Arik Brauer und die „ungefährlichen“ Antisemiten

Arik Brauer war für mich ein wichtiger Einfluss. Noch bevor ich seine Werke als bedeutender Vertreter des Phantastischen Realismus sah und lange bevor ich seine atemberaubend schöne Ausgestaltung der Wiener Hauptsynagoge bewundern durfte, gaben mir seine Lieder einen frühen moralischen Kompass. Songs wie „Surmi Sui“, „Die Spinnerin“, „Die Jause“ oder „Sein Köpferl im Sand“ waren mehr als nur kritische Anmerkungen zur österreichischen Zeitgeschichte und Gegenwart. Sie waren voller Weisheit und Menschlichkeit. Eine Weisheit und Menschlichkeit, die sich aus seinem persönlichen Erleben des Nationalsozialismus und seinem Leiden daran (sein Vater wurde im KZ ermordet) ebenso speiste wie aus Reisen durch Europa und Afrika und einem Weltbürgerdasein zwischen Wien, Israel und Paris. Am 11. März 2018 trat Arik Brauer in der ORF-Talkshow „Im Zentrum“ auf und zertrümmerte mit einer Reihe von Aussagen, die weder weise noch besonders menschlich waren, das positive Bild, das ich von ihm hatte.

Thema der Sendung war das Gedenken an den „Anschluss“ Österreichs an Nazideutschland vor 80 Jahren und das Erstarken neuer extrem rechter Strömungen im heutigen Europa. Brauer, angesprochen auf antisemitische Skandale bei deutschnationalen Burschenschaften, deren Vertreter nunmehr in der österreichischen Regierung sitzen, sagte, er habe keine Angst vor rechtsextremen Antisemiten, denn: „Es gibt fast keine Juden in Österreich“, weswegen Antisemitismus gar kein Problem sein könne. Die echte Gefahr, so Brauer, drohe von anderswo: „Es gibt ein viel schwereres Problem, und das ist ja wirklich die Einwanderung. Das ist das Problem und die Grundursache für das Aufkommen von diesem rechten Gedankengut in jeder Hinsicht. Man sieht das in Polen und man sieht das auch in Ungarn. (…) In den 30er Jahren war jeder normale Mensch ein Antisemit, das ist nicht mehr der Fall, es gibt ja keine Juden mehr. (…) Es gibt eine Viertel Milliarde Araber, die uns lieber unter der Erde oder auf dem Grund vom Mittelmeer sehen wollen. Das ist so und ich weiß das, und von denen gibt es viele, die hier einwandern und das ist eine Gefahr.“

Mit seiner Argumentation, die in sich unlogisch ist, folgt Brauer der  rechtsextremen Propaganda. Ich werde versuchen zu erklären, warum das so ist und warum das höchst problematisch ist

Laut Angaben des Forums gegen Antisemitismus haben sich antisemitische Vorfälle in Österreich seit 2014 verdoppelt. 62 Prozent dieser Angriffe konnten ideologisch nicht klar zugeordnet werden, 24 Prozent hatten einen rechtsextremen Hintergrund, zehn Prozent einen islamischen und drei Prozent einen linken. Wie Brauer aus solchen Zahlen ableiten kann, der rechte Antisemitismus sei keine Gefahr, ist ebenso rätselhaft wie seine Meinung, in Ungarn und Polen würden wegen der Flüchtlinge extrem rechte Parteien herrschen. Flüchtlinge, die die Ungarn und Polen gar nicht erst ins Land lassen und gegen die man dort täglich von höchster staatlicher Stelle hetzt, sind verantwortlich für diese extrem rechten Regierungen? Extrem rechte Regierungen, die den Antisemitismus nach Kräften fördern, indem sie, wie Orban in Ungarn, Kampagnen gegen den jüdischen Philanthropen George Soros führen und Statuen für den Nazi-Kollaborateur und Antisemiten Miklós Horthy enthüllen, der an der Ermordung von 500.000 Juden beteiligt war. Oder wo sie, wie in Polen, wohlwollend Massendemonstrationen von Rechtsextremisten dulden, auf denen antisemitische Parolen gebrüllt werden, die an deutlichen Vernichtungswünschen nichts offen lassen.

Am selben Tag, an dem Brauer verkündete, der rechte Antisemitismus sei keine Gefahr mehr, trat Wladimir Putin vor die Kameras und richtete den USA aus, nicht „Russen“ seien für die Cyberangriffe auf Amerika verantwortlich, sondern „möglicherweise Juden“. Putin, Präsident Russlands mit großem Einfluss auf Europas rechtsradikale Szene, belebt antisemitische Verschwörungstheorien wieder, die seine Ahnen im zaristischen Russland einst als „Protokolle der Weisen von Zion“ auf die Welt losgelassen haben. Putin, mit dessen Partei die FPÖ einen Kooperationsvertrag unterschrieben hat, der dem Front National einen Kredit in Millionenhöhe spendierte und der AfD-Politiker nach Syrien einlud, um sie das Hohelied auf Russland und Assad singen zu lassen, bedient die gefährlichsten antisemitischen Ressentiments überhaupt. Aber laut Brauer macht das alles nix und verblasst im Vergleich zu Menschen arabischer Herkunft, von denen einige bei Kundgebungen antisemitische und antiisraelische Parolen brüllen. Kann man so sehen, es ist halt leider keine realistische Einschätzung dessen, was gerade passiert.

Nun gibt es durchaus einen arabischen oder, genauer, islamischen Antisemitismus. Es gibt einen iranischen Vernichtungsantisemitismus, der wahnhaft auf das Ziel hinarbeitet, Israel und seine Bevölkerung zu vernichten. Es gibt grassierenden Antisemitismus unter Flüchtlingen, Migranten und Europäern arabischer Herkunft. Der ist aber weder gefährlicher noch ungefährlicher als der klassische europäische Antisemitismus, sondern ganz genau gleich gefährlich. Antisemitismus ist Antisemitismus und es gibt keine harmlose Variante davon. Der arabische antisemitische Terrorist, der auf Juden schießt, macht das, was der rechtsextreme europäische Antisemit auch gerne machen würde, wenn er könnte und dürfte. Die europäische und amerikanische extreme Rechte mag seit ein paar Jahren vorgeben, ganz doll philosemitisch zu sein, in Wirklichkeit will sie damit nur einen Koscher-Stempel für ihren antimuslimischen Hass, der bei genauerer Betrachtung nichts anderes als ein Platzhalter für den dahinter stehenden antisemitischen Wahn ist. Rechtsextreme wie Orban oder Putin machen auch gar keinen Hehl daraus, dass die „wahren“ Feinde die Juden seien, weil die nämlich hinter der „muslimischen Migration“ steckten. Das ist der Wahn, der immer im Hintergrund lauert und der sich ganz schnell in mörderischen eliminatorischen Antisemitismus der Tat verwandeln kann. Und wegen dieses Wahns ist der rechtsextreme Antisemitismus eben nicht harmlos oder im Verschwinden begriffen, sondern brandgefährlich und höchst aktiv. Die Rechten schüren mit allen Mitteln Hass auf Menschen arabischer, afghanischer, iranischer oder afrikanischer Herkunft, doch es gibt da etwas, das sie noch mehr hassen, und das ist die fantasierte Verschwörung einer globalen Elite, die die „weiße Rasse“ auslöschen wolle. Das ist ein Code für Juden. Einer von vielen, den Rechtsextremisten verwenden. „Globalisten“, „Kulturmarxisten“, „68er“, „Ostküste“, „Rotschilds“, „Soros“, „Gutmenschen“ – das alles und mehr steht für „Juden“.

