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“Nie wieder” heißt, für Israel zu sein

Es ist wieder mal Internationaler Holocaust-Gedenktag und damit drohen uns erneut die üblichen Phrasen und Floskeln, vorgetragen von Politikerinnen in Schwarz und Politikern, die Hüte tragen. Aus Respekt. Ernst blicken sie drein, die Präsidenten und Bundeskanzlerinnen, und sagen, was sie seit Jahrzehnten sagen: „Nie wieder“. Sie meinen damit allerdings ausschließlich „nie wieder Auschwitz“. Was diesseits von Vernichtungslagern ist, fällt nicht unter diesen Schwur, wird nicht abgedeckt vom Wiederholungsverbot. Seit dem von außen erzwungenen Ende der Naziherrschaft nicht.

Nirgendwo in Europa waren Juden nach 1945 je so sicher, wie sie es sein hätten müssen, hätten wir tatsächlich aus der Geschichte gelernt. In Deutschland und Österreich versuchte man zunächst, die wenigen verbliebenen Jüdinnen und Juden zu vergraulen und denjenigen, die den Mördern durch Flucht entronnen waren, eine Rückkehr wenig schmackhaft zu machen. Mit allerlei juristischen Spitzfindigkeiten drückte man sich vor der Rückerstattung geraubten Vermögens und arisierten Besitzes. Wer sich dadurch nicht entmutigen ließ, musste bis in die späten 1960er Jahre hinein Angst davor haben, dass ihm Alt- oder Neonazis Briefbomben schickten oder ihn auf offener Straße totschlugen. Und dann kam die Bedrohung durch palästinensische Terroristen, die mit der Unterstützung linksextremer europäischer Komplizen jüdische und israelische Einrichtungen angriffen und Juden sowie proisraelisch eingestellte Politiker ermordeten. Mit diesen arabischen Terroristen schlossen die europäischen Staaten dann einen Pakt, der bis heute in Kraft ist: „Ihr hört auf, bei uns Terror zu machen, dafür kriegt ihr jährlich ein paar hundert Millionen Dollar von uns“. Doch für Europas Juden war die daraus resultierende Verschnaufpause nur sehr kurz, denn fast nahtlos schlüpften islamistische Fanatiker in die vernichtungsantisemitische Lücke und zielen nun mit Bomben und Knarren auf alles, was jüdisch ist oder was sie dafür halten. Kurz: Seit 1945 müssen in Europa jüdische Kindergärten von Polizei und Wachdiensten beschützt werden, weil jüdische Kinder sonst in Lebensgefahr wären. Mit Ausnahme der Betroffenen und einer winzigen Anzahl Intellektueller findet das kaum jemand skandalös, weil kaum jemand begreift, was das über unsere Gesellschaft aussagt.

Während ich das hier schreibe, erfahre ich, dass eine 24-jährige Israelin ihren Stichwunden erlegen ist, die ihr ein arabischer Teenager zugefügt hatte. Totgestochen im Supermarkt. Allein seit Oktober 2015 wurden in Israel 25 Menschen von Arabern ermordet und dutzende zum Teil schwer verletzt. Das große Schweigen, das in Europa dazu zu vernehmen ist, sagt vielleicht mehr zum Weiterbestehen antisemitischer Haltungen aus, als alle Antisemitismusstudien zusammen. Empörung und Demonstrationen gegen Gewalt im Nahen Osten finden in Europa nur statt, wenn Israel sich verteidigt. Dann sind alle plötzlich laut und präsent, die immer schweigen, wenn Juden ermordet werden. Und oft sind das dieselben, die am Holocaust-Gedenktag ganz traurig tun und die Untaten ihrer Vorväter tapfer anklagen, während sie die Untaten der aktuellen Judenmörder entweder ignorieren oder als „Widerstand“ verharmlosen. 350 Millionen Araber stehen gut sechs Millionen Juden gegenüber. Wer hier Widerstand leisten muss, ergibt sich schon rein mathematisch. Dennoch bereitet gerade vielen Linken und Liberalen nichts so große Sorge wie das Wohlergehen jener sich Palästinenser nennenden Araber. Ein moralischer, strategischer und propagandistischer Bankrott, den die Rechten nach einigen Jahren des Zögerns erkannt haben und für ihre Zwecke ausnützen. Kaum eine (west)europäische Rechtsaußenpartei kommt mittlerweile noch ohne proisraelische Lippenbekenntnisse aus. Das hat nichts damit zu tun, dass diese im Kern hart antisemitischen Parteien ihren Antisemitismus aufgearbeitet hätten, sondern mit taktischen Überlegungen und populistischem Gespür. Die gefährlichsten Gegner Israels sind muslimischen Glaubens, die europäischen Rechten hassen Muslime noch mehr als Juden, also scheinen Allianzen nahe zu liegen. Was die europäischen Rechten nicht wissen wollen und manche israelischen Rechten gerne verschweigen: Einige der patriotischsten Israelis sind Muslime und die große Mehrheit der jüdischen Israelis will nicht „den Islam“ bekämpfen, sondern sich lebensgefährlicher Feinde erwehren, egal, woran die gerade glauben oder zu glauben vorgeben. Es steht zu befürchten, dass jene von der Linken gründlich enttäuschten Israelis, die nun darauf hoffen, ein nach rechts rutschendes Europa würde Israel mehr Verständnis und Solidarität entgegenbringen, sich gründlich täuschen. Ein in rechts regierte Nationalstaaten zerfallendes Europa wird sich gerade in der immer schlimmer werdenden Wirtschaftskrise lukrative Waffengeschäfte mit der arabischen und muslimischen Welt nicht entgehen lassen. Das zeichnet sich ja bereits ab, denn die „Normalisierung“ der Beziehungen mit dem Iran und das Klinkenputzen europäischer Politiker und Wirtschaftsbosse in Teheran zeigt ja, dass schon jetzt moralische Kategorien kaum mehr eine Rolle spielen. Zu meinen, ausgerechnet Rechte, die ja oft nichts anderes sind als der politische Arm der Industrie, würden da einen Kurswechsel herbeiführen, ist eine gewagte Annahme.

