Teufel Real Blue NC: Der beste Bluetooth-Kopfhörer, den man derzeit kaufen kann

Mit dem neuen Real Blue NC ist der Firma Teufel jenes Kopfhörer-Meisterstück gelungen, das man den Berlinern schon lange zugetraut hat.

Anfang März brachte mir ein Paketbote den Real Blue NC von Teufel. Ich packte ihn aus, lud ihn auf, und fing um zehn Uhr vormittags an, Musik damit zu hören. Ich hörte Musik und ich hörte nicht auf, Musik zu hören. Mein Grinsen wurde breiter und breiter. Ungefähr zehn Stunden später setzte ich ihn wieder ab und war glücklich. Das ist mir bislang noch mit keinem Kopfhörer passiert. Je nach Güteklasse brauchte ich nach spätestens drei Stunden eine Pause. Mit dem Real Blue NC war es aber fast unmöglich, das Musikhören zu beenden, denn alles, was ich da hörte, war einfach zu schön. Es machte süchtig. Aber der Reihe nach!

Foto: Bernhard Torsch

Teufel baut schon lange gute Lautsprecher und gute Kopfhörer. Sogar einige der besten, die ich je gehört habe. Ich halte zum Beispiel die Standbox Definion 5 und ihr Nachfolgemodell, die aktive Stereo L, für Speaker, die jeden Audiophilen zufriedenstellen sollten und die mit Konkurrenzprodukten mithalten können, die mehr als das Doppelte kosten, ja sogar viel mehr als das Doppelte. Mit den Top-Produkten seiner Lautsprecher hat Teufel nämlich exakt den Punkt getroffen, ab dem man nur mehr minimale Verbesserungen erreichen kann, selbst wenn man zehntausende Euros dafür zahlt. Die Kopfhörer von Teufel waren auch immer schon gut, aber ein wirklich klar herausragendes Produkt, das mit den Definions oder den Stereo L vergleichbar wäre, also genau den „point of diminishing return“ traf, ab dem man nur mehr für minimale, oft kaum wahrnehmbare Sound-Upgrades zahlt, fehlte. Bis jetzt.

Man verstehe mich nicht falsch! Teufels Kopfhörer, wie etwa der kabelgebundene Real Z, waren sehr gut, vor allem für den verlangten Preis. Allein die etwas klapprige Verarbeitung und das Erscheinungsbild waren nur mittelmäßig. Tonal war der Real Z schon weit vorne mit dabei und keinen Deut schlechter als zB ein AKG K701 oder ein Sennheiser HD-650. Der On-Ear Bluetooth-Hörer „Supreme On“ von Teufel klingt sehr gut und sieht schick aus und ist zusammen mit dem Vorgänger des aktuellen Real Blue ein beachtlicher Fortschritt in Sachen hochwertige Musikwiedergabe über Bluetooth. Das alles war und ist gut, aber es war noch nicht Weltklasse.

Der neue Real Blue NC spielt jetzt in der Weltklasse mit. Er sieht aus wie Weltklasse, er fühlt sich an wie Weltklasse und er klingt vor allem wie Weltklasse. Erhältlich ist er in den Farben Blau, Weiß und Schwarz.

Bluetooth wird erwachsen

Ich war gegenüber Bluetooth-Kopfhörern lange skeptisch. Ich verfolgte den Markt zwar und sah, dass sie immer besser wurden, aber ich war nicht überzeugt. Trotz all der neuen Codecs mit fancy Namen wie AptX, AAC oder LDAC war das halt doch eine verlustbehaftete Übertragung. Als Audio-Snob war ich fest der Meinung, kabelgebundene Hörer seien das einzig Wahre. Ich hörte schon öfters mal rein in die Bluetooth-Welt, aber selbst die neuesten Angebote von Bose, Sony oder Apple konnten mich nicht zu 100 Prozent überzeugen. Das lag aber nicht an Bluetooth, sondern an der verbauten Technik, an Treibern und DSPs. Der Bose Quiet Comfort 35 war mir schlicht zu warm, also allzu basslastig und oben herum nicht luftig genug. Dasselbe traf auf die Sonys zu, die ich hörte. Der Apple war eine Spur neutraler, aber irgendwie blutleer.