Und was werden diese Rechtsextremisten wohl mit denen machen, denen sie unterstellen, sie wollten die „weiße Rasse“, das „Ungartum“ oder das „heilige katholische Polen“ auslöschen? Ein Blick in die Geschichtsbücher ist da ebenso hilfreich wie einer nach Norwegen, wo Anders Breivik nicht 77 Muslime abschlachtete, sondern 77 junge Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, die er für die „Migration“ verantwortlich machte. Dass keiner der jungen Opfer in irgendeiner Regierung gesessen war, war Breivik egal. Sie waren in seinen Augen allesamt schuldig, weil sie „Linke“ waren. Genau das ist der Kern des Antisemitismus rechtsextremer Prägung: Du bist Jude, also bist du schuldig und zum Tode verurteilt, egal ob Mann, Frau, Greis oder Baby. Das unterscheidet den rechtsextremen Antisemitismus auch qualitativ vom Muslimischen Antijudaismus und von der antiisraelischen Variante. Der islamische Antisemit lässt dir wenigstens theoretisch noch die Möglichkeit, durch Konversion der Ermordung zu entgehen. Der antiisraelische Antisemit kann vielleicht Juden akzeptieren, die ihr Land aufgeben und als Minderheit existieren. Der europäische Rassenantisemitismus kennt solcherlei nicht, der handelt nach dem Motto, dass nur ein toter Jude ein akzeptabler sei. Dass man, wie Brauer, nach Auschwitz immer noch die Gefährlichkeit des europäischen Antisemitismus kleinredet, ist deprimierend und ahistorisch. Nicht „die Araber“ haben sechs Millionen Jüdinnen und Juden planmäßig ermordet, sondern christliche Europäer. Nicht „die Araber“ haben Juden immer wieder in Pogromen ermordet und vertrieben, sondern die christlichen Europäer. Das „jüdisch-christliche Abendland“, von dem Rechte so gerne fabulieren, zeichnete sich dadurch aus, dass über Jahrhunderte Christen Juden unterdrückten, verfolgten und ermordeten und schließlich ein Drittel des gesamten weltweiten Judentums ausrotteten.

Kurz: Es gibt keinen harmlosen Antisemitismus, und ganz gewiss ist der europäische Antisemitismus nicht harmloser als der islamische/arabische.

Advertisements

Meze 99 Neo: Black Beauty

Nachdem mir der Kopfhörer „99 Classics“ der rumänischen Firma Meze Audio sehr gut gefallen hat, waren die Jungs in Baia Mare so nett, mir den „99 Neo“ für eine Besprechung zu schicken. Der 99 Neo, ausgepreist um 249 Euro, ist der neuere Kopfhörer, aber er soll kein Nachfolger des „Classics“ (309 Euro) sein, sondern, falls ich die Produktpolitik von Meze richtig verstanden habe, eine Ergänzung bzw eine Alternative. Er teilt sich mit den „Classics“ die Treiber, hat aber statt Ohrmuscheln aus Holz welche aus Kunststoff. Die Überraschung vorweg: Er klingt deutlich anders als sein teurerer Bruder. Besser? Schlechter? Oder halt nur anders? Schauen wir mal!

Lieferumfang, Haptik, Qualität

Wie bei allen Audiogeräten habe ich dem 99 Neo ein paar Wochen zum Einspielen gegeben, da ein Review frisch aus der Box nicht fair wäre. Apropos Box: Die Schachtel, in der der Neo kommt, ist gleich hübsch wie die des Classics, und auch das darin enthaltene Hardcase ist auf demselben Niveau. Nach dem Auspacken fällt mir aber eines negativ auf: Dem Neo wird nur ein Kabel beigelegt. Sind beim Classics ein kurzes Kabel mit Steuerungsfunktion fürs Smartphone und ein langes für den Betrieb an der Anlage zuhause dabei, so hat der Neo nur mehr das kurze Kabel für den mobilen Einsatz. Das ist kein Beinbruch, da der Neo ja vor allem für unterwegs gedacht ist, aber ich trage trotzdem ein kleines Minus in Mezes Mitteilungsbuch ein. Ein Minus in Betragen! Ein entsprechendes Kabel kann man für 20 Euro bei Meze nachbestellen. Oder man kauft eines von einem Drittanbieter, wobei man da aufpassen muss, denn wegen der Form der Ohrmuscheln dürften dickere Klinken nicht ganz reinpassen.

Genug gemeckert. Der Hörer selbst sieht sehr gut aus, besser als fast die gesamte Konkurrenz, und fühlt sich auch gut und hochwertig an. Design und Qualität, das können sie bei Meze Audio. Ist der 99 Classics optisch mehr der Opernbesucher und Fünf-Sterne-Restaurant-Gast, so wirkt der Neo mit seinem Schwarz-Chrom-Look eher wie ein Kunststudent im Jazzclub. Je nach Geschmack kann man entweder den einen oder den anderen Look besser finden oder beide gleich gut. Mir persönlich gefallen beide. Ich mag das Bling des 99 Classics und ich mag das elegante Understatement des 99 Neo. Auffallen wird man mit beiden, denn obwohl der Neo etwas weniger flasht, ist er doch anders genug als der Mainstream, um zu sagen: „Guckt mal, ich bin Individualist!“

Neutrality, baby

Und nun zum interessanten Teil: Wie klingt der 99 Neo? Und ist er hörbar anders als der 99 Classics? Nun, er klingt gut und er ist anders. Überraschend anders. Ich hatte mir erwartet, dass die beiden Kopfhörer einander sehr ähnlich sein würden, und in ihrer Grundabstimmung sind sie das auch, aber im Detail sind das doch zwei ziemlich verschiedene Hörer. Was beim 99 Neo sofort auffällt und sich nach längerer Einspielzeit noch verstärkt: Er hat eine deutlich breitere Bühne, stärkere Höhen und insgesamt eine mehr in Richtung Neutralität tendierende Klangcharakteristik. Der Bass ist stark und massiv wie beim 99 Classics und geht ebenso tief in den Keller, aber dank der betonten Höhen und einer leichten Zurücknahme bei den Mitten klingt er gleichmäßiger. Er ist freilich kein Studiokopfhörer – Gott sei Dank! Er macht Spaß und hat eine ganz eigene Soundsignatur, aber er ist ein bisschen „kälter“ oder „flacher“ als der Classics. Ich finde das toll, aber andere könnten den wärmeren Sound des Classics bevorzugen. Am besten, man holt sich beide und vergleicht dann intensiv.

Ich rede hier nicht von Frequenzkurven und anderem Ingenieurszeug, sondern von den Eindrücken, die ich als kleiner unbedeutender Hi-Fi-Fan mit 30 Jahren Erfahrung auf dem Gebiet habe. Für MICH klingt der Neo ein bisschen weiter in Richtung Audiophilie getrimmt, ein bisserl weniger als Spaßhörer abgestimmt – was wiederum Leuten wie mir großen Spaß macht. Ihr seht (und hört hoffentlich): Hi-Fi ist subjektiv. Viele Reviewer haben zum Beispiel geschrieben, der 99 Neo habe eine stärkere Bassbetonung als der Classics und der Classics reiche weiter in die Höhen. Ich höre es genau umgekehrt. Der Classics ist ein bisschen basslastiger und „spaßiger“ und der Neo ist transparenter.