Wer aus der Geschichte wirklich etwas gelernt hat und es ernst meint mit dem „Nie Wieder“, muss realistischerweise für die sichere Existenz Israels eintreten. Juden sind weltweit in Gefahr und es ist nicht irgendeine moralische Lehre aus Auschwitz, die Judenmörder von einer Wiederholung der Shoah abhalten kann, sondern allein ein schwer bewaffneter Staat Israel, in dem es eine deutliche jüdische Mehrheit gibt. Auf die Lernfähigkeit der Europäer kann man sich leider nicht verlassen. Auf die Angst, im äußersten Fall eine Atombombe made in Israel aufs Dach zu kriegen, dagegen schon. Faktisch ist also jeder, der an einer Schwächung oder gar Zerstörung Israels arbeitet, sei es als „Aktivist“ der Boykottbewegung oder als Befürworter des „Rückkehrrechts“ der Nachfahren aller jemals auf israelischem Gebiet gelebt habenden Araber, ein schlimmerer Antisemit als das faschistische Gesindel, das sich derzeit mit Israelbegeisterung tarnt.

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Geile Araber im Frauenparadies

Nachdem in der Silvesternacht in Köln mehrere Dutzend Frauen bei organisierten Taschendiebstählen und durch enthemmte Männergruppen sexuell gedemütigt wurden, glänzten Polizei, Journalistinnen, Medien und Politiker als hervorragende Ethnologen, die sofort die im Zusammenhang überaus sinnlose Information verbreiteten, die mutmaßlichen Täter seien „Nordafrikaner oder Araber“ gewesen. Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) blies zum Halali und großkotzte in Pressemikrofone: „Wir nehmen es nicht hin, dass sich nordafrikanische Männergruppen organisieren, um wehrlose Frauen mit dreisten sexuellen Attacken zu erniedrigen.“ Zu dem Zeitpunkt war weder bekannt, ob die Angriffe organisiert gewesen waren, noch ob die sexuelle Erniedrigung deren Hauptzweck gewesen war und schon gar nicht war sicher, dass es sich bei den mutmaßlichen Tätern tatsächlich um „Nordafrikaner“ gehandelt hatte. Nach der Maxime, dass den Letzten die Hunde beißen und es besser ist, der Meute voran zu laufen als von ihr gehetzt zu werden, gab sich die gesamte deutschsprachige Politik- und Medienszene unter Verzicht auf Unschuldsvermutung und Recherche der lüsternen Fantasie hin, 1.000 Männer aus dem Morgenland hätten deutsche Mädels gejagt. Obwohl die Polizei bald klarstellte, dass von 1.000 Tätern keine Rede sein könne, sondern es sich um ein paar Dutzend Taschendiebe gehandelt habe, die die sexuelle Belästigung als Trick anwandten, um ihre Opfer vom Diebstahl abzulenken, hält sich das einmal in die Köpfe gebrachte Narrativ vom muselmanischen Massenvergewaltiger bis heute. Ein Narrativ, das offenbar so sehr die Projektionsbedürfnisse befriedigt, dass jeder Mensch, der eine differenzierte Betrachtung einmahnt, wütend angesprungen und mindestens als „Täterschützer“ verleumdet wird.