Der erste Bluetooth-Kopfhörer, der mir wirklich imponierte, war der VMK20 der finnischen Firma Valco. Mit dem klang Musik über Bluetooth für mich zum ersten Mal natürlich und verdammt nahe an dem, was sonst nur hochpreisige Kabel-Kopfhörer bieten können. Die Schwäche des Valco: Seine Treiber sind nicht so gut wie seine Digitale Signalverarbeitung. Auf Deutsch: Im Bluetooth-Modus klingt er super, über Kabel verbunden eher mittelmäßig. Das wird den meisten Leuten egal sein, mir aber nicht. Ich bin da ein bisschen pedantisch. Aber trotzdem: Für den Preis (170 Euro) ist der Valco super und eine valide Empfehlung.

Dann kam mir der Austrian Audio Hi-X25BT (150 Euro) ins Haus. Der hatte einen kristallklaren Sound. Sehr analytisch und hell und extrem hoch auflösend. Und obwohl der nur den einfachsten Bluetooth-Codec SBC beherrschte, war da fast kein wahrnehmbarer Unterschied mehr zum Betrieb via Kabel. Das lag an den Treibern, die einfach besser sind als die von Valco, Bose, Sony & Co. Aber meine Skepsis gegenüber Bluetooth war überwunden. Ich wusste nun, dass man auch mit Kopfhörern, die für den mobilen Einsatz gedacht sind, kaum mehr Kompromisse beim Sound machen muss.

Der neue Maßstab aller Bluetooth-Dinge

Und dann kriegte ich den Teufel Real Blue NC zum Testen und ich kann ohne zu lügen und ohne von Teufel dafür bezahlt worden zu sein sagen: Das ist der beste Bluetooth-Kopfhörer, den ich bislang ausprobieren konnte. Und nicht nur das, er ist sogar einer der besten Kopfhörer überhaupt, die ich bislang ausprobieren konnte. Der braucht sich vor keinem Sennheiser HD660S, keinem Hifiman Sundara, keinem AKG-K712, keinem Sony MDR-Z7M2 oder sonst einem Hörer zwischen 200 und 1.000 Euro zu verstecken. Und egal, ob mich die Audiophilen-Community jetzt kreuzigt: Mir gefällt der sogar besser als der Meze Empyrean (3.000 Euro).

Im Gegensatz zu manch anderen Kritikern, die den Real Blue NC getestet haben, kann ich nicht bestätigen, dass er im Bluetooth-Modus besser klänge als über Kabel. Für meine Ohren klingt er im Gegenteil über Kabel ein ganz klein wenig, wirklich gaaanz wenig besser. Das spricht für die hohe Qualität der Treiber. Leider liefert Teufel nur ein kurzes 3mm auf 3mm-Kabel mit, was schade ist eben weil der Real Blue NC auch an der Strippe so gut ist, dass er locker viele dezidiert kabelgebundende Cans ersetzen könnte. Ebenfalls ein bisschen enttäuschend, auch wenn es nur eine kleine Minderheit an Freaks wie mich betrifft, ist der fehlende „Hybrid-Modus“, also die Möglichkeit, Musik auch über USB wiederzugeben. Der Austrian Audi Hi-X25BT und der Hifiman Ananda-BT können das, und wenn man es einmal benützt hat, will man diese Funktion nicht mehr missen. ABER: Der Teufel ist auch über Bluetooth so gut, dass allenfalls Tonstudio-Besitzer die Hybrid-Funktion vermissen werden, und die gehören nicht zur Zielgruppe des Real Blue NC.

