganz kalt, wenn dergleichen in mehr oder weniger linken Kreisen über mich verbreitet wird. Ich bin freilich nicht der einzige, dem es so geht.

Die Linke hat, obwohl sie ohne jüdische Geistesgeschichte und jüdische Intellektuelle nicht existieren würde, seit jeher ein Antisemitismusproblem, das von Beginn an eigentlich ein Intelligenzproblem war und das bis heute geblieben ist. Schon daran, Karl Marx zu verstehen, scheiterten viele Zeitgenossen und später sogar Intellektuelle wie Hannah Arendt, die Marx´ Text „Zur Judenfrage“ als Wurzel linken Antisemitismus missverstand, dabei weder die geistige Umgebung, in der dieser Text geschrieben worden war, berücksichtigend, noch die Synonymität des Begriffs vom Judentum darin verstehend. Entscheidender als jener selten gelesene Text war aber die Komplexität marxistischer Theorie, die von Beginn an Vereinfachungen und Verkürzungen attraktiv machte bis hin zu protonazistischen Personalisierungen systemischer Prozesse und Verhältnisse. Statt den Kapitalismus als Produktionsweise, Distributionsverfahren und Gesellschaftsordnung zu begreifen, trat teilweise schon bei Marx und Engels, verstärkt und immer öfter aber seit der ersten Rezipientengeneration eine Moralisierung an die Stelle der Analyse und mit der Moralisierung eine Personalisierung. Vor allem simplen Gemütern schien ein tatsächliches oder vermeintliches moralisches Fehlverhalten von Vertretern der Kapital besitzenden Klasse eine viel einleuchtendere Erklärung für den schlimmen Zustand der Welt zu sein als die Zwänge des Systems, dem selbst der menschenfreundlichste Kapitalist nicht entrinnen konnte. Aus dieser Personalisierung des Systemischen in einem gesellschaftlichen Klima, in dem sich antijüdische Motive aus dem Mittelalter mit rassistischen Ideen verbanden, wurde der linke Antisemitismus geboren, der freilich eine derartige Perversion wahren linken Denkens darstellt, dass er bereits historisch und bis heute immer wieder zur Folge hat, dass so denkende Linke ohne große Probleme rasch sehr rechte Positionen übernehmen können und, das ist heute wieder oft zu beobachten, Rechte mit Versatzstücken linker Rhetorik reüssieren können. Neue Kraft schöpfte linker Antisemitismus in den 1960er Jahren aus geopolitischen Positionierungen des realsozialistischen Blocks mitsamt einer dazu ausgeheckten falschen Imperialismusdefinition sowie seit den 1990er Jahren durch antiuniversalistische Regressionen in postkolonialen und postmodernen Strömungen vor allen innerhalb der akademischen Linken.

Heute steht man als Linker, dem der neokonservative und rechtsautoritäre Backlash sehr missfällt, vor dem Problem, dass fast überall dort, wo sich im weiteren Sinne linke Gegenbewegungen formieren, auch Antisemitismus in variierenden Dosierungen mit von der Partie ist. Zumeist ist dieser Antisemitismus als Israelkritik verkleidet, die jedoch oftmals weit über die ohnehin schon unfaire Sondermoral gegenüber dem Staat Israel hinausgeht und dessen Schädigung oder gar Abschaffung vorantreibt, was selbst ohne die aus den historischen Erfahrungen sich zwingend ableitende Israelsolidarität nichts anderes wäre als reiner Antisemitismus. Wohin man auch blickt, ob auf Jeremy Corbyn in Großbritannien, auf Podemos in Spanien, Syriza in Griechenland, die Partei Die Linke in Deutschland, etliche Sozialdemokratien und auch außerparlamentarische linke Regungen – überall wird man auf (Unter)Strömungen treffen, die mehr oder weniger ausgeprägte Varianten des linken Antisemitismus sind. Da stellt sich die Frage, wie man damit umgehen sollte. Manche beantworten diese Frage für sich damit, dass sie sich aus jeder potenziell historisch wirksamen Linken zurückziehen und in Mini-Sekten Kritik am linken Mainstream üben, der inzwischen freilich selber nur ein politisches Rinnsal ist. Diese Haltung treibt dann oft Blüten, die sonderbar zu nennen noch stark untertrieben ist, denn wenn zum Beispiel Teile der „antideutschen“ Szene weit rechts stehende Politiker unterstützen und damit bereit sind, emanzipatorische Errungenschaften in Europa, den USA oder Israel zu opfern, weil diese Politiker sich wenigstens verbal zugunsten Israels und gegen die Barbarei radikalislamischer Regimes und Rackets stellen, ist das objektiv kaum weniger wahnhaft und reaktionär wie das Paktieren anderer Linker mit ultrareaktionären bis faschistoiden Bewegungen, wie es beispielhaft die lateinamerikanische Linke mit dem Iran und dessen globalen Terrorgruppen vorgemacht hat. Natürlich ist was dran an der Feststellung, dass selbst die von Rechtsrepublikanern regierten Vereinigten Staaten oder das von den Tories in einen viktorianischen Sozialalptraum zurückverwandelte Großbritannien mehr Zivilisation und damit lebenswertes Leben zu bieten hätten als die Klerikalfaschisten in Iran oder die Vernichtungsantisemiten von Hiszbollah und Hamas, aber die kalte Bereitschaft, für die tatsächliche, meist aber nur theoretische Verbreitung universeller menschenrechtlicher Konzepte auf dem Rücken vieler Millionen immer prekärer existieren müssender Amerikaner und Europäer in die Schlacht zu reiten, ist ebenso unmoralisch wie sich die Annahme, ausgerechnet Herrschaften wie Trump, Bush, Cameron oder Netanyahu stünden für einen energischen Kampf gegen die Barbarei, als furchtbarer Trugschluss entpuppen könnte.

