Weshalb „links“ immer mehr zum Schimpfwort wird

Kein Tag vergeht, an dem nicht der tapfere irakische Widerstand dem bösen amerikanischen Imperium vernichtende Schläge versetzt, indem er…massenhaft Iraker ermordet. Das in Völkermord am eigenen Volk ausartende Betragen der Islamisten und Baathisten zeugt von einer atemberaubenden Menschenverachtung, einer Kultur des Todes, genauer, des Mordens, die es als Etappensieg feiert, wenn wieder einmal eine Autobombe auf einem Marktplatz detoniert und unschuldige Zivilisten in den Tod reißt. Das perverseste an der Situation ist aber das schaurige Benehmen von Teilen der europäischen Linken, die diese Mörderschweine in lauter kleine Che Guevaras umimaginieren und sich mit den Schlächtern des irakischen Volkes solidarisieren statt mit jenen Menschen, die das Ende der faschistischen Saddam-Dikatur zum Aufbau einer Demokratie nutzen wollen. Die hündische Bewunderung, die diese Gruppen der Linken dem Tod und dem Totalitarismus entgegenbringen, liegt des Lindwurms Meinung nach vor allem daran, dass diese Leute in einer Demokratie ihre Vorstellungen nicht umsetzen können, weil die große Mehrheit der Bevölkerung kommunistische Experimente aus gutem Grund ablehnt. Man müsse also der Logik dieser Politamateure zufolge die Menschen zu ihrem „Glück“ zwingen, ganz so wie es Diktatoren eben machen. Linke dieses Schlages sind also nicht weniger verabscheungswürdig und gefährlich wie Neonazis und Faschisten.

Wie verkommen diese Leute sind, zeigt alleine schon die selektive Art, wem sie ihre Solidarität gewähren und welche weltpolitischen Ereignisse sie interessieren. Gegen US-Präsident George Bush gehen sie auf die Straße, der Journalistenmörder und Tschetschenenschlächter Putin ist ihnen egal oder sogar sympathisch. Hysterisch und mit dem Protestflugblatt schon im Anschlag verfolgen sie jeden Huster Israels, echte Völkermorde wie beispielsweise im Sudan finden in den einschlägigen Publikationen keine Erwähnung. Für die kubanische Regierung gibt es Solidaritätsfeste, für die politischen Gefangenen auf Kuba nicht. Gegen Guantanamo wird protestiert, gegen die unzähligen Folterkeller, Straflager und Galgen in Russland, China und der arabischen Welt nicht. Wer die Welt so wahrnimmt wie diese Narren, ist unglaubwürdig und völlig unverantwortlich und hat die moralische Reife eines Fünfjährigen.

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Socialismo o muerte und kein Knödel

Das Geldinstitut BAWAG hat einen Schritt gesetzt, der Österreichs Pseudolinken einen kolletiven Herzanfall zu bescheren scheint: Kunden mit kubanischem Pass wurden die Konten gekündigt. Warum? Die BAWAG, einst aufgebaut von der Gewerkschaft und dann von korrupten Funktionären fast an die Wand gefahren, wurde an den amerikanischen Investmentfonds „Cerberus“ verkauft. In einem Akt voreauseilenden Gehorsams hat der derzeitige Vorstand der Bank das berühmt-berüchtigte Helms-Burton-Gesetz, welches jegliche Geschäftstätigkeit mit Kuba und seinen Bürgern untersagt, zur Anwendung gebracht. Das ist nach Meinung des Lindwurms keine schöne Sache, aber nunmal wirtschaftspolitische Realität. Den Pseudolinken, die ich so nenne, weil sie ohne sich zu schämen ein diktatorisches Regime unterstützen, ist das natürlich ein willkommener Anlass, aufgeregt zu jammern und großspurig mit Boykott zu drohen. Ein echter Linker würde sich stattdessen für die Verbreitung der Demokratie einsetzen und den Kubanern eine Zukunft gönnen, in der die sozialen Errungenschaften der kubanischen Revolution weitgehend erhalten bleiben, aber durch Wohlstand und Freiheit ergänzt werden. Aber nein, das darf nicht sein, Europas Linke stehen „natürlich“ voll und ganz hinter dem Einparteiensystem, hinter Bürgerbespitzelung und Knast für Oppositionelle, ganz so, wie es die moralische Verkommenheit dieser Wohlstandslinken halt erwarten lässt. Dass die Kubaner vielleicht auch mal gerne ein Auto fahren würden, das nicht schon 1950 gebaut wurde, und dass sie möglicherweise ohne Blockwarte glücklicher wären, ist für Leute, die in satter Zufriedenheit in einschlägigen Kneipen hocken und unter dem roten Stern Castro hochleben lassen, natürlich Ketzerei.

