„Die Sau liquidieren“ – Postings auf Norbert-Hofer-Unterstützerseite

Unter einem öffentlich einsehbaren Beitrag der Facebookgruppe „Wir unterstützen Norbert Hofer“ über die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel waren am Sonntag folgende Postings zu sehen:

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Von Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer und der FPÖ liegt bis dato keine eindeutige Distanzierung von dieser „Unterstützergruppe“ und den dort verbreiteten Ansichten vor.

 

 

Mitgefühl ist nicht deutsch

Wer immer noch nicht wahrhaben will, dass wir derzeit von Menschen regiert werden, deren Mangel an Empathie und generell an menschlichen Regungen psychopathische Züge trägt, sollte sich ein Video des NDR ansehen, in dem Angela Merkel einem Flüchtlingskind erklärt, weshalb es samt seiner Familie abgeschoben werden müsse. Als das Mädchen zu weinen anfängt, geht Merkel hin, streichelt es am Kopf und sagt: „Du hast das doch prima gemacht“. Die deutsche Kanzlerin versteht nicht, weswegen das Mädchen heult. Sie kann nicht nachvollziehen, dass die von höchster Stelle überbrachte Nachricht eines unmenschlichen Abschiebungsregimes die Betroffenen kränkt, sondern geht ganz selbstverständlich davon aus, das alles, was das Mädchen interessiere, ihr Image sei. Merkel schließt von sich auf andere, was ein typischer Zug von an Psychopathie leidenden Menschen ist, die mangels Mítgefühl immer nur ihre eigenen Befindlichkeiten auf andere projizieren.

Empathielosigkeit scheint mir überhaupt der Hauptcharakterzug unserer Tage zu sein, und der ist beileibe nicht nur bei den Handpuppen des Kapitals zu diagnostizieren, sondern seit jeher und nun wieder verstärkt im verbliebenen linksradikalen Spektrum und vor allem bei Marxisten. Dort gibt es einerseits nicht wenige, die den Griechen ein kommunistisches Experiment anraten, wohl wissend, dass dies, wenn nur im winzigen Griechenland durchgeführt, zu Hungersnot und Totalitarismus führen muss, und andererseits diejenigen, die Syriza des Populismus, Nationalismus und Antismitismus zeihen und daher alles, selbst die korrupten Vorgängerregierungen, besser finden. Man will also entweder mit anderer Leute Arsch in den Krieg reiten oder man ignoriert die konkrete Not der griechischen Bevölkerung eiskalt als systemimmanent und verleumdet diejenigen, die was ändern wollen. Vor allem aber will man lieber in Schönheit sterben als „beschmutzt“ leben, und wer die Lebenssituation realer Menschen verändern will, macht sich nun mal schmutzig, ob als Revolutionär oder als Kompromisse eingehen müssender Reformist. Da bleibt man dann doch lieber in seinem Studierstübchen, beugt sich zum x-ten Male über die Marx-Engels-Gesamtausgabe und schreibt hin und wieder schwurbeliges Texte, in denen man andere für deren Abweichlertum von der angeblichen Reinheit attackiert.

Dass gerade deutsche Linke oft so ticken, ist kein Zufall. Nirgendwo sonst wirkt ein analer Sauberkeitsfimmel, der einst mit Luther begründet wurde, so stark weiter wie in Deutschland. Kompromisse sind der Deutschen Sache nicht, und wenn die Welt dabei in Scherben fällt. Hauptsache, man selbst bleibt „rein“ und muss nicht hinabsteigen in die Niederungen, wo wirkliche Menschen wirkliche Probleme, aber auch wirkliche Freuden haben. Dort ist nämlich alles irgendwie unsauber und gefährlich und daher träumt man lieber vom Untergang des Kapitalismus, den Marx doch vorhergesagt habe und der daher auch unweigerlich eintreten müsse. Nur: Der kommt einfach nicht. der Kapitalismus macht unbeeindruckt von Krise und Krieg immer weiter. Der Kapitalismus ist ein Weltsystem dem nur entrinnt, wer bereit ist, in seinem Staat die Lichter ausgehen zu lassen. Aus dem Kapitalismus austreten hieße heutzutage, eine Agrargesellschaft nach Khmer Rouge-Vorbild zu schaffen, was kein halbwegs bei Trost seiender Mensch wollen kann. So wie die Dinge derzeit liegen, kann der Kapitalismus nur reformiert werden, kann man ihm allenfalls durch Kampf ein wenig mehr Leben abtrotzen. Das muss aber gar nicht so entsetzlich sein, wie es sich für radikale Linke anhört. Nehmen wir wieder die Griechen. Die wollen keinen Grexit und keinen diesem folgenden Kriegskommunismus. Die wollen nur, dass sie nicht mehr sterben müssen, wenn sie krank werden und nicht mehr ohne Strom hungern, wenn sie keine Arbeit haben. Es wäre durchaus auch nach innerkapitalistischer Logik vernünftig, diesen bescheidenen Wünschen zu entsprechen. Wer hungert oder für eine Chemotherapie spart, der kauft sich keinen neuen VW Golf. Europa könnte sich seine gegenüber Deutschland weniger konkurrenzfähigen Staaten durchaus leisten, wäre der politische Wille vorhanden und würde das nicht am marktradikalen Reinheitswahn der deutschen Politik, in der sich der linksextreme Reinheitswahn spiegelt, scheitern. Und genau wegen dieser Spiegelung schlägt, so meine ich, Syriza und ähnlichen Bewegungen so viel Hass aus Deutschland sowohl von rechter, als auch von linker Seite entgegen. Syriza versucht wenigstens, was zu unternehmen, kam durch Populismus an die Macht und geht haufenweise Kompromisse ein – lauter Sachen, die vielen prinzipientreuen Deutschen grundsätzlich missfallen, da sie auf einer seelischen Regung fußen, die in Deutschland nicht so weit verbreitet ist: auf Empathie.