I’m going mobile

Dass der Meze 99 Neo vor allem für den mobielen Einsatz gedacht ist, merkt man am Widerstand, der mit 25 Ohm noch mal niedriger ist als beim Classics (32 Ohm). Das heißt, dass der Neo noch leichter an Smartphones zu betreiben ist und mehr Lärm macht. Ein eigener Kopfhörerverstärker kann zwar nicht schaden, ist aber bei diesen Ohm-Zahlen nicht nötig. Ich habe den Neo am Handy, am PC und an meiner Anlage getestet, und schon am Smartphone klingt er voll und sehr laut. Natürlich klingt er an einem System mit einem echten Kopfhörerverstärker noch mal besser, aber das tut jeder andere Kopfhörer dieser Welt auch. Und der Qualitätsgewinn ist zwar hörbar, aber nicht unbedingt den Aufpreis und das zusätzliche Gepäck eines eigenen Smartphone-Kopfhörerverstärkers wert. Der Meze macht das schon, da braucht niemand viel Kohle für Zusatzgeräte ausgeben.

Ein Tipp: Wer viele Computerspiele spielt oder Filme guckt, sollte eher zum Neo als zum Classic greifen, denn die Bühne und Ortbarkeit sind auf dem Neo größer und besser. Wer eher mit sanftem Jazz entspannen möchte, ist mit dem insgesamt etwas harmonischer wirkenden Classics besser bedient.

Hörbeispiele

Bruce Springsteen: „Meeting across the River“ (CD). Wir sind in Harlem und es hat 45 Grad im Schatten. Randy Becker sitzt zwei Stockwerke tiefer auf einem Balkon und spielt Trompete. Roy Bittan spielt in unserem Zimmer Klavier. Becker hört das Klavier und jammt mit Bittan. Garry W. Tallents Bass steigt ein und Bruce Springsteen fängt an zu singen. Das alles wirkt sehr realistisch und physisch, eine Sternstunde für den 99 Neo. Die ganze „Born to run“-Platte kommt super rüber. Der Meze ist bei Springsteens Wall of Sound richtig zuhause.

Fleetwood Mac: „Woman of 1000 Years“ (Tidal Streaming, MQA). Meine Güte, ist das schön! Der 99 Neo bringt den Teppich an akustischen Gitarren so flockig-schwebend rüber, wie es gedacht ist und Danny Kirwans Stimme wirkt so verletzlich und geisterhaft, wie ich sie sonst nur auf sehr guten Standboxen gehört habe. Die Percussion ist super deutlich und klar zu hören und John McVies Bass arbeitet schön getrennt im Untergrund, ohne die Mitten zu zermatschen. Hervorragend!

Ryan Adams: „New York, New York“. Adams Versuch, die Doobie Brothers zu channeln, funktioniert auch mit dem 99 Neo als Wiedergabegerät bestens. Ein schöner, voller Sound, aus dem man doch die einzelnen Komponenten heraushören kann. Ich muss andauernd die Augen schließen, da die Musik mich einfach „übernimmt“. Toll. So muss das sein.

Wilco: „Misunderstood“ (Vinyl). Das Feeback-Intro wirkt hübsch dreckig und „live“. Das Piano hat den in diesem Song gewollten „Mono-Aufnahme-von-1965“-Charakter. Die Gitarren, akustische wie elektrische, wirken lebhaft und glaubwürdig. Ich bin völlig zufrieden.

Pro: Toller geschlossener Kopfhörer mit unverwechselbarem Design und hoher Materialqualität. Es ist schwer, um den Preis von 249 Euro einen besseren zu finden.

Contra: Nur ein Kabel beigelegt.

Fazit: Meze Audio bietet nach dem 99 Classics mit dem 99 Neo erneut einen tollen Kopfhörer zu einem angemessenen Preis an. Der Neo ist ein bisschen neutaler als der Classics und damit vor allem für Multimedia-Konsumenten vielleicht die bessere Wahl als der Classics, der eher für reine Musik-Fans gedacht ist. Jedenfalls erneut ein tolles Produkt aus Rumänien, das man als Fan guter Tonwiedergabe auf dem Radar haben sollte. Meze geht in die richtige Richtung.

99N-BS-main_1024x1024

Entzaubert: 10 Hi-Fi-Mythen

Hi-Fi bzw. Audiophilie ist sauteuer und ein Hobby von Millionären, oder?

Gewiss, nach oben hin sind kaum Grenzen gesetzt und es gibt Leute, die betreiben Anlagen um 100.000 Euro und mehr. Aber der Einsteig in die Welt des guten Klangs ist auch mit nicht ganz so prall gefüllten Brieftaschen möglich – wenn man in etwa weiß, worauf es ankommt und was man braucht. Ein ordentliches Stereosystem für kleinere Räume kann man sich bereits für deutlich unter 500 Euro zusammenstellen.

Beispiel: Stereo-Verstärker Yamaha RS202DBL (209 Euro) oder Pioneer SX-20-K (195 Euro) oder Sony STRDG130 (145 Euro). Dazu Boxen wie Nubert nuBox313 (320 Euro pro Paar) oder Elac Debut B5 (318 Euro pro Paar) oder Teufel UltimaMK2 (249 Euro pro Paar). Bei allen diesen Kombis bleibt noch Geld für gescheite Kabel übrig und man kommt mit weniger als 500 Euro zu einer guten Einsteigeranlage. Das sind nur Anregungen, es gibt natürlich noch jede Menge andere Hersteller von Verstärkern und Boxen, die preisgünstige, aber dennoch gute Ware anbieten.

So ein kleines aber feines Stereo-System ist der ideale Einstieg in höhere Klangsphären und dazu noch optisch sehr dezent. Legt man ein paar Hunderter drauf, kann man mit etwas höherwertigen Verstärkern und, falls man Platz hat, Standboxen statt Regallautsprechern durchaus schon unter 1.000 Euro ein System zusammenstellen, das nicht nur die Wände zum Wackeln und die Nachbarn zum Ausflippen bringt, sondern auch noch richtig fein klingt.

Teurer ist immer besser

Unsinn! Natürlich wird eine 20.000-Euro-Box mit entsprechendem Verstärker beeindruckender klingen als ein Einsteigerset um 500 Euro, aber: Nicht immer und vor allem nicht in jedem Raum. Je teurer das Gerät, desto schwieriger wird in der Regel auch dessen ideale Platzierung im Raum und die richtige Befeuerung mit Wattzahlen. In kleineren Zimmern kann es durchaus sein, dass eine 500-Euro-Box natürlicher und runder klingt als ein Speaker um 10.000 Eier. Und bei allen Hi-Fi-Geräten gilt die goldene Regel: Der Unterschied zwischen Billigst-Crap um 50 Euro und einem ordentlichen Setup um 500 Euro ist gigantisch, der Unterschied zwischen einer Ausrüstung um 4.000 Euro und einer um 40.000 aber nur mehr in Nuancen wahrnehmbar. Der große Qualitätssprung findet bei Boxen in der Regel ab 200 Euro (Regallautsprecher) bzw 500 Euro (Standboxen) statt. Ab da ist man sozusagen im Hi-Fi-Bereich. Hinauf bis etwa 5.000 Euro können dann selbst ungeübte Ohren noch Fortschritte heraushören. Aber ab dann wird es esoterisch und die Unterschiede sind zwar vorhanden, aber oftmals so subtil, dass man schon Toningenieur sein muss, um sie herauszuhören. Das Gleiche gilt für Kopfhörer. Ein 200-Euro-Kopfhörer ist meistens wirklich zehn Mal besser als einer um 20 Euro. Ein 2.000-Euro-Kopfhörer ist aber nur sehr selten zehn Mal besser als einer um 200.