Teufel bietet übrigens auch einen um rund 50 Euro günstigeren Real Blue an, der dann aber ohne Aktive Geräuschunterdrückung und ohne Transparenzmodus auskommen muss. Wer auf beides verzichten kann, sollte einen ziemlich gleich gut klingenden Hörer kriegen, kann sich aber ein paar Euro sparen. Nach einigen Testtagen kann ich aber sagen, dass ich beide Funktionen zu schätzen gelernt habe. Teufel hat in Sachen ANC deutlich nachgebessert und liegt damit jetzt fast auf dem Niveau der Platzhirsche Bose und Sony. Fast. Die Geräuschunterdrückung wie auch der Transparenzmodus, der Außengeräusche durchlässt, sind bei der teureren Konkurrenz immer noch ein ganz klein wenig besser. Wem es also nur darauf ankommt, die Außenwelt per Knopfdruck zum Verstummen zu bringen, hat andere Optionen, die das noch besser machen als der Teufel. Auch ein automatisches Pausieren der Musik, wenn man den Kopfhörer abnimmt, muss man beim Teufel verzichten. Aber wem Klang auch nur ansatzweise wichtig ist, dem kann ich angesichts der 220 Euro, die der Teufel normalerweise kostet, und den vielen Aktionen, bei denen er schon ab 199 Euro zu haben ist, nicht guten Gewissens zu etwas anderem als dem Real Blue NC raten.

Was ist es nun, das mich so ein Jubel-Review schreiben lässt? Was törnt mich dermaßen an am Real Blue NC? Die schnelle Antwort: Der Sound „passt einfach“. Die Abstimmung der Frequenzen aufeinander ist nahe an der Perfektion. Der Bass ist enorm kraftvoll und geht bis auf 10 Herz runter. Und das ist hier nicht nur Marketing-Blabla. Wenn es die Musik oder der Soundtrack eines Films hergeben, kann der Teufel tatsächlich einen Subwoofer-Effekt an die Ohren weiterreichen. Aber der Bass ist nicht nur stark und tief, er ist vor allem auch kontrolliert. Er kann Techno UND Jazz-Stehbass. Er kann Hip Hop UND Folkrock. Er kann Metal-Kickdrums UND Fusion. Aber noch wichtiger: Er ist sauber definiert und macht nicht aus dem ganzen Kopfhörer eine einzige Bass-Kanone. Übergangslos geht der Bass in die Mitten über, die wunderbar samtig und gleichzeitig detailliert sind, und die Mitten wiederum schließen nahtlos an die Höhen an. Es entsteht ein tonales Ganzes, das Musik zu einem wunderbaren Genuss macht. Die Bühne ist für einen geschlossenen Kopfhörer recht weit, vor allem aber dreidimensional, also auch vertikal fein gestaffelt.

Freude an der Musik

Mir hat kaum ein anderer Kopfhörer soviel FREUDE an der Musik vermittelt wie der Real Blue NC. Ja, andere sind analytischer. Klar, andere sind für Mixing und Mastering geeignet. Sicher, andere zeigen noch den kleinsten Fehler und das am tiefsten im Mix versteckte Detail auf. Aber so faszinierend das sein kann, letztendlich will man Musik GENIESSEN. Und es ist nicht so, als würde der Teufel nicht hoch auflösen oder als würde er Details unterschlagen. Es ist alles da, aber es brüllt einem nicht ins Ohr: „HEY, ICH BIN DAAAA!“ Es fügt sich alles einfach zu einem harmonischem Ganzen zusammen, das einen mit Musik umschmeichelt wie ein warmes Bad oder die Umarmung einer/eines Geliebten. Oder wie Livemusik.