Also was tun? Sich den Reaktionären anschließen, weil die derzeitige Linke voller moralischer und strategischer Schwächen ist? Ich würde sagen: Nein. Stattdessen muss man sich in all der Wahnproduktion, die links und rechts auf Hochtouren läuft, seine Vernunftfähigkeit ebenso bewahren wie eine grundlegende linke Ethik. So wie man linken Antisemitismus ständig aufdecken und bekämpfen muss, muss man auch den Anschluss an die rechten Frauenfeinde, Minderheitenverfolger, Kriegstreiber, Schwulenhasser, Armen- statt Armutsbekämpfer, Rassisten und Autoritären kritisieren und verweigern. Nur weil es viele Idioten gibt, die sich links nennen, ist es nicht falsch, links zu sein. Und sehr hilfreich ist auch, den Blick von der Theorie auf die Praxis zu lenken, denn das kann so manche Vorstellung, die man von der Welt und ihrem Funktionieren hat, zurechtrücken. Die griechische Regierung unter der Führung von Syriza, der im Vorfeld nachgesagt wurde, sie bestünde aus lauter Antizionisten, ja Antisemiten, pflegt mit Israel so freundschaftliche Beziehungen wie kaum eine griechische Administration zuvor. Israel war historisch stets unter Linksregierungen am stärksten und am sichersten. Die massivste  Unterstützung seitens der USA genoss Israel unter demokratischen Präsidenten. Nur weil sich im weiten Feld linker Politik immer wieder auch antisemitische Figuren herumtreiben, muss die Regierungspraxis noch lange nicht von diesen bestimmt werden. Vor allem dann nicht, wenn man aktiv gegen diese Leute vorgeht und nicht aufhört, sie zu benennen und zu kritisieren.

Weinende Flüchtlingskinder und wie wir uns selbst entmenschlichen

Ein Bus soll Flüchtlinge in eine Unterkunft im sächsischen Dorf Clausnitz  bringen. Plötzlich versperrt ein 100 Mann starker Mob dem Bus den Weg. Eineinhalb Stunden lang belagert der Trupp den Autobus und brüllt dabei unentwegt „wir sind das Volk“. Einer der Täter filmt das Geschehen. Auf dem Video sieht man, wie im Bus Kinder und Frauen vor Angst weinen. Der Mob hört nicht auf. Weinende Kinder würden jeden seelisch halbwegs intakten Menschen dazu bringen, Mitgefühl zu haben. Wenn ein Kind weint, will man es trösten, will ihm, wenn es vor Angst heult, diese Angst nehmen. So würden Menschen reagieren, die noch zu Mitgefühl fähig sind. Wir wissen, dass es Leute gibt, die keine Empathie gegenüber verängstigten Kindern empfinden. Pädophile Sexualstraftäter zum Beispiel, Kriegsverbrecher und die historischen Nazis. Spätestens seit dem Video von der Busbelagerung ist klar, dass auch die „besorgten Bürger“, die sich zu flüchtlingsfeindlichen Aufmärschen zusammenrotten, zu dieser menschlichen Grundregung nicht fähig sind. Sie haben die Menschlichkeit in sich abgetötet oder nie besessen. So ist das nämlich mit der Dehumanisierung. In Wirklichkeit wird nicht das Opfer seiner Menschlichkeit beraubt, sondern die Täter machen das mit sich selber. Nicht die Juden, die man in Viehwaggons steckte, wurden dadurch zu Tieren, sondern jene, die sie da hineinsteckten.