Stereo-Verstärker sind immer besser als AV-Receiver

Nein, sind sie nicht. Wer nicht nur Stereo hören will, sondern manchmal auch einen Film mit Surroundsound, ist mit AV-Receivern gut bedient. Schon ab der Mittelklasse (400 bis 800 Euro) überzeugen die meisten modernen Heimkino-Verstärker auch mit einer passablen bis sehr guten Stereodarstellung. Ein von Audiophilen verpönter, aber dennoch valider Punkt ist, dass viele AV-Receiver heutzutage mit sehr guten automatischen Einmesssystemen daherkommen. Die können in akustisch schwierigen Räumen – und die meisten unserer Wohnzimmer sind solche – selbst aus hochpreisigen Boxen oftmals eine bessere Abstimmung herauskitzeln als es ein Mensch könnte. Ich selbst habe meine Boxen mittels eines solchen Einmesssystems kalibrieren lassen und habe danach manuelle Nachbesserungen durchgeführt. Das Ergebnis ist viel besser als alles, was ich zuvor mit einem reinen Stereo-Verstärker ohne Messsystem erreicht habe. Wirklich überlegen sind Stereo-Verstärker meist nur dann, wenn sie einerseits echt gut und ergo auch recht teuer sind oder wenn man einen akustisch optimierten Raum für seine Anlage hat.

Analog ist besser als Digital?

Nicht wirklich. Der schlechte Ruf, den digitale Formate und Komponenten in Audiophilen-Kreisen haben, liegt vor allem am unseligen MP3-Komprimierungsverfahren und an schlecht remasterten CDs. Ein bisschen Geschichte: Als Anfang bis Mitte der 80er Jahre die ersten CDs auf den Markt kamen, klangen viele davon sehr gut und oft sogar besser als Vinyl-LPs. Das lag daran, dass die Studios Referenz-Produkte liefern wollten, die die Sample-Rate der CD voll nützten. Diese frühen Referenz-CDs, beispielsweise „Highway 61 Revisited“ von Bob Dylan, glänzten mit hoher Dynamik und lebendigem Sound. Sehr bald aber wurden die Plattenlabels nachlässig und gierig, was zur Folge hatte, dass man oftmals nicht mal mehr die originalen Master-Tapes heranzog, um Platten auf CD zu veröffentlichen. Dies führte zu flach und langweilig klingenden CDs und dazu, dass so mancher, der von Vinyl auf CD umgestiegen war, diesen Umstieg bald bereute.

Das Internet und neue mobile Musik-Abspielgeräte sorgten dann für eine Nachfrage nach kompakten Dateiformaten. Da kam MP3 ins Spiel, eine Kompressionstechnik, die einfach jene Teile der Musik, die das menschliche Ohr laut Messungen nicht wahrnehmen kann, weghobelte und so handliche kleine Files zur Verfügung stellte, die man zu Hunderten auf USB-Sticks speichern konnte und die auch bei einer schlechten Internetverbindung gut gestreamt werden konnten. Unter Ausnützung der höchsten Sample-Rate von 320kbps kam auch ein halbwegs annehmbarer Klang zustande, aber wer gute Boxen oder Kopfhörer hatte merkte, dass da irgendwas nicht so recht stimmte. Irgendwas fehlte einfach, selbst wenn es das Ohr angeblich nicht hören konnte. Und es war mehr als nur Einbildung. In Japan führte man zum Beispiel aufwändige Studien durch, bei denen die Probanden über längere Zeiträume teils MP3s, teils verlustfreie Soundformate vorgespielt bekamen. Zwar konnten die menschlichen Versuchskaninchen den Unterschied nicht immer erkennen, aber Messungen von Körperfunktionen wie Blutdruck und Hirnströmen ergaben, dass diejenigen, die verlustfreie Musik hörten, entspannter waren als die MP3-Konsumentinnen.

Bis vor wenigen Monaten hatten Hi-Hi-Enthusiasten, die MP3 aus dem Weg gehen wollten, nur die Wahl zwischen Vinyl und anderen analogen Formaten wie Reel-to-Reel oder halt CDs. Streamingdienste wie iTunes, Amazon Music und Spotify, die zweifelos die Zukunft des Musikhörens sind, boten und bieten teilweise immer noch nur MP3-Qualität an. Bis Anbieter wie Tidal und Qobuz auf den Plan traten und immerhin CD-Auflösung streamten. Doch dann ereignete sich eine technische Revolution, die alles ändern könnte und meiner Meinung nach auch alles ändern wird: MQA trat auf den Plan. Das von britischen Tontüftlern erfundene System ist kein weiteres Format wie MP3 oder Flac, sondern eine Codierung von Tonsignalen, die zusammen mit völlig neuen Kompressionsverfahren dafür sorgt, dass die höchste Tonqualität, die überhaupt möglich ist, sozusagen „zusammengefaltet“ gestreamt wird und sich am Endgerät wieder „entfaltet“. Tidal und Qobuz bieten das Verfahren für immer mehr ihrer Titel an und es klingt, verdammt noch mal, fantastisch! Es ist, als ob analoge und digitale Verfahren geheiratet und ein wunderschönes Kind gezeugt hätten, das die besten Eigenschaften seiner Eltern geerbt hat. Es klingt in meinen Ohren sogar besser als Vinyl. Und das Beste: Man braucht sich gar nicht neue Verstärker oder andere Dekodierungsgeräte zu kaufen. Apps wie Tidal oder Qobuz erledigen das alles und senden an den Verstärker, falls dieser mit High-Res-Material umgehen kann, über HDMI das fertige Signal. Des langen Geschwafels kurzer Sinn: Digital ist nicht schlechter als analog, sondern im Gegenteil seit MQA sogar besser.

Extrem teure Kabel sind ein gute Investition

In einschlägigen Foren, in denen sich Audiophile herumtreiben, liest man immer wieder, dass Kopfhörer „XY“ oder Box „ZY“ seit der Verwendung eines Kabels, dass bei Vollmond von Audio-Druiden in einem magischen Ritual mit reinem Platingoldsilber überzogen wurde, viel besser klingen als zuvor mit dem hundsordinären Stock-Kabel. Deswegen sei es nur gut und billig, dass dieses Kabel 1.000 Euro kostet statt 10. Das… ist… Blödsinn! Kabel, die nicht totaler Dreck sind, leiten alle in etwa gleich gut. Nur von Billigst-Kabeln, die schon auseinander fallen, wenn man sie schief anschaut, sollte man die Finger lassen. Ansonsten ist man mit den Kabeln, die zB Kopfhörerhersteller mitliefern, fast immer bestens bedient und auch bei Lautsprecherkabeln oder HDMI-Kabeln genügt fast immer das Zeug, das in jedem Elektronik-Geschäft geführt wird. Kabel, die hunderte oder gar tausende Euro kosten, sind reines Blendwerk und genau genommen fast schon Betrug.