In einem Rechtsstaat ist es wenigstens theoretisch so, dass für eine Tat der Täter individuell bestraft wird. Nicht seine Cousins, nicht seine Oma, nur er. Eine, die dieses rechtsstaatliche Procedere für überflüssig hält, ist Alice Schwarzer. Für die ehemalige Feministin ist klar: Das waren 1.000 Täter, und die waren alle Muslime und lauter Flüchtlinge oder Migranten. Und die hätten viele böse Sachen mitgebracht aus dem finsteren Orient: “Mit dem blauäugigen Import von Männergewalt, Sexismus und Antisemitismus gefährden wir nicht nur unsere Sicherheit und Werte; wir tun auch diesen verrohten jungen Männern unrecht, die ja nicht als Täter geboren sind. Sie sind geprägt von den Erfahrungen eines traditionell gewalttätigen Patriarchats innerhalb der Familie sowie der Bürgerkriege auf den Straßen, was sie zu Tätern wie Opfer gemacht hat. Wenn wir sie nun aufnehmen, haben sie auch das Recht darauf, eine Chance zu bekommen: die Chance, anständige Menschen zu werden. Was auch heißt: die Pflicht zur Integration.“

Man stelle sich vor! Bringen diese unanständigen Menschen doch tatsächlich Männergewalt, Sexismus und gar Antisemitismus nach Deutschland! Lauter Dinge, die es in Deutschland zuvor nie gegeben hat. Okay, da war vielleicht dieser eine antisemitische Ausrutscher, vor Ewigkeiten mal, als ein Österreicher die armen Deutschen gezwungen hatte, Nazis zu werden und sechs Millionen Juden zu ermorden, aber das wurde doch gründlichst aufgearbeitet. Nur mehr jeder dritte Deutsche ist laut Umfragen noch antisemitisch, also quasi gar keiner. Und Sexismus und Männergewalt? In Deutschland seit Jahrzehnten unbekannt. Gerade auch in Köln wurde nie eine Frau Opfer von besoffenen Karnevalgrapschern, niemals. Vergewaltigung in der Ehe war ein so unbekanntes Phänomen, dass sie in diesem nicht sexistischen Frauenparadies erst Anfang der 1990er Jahre unter Strafe gestellt wurde. Mit sexistischen Sujets zu werben, kam anständigen deutschen Werbeagenturen so wenig in den Sinn wie anständigen deutschen Pfaffen und Aufsehern die Vergewaltigung von Kindern und Jugendlichen in Heimen. Frauen verdienten seit jeher gleich viel wie Männer. Ein geradezu feministisches Land war dieses Deutschland, bevor die Mauren einfielen. Das ist ein wahrhaft edles hohes Ross, von dem herab die gütige Alice Schwarzer den kraushaarigen Untermenschen die Hand entgegenstreckt, um sie in den Stand anständiger Menschen zu erheben. Falls sie parieren.

Wo dermaßen viel Feminismus ist, wäre es vermessen, Banalitäten zu fordern wie eine bessere Ausbildung von Polizisten und Juristen, auf dass diese Frauen, die eine Vergewaltigung melden, nicht mehr wie teilschuldigen Dreck behandeln. Oder den Ausbau von Frauenhäusern und anderen Fluchteinrichtungen. Oder eine (Sexual)Erziehung, die Kindern die Gleichwertigkeit der Geschlechter vermittelt. Oder bessere Löhne für Berufe, in denen vor allem Frauen tätig sind, um sie unabhängiger zu machen. Lauter Firelfanz. Wirklich wichtig ist fast allen, die derzeit Kommentare schreiben, das Triebleben des muslimischen Mannes. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Hübsch ausgelagert an eine Minderheit, wie es halt Tradition ist in deutschen Landen. Was einst der böse geile Jude war, der unschuldige arische Mädchen verführte, ist nun der tumbe Muslim, der nicht anders kann als Frauen zu missbrauchen, weil er halt aus einer anderen Kultur kommt. Weil er halt anders ist irgendwie. Kein anständiger Mensch von Schwarzers Gnaden.