Positiv überrascht von Gusenbauer

Nach den vielen Umfallern während der Koalitionsbildung war ich von der SPÖ noch schwer enttäuscht, nun scheint es aber, als hätte ich sie schwer unterschätzt. Der maßgeblich von der SPÖ betriebene Eurofighter-Untersuchungsausschuss bringt tatsächlich Resultate und deckt die, gelinde formuliert, Ungereimtheiten, in die Personen aus dem Umkreis von BZÖ und ÖVP verwickelt sind, ans Licht. Dass die SPÖ den Bundeskanzler stellt, hat also doch über kosmetische Verbesserungen der politischen Kultur  hinausgehende Wirkung und es scheint derzeit sogar möglich, dass eines der zentralen Wahlversprechen, nämlich der Ausstieg aus dem Eurofightervertrag, doch noch umgesetzt wird. Dafür ein dickes Kompliment an Gusenbauer und seine Leute, denen ich ja ansonsten durchaus kritisch gegenüberstehe. Der schlüpfrige Sumpf aus Freunderlwirtschaft, Bereicherung und Korruption, der unter der Schüssel-Haider-Regierung so gut gedieh, wird tatsächlich trockengelegt und einmal mehr zeigt sich, dass vor allem das BZÖ die Anständigkeit nicht nur nicht gepachtet hat, sondern davon offenbar noch nie etwas gehört hat.

Die Konfrontation mit Iran rückt näher

Iran hat nach eigenen Erklärungen nun bei der Urananreicherung industrielles Niveau erreicht. Viele Experten gehen davon aus, dass das Land in nur wenigen Jahren bereits die Atombombe haben könnte. Ein Land wohlgemerkt, dessen Präsident Israel mit der Vernichtung gedroht hat, seit Jahrzehnten den internationalen Terrorismus unterstützt und die eigene Bevölkerung mit einer klerikalfaschistischen Willkürherrschaft quält. Mit dieser provokanten Politik setzt Iran wahrscheinlich Ereignisse in Gang, die es bald bereuen dürfte, denn nicht nur Israel wird nicht untätig zuschauen, wie die Mullahs die Bombe entwickeln. Niemand außer der iranischen Führung hat Interesse an einer iranischen Atombombe, und so wird sich das Land in Kürze einer geschlossenen internationalen Front gegenübersehen. Dass Westeuropa auch weiterhinn  der Bedrohung nichts als Zögern und Appeasement entgegensetzen wird, ist klar. Allerdings wird Europa mit seinen verkrüpptelten Armeen und seiner stark wachsenden islamischen Bevölkerung ohnehin nicht mitentscheiden.

Sklaverei ist Freiheit, oben ist unten

Sollte George Orwell auf einer Wolke sitzen und das irdische Treiben beobachten, dann müsste er wohl mit großem Staunen sehen, wie sein berühmter Neusprech sich immer mehr zum offiziellen Jargon der EU entwickelt. Das zeigt unter anderem folgende Nachricht: „Gegen Killerspiele und Gewaltvideos soll zukünftig europaweit einheitlich vorgegangen werden. Das Ziel seien EU-Standards, die Jugendlichen den Zugang zu solchen Medien erschweren oder gar unmöglich machen, erklärten die deutsche Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) und der Vizepräsident der EU-Kommission, Franco Frattini. Frattini kündigte die Gründung eines europäischen Forums für die Rechte von Kindern an, das sich auch mit dem Thema Gewaltspiele und Gewaltvideos befassen werde.“

Ein „Forum für die Rechte von Kindern“ soll also Kinder vor den bösen Computerspielen „bewahren“, genauer: „Recht“ bedeutet „Verbot“? Wer so perfid mit Sprache umgeht will nur unser bestes, unsere Freiheit nämlich, und das Einkassieren von Freiheit wird als wahre Freiheit verkauft. Die Herren und Damen Polittechnokraten in Brüssel ziehen die Schrauben der sozialen Kontrolle immer enger und treiben uns das Rauchen ebenso aus wie das Computerspielen und später auch den Alkohol und den Schweinsbraten.