Mehrkanal-Musik ist des Teufels, nur Stereo ist gut

Viele Hi-Fi-Freaks und Audiophile werden euch sagen, dass alles außer Stereo in puncto Musik ein Frevel sei, der in besseren Zeiten mit der Verbrennung der Ketzer auf dem Scheiterhaufen bestraft worden wäre. Abgesehen davon, dass wir hoffentlich nie wieder Scheiterhaufen brennen sehen werden: Das ist eine unzulässige Verallgemeinerung, die oft damit zusammenhängt, dass Audiophile sich schweineteure Zweikanal-System bauen und dann alles, was anders ist, heruntermachen. In der Realität gibt es sehr wohl einige Multichannel-Alben, die nicht nur Spaß machen, sondern auch Sinn ergeben. Die 5.1-SACD-Abmischung des Genesis-Klassikers „The Lamb lies down on Broadway“ bietet zum Beispiel einen echten Zugewinn an Tiefe, der die Platte in einem neuen Licht erscheinen lässt. Die Bluray-Version von Pink Floyds „Dark Side of the Moon“ ist ebenfalls wunderschön und macht das Werk nicht zunichte, sondern erweitert es einfach um eine neue akustische Dimension. Sehr schön sind die Mehrkanal-Remixes, die der Musiker Steven Wilson (Porcupine Tree) aus alten Alben von Jethro Tull, Caravan oder Yes fertigt. Und auch Wilsons eigenes Werk klingt auf 5.1 bzw 4.0 faszinierend. Voraussetzung, das richtig schätzen zu können, sind freilich mindestens vier gute Boxen oder eine sehr gute 5.1-Anlage. Auf Kompaktanlagen mit kleinen Fronts und noch kleineren Backs wirkt das nicht gut. Aber wer zwei ausgewachsene Front-Stereolautsdprecher hat und zwei in etwa gleichwertige hinten, der kriegt einen völlig neuen Blick auf Alben, die er meinte auswendig zu können.

Je neutraler, desto besser

Neutralität“ scheint vielen Audiophilen so etwas wie der Heilige Gral der Tonwiedergabe zu sein. Aber wie schon die Suche nach dem sagenumwobenen Kelch Jesu‘ ist auch die Jagd nach möglichst großer „Neutralität“ in der Musikwiedergabe ein Unterfangen, das nie enden kann, weil das, was gesucht wird, nicht existiert. Schon der Begriff ist umstritten. Eine „neutrale“ Wiedergabe ist, soviel ist wenigstens klar, eine möglichst flache, bei der keine Frequenz gegenüber einer anderen besonders hervorgehoben wird. Manche verstehen unter „neutral“ auch Boxen oder Kopfhörer, die keine eigene Charakteristik haben, sondern einfach nur das wiedergeben, was von den Toningenieuren der Plattenstudios beabsichtigt wurde. Nun gibt es durchaus Studio-Monitore und Profi-Kopfhörer, die sehr sehr flach und somit „neutral“ klingen, aber die sind dazu gedacht, den Soundtechnikern beim Mischen zu helfen. Sie sind nicht unbedingt auch für den privaten Musikgenuss geeignet. Und selbst beim Profi-Gear gibt es große Unterschiede. Klar, es existieren ein paar Richtlinien, nach denen man in etwa beurteilen kann, ob eine Box oder ein Kopfhörer „neutral“ klingt. Aber selbst bei den aller teuersten Geräten gibt es große Unterschiede von Hersteller zu Hersteller. Anders kann es ja gar nicht sein, denn wenn es wirklich so etwas wie den idealen „neutralen“ Sound gäbe, würden alle Hersteller ja mindestens ein Produkt haben, das genau so klingt wie die Produkte der Konkurrenz. In Wirklichkeit hat jeder Produzent von Lautsprechern und Kopfhörern eine fast immer gut erkennbare Tonsignatur. Und das ist gut so, denn Geschmäcker sind verschieden. Während der Eine den kalten Realismus eines Beyerdynamik DT-880 liebt, schätzt die Andere die Wärme eines Sennheiser HD-650. Der Nächste mag wieder die Aggressivität eines Grado RS2 und der Übernächste die angenehme Wohlfühl-Tonalität eines Meze 99 Classics. Das waren jetzt lauter Kopfhörer, aber für Boxen und Verstärker gilt das Gleiche. Es gibt nicht DIE Neutralität oder DEN BESTEN Lautsprecher/Kopfhörer.

Hi-Fi bzw Audiophilie ist viel zu kompliziert

Nein, ist es nicht. Lasst euch nicht vom Techno-Babble der Freaks verwirren! In Wirklichkeit geht es dabei um einfache Dinge wie: Mag ich den Sound? Macht mir die Musik auf dem jeweiligen Equipment Spaß? Höre ich Sachen, die ich mit anderen Geräten nicht gehört habe? Frequenz-Kurven und Hz-Angaben können hilfreich sein, wenn man sich damit auskennt, aber für die meisten Menschen ist das alles ein chinesisches Dorf in Spanien. Vertraut euren Ohren und vertraut der Beratung in Fachgeschäften! Das bringt uns zu einem weiteren wichtigen Punkt: Direktvertreiber von Hi-Fi-Geräten boomen seit einigen Jahren. Das ist auch gut so, denn die können unter Umgehung des Einzelhandels hochwertige Komponenten für weniger Geld anbieten. Aber um dort richtig zu kaufen, muss man sich schon ein bisserl auskennen mit der Materie. Die Beratung vor Ort durch kompetente Verkäufer ist immer noch unersetzlich, vor allem für Neueinsteiger in die Welt des hochwertigen Klangs.

Audiophile sind arrogante Snobs

Wer sich als Neueinsteiger in das Hobby Hi-Fi in die entsprechenden Internet-Foren verirrt, wird rasch mit ziemlich arroganten Leuten konfrontiert, die  von oben herab zB sagen: „Gerät XY, das du hast, ist Mist, weil…“. Davon darf man sich nicht abschrecken lassen,. Die große Mehrheit der Audiophilen ist nämlich nicht so. Sogar im Internet, dem natürlichen Habitat der Trolle, überwiegt die Zahl derer, die freundlich sind und helfen wollen, bei weitem die Zahl der arroganten Ärsche. Denn echte Audiophile lieben, wie der Name schon sagt, den Klang und sie haben Verständnis für jede neue arme Seele, die diesem Hobby, das allzu oft zur Sucht wird, anheim fällt.

Ich kann Hi-Fi doch gar nicht von Low- oder No-Fi unterscheiden

Doch, kannst du. Sogar der unmusikalischste Mensch, der keine Ahnung von Frequenzgängen und Tonwellen hat, kann gutes Wiedergabegerät von schlechtem unterscheiden. Das ist nämlich keine Frage der Ausbildung oder des Wissens, sondern ein ganz natürlicher Vorgang. Woran aber erkennt man gute Boxen oder Kopfhörer? Zum Beispiel daran, dass man, sobald man mit ihnen Musik hört, die Augen schließt, weil man sich ganz der Musik überlassen will/muss. Oder daran, dass man plötzlich den Drang verspürt, zu tanzen oder Headbanging zu machen. Und an vielen anderen Sachen. Gutes Hi-Fi-Gear provoziert positive emotionale Reaktionen. Ein Lächeln, einen Tagtraum, ein Gefühl des Glücks. Darum geht es bei all dem. Nicht darum, das Beste vom Besten zu haben, denn das ,was das „Beste“ ist, ist relativ. Auch nicht um Angeberei oder das Pseudo-Glück des Konsums. Es geht um Musik und um Genuss. Wenn jemand Musik auf seinen Boxen oder seinem Kopfhörer genießt und wenn die Musik ihn/sie glücklich macht, dann hat er/sie alles richtig gemacht. Hi-Fi und Audiophilie dreht sich letztlich um nichts anderes als um die Freude an der Musik. Eine gute Box oder ein guter Kopfhörer hat folgende Haupteigenschaften: Man bekommt ein gewisses „Live-Feeling“, als säßen die Musiker direkt vor einem; man entdeckt in der Musik Nuancen, die man zuvor nicht gehört hat; man erlebt intensive Gefühle. Wenn all das passiert, habt ihr eine gute Anlage. Wenn all das nicht passiert, wird es Zeit, aufzurüsten.