Sieht man sich an, wie rasant die Zivilisation erneut zum Teufel geht, wie leicht der rassistische ethnisierende Müll aus den Edelfedern fließt, bleibt nicht mehr viel übrig außer der Frage, warum das so widerstandslos passiert. Der Postnazismus trug stets die Drohung in sich, ein Pränazismus zu sein, was vor allem bis Mitte der 1980er Jahre all jene wussten und zu spüren bekamen, die zu den Opfergruppen des Nationalsozialismus gehörten und jeden Tag in Schulen und Ämtern, vor Richtern und Gerichtsgutachtern, in Psychiatrien und Gefängnissen oder einfach nur vor der Glotze bei Berichten aus Parlamenten und über das Wirtschaftsleben auf Menschen in Machtpositionen trafen, die ihre NSDAP-Parteibücher zwar unter dem Zwang amerikanischer und sowjetischer Panzer abgegeben, ihre braune Überzeugung aber nie abgestreift hatten. Heute, da auch die robustesten Hitlerjungen langsam wegsterben, zeigt sich, wie viel von der NS-Ideologie auch ohne Originalnazis weiterlebt, wie unglaubwürdig die Sonntagsreden-Bekenntnisse des „Nie Wieder“ waren und wie unzureichend Entnazifizierung und kritische Aufarbeitung. Ein paar Knöpfe am ungesunden Volksempfinden gedrückt und schon ist alles vergessen, was mal an Aufklärung vorhanden gewesen sein mag.

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Juden, Schwule und andere Volksfremde

Völkisches Denken ist ausschließendes Denken. Wer zum „Volk“ gehört und wer nicht, entscheiden die Völkischen nicht nach rechtsstaatlichen, sondern nach vormodernen Kategorien wie „Rasse“, Religion und der Bereitschaft des Individuums, sich der „Volksgemeinschaft“ unterzuordnen. Stefan Brändle, Frankreich-Korrespondent der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“, hat in einem Kommentar für sein Blatt nun nahezu mustergültig gezeigt, wie dieses Denken funktioniert: Ja, diesmal hat es das Pariser Volk wirklich getroffen. Denn jetzt sind nicht vorgewarnte Satiriker, Juden oder Polizisten getroffen worden, sondern unbeteiligte Normalbürger, junge Konzertbesucher und Bistrobesucher, die eiskalt und methodisch niedergeschossen wurden, im Bataclan wie in einer Massenhinrichtung.“ Die Gruppen, die Brändle nicht zum „Pariser Volk“ rechnet, sind die klassischen Feindbilder völkisch Denkender. Juden, freche Publizistinnen und Mitglieder der Sicherheitskräfte des liberalen Staates, die Juden und freche Publizisten vor den Völkischen schützen. Brändle würde den Vorwurf, Antisemit zu sein, sicherlich mit größer Empörung zurückweisen und darauf mit Klagsdrohungen reagieren. Ich halte ihn auch nicht für einen bewussten Antisemiten. Aber er ist professioneller Journalist, er weiß also, was er schreibt, und wenn er Juden nicht zum Pariser Volk zählt, dann steht dahinter eine Weltsicht, in der Juden keine „echten“ Franzosen, Deutsche usw. sein können. Beachtenswert auch, dass Brändle unterstellt, Juden, Satiriker und Polizisten trügen eine gewisse Mitschuld daran, wenn man sie angreife. Wie sonst ist es zu verstehen, die von diesen Gruppen unterschiedenen “Normalbürger” seien “unbeteiligte”? 

Im „Spiegel“ erschien am selben Tag ein Kommentar von Arno Frank, in dem dieser zum letztlich gescheiterten Versuch des NDR Stellung nahm, den homophoben Verschwörungstheoretiker Xavier Naidoo für Deutschland beim Songcontest antreten zu lassen. Mitten in dem seltsam aggressiv wirkenden Text dann folgendes: „Anderswo mag der ESC eine patriotische Angelegenheit sein, hierzulande ist er ein eher queeres Spektakel. Ein Zirkus ohne künstlerische Bedeutung, aber nicht ohne Zauber.“ Schwule, Lesben und Transsexuelle, so legen dieser Sätze nahe, sind zwar unterhaltsam, aber richtige Kunst können sie genauso wenig wie Patriotismus. Patriotismus und Hochkultur sei nämlich was für echte Kerls, nicht für Zirkusattraktionen wie LGBT-People.

Diese beiden Kommentare sagen viel aus zum Stand der Dinge. Wo man Juden abspricht, zum „Volk“ zu gehören und Homosexuellen, patriotisch sein zu können, ist das Denken wieder in den ersten 30 Jahren des 20. Jahrhunderts angekommen oder hat diese nie verlassen. Man versucht, eine völkische Identität über den Ausschluss von Minderheiten zu konstruieren.

 

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Gegen Amis und Rothschilds: Kapitalismuskritik bizarr

Johannes Voggenhuber, österreichischer “Grünen”-Politiker der ersten Stunde, hat in seiner langen Karriere viel Schlaues gesagt, manchmal seine Position gewechselt und auch viel nur halb Durchdachtes von sich gegeben. Derzeit veröffentlicht er auf Facebook eine Artikelserie, die sich mit der deutschen Hegemonialpolitik in Europa befasst die in einem Satz ihre Zusammenfassung so findet:

Längst hat in Berlin die Errichtung eines transatlantischen politischen Regimes unter der Hegemonie der USA mit einer von ihnen erwünschten deutschen Vormachtsrolle die Vision der Einheit Europas abgelöst“.

