Syrische Nazis

Wer verstehen will, warum das syrische Regime auch vor den abscheulichsten Verbrechen nicht zurückschreckt, der muss die Ideologie der Baath-Partei verstehen. Deren Gründer, Michael Aflaq und  Salah al-Din Bitar, sogen im Paris der 30er Jahre faschistisches Ideengut auf und bauten dieses in die Ideologie ihrer neuen Partei ein: Strikter Antikommunismus, dafür „nationaler Sozialismus“ mit Ablehnung der westlichen Demokratie und Wirtschaftsform, Volksgemeinschaft (die NS-Version der „klassenlosen Gesellschaft“), Organisation der Partei in kleinen Zellen, pan-arabischer Nationalismus. Und Antisemitismus. Am stärksten beeinflusst wurde der Baathismus von den Nazis. Sami al Joundi, Baathist der ersten Stunde, schrieb einmal: „Wir bewunderten die Nazis. Wir haben Tag und Nacht Nazi-Literatur gelesen. Jeder, der damals in Damaskus lebte, konnte sehen, wie stark wir dem Nazismus zuneigten“. Dieser Pronazismus fand seinen Ausdruck auch darin, dass das von der Baath-Partei beherrschte Syrien nach dem Zweiten Weltkrieg einer der beliebtesten Zufluchtsorte für Nazis aller Größenordnungen war, auch für solche Kaliber wie Alois Brunner, der rechten Hand von Adolf Eichmann. Und diese Figuren standen der Baath-Partei mit Rat und Tat beim Aufbau ihrer Terrorherrschaft zur Seite. Brunner etwa wurde eine Art „Berater für Judenfragen“ für den syrischen Geheimdienst Muhabarat. Andere Nazis halfen beim Aufbau der syrischen Armee und der diversen „Spezialeinheiten“ der Sicherheitskräfte des Regimes. Daher sollte die extreme Brutalität des Assad-Clans und seiner Partei niemanden wundern. Nazis und deren geistige Erben sind nun mal so.