Screenshot_3

5 Gründe, warum LG-Smartphones sucken

Das LG G6 ist mittlerweile das preisgünstigste Flagschiff-Smartphone aus dem Jahr 2017. Der ursprüngliche Preis ist seit der Markteinführung um mehr als die Hälfte gefallen und das G6 kostet derzeit weniger als manches Mittelklasse-Phone. Klingt verlockend? Soll man zuschlagen und ein „Schnäppchen“ machen? Nun, es gibt Gründe dafür, warum die Teile so rasch an Wert verlieren.

  1. LG hasst Europa. In den USA kann das LG G6 wireless charging, in Asien wird es mit einem starken Kopfhörerverstärker ausgeliefert. In Europa gibt es keines der beiden Features, aber den gleichen Preis.
  2. Die Update-Politik ist katastrophal. Wie schon bei den Vorgängermodellen warten LG-Kunden ewig auf Aktualisierungen und mehr als ein Update auf eine neue Android-Verison ist pro Modellzyklus meist nicht drin.
  3. Der interne Speicher ist mager. Während bei den meisten anderen Flagschiffen bereits 64 oder gar 128 GB interner Speicher Standard sind, müssen LG G6-Besitzer immer noch mit 32 GB Vorlieb nehmen. Wir schreiben nicht mehr das Jahr 2014, LG!
  4. Die Designsprache ändert sich mit jedem Modelljahr. Das G4 hatte 2015 einen Lederrücken und einen austauschbaren Akku. Das G5 setzte auf die Modular-Bauweise. Das G6 ist nun fast ganz aus Glas und im 18:9-Format. Es ist okay, wenn Hersteller sich was trauen und wenn sie gefloppte Versuche nicht weiter verfolgen. Aber eine ständig wechselnde Designsprache macht die ganze Marke verwechselbar. Geräte von Apple, Samsung, Sony, Huawei und so weiter sind auf den ersten Blick als solche erkennbar. LG verzichtet auf diesen Wiedererkennungswert und produziert damit zielsicher an der Psychologie des Konsums vorbei.
  1. Die Qualitätssicherung ist nicht auf höchstem Niveau. LG verlangt zwar (bei Verkaufsstart) die gleichen Preise wie die Konkurrenz, bietet aber nicht dieselbe Qualität. Ich habe ein LG G4. Nach kaum zwei Jahren Betrieb ist der Lautsprecher, der die Gesprächspartner wiedergibt, fast hinüber und kracht und knarzt nur mehr. Die Kamera, obwohl sie nicht schlecht ist, entsprach nie dem, was das Marketing behauptet hatte. Dasselbe sagen viele Kritiker auch vom G6.

Kurz: Was LG als „Flagschiffe“ anpreist, sind in Wahrheit Mittelklasse-Geräte. Die wären voll okay, würden sie beim Verkauf in der Preisklasse von 300 bis 500 Euro starten. LG schickt sie aber im Luxussegment ins Rennen, und dort sind die Kunden zu Recht besonders kritisch.

This is the End: Die Linke hat verloren

Die letzten Gruppen, die noch an eine Revolution geglaubt haben, geben gerade weltweit ihre Waffen ab und besteigen das Ringelspiel der bürgerlich demokratischen Demokratie, das immer nur im Kreis fährt wie der Kapitalismus, an dessen Ewigkeit niemand mehr zu zweifeln wagt. In Kolumbien zeigen sich nach der Kapitulation der FARC bereits beeindruckende Erfolge dieser Strategie, denn das Land ist mittlerweile Weltmarktführer im Geschäft der Online-Prostitution. Von keinem anderen Staat aus senden so viele Sex-Cams, in denen Frauen, Männer, Transsexuelle und Paare vor laufender Live-Kamera das tun, was der zahlende Kunde befielt. „Schlimmer“, sagt nun der Sozialdemokrat, „könnte es aber immer noch sein. Für Geld vor Voyeuren vögeln ist immerhin besser, als Kinderprostitution und Massenvergewaltigung“. Die Drohung schwingt in dieser sozialdemokratischen Haltung so mit wie im geistlosen Geschwätz aller, die sich nichts anders mehr vorstellen können als den Markt als vernünftigste Art, menschliche Gesellschaften zu organisieren. Und wenn die Nachfrage nur stark genug ist, befriedigt der Markt auch die Nachfrage nach dem, was Sozialdemokraten und andere Moralisten per Gesetz zu verbieten trachten, wohl wissend, dass das Verbot, je strenger die Strafe, mit der dessen Übertretung bedroht wird, den Profit desto mehr steigert.

Wo die Renditen trotz aller Deregulierung des legalen Teils der Ökonomie vom Kapital für ausbaufähig eingeschätzt werden, trachten beachtliche Kapitalfraktionen danach, die letzten sozialstaatlichen Umverteilungsmechanismen zu beseitigen, was noch besser als mit einer willfährigen Sozialdemokratie samt vom Herrn Hartz ins Bordell eingeladenen Gewerkschaftern mit autoritären Regierungen funktioniert. Und so laufen überall auf der Welt die Kofferträger von der Konzernzentrale zur Parteizentrale der jeweils neuen populistischen „Bewegung“, um diese finanziell fit zu machen für den Abriss der letzten Brandmauern, die der Totalität des Marktes noch trotzen. Ein Parteiensystem, eine Justiz und eine Presselandschaft, wo, wie es der austro-kanadische Milliardär Frank Stronach zur Begründung seines kurzfristigen politischen Engagements in Österreich angab, der die Macht hat, der das Gold hat, reichen nicht mehr aus, um die Gier zu befriedigen, sehen die Gierigen doch, wie viel mehr als im nominell immer noch den Menschenrechten verpflichteten Europa sich in China, Russland, Lateinamerika und überall dort, wo mit demokratischem Klimbim aufgeräumt wurde, aus Mensch und Natur herausquetschen lässt. Das steckt hinter dem globalen Aufstieg des sogenannten Populismus, der in Wahrheit nichts anders als die totale Herrschaft der Oligarchen ist. Das ist in seiner machttechnischen Konstruktion nicht neu, aber es ist anders als beim letzten Mal, als so ein Versuch stattfand. Heute darf niemand mehr darauf hoffen, dass irgendwann doch noch die Rote Armee kommen wird. Und selbst der Gedanke, dass es wenigstens so etwas wie unerschütterlich liberale kapitalistische Mächte gäbe, die, wie einst die USA oder Großbritannien, immerhin als Fluchtpunkt für Verfolgte und Überwinterungsorte für Ideen dienen könnten, ist nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten und nach dem Brexit-Votum der Briten dahin.