Die selbst gewählte Entmenschlichung hat inzwischen große Teile der europäischen Politik erreicht. Als wäre es mit Menschlichkeit vereinbar, beschließt man „Obergrenzen“, nach deren Erreichen Asylsuchende gnadenlos abgewiesen werden. Als wäre es mit Menschlichkeit vereinbar, schiebt man Familien ab, die seit 20 Jahren im Land gelebt und ihre Kinder hier zur Welt gebracht haben, weil die Länder, aus denen sie einst flohen, inzwischen als „sicher“ gelten. Wie in den finstersten Tagen der Menschheit kommt die Polizei mitten in der Nacht, um den Überraschungseffekt zu nützen. Lautes Hämmern an der Tür, dann liest ein Polizist den Abschiebungsbefehl vor und die vor Angst und Verzweiflung zitternden Menschen müssen in aller Hast ein paar Wäschestücke einpacken, bevor man sie in Gefangenentransportern in den Abschiebeknast bringt. Die Gesetze, die diese Unmenschlichkeiten erlauben, werden immer weiter verschärft. Sie machen weder vor bestens integrierten Leuten halt noch vor Kranken. Vorschrift sei Vorschrift, meinen die Behörden, und exekutieren die inhumanen Gesetze, die Politikerinnen ohne Gewissen gemacht haben. In den Abschiebegefängnissen versuchen immer mehr Verzweifelte, sich das Leben zu nehmen.

Was ist schiefgegangen? Warum baut ein europäisches Land nach dem anderen Grenzzäune und betreibt eine inhumane Politik? Wieso meint der reichste Kontinent der Welt, auf dem mehr als eine halbe Milliarde Menschen leben, er könne ein paar Millionen Schutzsuchende nicht aufnehmen und ihnen ein menschenwürdiges Leben bieten? Woher kommt all der Hass auf Menschen, die alles verloren und zurückgelassen haben? Die Wurzeln sind ausgerechnet dort zu finden, wo man sie am wenigsten vermuten würde, in der Aufklärung nämlich. Die hat zwar den Menschen aus dem Feudalismus befreit, aber gleichzeitig den Weg frei gemacht für Ideen und Praktiken, die es zuvor nicht gegeben hatte, nämlich Kapitalismus, Rassismus, Utilitarismus, Nationalismus und weitere Produktions- und Herrschaftsformen sowie technokratische Ideologien, die den Menschen zum Objekt degradierten, dem nichts Heiliges mehr innewohnte und dessen massenhafte Entmenschlichung, ja sogar Vernichtung daher moralisch vertretbar erscheint, solange diese Mittel den Zweck heiligen, und der Zweck heißt je nach Gusto: Profit, Diktatur des Proletariats, Rassenhygiene, Standortsicherung… . Der Tiefpunkt an Amoralität wurde mit dem Nationalsozialismus erreicht, der wie keine andere Ideologie die kapitalistische Scheinlogik von nützlichem und unnützem Menschenmaterial verinnerlicht hatte und seine kranken und falschen Milchmädchenrechnungen den durch Wirtschaftskrisen verängstigten Menschen als Schiefheilungsmethode anbot. „Es geht dir schlecht, weil du die parasitären Elemente mittragen musst. Wenn wir die ermorden, fällt mehr für dich ab“. Dieser Kern nationalsozialistischer Ideologie wirkt bis heute weiter und tritt uns nun in Form der xenophoben Propaganda entgegen, die ähnlich beschränkt argumentiert und wohl gerade deswegen bei den Beschränkten so gut ankommt. „Die Fremden kommen und wollen am Kuchen mitnaschen, deswegen wird dein Stück davon immer kleiner. Wenn wir sie nicht kommen lassen, wird es wieder größer“, so erzählt man es den Leuten, und weil die meisten nichts von Ökonomie verstehen, kommt das gut bei ihnen an. Tatsächlich ist beispielsweise das Gerede von den Flüchtlingen und Migrantinnen, die bloß wegen der Sozialleistungen zu uns kommen wollten, nichts anderes als ein Echo der NS-Propaganda gegen „unnütze Esser“. Es ist eine antizivilisatorische Regung, denn volkswirtschaftlich gesehen gibt es keine „unnützen“ Menschen. Sogar der Koma-Patient gibt dem Menschen, der ihn betreut, Lohn und Brot. Eben jener Koma-Patient wird erst dann zum Belastungsfaktor und somit zum potenziellen Mordopfer, wenn man die volkswirtschaftliche Betrachtung durch eine betriebswirtschaftliche ersetzt. Und das ist seit 40 Jahren die Kernbotschaft rechtsliberaler Propaganda und Praxis. „Mehr privat, weniger Staat“ lautet seit Jahrzehnten die Catchphrase jener, die alle Lebensbereiche der Kapitalverwertung unterwerfen wollen. Damit aber stoßen sie das Tor zur Barbarei auf, denn wenn sich alles und jeder rentieren muss, und zwar betriebswirtschaftlich, dann gibt es tatsächlich „unnütze“ und „überflüssige“ Menschen, deren Erhaltung den „Standort“ schwächt.