Da ist er wieder, der alte Antiimperialist, der sich die Welt nicht anders zu erklären weiß als mit einem Rückgriff auf simplifizierende Verkürzungen, die ungute Entwicklungen nicht anders deuten können denn als hierarchische Verschwörungsketten, an deren Spitze US-amerikanische Meister und Lenker stehen. Das zieht dann ein entsprechendes Publikum an, welches ausspricht, was Voggenhuber nur andeutet, wie dieser Screenshot eines Postings unter dem Voggenhuber-Text zeigt:

voggenhuber

Die verkürzte Kritik am real existierenden Kapitalismus und die falsche Analyse der Rolle Deutschlands kann gar nicht anderswo hinführen als zu antiamerikanischen und antisemitischen Ressentiments. So wird dann zum Beispiel aus dem gemeinschaftlichen Interesse des US-amerikanischen und deutsch dominierten europäischen Kapitals, Handel und Investitionen zu erleichtern, die Deutung von Freihandelsabkommen als amerikanische Finte, obwohl der Exportweltmeister Deutschland von solchen Abkommen stärker profitieren wird als die USA. Ganz gewöhnliche kapitalistische Interessenspolitik wird moralisch und letztlich antiamerikanisch interpretiert, da es sich noch nicht bis Voggenhuber und Leuten, die ähnlich wie er denken, herumgesprochen hat, dass der Kapitalismus nicht „amerikanisch“ ist, sondern das aktuell weltweit unbestritten herrschende Verhältnis, dessen einziges Interesse die Mehrung von Profit ist. Deutschland als drittgrößte Volkswirtschaft der Erde verfolgt im Auftrage seines Kapitals jene Politik, die diesem nützlich ist. Dabei befindet es manchmal in Übereinstimmung mit anderen Nachtwächterstaaten, manchmal in Konkurrenz zu diesen. Wie wenig Einfluss die USA auf Deutschland inzwischen haben, ließ sich in den vergangenen Jahren gut beobachten. Die vielen Bitten aus Washington, es doch statt mit Austerität mit antizyklischer Wirtschaftspolitik zu versuchen, stießen auf taube Ohren. Die USA haben nämlich ein Interesse an einem stabilen Europa, das nicht in Elend und Chaos versinkt. Deutschland dagegen verfolgt unbeirrt uralte Hegemonialziele und rechnet sich aus, endlich dorthin zu gelangen, wohin man schon zweimal mittels Krieg wollte, nämlich zu einem völlig deutsch dominierten Europa, dessen einziger Zweck es sein soll, verlängerte Werkbank sowie Supermarkt für deutsche Einkaufsgelüste zu sein. Nicht amerikanische, sondern deutsche „Investoren“ kaufen derzeit die privatisierten griechischen Flughäfen.

Statt den Kapitalismus als gesellschaftliches und wirtschaftliches Verhältnis als solches zu erkennen, können Voggenhuber & Co nicht anders, als ihn nicht als Ursache, sondern als Produkt politischen Handelns zu missdeuten. Das mag psychologisch entlastend wirken, aber es ist falsch und führt zu falschen Analysen und zu falschen Vorstellungen von der Realität. Und das wiederum ist ein Humus, auf dem Verschwörungstheorien wachsen und jener Wahn gedeiht, der inzwischen schon wieder großen Teilen auch des linken Spektrums die Hirne dermaßen vernebelt, dass Querfronten mit Nationalisten und Antisemiten gebildet werden.

Nachtrag: Auch ein weiteres „grünes Urgestein“ lässt dieser Tage seinen alten antiamerikanischen Fantasien freien Auslauf.

pilz

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Rape culture, victim blaming

Ich mag Fantiker nicht. Eiferer sind meist kein guter Umgang und tun ihrer Umwelt selten was Angenehmes. Bestenfalls nerven sie, schlimmstenfalls organisieren sie Pogrome und ähnlich unerfreuliche Veranstaltungen. Fanatiker gibt es überall dort, wo Ideologie produziert wird, also auch unter den nettesten Bewegungen mit den ehrbarsten Zielen. Auch mit manchen Feministinnen würde ich lieber kein Bier trinken gehen wollen, obwohl deren Anliegen meist zu den gerechtfertigteren und unterstützenswerteren zählen. Ich spreche hier nicht von Leuten, die ein bisschen polemisieren oder dem Patriachat einige wohl verdiente Watschen geben, sondern von der Zelotenfraktion, die, wie es etwa die “Emma” im Falle Kachelmann tat, offen zugibt, dass sie lieber ein paar Unschuldige im Knast sitzen sähe als einen Vergewaltiger davonkommen zu lassen.