Die Welt, wie manche sie zu kennen meinten, existiert nicht mehr und nichts ist mehr undenkbar, kein Verbrechen unvorstellbar. Die neuen „Bewegungen“ kommen nicht an die Macht, weil die „Linken“ nicht geduldig genug mit Nazis geredet hätten, nicht aus Frust der „Arbeiter“ über einen angeblich zu hohen Stellenwert von schwer verständlicher Identitätspolitik und auch nicht, weil der Mond gerade im siebten Zeichen steht, sondern weil die Kosten-Nutzen-Rechnung im ökonomischen Vergleich liberaler Demokratien mit autoritären Regimes sich zugunsten letzterer verschoben hat. CDU, SPD, Grüne, Linkspartei, Liberale – sie alle schaffen es nicht, in Berlin einen neuen Flughafen zu bauen. Die neuen Nazis werden das binnen eines Jahres bewerkstelligen. Deswegen schreibt die Springer-Presse die AfD an die Macht, daher schrieb das österreichische Pendant zur Springer-Presse den feschen Sebastian Kurz und die nicht ganz so fesche FPÖ an die Macht. Der 31-jährige Berufsschnösel ohne jede Erfahrung mit dem wirklichen Leben und die rechtsextremen Völkischen sind die ideale Besetzung für das Stück, das in Kürze weltweit aufgeführt werden wird, und in dem alles außer der Gewinnspanne eine Nebenrolle spielen soll. Sehr nützlich sind da Rassismus und nationalistischer Quark, denn wo der Arbeitskraft-Verkäufer ausgeraubt werden soll, braucht es Außenfeinde und Ausgestoßene, auf die der Beraubte herabblicken kann, damit er sich während des Raubes wohl fühlt und sich nicht nur nicht wehrt, sondern die, die ihn berauben, nach Kräften unterstützt.

Was machen eigentlich die verbliebenen Linken, wenn all das vor ihren Augen geschieht? Einige versuchen, sich mit den Resten der christlichen und bildungsbürgerlichen Fraktionen zu verbünden, um zu retten, was noch zu retten ist und wovon sie meinen, es sei der Rettung wert. Andere sind ganz mit sich selbst und ihren wertvollen Gefühlen beschäftigt. Kurz nachdem der österreichische Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) live im Fernsehen angekündigt hatte, Flüchtlinge in Hinkunft „konzentriert halten“ zu wollen, brodelte es in den sozialen Netzwerken. Freilich nicht wegen der KZ-Anspielung eines Ministers, der jahrzehntelang Reden und Werbesprüche für seine Partei getextet hatte, was die freundliche Interpretation, das wäre Idiotengeschwätz, erledigen sollte, sondern wegen einer Party, die die Junge ÖVP im Wiener Lokal Schikaneder feiern wollte. Das Schikaneder, einst nur ein Kino und mittlerweile ein linker Szenetreff mit angeschlossenem Kinosaal, gilt vielen Wiener Linken und Linksliberalen als eine Art erweitertes Wohnzimmer. Dass die Jugendorganisation der nunmehr mit der FPÖ regierenden ÖVP dort ein bisschen Spaß haben wollte, war dann vielen Wiener Linken doch zu viel. Hier ging es um das Letzte, was diese Sorte Linker noch meint zu verteidigen zu haben, nämlich um die Safe Spaces weinerlicher Nullen. Die Aufforderungen, eine Schändung dieser sicheren Orte durch junge marktradikale Schnösel nicht hinzunehmen, lasen sich dann auch emotionaler als fast sämtliche Reaktionen auf den Minister mit den KZ-Gelüsten. Zugute halten muss man der Wiener Linken immerhin, dass niemand den Aufforderungen, gegen das Biertrinken junger Idioten im Schikaneder zu demonstrieren, nachkommen wollte, so dass sich dann an jenem Abend 60 gelangweilte Polizisten vor dem Lokal die Beine in die Bäuche standen und sich eine leere Wanne an die andere reihte.

Dennoch spricht die aggressive, kämpferische Sprache, mit der Linke in Wien „ihr“ Schikaneder gegen junge Konservative und in Leipzig das Conne Island gegen freche Asylbewerber und Migranten zu verteidigen trachten, Bände über den Verfall des linksextremen Milieus. Richtig empört, so hat es wenigstens den Anschein, reagieren die letzten Linken nur mehr, wenn ihre „Hood“ von blöden Yuppies oder Ausländern, die die Szene-Benimmregeln noch nicht gelernt haben, bedroht wird. Wo aber nur mehr die allerletzten Schützengräben verteidigt werden, ist der Krieg bereits verloren. Vielleicht rührt die enorme Aggressivität, die sich sowohl gegen jene richtetet, die diese Gräben vermeintlich oder tatsächlich bedrohen, als auch gegen jene, denen das auffällt, ja aus dem Wissen, dass es vorbei ist oder bald vorbei sein wird? Vielleicht ist es auch Dummheit und moralischer Bankrott, was weiß man schon? Es macht keinen Unterschied. Wir sehen hier, um es biologistisch auszudrücken, die letzten Zuckungen eines sterbenden Organismus, und die sind immer die bedrückendsten.

In Wien demonstrierten Mitte Jänner Zehntausende gegen die ÖVP-FPÖ-Regierung. Ein mächtiges Zeichen, würde man meinen, wäre da nicht die Sozialdemokratie, die nur zwei Tage nach dieser Großdemonstration mittels mehrerer Presseaussendungen die extrem rechte Regierung schalt, zu ausländerfreundlich zu sein. Der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl kündigte „härtesten Protest“ für den Fall an, dass die Regierung eines der geplanten Massenlager in seinem Bundesland errichten würde. Nicht weil er gegen Lager wäre, sondern weil er es für „nicht vertretbar“ hält, wenn „viele Ausländer“ auf „wenige Inländer“ träfen. Der frühere SPÖ-Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil bemäkelte via Presseaussendung, die Regierung würde „zu wenige Abschiebungen“ durchführen. Und als die Regierung ankündigte, die Quote für ausländische Fachkräfte, die man in den österreichischen Arbeitsmarkt importieren wollte, zu erhöhen, kreischten SPÖ und Gewerkschaften im Gleichton, ÖVP und FPÖ wollten „150.000 zusätzliche Ausländer“ ins Land holen. Die einzige Kritik an der Regierung, die der sozialdemokratischen Opposition derzeit einfällt, ist keine am Rassismus, sondern eine rassistische.

Die radikale Linke sorgt sich um die Reinheit ihrer letzten Wasserlöcher, die Sozialdemokratie versucht den Angriff von rechts oder arbeitet, wie in Deutschland, dem Aufstieg der extremen Rechten zu, indem sie sich als wirrer Haufen präsentiert, der nicht weiß, ob er opponieren oder koalieren solle oder was er überhaupt ist. Das ist alles so irre und nicht mehr nachvollziehbar, dass es etwas anders, etwas bedeutenderes als Verwirrung vor dem Feind signalisiert. Wir erleben nichts Geringeres als das Ende der Linken und der sozialdemokratischen Kapitalismusverwalter. Gewiss, irgendwo schreit noch ein Trotzkist, woanders brüllt eine einsame Revolutionärin die Wand an. Aber das, was ist, hat noch kaum jemand begriffen, und was ist, ist die keineswegs paranoide Perspektive, dass alles, was, um Baudelaire zu zitieren, „nicht ausschließlich Gier nach dem Golde ist, einer grenzenlosen Lächerlichkeit preisgegeben wird“. Und ist etwas erst einmal gründlich lächerlich gemacht worden und ins Reich nicht nur des Fantastischen und Utopischen, sondern auch des ökonomisch Schädlich verwiesen, werden die Rechtfertigungen, es zu vernichten und zuvor in „Lagern konzentriert zu halten“, nicht lange auf sich warten lassen.

