Rumpolds teure Pressekonferenz

Der BZÖ-Wahlkämpfer Gernot Rumpold, ein Haider-Mann der ersten Stunde, langt gerne zu, seien es die Hoden anderer Männer oder Geld. Der Eurofighterausschuss brachte zutage, dass Rumpolds Werbeagentur für eine Pressekonferenz mit dem früheren Verteidigungsminister Herbert Scheibner (BZÖ) und Eurofighterchef Aloysius Rauen 96.000 Euro verrechnet haben soll. Fucking 96 TAUSEND Euro! Für eine Pressekonferenz! Wie geht das? Hat Rumpold die geladenen Journalisten per Privatjet durch die Stadt geflogen und mit Pandabärentatzen, garniert mit vergoldetem Kaviar, bewirtet? Waren die Presseunterlagen mit Diamanten besetzt und auf eine Gutenbergbibel gedruckt? Wohl kaum. Der Lindwurm kennt sich bei Pressekonferenzen ein bisschen aus und kann voller Überzeugung sagen: 96.000 Euro kostet sowas nicht. Eine Quersubventionierung des BZÖ? Geldwäsche? Die Staatsanwaltschaft sollte aktiv werden!

Braune Richtungskämpfe

Dass FPÖ-Chef Hans Christian Strache nun einen Verein namens „SOS Abendland“ gegründet hat, dessen Zweck in erster Line der Kampf gegen die „Islamisierung“ sein soll, ist symptomatisch für die großen Richtungskämpfe, die derzeit an den rechtsextremen Rändern der Politik gefochten werden. Während weite Bereiche des neonazistischen Spektrums größte Sympathie für den militanten Islam zeigen, da dieser mit mörderischer Gewalt gegen die USA, Israel, Juden und die den Nazis verhasste Demokratie vorgeht, bedienen die volkstümlicheren Vertreter von Rechtsaußen, wie zB Strache, xenophobe Stimmungen und dreschen auf „den Islam“ hin. Dieser Richtungsstreit spaltet derzeit die gesamte rechte Szene Europas. Exemplarisch dafür die Auseinandersetzungen von Leuten wie Jörg Haider, die voll auf die arabische Karte setzen und beste Kontakte zu den Diktatoren der Wüste pflegen, mit den Straches der Szene, die sich lieber mit rechtskonservativen kirchlichen Kreisen und auch mit Rassisten verbünden. Und immer dann, wenn die Rechten streiten, freut sich der Lindwurm.

Die Neutralität – noch sinnvoll für Österreich?

Ganz egal, ob das Video, in dem Islamisten Österreich und Deutschland mit Anschlägen drohen, echt oder ein Fake ist, es hat eines bewirkt: Die österreichische Neutralität ist wieder einmal in Diskussion. Konservative Kräfte aller Parteien nehmen es zum Anlass, sich auf den überholten Standpunkt zurückzuziehen, wonach „uns“ die Welt da draußen nichts anginge und „wir“ allen noch so abscheulichen Verbrechern bloß mit der Teilnahmslosigkeit politischer Eunuchen zu begegnen hätten und alles würde gut, still und friedlich bleiben. Übereifrige Atlantiker wiederum sähen Österreich am liebsten als NATO-Mitglied in vorderster Reihe kämpfen, egal, gegen wen es gerade geht. Der Lindwurm will sich keiner dieser Richtungen anschließen. Er hält die Neutralität, so wie sie praktiziert wurde, für überholt, passend in die Zeit des Kalten Krieges und schon damals oft moralisch fragwürdig. Neutralität bedeutete in erster Linie, dass dieses Land als Aufmarschplatz für Spione und von internationalen Terroristen als sichere Durchgangsstation benutzt wurde. Unvergessen etwa die Peinlichkeit und Schäbigkeit, als der Terrorist „Carlos“ nach einem Coup in Wien vom damaligen Innenminister Otto Rösch mit Handschlag in die unverdiente Freiheit geleitet wurde. Dass Rösch ein ehemaliges Mitglied von NSDAP und SA war, mag für seine Sympathie für den antisemitischen Carlos eine Rolle gespielt haben, wäre aber eine eigenen Analyse wert. Auch danach konnten öfters mal arabische und iranische Terrorkommandos nach erledigten Anschlägen in Mitteleuropa ungehindert aus Österreich ausreisen. Das war keine neutrale Politik, das war Kumpanei mit Verbrechern und ein Schlag ins Gesicht der Opfer. Gleichzeitig spionierte Österreich mehr oder weniger offiziell für die NATO, übte sich vor allem in Planspielen gegen den Warschauer Pakt und ergriff Anfang der 90er Jahre massiv und völlig einseitig Partei im auseinanderbrechenden Jugoslawien. Spätestens seit damals existiert die Neutralität nur mehr am Papier.