Manche „analytische“ Kopfhörer erinnern an ein mit hellem LED-Licht ausgeleuchtetes Labor, wo Menschen in weißen Wissenschaftler-Kitteln die Musik streng untersuchen und auseinandernehmen. Der Real Blue NC dagegen ist wie ein gemütliches Zimmer mit flauschigen Wandteppichen, weichen Polstern, Perlenvorhängen und Lavalampen. Oder: Ist der eine Kopfhörer ein olympisches Schwimmbad mit kühlem, klaren Wasser, so ist der Teufel wie ein Wellness-Ressort mit Massagen und Sauna und Whirlpool. Beides hat seine Berechtigung, aber nach Jahren des Begutachtens von Lautsprechern und Kopfhörern bin ich inzwischen ein Fan des Wellness-Prinzips. Allerdings, wie schon erwähnt: Das ist der Eindruck, den der Real Blue NC hinterlässt. Technisch KANN er auch gleich viel wie die Analytiker und Technokraten unter seinen Kollegen. Er macht dabei aber… Spaß. Gerade auch der Betrieb am TV ist empfehlenswert, da der Teufel mit seiner Fähigkeit, einen Subwoofer nachzuahmen, Filmen und Serien ein echtes Kinofeeling verleiht. Die Latenz ist zumindest für mich nicht existent, so dass nie der Eindruck entsteht, es gäbe eine Bild-Ton-Schere. Ob das Gamer, bei denen es auf jede Millisekunde ankommt, auch so sehen bzw hören, kann ich nicht beurteilen.

Bedient wird der Teufel übrigens nicht mehr über Touch-Flächen, sondern über einen Ein-Aus-Schalter an der linken Hörmuschel sowie über einen Mini-Joystick an der rechten Muschel. Das funktioniert prima und besser als die meisten kapazitiven Touch-Bedienungen. Lautstärke-Regelung, Zum nächsten oder vorherigen Song springen, Anrufe annehmen oder ablehnen – all das funzt klaglos und nach kurzer Umgewöhnung zuverlässiger als das Streichen und Klopfen, mit dem die meisten Konkurrenzprodukte bedient werden müssen. Telefonieren ist mit dem Real Blue NC ein Vergnügen, denn der Anrufer kommt klar rüber und die eigene Stimme wird sehr gut übertragen. Smartphone- oder Tabletbesitzer sollten sich die kostenlose Teufel Headphones-App herunterladen. Mit der kann man nicht nur ganz einfach das ANC oder den Transparenz-Modus ein- und ausschalten, sondern hat auch Zugriff auf Updates und einen recht umfangreichen Equalizer. Ich habe den Kopfhörer in seiner Default-Abstimmung „neutral“ getestet, da ihn nicht jeder Käufer am Smartphone betreiben wird und ein quasi auf Null gestellter EQ den besten Eindruck von der Fähigkeit der Treiber vermittelt.

Fazit

Der Real Blue NC von Teufel ist einer der besten Bluetooth-Kopfhöer, ja einer der besten Kopfhörer überhaupt, die man derzeit kaufen kann. Für das, was er kann, hat er noch dazu einen echt fairen Preis (229 Euro, derzeit 199). Ich persönlich liebe die Soundsignatur. Perfekt wäre der Kopfhörer, wenn er noch einen Hybrid-Betrieb über USB zuließe und ein besseres Kabel beigepackt hätte. Aber beides werden nur wenige vermissen. Egal, was da noch kommen mag, für mich ist der Real Blue NC DER Kopfhörer der Saison 2021/22 und der neue Standard in Sachen Bluetooth-Headphones.

Foto: Lautsprecher Teufel

Tronsmart Onyx Prime: Einstieg in die In-Ear-Oberklasse

Mit dem neuen In-Ear-Kopfhörer Onyx Prime will die chinesische Firma Tronsmart Kunden ansprechen, die großen Wert auf audiophilen Klang legen. Schauen wir uns an, ob das geglückt ist!

Seit der Technik-Enthusiast Eric Cheng im Jahr 2008 im „chinesischen Silicon Valley“ Shenzhen die Firma Tronsmart gründete, verfolgen er und sein Team das Ziel, hochwertige Audio-Produkte zu Kampfpreisen herzustellen. Bislang waren die Produkte gut, aber nicht außergewöhnlich. Mit dem Onyx Prime hat sich das geändert, denn der ist sowohl von den technischen Daten her, vor allem aber im realen Betrieb tatsächlich eine kleine Revolution.