Freilich ist nichts wirklich von Dauer und nichts unvorstellbar, und so ist es auch nicht ausgeschlossen, dass sich nach dem Horror, der sich ankündigt und der für immer mehr Menschen schon Realität ist, doch noch irgendwann eine klügere Linke erheben wird. Aber in der Gegenwart, in der jede Menschlichkeit zertreten wird, ist das nichts als Pfeifen im dunklen Walde.

Rocker mit Opern-Abo: Der neue Bluetooth-Lautsprecher „Teufel Boomster“

Die Berliner Firma Lautsprecher Teufel hat ihren zurecht sehr beliebten Bluetooth-Lautsprecher „Boomster“ mit neuen Features aufgepeppt.

2015 hat Teufel mit dem Boomster den klanglichen Standard für handliche Bluetooth-Lautsprecher gesetzt und die Konkurrenz mit einer sehr robusten Bauweise und cleveren Detaillösungen auf die Ränge verwiesen. Der Original-Boomster bekam zurecht durchwegs gute Kritiken (auch von mir) und gefiel nicht nur mit einem hervorragenden Sound, sondern auch mit seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Nach gut zwei Jahren haben die Berliner Klangspezialisten das Gerät nun modernisiert. Das vielleicht Wichtigste vorab: Der Sound, mit dem der Boomster zum Klassenprimus seiner Gattung wurde, ist praktisch identisch mit dem Vorgängermodell. Das ist eine gute Nachricht, denn Teufels Bluetooth-Allrounder spielt mit seinen gleich fünf verbauten Lautsprechern fast alles aus seiner Preisklasse an die Wand.

Das ist neu

Teufel hat dem neuen Boomster mehrere Updates spendiert. Das auffälligste ist das Display. Hinter der einheitlich schwarzen Front leuchtet jetzt eine rote digitale Schrift, die vor allem die Suche nach Radiosendern enorm erleichtert und die im Kontrast mit dem schwarzen Gehäuse sehr hübsch aussieht. Statt drei Speichertasten für Radiostationen gibt es nun vier. Die Wurfantenne wurde durch eine schicke Teleskopantenne ersetzt. Der Boomster kann jetzt auch Digitalradio (DAB+). Der Tragegriff aus Metall ist nicht mehr völlig plan, sondern setzt sich leicht nach oben hin ab, was die Griffigkeit für den Transport erhöht.

Teufel hat mit diesen Neuerungen praktisch alle Anregungen von Kritikern, wie man den Boomster noch besser und praktischer machen könnte, umgesetzt. Es ist heutzutage ja längst mehr selbstverständlich, dass eine Firma ein gutes Produkt einfach weiter verbessert und dabei auch noch auf Kundenwünsche hört, statt stur alle paar Jahre irgendwelche komplett neuen Geräte auf den Markt zu werfen, die mit den beliebten Vorgängern nichts mehr zu tun haben. Für diese Orientierung am Kunden gibt es von mir ein paar fette Pluspunkte.

Der Klang? Immer noch Weltklasse!

Klanglich ist der neue Boomster immer noch die reine Freude. Er klingt wesentlich größer, als er ist, und füllt den Raum in jeder Lautstärke mit einem Hifi-Sound, den in dieser Preisklasse kein Konkurrent anzubieten in der Lage ist. Das ist kein Brüllwürfel, sondern ein Wiedergabegerät auf hohem Niveau, das auch Klang-Feinspitze nicht enttäuschen sollte. Dank zwei Hochtönern, zwei Mitteltönern und einem Downfire-Subwoofer, die allesamt bestens aufeinander abgestimmt sind, kann der Boomster mit jeder Musikrichtung umgehen und gibt Motörhead ebenso glaubwürdig wieder wie ein Streichkonzert. Es ist sensationell, wie fein die Musik dabei geradezu dreidimensional dargestellt wird, wie reibungslos Bass, Mitten und Höhen harmonieren. Dabei ist es egal, mit welcher Lautstärke man hört, der Boomster bleibt immer klanglich sauber und kontrolliert. Ob man nun am frühen Morgen mit leiser Lautstärke das Frühstücksradio hört oder abends mit Electro eine 90er-Jahre-Party beschallt – der Boomster kann beides und klingt dabei immer gut.

Going digital

Analoges Radio empfängt der Boomster dank Teleskopantenne nun noch besser. Ob man das Digitalradio nützen kann, hängt davon ab, ob dieses dort, wo man wohnt, verfügbar ist. In seiner eigentlichen Hauptdisziplin, nämlich vom Smartphone gestreamte Musik wiederzugeben, leistet sich der Boomster nicht mal ansatzweise eine Schwäche. Die Bluetooth-Verbindung steht sofort und hält bombensicher. Ob es die eigene Musiksammlung am Handy ist oder ein Streamingdienst – der Teufel spielt das alles mit einer Qualität ab, die dafür spricht, dass im Boomster sehr gute Komponenten verbaut wurden, die den minimalen Qualitätsverlust, den Bluetooth normalerweise gegenüber einer analogen Verbindung mit sich bringt, weitestgehend eliminieren. Das ist mir auch schon bei Bluetooth-Kopfhörern von Teufel aufgefallen. Irgendwie schaffen es die Berliner, am Ende der Analog-Digital-Bluetooth-Analog-Kette einen Klang darzustellen, der äußerst natürlich wirkt.

Starker Akku

Zusammen mit der robusten Bauweise, dem edlen Design, dem anlogen und digitalen Radioempfang und vor allem dem Klang ist der neue Teufel Boomster einer der besten Bluetooth-Lautsprecher, den man um den Preis kriegen kann. Alles eitle Wonne Sonnenschein also? Einen kleinen Kritikpunkt hätte ich dann doch: Die Touch-Tasten, mit denen die Radiostationen gespeichert und angewählt werden, reagierten auf meinem Testgerät mit einer minimalen Verzögerung. Das war nicht so schlimm, dass es nerven würde, aber es war halt merkbar und nicht ganz so snappy, wie man es inzwischen von zB Highend-Smartphones gewöhnt ist. Auch der neue Boomster kommt mit einem starken Akku, der stundenlangen Betrieb fernab der Steckdose garantiert. Und falls selbst das nicht reichen sollte, kann man das Gerät sogar mit Batterien betreiben. Alle sensiblen Anschlüsse werden von stabilen Gummiabdeckungen geschützt, was den Boomster absolut outdoor tauglich macht.

Der Teufel Boomster ist für 349,99 Euro zu haben.

Pro: Großartiger und klassenbester Sound; jetzt mit einem hübschen Display; reibungsloser Betrieb mit Smartphones; guter Radioempfang; jetzt auch mit DAB+; mehr Stationsspeichertasten als zuvor; robust und dennoch schick; verbesserter Tragegriff; Teleskopantenne; sehr gute Verarbeitung; lange Akkulaufzeit.

Contra: Manchmal reagieren die Touch-Bedienelemente nicht unmittelbar, sondern nehmen sich eine Viertelsekunde Bedenkzeit.

Fazit: Teufel hat den Boomster genau so modernisiert, wie es sich Kunden und Kritiker gewünscht hatten. Der neue Boomster ist eine Art Rundum-Sorglos-Paket für alle, die einen wirklich gut klingenden Bluetooth-Lautsprecher wollen, den man aber auch als Küchenradio und sogar als kleine Wohnzimmer-Anlage einsetzen kann. Mit dem meiner Meinung nach besten Klang seiner Preisklasse und der nahezu kompletten Ausstattung setzt sich Teufel damit erneut an die Spitze des Mitbewerberfelds. Nicht billig, aber angesichts der Leistungen und der Ausstattung ein tolles Angebot.

37521_295113