Was aber schlägt der Lindwurm vor, was will er? Nun, er möchte Österreich nur ungern in der NATO sehen, solange diese in erster Linie der verlängerte Arm der USA ist. Sympathischer wäre dem Klagenfurter Reptil eine gemeinsame europäische Sicherheitspolitik, an der die einzelnen Länder im Rahmen ihrer militärischen Kapazitäten teilnehmen und die gemeinsam vom Europaparlament und den Mitgliedsstaaten gestaltet wird. Ein solches „Europamilitär“ müsste nicht einmal massiv aufgerüstet werden, es wäre bereits jetzt stark genug für eine EU, die nicht imperialistisch, sondern an Sicherheitskriterien orientiert denken und handeln würde. Dies schlösse einige gemeinsame Aktionen mit den USA ein, andere wiederum aus. Sollte sich diese Option durchsetzen, wäre der Lindwurm für die offizielle Aufgabe der Neutralität.

Deutsche erklären Juden zu den „neuen Nazis“

Das Bertelsmann-Institut hat Anfang März von den Meinungsforschern von TNS Emnid umfragen lassen, wie denn die Deutschen zu Israel stünden. Das wenig überraschende, aber dennoch erschreckende Resultat: Der Staat Israel hat bei 44 Prozent der Befragten ein „schlechtes oder sogar sehr schlechtes“  Image, 30 Prozent meinen, Israel führe einen „Vernichtungsfeldzug gegen die Palästinenser“ und weitere 30 Prozent stimmten der Aussage zu, „Israel macht mit den Palästinensern im Prinzip nichts anders, als das was die Nazis mit den Juden gemacht haben“. Wie auch in Österreich hat bei unseren nördlichen Nachbarn der Verdrängungs- und Rechtfertigungsmechanismus voll gegriffen: Man fantasiert sich die Juden als Nazis zurecht, die auch nicht besser seien als die Deutschen unter Hitler, was die Psyche der Fantasten gleich zweifach entlastet. Die Einmaligkeit der Naziverbrechen wird relativiert und der Holocaust entpuppt sich als gar nicht so schlimm, traf er doch Menschen, die dieser Wahnvorstellung nach auch nicht besser als die Nazis waren. Dass Israel im Gegensatz zu den Deutschland niemals einen „Vernichtungsfeldzug“ geführt hat, was ja auch die seit Jahrzehnten ständig steigende Bevölkerungszahl in den Palästinensergebieten beweist, und dass nirgendwo Gaskammern stehen, in denen Palästinenser ermordet werden, ficht das deutsche Volksempfinden nicht an. Wie auch? In derselben Umfragen haben 40 Prozent der Befragten geäußert, der Nationalsozialismus  habe auch gute Seiten gehabt…

Ein Nazischweinchen namens „mat“

Eine lächerliche Figur mit dem nickname „mat“ oder manchmal auch „mat mil“ geht derzeit in der Blogosphere um und versucht, seinen Nazimüll zu verbreiten. Zu meinem Kommentar „Austria, stand and be counted“ wollte er folgendes schreiben:  „Österreichs Heer besteht, wie wir alle wissen,  aus feigen Flaschen, die am besten in Berlin Plötzensee an Klavierseiten hochgezogen werden. Das offizielle Zionistennetz Österreichs meldet, dass die „vier Bundesheer-Offiziere in Kabul“  abgeschirmt werden, weil diese feigen Flaschen dazu selbst nicht in der Lage sind“.  Dann setzte er im Blog „Liberal in Austria“ noch einen drauf und faselte: „Both bloggers lindwurm and the admin are Hebrew bloodsuckers„.

„mat“, du braunes Würstchen: Tu es deinem großen Vorbild gleich und schluck Zyankali, damit diese Welt ein bisschen sauberer und intelligenter wird! Abgemacht? Oder bist du dazu zu feig, du Flasche?