Auf der Verpackung der In-Ear-Kopfhörer, die je nach Händler und Angebot derzeit zwischen 60 und 70 Euro kosten, druckt Tronsmart selbstbewusst: „Made for Audiophiles“. Wer so wirbt, muss auch einen Sound liefern, der audiophilen Standards wenigstens nahe kommt. Schaffen die Onyx Prima das? Kurze Antwort: Ja. Die sind tatsächlich mehr als bloße Spaßkopfhörer und kommen dem, was tatsächlich audiophile Over-Ears leisten, schon sehr nahe.

Foto: Bernhard Torsch

Technik? Ja

Tronsmart hat die Onyx Prime mit Technik vom Feinsten vollgestopft. Da ist zunächst der Chip von Qualcomm, ein QCC3040, der Bluetooth 5.2 ebenso unterstützt wie AptX adaptive, letzteres ein Bluetooth-Codec, der eventuelle Latenzen zu fast 100 Prozent eliminiert. Außerdem an Bord: CVC8.0, eine Geräuschunterdrückung für die eingebauten Mikrophone, die Hintergrundgeräusche wegfiltert und für klare Telefonate sorgen soll. Der Chip ermöglicht weiters True Wireless Mirroring. Das bedeutet in der Praxis, dass beide Ohrstöpsel gleichzeitig angesteuert werden und beide die Rolle des „Haupt-Empfängers“ übernehmen können, je nachdem, welcher gerade den besseren Empfang hat. Das verbessert sowohl die Reichweite der Bluetoothverbindung als auch die Tonqualität. Was leider fehlt: Ein Aktives Noise Cancelling und ein „Transparenz-Modus“.

Der wahre Technik-Hammer steckt aber in der Hardware, denn Tronsmart verbaut hier insgesamt gleich vier Treiber. Pro Earbud je zwei dynamische für die Bässe und und untere Mitten und zwei Balanced Armature-Treiber für obere Mitten und Höhen. Balanced Armature-Treiber findet man normalerweise erst in High-End-Geräten und eine Kombination mit dynamischen Treibern ist eine delikate Operation, an die sich nur sehr wenige Hersteller trauen.

Der Klang

Modernste Technik ist also im Überfluss vorhanden. Aber führt das auch zu einem guten Klang? Ja, tut es. Der Onyx Prime hat mich tatsächlich positiv überrascht, denn was ich da hörte, war kein simples „Bumbumm“, kein Krächzen und Tröten, sondern sehr fein gezeichnete Musik. Ich habe mich durch meine üblichen Playlists gehört, die ich zum Testen von Kopfhörern verwende, und ich hatte nie den Eindruck, ich hörte mit einem Gerät, das deutlich unter 100 Euro kostet. Die Bässe sind tief, aber nicht so stark, dass sie das andere Tonspektrum zuschmieren würden. Sie sind im Gegenteil klar definiert, beeindruckend konturiert und können bei Bedarf ordentlich zulangen. Bässe haben eine hohe Qualität, drängen sich aber nicht in den Vordergrund.

Die Mitten sind erfreulich klar und detailliert. Songtexte sind sehr gut verständlich, ebenso Dialoge in Filmen oder Serien. Der Onyx Prime kann auch die feinen Nuancen in Stimmen gut abbilden. Auch Mitten-Details wie mehrere gleichzeitig spielende Gitarren und in den Hintergrund gemischte Percussion reichen die Tronsmarts mühelos an die Ohren weiter. Das hat durchaus Klasse und ist angesichts des Preises viel besser, als man vermuten könnte.

Im Hochtonbereich zeigen die Balanced Armature-Treiber, wozu sie fähig sind. Der oft verwendete Marketing-Ausdruck „kristallklar“ trifft hier durchaus zu. Die hohen Frequenzen werden deutlich und fein aufgelöst wiedergegeben und das sogar ohne nervige Zischlaute. Das macht der Onyx Prime stellenweise sogar besser als manche High-End-Over-Ears. Respekt!

