Mann des Volkes

Österreich hat ein Schwiegersohnproblem. Lange war Karl-Heinz Grasser der ( auch durch Umfragen bestätigte) begehrteste Schwiegersohn der Österreicherinnen, doch Dauerunschuldvermutungen und das Zerwürfnis mit seiner echten Schwimu haben Grasser von diesem Thron gestoßen. Der neue Liebling aller  Frauen jenseits der 40 in Österreich ist der „Volksmusiker“ Andreas Gabalier, der sich mit seinen eingängigen Melodien und seiner Bühenshow an die Spitze der Charts gekämpft hat. Gabalier, ein völlig humorloser Mensch, wie sein missglückter Auftritt in der Satireshow „Willkommen Österreich“ nahelegt, posiert auf seiner alle Verkaufsrekorde brechenden CD „Volks Rock´n Roller“ als menschliches Hakenkreuz:

Und in der Tat versucht der Musiker all das zu verkörpern, was deutsch-völkisch bzw bei den Völkischen gut ankommt: Er ist brav, er ist geschniegelt und geggeelt, sauber und fesch, skandalfrei und bodenständig und ganz sicher nicht urban. Wenn er bei seinen Auftritten den „Wilden Hund“ mimt, wirkt auch das elendig nett und kalkuliert und riecht nach Zeltfest und Dorfdisco. Das Cover und Gabaliers sonstiges öffentliches Auftreten legen nahe, dass er selbst wohl kein Nazi ist, aber dass er des Österreichers tiefste Wünsche erfüllen möchte, nämlich die Wünsche, das innere Nazitum ganz unbeschwert von der doch nur überfordernden Kritik Geschichtsbewusster loszulösen, frei zu sein von den lästigen Einwänden der „Gutmenschen“ und, grunz grunz, Drecksau sein dürfen im Schutze des Mainstreams. Wie bestellt liefert die Musikindustrie zur Krise und zur Faschisierung der Gesellschaften die Begleitmusik. Der „Rock´n Roll“ des Gabalier ist keiner, er ist der ultra-reaktionäre Soundtrack der Wiederkehr des Völkischen. Also das genaue Gegenteil von Rock.