Die lieben Kärntner „Freunde“

Die in Kärnten so massiv vertretenen Eigenschaften Niedertracht, Dummheit und Lynchgeilheit machen sich in diesen Tagen wieder einmal lautstark bemerkbar. Als der Untersuchungshäftling und ehemalige BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner in Althofen eine Kur zwecks Rehabilitation nach einer Herzoperation antrat, wurde er von „Freunden“, als die sich die Kärntner gerne selber bezeichnen, mit Buhrufen empfangen. Nun mag dieser Herr ein großer Unsympath und vermutlich auch ein Verbrecher sein, doch die massive Verletzung der Unschuldsvermutung durch Kärntner Politiker, allen voran natürlich Jörg Haider („es ist für uns Kärntnerinnen und Kärnter nicht tolerierbar, dass unser schönes Bundesland im Zusammenhang mit dem Kur-Aufenthalt eines Wirtschaftskriminellen negativ in die Schlagzeilen und damit in Misskredit gerät“), die an Menschenjagd grenzende Berichterstattung des Schmierblattes „Neue Kronen Zeitung“ sowie die unsouveräne Bereitwilligkeit, mit der sich die Bevölkerung aufhetzen lässt – das alles macht mich mehr schaudern als die mutmaßlichen Taten des Finanzhais. Einmal mehr tat sich der stramm rechte SPÖ-Landesgeschäftsführer Gerald Passegger, der den politisch erfolglosen Peter Ambrozy persönlich betreute und zur Belohnung in der Parteihierarchie nach oben rutschte, negativ hervor, als er Elsner per Presseaussendung gleich mal zur „Persona non grata“ erklärte. Ja, wir Kärntner sind schon ein herzensgutes Völkchen, berstend vor Gastfreundschaft, niemals vorverurteilend und niemals auf Schwache losgehend.

Jubelperser at work

Die Freilassung der britischen Geiseln durch den in die Enge getrieben Iran führt erwartungsgemäß dazu, dass in den Foren des „Standard“ die Jubelperser kräftig in die Tasten hauen. Der sattsam bekannte Dr. kokos schreibt: „man wird ahmadi nejad neu bewerten müssen. er dürfte intelligenter sein als bush und blair zusammen genommen.“ Ein Pooshee Kooratz meint: „fantastischer coup des iran welcher die ganze kälte und brutalität des blair-regimes offenbart hat, das grundlos 15 der eigenen für einen weiteren obskuren kriegsgrund opfern wollte.“ Der iranische Regimefreund Alphysiker will seinen Führer gleich mit hohen Ehren überhäuft sehen: „!Herr Ahmadi-Nadschad verdient die Nobel Preis fur Fried!!!!!!(sic)“. Ein gewisser Völker Höbart ist ganz begeistert: „Es gibt noch Politiker mit Herz. Jetzt sind Blair und Bush gefordert IHREN Friedenswillen klar zu machen. Der Iran hat bewiesen, dass es ihm um Völkerverständigung zu tun ist, dass er selbst noch Imperialisten die Hand zur Versöhnung reicht und dass Frieden und Gerechtigkeit die Zielpunkte seiner Außenpolitik sind.“ Ein Herr Cyberman jubiliert: „Grandiose Inszenierung der eitle Pudel Blair, dedemütigt von Ahmadinejad, dem Obertrottel Bush einen Knochen hingeworfen und gleichzeitig 15 unnütze Fresser aus dem Land geschmissen.“

So geht das immer weiter. Über hunderte von Postings hinweg. Blair ist ein „Pudel“, Bush ein „Verbrecher“ oder ein „Affe“ und der Iran ein tapferer antiimperialistischer Vorposten. Ach, lieber Gott, tu ein Osterwunder und lass Hirn regnen!