Dies gesagt, stelle ich eines fest: Wir leben tatsächlich in einer rape culture, einer Vergewaltigungskultur. Das fällt stets dann immer besonders stark auf, wenn eine Frau vergewaltigt wird und selbst manche aufgeklärten Menschen sogleich anfangen, wenigstens eine Teilschuld dem Opfer zuzuschreiben. Auch gut Gemeintes wie beispielsweise Ratschläge, was Frauen tun könnten, um keinem Sexualverbrechen zum Opfer zu fallen, ist Teil dieser patriachalen Kultur des victim blamings, denn nicht Frauen sollen acht geben müssen, wo sie sich wie verhalten, sondern Vergewaltiger haben nicht zu vergewaltigen. Nicht Frauen sollten dunkle Straßen meiden und auf ihr Getränk achten müssen, auf dass ihnen niemand Drogen verabreiche, sondern Männer müssen lernen, dass Vergewaltigung ein Schwerverbrechen ist, dass man niemanden gegen seinen Willen unter Drogen setzt und dass eine sexy Kleidung an einer Frau nicht bedeutet, dass sie belästigt, begraptscht oder genotzüchtigt werden will. Notzucht! Welch unglaubliches Wort! Der Mann in seiner angeblichen Sexualnot züchtigt sich eine Frau zurecht. Das kommt direkt aus derselben Hölle wie der unsägliche Begriff “Schändung”, der nahelegt, das am Opfer begangene Vebrechen bringe Schande über dieses und nicht etwa über den Täter. Die Wurzeln solcher Begrifflichkeiten liegen in der patriachalen, von Männerreligionen geprägten Kultur, in der Frauen Jahrtausende lang nichts anderes waren als Besitz ihrer Väter, Ehemänner oder Sklavenhalter, und in der eine Vergewaltigung demnach eine Sachbeschädigung war, die noch dazu das Exklusivrecht des “Besitzers” an den Sexual- und Reporduktionspotenzialen der Frau missachtete, weswegen die Opfer dann als beschädigt, unrein und somit geschändet gesehen wurden.

Die Schuld den Opfern zuzuschieben, wird nicht nur an vergewaltigten Frauen praktiziert, sondern generell gerne gemacht, auch dies ein typischer Entlastungsmechanismus feiger und autoritärer Charaktere. Als Islamisten die Redaktion von Charlie Hebdo ermordeten, traute sich kaum eine Zeitung, Mohammedkarikaturen nachzudrucken. Häufig aber laß man in Kommentaren und hörte von Politikerinnen, dass der Humor jener Zeitung sehr “verletzend” und “respektlos” sei, womit die getöteten Journalisten ihre Ermordung sozusagen herausgefordert hätten. Schlimmer noch waren viele Reaktionen auf die Emordung der Kundinnen eines koscheren Geschäfts. Man müsse sich, so tönten viele Facebookpostings und Leserkommentare in Onlinezeitungen, eingedenk des Nahostkonflikts doch nicht wundern, wenn Juden mörderische Gewalt entgegengebracht werde. Dass es keine Rechtfertigung für die Emordung französischer Juden gibt, selbst wenn Israels Pollitik so schlimm wäre, wie es diese Antisemiten im antizionistischen Kleidchen annehmen, ist manchen Menschen einfach nicht beizubringen. Juden für den Antismitismus verantwortlich zu machen, ist der Klassiker des victim blamings, woraus unter anderem ableitbar ist, dass Menschen, die einer Vergewaltigten vorwerfen, zu unzüchtig gekleidet gewesen zu sein, ein ähnliches Mindset haben wie Antisemiten. Und in der Tat kommt der heftigste Antisemitismus seit jeher unter den Gruppen vor, die auch Frauen unterdrücken, also religiösen Rechten christlicher und islamischer Provenienz und unter Nationalisten und Chauvinisten. Dass die auch anderen Minderheiten gegenüber meist feindselig eingestellt sind, sei der Vollständigkeit halber erwähnt. Religiöse Fanatiker predigen solange Toleranz so lange, wie sie selbst diese brauchen. Sobald sie in der Lage sind, Macht auszuüben, ist es vorbei damit.