Guttenberg und die Dekadenz

Die Botschaft, die Angela Merkel mit ihrer Nibelungentreue zu Verteidigungsminister Theodor-Karl zu Guttenberg ins Land schickt, ist demokratiepolitisch gefährlich. Das sture Festhalten der Union an „Baron Copypaste“ sagt nichts anders aus, als dass Tricksen, Betrügen, Lügen und Schummeln akzeptable Verhaltensweisen seien, dass Moral in der Spitzenpolitik keine Rolle spiele und dass man bürgerliche Tugenden wie Fleiß, Ehrlichkeit und Ehrbarkeit über Bord zu werfen bereit ist, wenn nur die Umfragewerte stimmen. Die Konservativen machen damit das politische Schlawinertum, wie es Berlusconi und die österreichischen Rechtsparteien zur demokratiegefährdenden Perfektion getrieben haben, auch in Deutschland salonfähig, und das sollte jedem klar denkenden Menschen Sorgen bereiten. Abgesehen von Bayern war die deutsche Politik im internationalen Vergleich immer recht sauber und integer, aber wenn nun eine erschwindelte Doktorarbeit kein Rücktrittsgrund mehr für einen Bundesminister ist, könnte dies eine Art Dammbruch für die Amoralität sein, und bald könnten sich die Deutschen in einer Republik wiederfinden, in der es gar keine Rücktrittsgründe mehr gibt, in der, wie in Italien, Politiker sich alles erlauben können und dafür von der Boulevardpresse auch noch beklatscht werden. Die Kampagne, die „BILD“ für Guttenberg führt, erinnert ja durchaus schon an die Berlusconi-Medien, die nachdrücklich darauf hingeschrieben haben, den Italienern jegliches Gefühl dafür, was ein angemessenes Verhalten für Politiker sein soll, auszutreiben. Guttenberg ist natürlich kein Schurke wie Berlusconi, aber es geht ums Prinzip, um die berühmten Anfänge, denen man wehren sollte. Ansonsten leistet man der Aushöhlung der Demokratie von innen her Vorschub, und dann kann sich ein Westerwelle mit Recht über „spätrömische Dekadenz“ beklagen. Diese greift aber allem Anschein nach bei den (politischen) Eliten um sich und nicht bei den Hartz-IV-Empfängern.