Verbessert hat Tronsmart auch den Equalizer in der App. Diesmal sind schon die Presets gut gelungen. Mir persönlich gefielt interessanterweise die Voreinstellung „Deep Bass“ am besten, da sie für meine Ohren am neutralsten klang. Wer mehr Kontrolle will, kann mit dem Fünf-Band-EQ auch sein persönliches Klangprofil erstellen. Die App gibt es kostenlos in diversen App-Stores.

Die Bühne ist sehr klein, aber das ist sie mit allen in-Ear-Kopfhörern. Dafür ist sie ausreichend tief und die Ortung der Instrumente ist exakt. Für Gamer und Menschen, die gerne Filme gucken, wichtig: Die Latenz des Onyx Prime ist quasi nicht wahrnehmbar. Schaltet man den Game-Mode ein, reagiert der Kopfhörer sogar noch schneller.

Komfort und Fazit

Der Tragekomfort ist gut. Die Buds sitzen sicher und ohne Druckgefühl in den Ohren. Die Bedienung ist nach kurzer Einübung auch intuitiv und die Buds reagieren auf Touch-Befehle verlässlich und fast ohne Verwechslungen. Mit einer Ladung kann man in etwa sieben Stunden lang Musik hören oder Gamen. Mit der voll aufgeladenen Ladebox verlängert sich die Laufzeit auf rund 40 Stunden. Das sind gute Werte, wenn auch keine rekordverdächtigen.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass der Onyx Prime von Tronsmart eine für den Preis sehr gute Vorstellung gibt. Er klingt ausgewogen und löst hoch auf. Musikliebhaber dürfen hier ebenso zuschlagen wie Gamer und Filmfreunde.

Austrian Audio Hi-X25BT: Der komfortable Alleskönner

Die Wiener Firma Austrian Audio, von der ich kürzlich den herausragenden Kopfhörer Hi-X65 getestet habe, ist sehr umtriebig und hat in der Zwischenzeit gleich drei neue Modelle auf den Markt gebracht. Neben dem Hi-X60, einem geschlossenen Pendant zum X65, gibt es nun auch in der preislichen Einsteigerklasse Neuigkeiten, nämlich den Hi-X15 und den Hi-X25BT. Letzteren habe ich einer eingehenden Begutachtung unterzogen.

Es ist erfreulich, dass Austrian Audio nicht dem schon ins Absurde abgleitenden Trend vieler anderer Hersteller folgt, immer teurere Kopfhörer auf den Markt zu werfen. Inzwischen ist es ja fast schon normal, wenn Spitzen-Kopfhörer bis zu 5.000 Euro kosten und die Fachpresse bzw. die lieben Influencer auf Youtube & Co Kopfhörer zwischen 1.000 und 2.000 Euro als „Mittelklasse“ bezeichnen. Nun habe ich grundsätzlich nichts gegen überteuerte Luxus-Spielzeuge für Menschen, die nicht mehr wissen, was sie mit ihrem Geld anfangen sollen, aber sympathischer sind mir Produkte, die ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis haben. Die Kopfhörer von Austrian Audio haben ein solches. Der Hi-X65 kann zum Beispiel mit seinen auch nicht gerade günstigen 350 Euro einige Super-Flaggschiffe, die vierstellige Beträge kosten, übertrumpfen. Wie aber schlägt sich ein Produkt wie der Hi-X25BT, der gerade einmal 149 Euro kostet?

Der Hybrid

Der Hi-X25BT kann gleich auf drei Arten Musik machen. Klassisch im passiven Betrieb per Kabel an einen Verstärker angeschlossen, digital über eine USB-Verbindung zB zu PC oder Laptop und kabellos im Bluetooth-Modus. Das klingt vielleicht nach Overkill, erweist sich aber in kürzester Zeit selbst für reine Genusshörer wie mich als großer Vorteil. Will ich Musik in bestmöglicher Qualität hören, kommt der Hörer per Kabel an den Verstärker. Da können die High-Excursion-Treiber ihre beachtlichen tonalen Fähigkeiten am besten ausspielen. Will ich aber am PC arbeiten und dabei Musik hören oder Youtube gucken, nutze ich die USB-Verbindung. In diesem Modus arbeiten der interne DAC und der interne Verstärker des Hi-X25BT. Und wenn ich mich draußen herumtreibe, schalte ich auf Bluetooth und kann kabellos Musik hören. Diese Vielseitigkeit ist für den aufgerufenen Kaufpreis schon mal sehr beachtlich und etwas, was die meisten Mitbewerber nicht bieten.