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Von jüdischen und anderen Toten

Ich denke ja immer, ich sei nicht besonders klug, daher gehe ich davon aus, dass das, was ich schreibe, auch verstanden wird, denn wenn sogar ich das kapiere, sollte es doch jeder schnallen können. Das ist offensichtlich nicht so, wie einige Reaktionen auf meine Kommentare zu den Terroranschlägen in Paris gezeigt haben. Daher versuche ich jetzt noch einmal zu erklären, warum die Morde im koscheren Supermarkt moralisch noch verwerflicher waren als jene in der Redaktion von Charlie Hebdo. Die Morde im Supermarkt waren nicht deswegen so besonders schlimm, weil die Opfer Juden waren, sondern weil die Opfer zu Opfern wurden aus dem einzigen Grund, dass sie Juden waren. Sie haben keine umstrittenen Karikaturen veröffentlicht, sie haben keine satirischen Artikel geschrieben, sie haben nichts anderes getan als kurz vor dem Schabbat noch einkaufen zu gehen. Ihr Mörder hat sie umgebracht, weil sie Juden waren. Das hat er in einem interview und in einem Bekennervideo zugegeben. Ist das soweit verständlich? Die Morde an den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Charlie Hebdo waren entsetzlich und haben völlig zu Recht ungeheure Wut und Trauer und eine weltweite Welle der Solidarität mit den Opfern und mit der Presse- und der Meinungsfreiheit losgetreten. Aber zumindest in der perversen Logik der Mörder hätten die Hebdo-Leute ihrem Schicksal entgehen können, wenn sie niemals Mohammed karikiert hätten. Die Mordopfer im koscheren Geschäft hatten nicht mal diese Chance. Sie starben für das, was sie waren. Nicht für eine Meinung oder eine “Provokation”, sondern allein für die Sünde, Jude zu sein. Dieses Ermorden von Menschen, nur weil sie einer bestimmten Gruppe angehören, ist die tiefste aller Barbareien. Das steht auf einer moralischen Ebene mit dem Holocaust und mit dem Völkermord in Ruanda. Und wenn jetzt einer derjenigen, die dümmer sind als ich, “Israel” schreit und “Besatzung”, dann soll der mir erklären, was vier Pariser Juden, die sich was zu essen kaufen wollten, für die Politik der israelischen Regierung können. Wer jetzt sowas Irres sagen will wie “dort gibt es israelische Produkte, daher war das ein gerechtfertigtes Angriffsziel”, der sollte sich 1. einen guten Psychiater suchen und 2. sein Maul halten, falls er sich seinen Computer oder sein Smartphone und alle dafür nötigen Einzelteile nicht persönlich zusammengebaut und persönlich in Asien nach seltenen Erden gebuddelt hat.

Manchmal bringen Wiederholungen was, daher noch einmal: Die Morde im koscheren Supermarkt waren nicht deswegen besonders schlimm, weil die Opfer zufällig Juden waren, sondern weil sie deswegen ermordet wurden, weil sie Juden waren. Auch wenn die Opfer ermordet worden wären, weil sie Muslime, Chinesen oder Schwaben gewesen wären, wäre es dasselbe. Die Motive der Mörder sind dabei völlig egal. Menschen zu ermorden, nur weil sie einer bestimmten Nation, Religionsgemeinschaft, Ethnie, sexuellen Orientierung oder sonst einer Gruppe angehören, die eben kein politischer Verein ist, sondern eine Tatsache des Lebens, ist der absolute Kontrapunkt zu Kultur und Menschlichkeit.

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Alle sind Charlie, keiner ist Jude

Es ist der 9. Jänner 2015, Freitag Abend. Zum ersten Mal seit 1945 findet in der großen Synagoge in Paris kein Gottesdienst statt. Aus Sicherheitsgründen. Wenige Stunden zuvor haben Terroristen vier jüdische Mensch ermordet. Sie waren ganz zurecht davon ausgegangen, in einem koscheren Supermarkt welche anzutreffen. 48 Stunden lang zeigte die ganze Welt Solidarität mit den zwei Tage zuvor ermordeten Autorinnen und Zeichnern von “Charlie Hebdo”. Millionenfach wurde das Bekenntnis “Je suis Charlie” (Ich bin Charlie) in Tweets und auf Facebookprofilen verbreitet. Auch politische Parteien und einige islamische Verbände wollten ebenso Charlie sein wie jene Zeitungen und Fernsehsender, die vom Mut des französischen Satireblattes so weit entfernt sind wie ich vom Mond. Dennoch war das ein wichtiges Zeichen, ein Zeichen dafür, dass man den Versuch von Extremisten, ihnen nicht genehme Meinungen mit Mord zu unterdrücken, nicht hinnehmen wolle. Vielleicht sind nun, nach zwei Tagen Hochspannung, alle nur müde geworden und froh, dass es weitgehend vorbei zu sein scheint (während ich dies schreibe ist angeblich noch eine Komplizin der Täter auf der Flucht), vielleicht liegt es auch  daran, dass eine Zeitungsredaktion ein Symbol für einen der Grundwerte der westlichen Zivilisation ist, nämlich eines für Meinungs- und Pressefreiheit, aber bislang sucht man vergeblich nach der millionenfachen Selbstzuschreibung: “Je suis Juif” (Ich bin Jude/Jüdin).