„Multikulti“ ist nicht gescheitert

Nach Angela Merkel und David Cameron hat uns nun auch Nicolas Sarkozy wissen lassen, das seiner Meinung nach das „multikulturelle Modell gescheitert“ sei. Damit haben die führenden konservativen Regierungschefs Europas eine zentrale Propagandafloskel der Rechtsextremen übernommen. „Multikulti“ als „gescheitert“ zu bezeichnen, ist mehr als nur eine populistische Verkürzung, es ist unredlich und objektiv falsch. Die wirtschaftlich, wissenschaftlich und künstlerisch dynamischsten Nationen dieser Erde sind multikulturell, zum Beispiel die USA, Israel, Kanada, Australien sowie fast alle EU-Staaten und, mit Einschränkungen, auch China und weitere Schwellenländer wie Indien oder Brasilien. Dagegen herrscht überall dort, wo eine autoritäre „Leitkultur“ alle kulturellen Einflüsse von Außen zu blockieren versucht, Stagnation und Rückschritt, etwa in den meisten arabischen Ländern, in Nordkorea, Pakistan und generell in Gegenden, in denen man versucht, ideologisch bzw. religiös besonders „rein“ zu bleiben. Außerdem: Was meinen Merkel, Cameron und Sarkozy, wenn sie von „Multikulti“ sprechen? Und was genau soll gescheitert sein? Gibt es eine Pleitewelle unter Sushirestaurants und Dönerbuden, von denen ich bislang nichts mitbekommen habe? Melden die Kinos und Videotheken Insolvenz an, weil niemand mehr Hollywoodfilme sehen will? Gehen die Internetprovider pleite, weil sich alle plötzlich nur mehr für ihre nähere Umgebung interessieren? Sind alle Ausstellungen ausländischer Künstlerinnen geschlossen und alle Tourneen von Musikern abgesagt worden? Nein, all das geschieht nicht, ganz im Gegenteil geht die weltweite gegenseitige kulturelle Beinflussung weiter, anders ist das ja auch in Zeiten des Welthandels und der immer weiter verbreiteten Informationstechnologien gar nicht möglich. Wahr ist, dass sich einige wenige Zuwanderer nicht zu benehmen wissen und dass einige Autochthone Rassisten sind. Wahr ist weiters, dass es reale Probleme gibt mit radikalen Muslimen und radikalen Rechten. „Multikulti“ ist halt kein Utopia, in dem die Schafe bei den Löwen schlafen, sondern ganz normale Wirklichkeit mit all ihren Vor- und Nachteilen. Und wenn Merkel, Cameron und Sarkozy jetzt ihre Mäuler aufreißen und nach Sündenböcken suchen, so seien diese Herrschaften daran erinnert, dass SIE dafür mitverantwortlich sind, wie es in den Staaten, die sie regieren, zugeht. Wenn diese Politiker in völlig unverantwortlicher Art und Weise gegen „Multikulti“ hetzen, tun sie nichts anderes, als den radikalen Xenophobikern einen Jagdschein auszustellen. Von Staatsmännern (und -frauen) erwarte ich mir doch ein bisserl mehr an Gestaltungsvorschlägen als bloß rechtsextreme Parolen nachzublöken. Das müsste ja nicht einmal in besonders komplizierte verbale und ideologische Verrenkungen ausarten, es genügte schon, ganz einfach und deutlich auf dem Niveau einer zivilisierten Demokratie Stellung zu beziehen. Zum Beispiel so: Religionsfreiheit ja, Frauenunterdrückung und Dschihadismus nein. Respekt vor fremden Kulturen ja, Respekt vor Barbarei nein. Demonstrationsfreiheit ja, religiös oder ethnisch aufgeladene Unruhen nein. Und so weiter. Aber vermutlich hat man in den Staatskanzleien gar keine Lust darauf, auf das schlechte alte Ablenkungsmanöver des Ausspielens verschiedener Gruppen der Gesellschaft gegeneinander zu verzichten, ist das doch sehr günstig in Zeiten, in denen man den Unterschichten immer mehr wegnehmen will, in denen die Maxime gilt: Bestehlt die Armen und gebt den Reichen!

Multikulti gescheitert: Ossis raus!

Da schau her: Die Bemühungen um den Aufbau einer Multikulti-Gesellschaft in Deutschland sind nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel fehlgeschlagen. „Dieser Ansatz ist gescheitert, absolut gescheitert“, sagte Merkel am Samstag bei einem Kongress der Jungen Union in Potsdam. In der Vergangenheit sei zu wenig verlangt worden.

Recht hat sie, die Merkel. Die Integration der Ossis hat nicht funktioniert. Absolut nicht. Viele ehemalige DDR-Bürger weigern sich bis heute, die deutsche Sprache anständig zu erlernen, sie trauern der kommunistischen Diktatur hinterher, was sie dadurch ausdrücken, indem sie Naziparteien wählen und Ausländer totschlagen, und sie passen sich den Gebräuchen der marktwirtschaftlich-demokratischen Leitkultur einfach nicht an. Sicher, es gibt auch gute Ossis, integrierte Ossis, assimilierte Ossis, aber ein großer Teil verharrt perspektivlos in einer Parallelgesellschaft und fällt dem Sozialstaat zur Last. Man hat einfach nicht genug von diesen Leuten verlangt. Niemand zwang sie, ihr ekliges Sächseln abzulegen, keiner verlangte von ihnen ein bedingungsloses Bekenntnis zu Freiheit, Demokratie und Hartz IV. Und jetzt haben die Deutschen den Salat!

Schalten Sie auch morgen wieder ein wenn Frau Angela Merkel verkünden wird: „USA gescheitert, Neger Präsident, Sodom und Gomorrha, Handtaschenräuber, kreisch“.