Bernd Zeller fragt Radio Eriwan

Auf der „Achse des Guten“, der Intenetverlautbarungsstelle von Henryk M. Broder und dessen Kampftruppe gegen alles, was sich irgendwie als „links“ oder „gutmenschlich“ qualifizieren lässt, will Bernd Zeller in Bezug auf die Ausländer-Raus-Volksabstimmung in der Schweiz im Stil der berühmten Fragen an Radio Eriwan wissen: Was ist eigentlich so schlimm daran, Leute aus dem Land, zu dem sie keine Beziehung haben außer einer monatlichen Überweisung, in das Land zu schicken, zu deren Kultur sie sich gehörig fühlen? Antwort von Radio Eriwan: Im Prinzip nichts, Genosse Zeller, denn kriminelle Ausländer dürfen jetzt schon ausgewiesen werden, aber die von der SVP initiierte Verfassungsänderung, die alle Menschen ohne schweizer Staatsbürgerschaft betrifft, verstößt mit ihrer Abschiebungsautomatik ohne Einzelfallprüfung gegen Verträge der Schweiz mit der EU über die Personenverkehrsfreizügigkeit, vermutlich gegen das Völkerrecht und sicher gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. Das, Genosse Zeller, sind ebenso rechtsstaatliche Errungenschaften der europäischen Zivilisation wie die bisherige Praxis, dass Abschiebungen durch ein Gericht einzeln geprüft werden müssen. Sie, Genosse Zeller, fügen, zitternd vor der Allmacht der finsteren Gutmenschen, noch weinerlich hinzu, ob sie denn ihre Frage „nicht stellen“ dürften. Doch, dürfen sie, und sie haben es ja gerade getan. Ganz mutig und nur mit dem ungesunden Volksempfinden von Millionen Sarrazin-Fans und BILD-Lesern im Rücken.  Und es ist richtig süß, wie sich als naives Kind geben, das noch nichts wissen kann von Grundrechten, rechtsstaatlichen Standards, Menschenrechtskonventionen und dergleichen Gutmenscherei. Aber jubeln sie ruhig über diesen weiteren Sieg der rechten Bösmenschen in einem immer mehr nach rechtsaußen abrutschenden Europa, nur: Wenn der Tag kommt (und der wird kommen), an dem die Bösmenschen entscheiden, dass sie der nächste sind, für den bisherige Grundrechte nicht mehr gelten sollen, dann jammern sie bitte nicht, sondern nehmen es männlich-tapfer wie der Bösmenschbejubler, der sie sind, solange es bloß andere betrifft.