Möglicherweise ist aber alles viel furchtbarer. Als am 24. Mai 2014 im Jüdischen Museum in Brüssel vier Menschen totgeschossen wurden, war die europäische Öffentlichkeit nicht sonderlich beunruhigt. Das Leben verlangsamte sich nicht und es wurden keine Solidaritäskampagnen gesichtet. Dasselbe gilt für den Anschlag auf die jüdische Schule von Toulouse im März 2012, bei dem vier Menschen, darunter drei Kinder, starben. Jüdische Tote scheinen Europa, ja die Welt bei weitem nicht so zu erschüttern wie Tote anderen Glaubens. Es ist fast so, als würde Terrorismus gegen Juden als Normalität wahrgenommen und, schlimmer noch, als Reaktion auf den Nahostkonflikt rationalisiert. Dass man den Skandal der Dauerbedrohung jüdischen Lebens in Europa hingenommen hat, ist aber eine der Wurzeln des Nachtschattengewächses Terrorismus. Kaum jemand schien zu verstehen, dass es nicht nur darum geht, jüdische Menschen und Einrichtungen mit Polizeistreifen zu beschützen, sondern dass die Notwendigkeit für diesen Schutz das eigentliche Problem ist. So wie das eigentliche Problem am islamischen Terrorismus nicht die Qualität der Abwehrmaßnahmen dagegen ist, sondern dass diese Maßnahmen nötig sind. Niemand ist frei und ungefährdet, solange Menschen aus dem einzigen Grund, einer bestimmten Religion oder Volksgruppe anzugehören, an Leib und Leben bedroht sind, Muslime selbstverständlich eingeschlossen. Aber Juden sind aufgrund ihrer zahlenmäßigen Schwäche der Gradmesser schlechthin, wie zivilisiert und frei eine Gesellschaft ist.

Europa muss sich darüber klar werden, dass es nicht so weitergehn kann mit dem Ignorieren und Rationalisieren des Antisemtismus. Es reicht nicht, wenn sich Bischöfe, Imame und Rabbiner freundlich die Hände schütteln, es braucht eine Veränderung des Bewusstseins dahingehend, dass Antisemitismus nicht toleriert werden kann. 2014 aber zogen Banden von Antisemiten durch Europas Städte und brüllten ungehindert “Juden ins Gas”. Zum Teil wurden sie dabei sogar von ein paar linken Sekten unterstützt. Da hätte die gesamte europäische Politik und die ganze Publizistik vereint aufstehen müssen um zu sagen: “Nein. Wir dulden das nicht. Wer gruppenbezogenen Hass wie Antisemitismus verbreitet, hat in Europa keinen Platz”. Stattdessen hat man den Schwanz eingezogen und den Mob gewähren lassen, und Figuren wie der SPÖ-Politiker Omar Al-Rawi, der übrigens derzeit auch ganz dringend Charlie Hebdo sein will, durften sich darüber auslassen, wie gemein Israel zu den Palästinensern sei, als ob das selbst wenn es stimmte irgendeine Rechtfertigung für “Juden ins Gas”-Gebrüll wäre. Wieder und immer wieder verabsäumten es Politiker und Meinungsmacher, die demokratischen Grundwerte angemessen eindeutig zu verteidigen, immer ängstlich, die eine oder andere Wählerstimme von Leuten zu verlieren, denen man klar machen hätte müssen, dass in Europa zwar jeder seine Religion praktizieren darf, aber hier weder das Austragen nahöstlicher Konflikte noch theokratische Bestrebungen akzeptiert werden. Muslimischen (und allen anderen) Zuwanderern wäre zu sagen gewesen, dass man sich in Europa Träume von Gottesstaaten und vom Judenumbringen abschminken muss, widrigenfalls man gerne wieder dorthin ausreisen könne, wo solcherlei Barbarei Mainstream ist. Dazu hätte es freilich Politiker und Intellektueller bedurft, die eine Vorstellung von einer europäischen Kultur haben, die über das Verkaufen von Autos hinausgeht. Das visionslose Gesocks, das derzeit regiert, hat nichts im Angebot, und so steht bereits der Neofaschismus in den Startlöchern, der den Hass auf ganze Menschengruppen so richtig aufblühen lassen wird. Und er wird das machen können, weil den gegenwärtigen Knallchargen in Politik und Publizistik Sachen wie Antisemitismus, Menschenrechte und Freiheit allenfalls als Randthemen wichtig sind. Falls morgen die Moscheen brennen, dann weil wir gestern und heute nicht in Solidarität vor den Synagogen standen.

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