Die Anzeichen der erneuten Barbarisierung der Verhältnisse sind schon seit Jahren für jene gut sichtbar, die die Augen nicht fest verschließen. In diesem Blog wurde immer wieder darauf hingewiesen. Die Rückkehr der Euthanasie in den Benelux-Staaten, wo inzwischen eine psychiatrische Diagnose ausreicht, um sich mit offizieller Genehmigung töten zu lassen. Die um ein Vielfaches härteren Strafen, die kriminell gewordenen psychisch Kranken im Vergleich zu sogenannten gesunden drohen und die teils jahrzehntelange Freiheitsberaubung psychisch Auffälliger. Die Abspeisung von Millionen Armen durch private Charity wie die Tafeln. Die teilweise Abschaffung der Invalidenrenten. Existenzgefährdende Sanktionen für Arbeitslose. Und nun das Gerede, von Sozialhilfe abhängigen Menschen Essensmarken statt Geld zu geben und sie zur Zwangsarbeit einzuteilen. All das und mehr war das Vorglühen der neuen Bestialität, deren Fratze uns im Eingangs beschriebenen Video anstarrt, die in den hasserfüllten Gesichtern jener Mitleidslosen zu erkennen ist, die Kinder zum Weinen bringen und dabei weder Scham noch Reue empfinden.

Die FPÖ und die Kastration mit Ziegelsteinen

Ich frage mich ja manchmal, was FPÖ-Politiker und andere Rechte gegen die islamische Scharia haben, sind doch Körperstrafen offenbar ganz nach ihrem Geschmack. So möchte zum Beispiel der Schwechater FPÖ-Gemeinderat Wolfgang Zistler Sexualstraftater „mit zwei Ziegelsteinen“ kastrieren.

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Der Einwand einer seiner Facebookfreundinnen, dass „Toleranzbesoffene“, also zivilisierte Menschen dergleichen inhuman finden könnten, ist Zistler „egal“.

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Wie üblich beim Thema Sexualkriminalität gehen die sadistischen Fantasien mit den autoritären Charakteren durch.

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Natürlich darf in einem hetzerischen FPÖ-Thread auch der Wirrkopf nicht fehlen, der in Großbuchstaben wahnhaftes Zeug brüllt und recht willkürliche Gänsefüßchen setzt.

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Auch die potenziellen Scharfrichter melden sich zu Wort, was beim FPÖ-Gemeinderat auf großes Wohlgefallen stößt.

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Andere wiederum machen sich Sorgen um die Ziegelsteinpreise.

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Wie schon vor Jahrzehnten in Studien erhoben wurde, sind derlei sadistische Betrafungsgelüste  Ausfluss einer verinnerlichten Unterwerfung unter Autoritäten und der Überidentifikation mit Stärke und Gewalt, die wiederum das Trauma liebloser Kindheiten und die Erfahrung von Machtlosigkeit kompensieren soll. Wer nie gelernt hat, mit der Wut, die das Individuum in hierarchisch organisierten Gesellschaften empfinden muss, konstruktiv umzugehen, wer nicht gegen unzumutbare Zustände rebelliert sondern immer nur den Mächtigeren gefallen will, der neigt zu Gewaltfantasien, die er, falls man ihm Gelegenheit dazu gibt, auch auslebt. Das lässt sich überall beobachten. Je rigider die gesellschaftlichen Verhältnisse, desto brutaler ist die Strafjustiz, da die Aggression, die das Beherrschtwerden hervorruft, sich bei Strafandrohung nicht gegen die richten lässt, die als Könige, Fürsten, Mullahs, Pfaffen,  Diktatoren, Produktionsmittelbesitzer oder Politikerinnen für das elende Leben verantwortlich sind, sondern auf Ausgestoßene projiziert wird. Sich dann gegenseitig mit grausamen Folter- und Hinrichtungsfantasien zu überbieten, trägt überdies dazu bei, die Gruppenidentität zu stärken und von der eigenen Bösartigkeit abzulenken.