Lieferumfang, Materialqualität und Verarbeitung

Der Hi-X25BT kommt in einer unkomplizierten Box. Geliefert werden neben dem Kopfhörer ein 1,3 Meter langes USB-C-Kabel samt Adapter für USB-A, ein 1,4 Meter langes USB-Auf-Klinke-Kabel (3,5mm samt Adapter für 6,3mm) sowie eine Stofftasche, in der man den Kopfhörer transportieren kann. Das ist eine völlig ausreichende und durchdachte Ausstattung mit einem kleinen Minuspunkt: Ein Hardcase statt des Säckchens wäre besser für einen sorgenfreien Transport. Mich stört es nicht, aber wer mit dem Hi-X25BT oft verreist, könnte sich einen stabileren Schutz wünschen.

Ansonsten ist der Hi-X25BT sehr gut verarbeitet. Er lässt sich, wie seine größeren Brüder von Austrian Audio, platzsparend zusammenfalten und hat minimal kleinere, aber immer noch ausreichend große Ohrpolster aus angenehm weichem Kunstleder. Das an den richtigen Stellen gepolsterte Kopfband ist aus Metall, und auch wenn dieses ein bisschen dünner ist als bei den teureren Modellen, wirkt es ausreichend stabil. Wichtig: Nichts knarzt und quietscht. Der Hi-X25BT fühlt sich nicht so luxuriös an wie zB der Hi-X65, aber auch nicht wie ein Spielzeug. Ich würde sagen, Materialqualität und Verarbeitung sind völlig okay und über dem Durchschnitt anderer Kopfhörer in dieser Preisklasse.

Wo aber hat Austrian Audio gespart, um auf die angesichts des Gesamtpakets durchaus als Kampfpreis zu bezeichnenden 149 Euro zu kommen? Nun, die Hi-X15 und Hi-X25BT wurden zwar in Wien entworfen und entwickelt, werden aber in China gebaut. Andere Hersteller machen das mit all ihren Kopfhörern so, auch wenn sie 2.000 Euro dafür verlangen. Bei Austrian Audio werden die höherpreisigen Modelle alle in Wien gefertigt. Gegen „Made in China“ spricht grundsätzlich auch nichts, solange die Qualitätskontrolle hinhaut, und das tut sie hier.

Tragekomfort

Wichtig bei allen Kopfhörern, aber vor allem bei solchen, die man sowohl mobil wie auch Zuhause verwenden will, ist der Komfort. Hier kann der Hi-X25BT auf voller Linie überzeugen. Die Position der Ohrmuscheln lässt sich passgenau auf jede Kopfform einstellen. Ich habe mit diesem geschlossenen (!) Kopfhörer schon zehn Stunden lang durchgehend Musik gehört und dabei nicht mal warme Ohren gekriegt. Von Zwicken oder Drücken kann gar nicht erst die Rede sein. Das mag natürlich auf anderen Köpfen anders sein, aber ich kenne nun doch schon so einige Kopfhörer-Modelle, und die von Austrian Audio gehören zu den bequemsten von allen. Schön, dass hier auch bei den Einsteigermodellen nicht am falschen Platz gespart wurde. Mit 270 Gramm ist der Hi-X25BT auch angenehm leicht.

Foto: Bernhard Torsch

Bedienung

Da der Hi-X25BT weder Aktives Noise-Cancelling hat noch über eine eigene App gesteuert werden kann, ist die Bedienung angenehm simpel.

