Gaddafi, Aids, Israel und das Österreichische Bundesheer

Muammar al-Gaddafi (alias Bob Dylan) lässt es krachen. Eine ganze Woche lang feiert er den 40. Jahrestag seiner Machtergreifung, und nebenbei findet er auch noch Zeit, ein paar Diktatorenkumpel und den Clown von Caracas, Hugo Chavez, beim zwischendurch eingeschobenen Gipfel der „Afrikanischen Union“ zu treffen. Die afrikanischen Staatschefs, bekannt für die absolute Hingabe an ihre Völker, völlige Immunität gegen Korruption und auch dafür, die in ihren an Rohstoffen reichen Ländern erwirtschaften Milliarden keineswegs auf schweizer Bankkonten zu horten oder in Kriegsgerät zu stecken, mit dem sie dann einander wegen eben dieser Rohstoffe umbringen, sondern aus ihren Staaten blühende Stätten des Fortschritts gemacht zu haben, die ganz vorne im wissenschaftlichen Kampf gegen Aids und Hunger und Aberglauben stehen, haben auch eine Erklärung parat, warum trotz ihrer fast schon extremen Menschenfreundlichkeit und Friedensverliebtheit auf ihrem Kontinent dauernd Krieg herrscht: Die Juden sind schuld. Aus dem „Standard“: Aber auch der schwarze Kontinent, die große Liebe des von den Arabern enttäuschten Gaddafi, bekam seine Rolle. Am Montag fand ein Treffen der Afrikanischen Union in Tripolis statt, Stargast war der venezolanische Präsident Hugo Chávez. Da wurde ein Fest des Thirdworldismus gefeiert, bei dem eigentlich nur noch Irans Präsident Mahmud Ahmadi-Nejad fehlte. Als Schuldiger für alle Konflikte in Afrika wurde Israel benannt.

Nun könnte man gemein sein und sagen: Wer glaubt, Aids durch die Vergewaltigung von Jungfrauen oder Koransprüche garniert mit Kräutern heilen zu können, der glaubt auch, dass das winzige Israel hinter den afrikanischen Konflikten steckt und nicht etwa blutsaufende Diktatoren, die von diversen amerikanischen, französischen, russischen, britischen und chinesischen Diensten und Konzernen instrumentalisiert werden. Aber der Wahn, Israel (Klartext: „der Jude“) sei das Übel der Welt, grassiert ja durchaus auch in Europa und den USA. Es ist der weltweite Hohlkopfkonsens, dass alle Konflikte aus der Welt verschwänden und alle Menschen händchenhaltend über blühende Wiesen des Friedens tanzen würden, gäbe es da nicht diesen bösen kleinen Staat, der von afrikanischen Rohstoffkriegen bis hin zu verregneten Sommern an allem schuld ist. Um zu Gaddafi zurückzukehren: Der Extremzelter aus Tripolis ist eine jener Figuren, die am hartnäckigsten und leider auch effektivsten gegen Israel hetzen, er hat über Jahzehnte den internationalen Terrorismus finanziert und auch persönlich Terroranschläge in Auftrag gegeben, er hält bis zum heutigen Tag westliche Bürger als Geiseln fest und er hat einen fürchterlichen Modegeschmack.

Dass sich westliche Politiker von Gaddafi gerne demütigen lassen, grenzt trotz handfester ökonomischer und politischer Interessen schon an Masochismus. Dass aber das Österreichische Bundesheer eine Militärkapelle nach Libyen geschickt hat, die zu Ehren des Mörders, Judenhassers und Geiselnehmers aufspielt, ist ein Skandal. Kaum hat Verteidigungsminister Darabos mit der Verweigerung der Bundesheerunterstützung für das rechtsradikale Ulrichsbergtreffen mal einen Pluspunkt gesammelt, versemmelt er diesen auch schon wieder mit dieser unnötigen Ehrenbezeugung für einen der berüchtigsten Feinde des Westens. Wobei natürlich klar ist, dass die Entsendung einer Militärabordnung nach Libyen das Produkt der Hirnleistung der gesamten Bundesregierung ist und nicht auf Darabos` Mist alleine gewachsen sein kann. Wohin schickt Österreich das nächste Mal seine Militärmusik zur moralischen Erbauung der dort Herrschenden? Nach Nordkorea? In den Iran? Nach Burma?

Muftis, Päpste, Kondome

Wenn ein Mufti aus Kamerun dem Papst zu dessen Aussagen gratuliert, dann klopft ein Vertreter des Irrationalismus dem anderen auf die Schulter. Oder doch nicht? Vielleicht ist die päpstliche Verdammung von Kondomen und die muslimische Unterstützung dieser Verdammung ja aus Sicht der Götzenanbeter völlig vernünftig, denn die Verfügbarkeit von Gummis hemmt nicht nur die Verbreitung von AIDS, sie macht das Pimpern zu einem ungefährlichen Vergnügen, und dass ihre Schäfchen es zum Spaße miteinander treiben, sehen Päpste, Muftis und Mullahs gar nicht gerne.