Einschalten: Die Power-Taste an der Unterseite der rechten Ohrmuschel zwei Sekunden lang drücken.

Bluetooth-Pairing: Die Power-Taste im ausgeschalteten Zustand fünf Sekunden lang gedrückt halten.

Lauter: Auf dem kapazitiven Touch-Feld auf der rechten Ohrmuschel nach oben streichen, Lässt man den Finger danach auf dem Touch-Feld, geht die Lautstärke weiter nach oben,

Leiser: Nach unten streichen.

Musik starten oder pausieren: Einmal auf das Touch-Feld tippen.

Nächster Titel: Zweimal auf das Touch-Feld tippen.

Vorheriger Titel: Dreimal auf das Touch-Feld tippen.

Anruf annehmen: Einmal auf das Touch-Feld tippen.

Anruf ablehnen: Zweimal auf das Touch-Feld tippen.

Das alles klappte bei mir gut. Ein bisschen nervig: Jeder Eingabebefehl wird mit einem Piepen bestätigt.

Für den digitalen Betrieb muss man den Kopfhörer per USB anschließen, einschalten und dann die Power-Taste einmal kurz drücken. Dann sollte der Hi-X25BT als Ausgabegerät im Menu des PC erscheinen.

Der Klang

Der Hi-X25BT hat eine ähnliche Klangsignatur wie seine teureren Brüder aus dem Hause Austrian Audio. Er ist ein recht „heller“ Hörer. Der Bass, der bei meinem Modell übrigens nach ca zwei Tagen Einspielzeit deutlich an Kraft zulegte, ist punchy, aber nicht dominant. Die Mitten sind ein bisschen betont und die Höhen kristallklar. Der Star der Show ist der Speed der Treiber. Die High-Excursion-Technologie von Austrian Audio sorgt für blitzschnelles Ansprechverhalten bei Transienten und damit für ein extrem lebendiges Klangbild. Das ist keine Klangcharakteristik für Bassfreaks und/oder ungeübte Lauscher, aber wer Musik lieber exakt und detailliert hört als „sahnig“ oder sonst wie geschönt, kommt hier auf seine Rechnung. Schlechte Aufnahmen werden recht gnadenlos bloßgestellt, gute klingen aber umso besser. Man hört dem Hi-X25BT seine Gene als Studiowerkzeug an. Er klingt mehr nach Monitor als nach Hifi – was ich für eine gute Sache halte. Die Bühne ist für einen geschlossenen Kopfhörer recht weit und die Ortbarkeit von Instrumenten exakt, was ihn auch zu einem guten Gaming-Kopfhörer machen dürfte. Es dürfte schwer sein, um den Preis andere Kopfhörer zu finden, die mehr Details in der Musik aufzeigen. Zu den teureren Markenbrüdern wie dem Hi-X65 hält der Hi-X25BT freilich doch noch einen Respektabstand. Es wäre aber auch verwunderlich, wenn er mit seinen 149 Euro gleich gut klänge wie sein Kollege um 349 Tacken.

Wer Musik nicht analytisch hören will oder keine Erfahrung mit guter Klangwiedergabe hat, sollte vielleicht zu einem der üblichen Verdächtigen aus der Liga Bose, Sony usw. greifen. Der Hi-X25BT ist eher was für Audiophile, die sich aber nicht gleich verschulden wollen. Die Verständlichkeit von Dialogen in Filmen oder Serien ist exzellent. Eine merkbare Latenz fiel mir beim Filmschauen über Bluetooth nicht auf. Die Qualität von Telefongesprächen geht in Ordnung, aber das machen Teile der (teureren) Konkurrenz besser. Für längere berufliche Videokonferenzen ist der Hi-X25BT nur bedingt zu empfehlen. Am besten klingt der Hi-X25BT als passiver Kopfhörer, der mit einem Verstärker betrieben wird. Da kann er ohne jede Limitierung seine Stärken ausspielen. Im digitalen Modus, also über USB verbunden, muss der interne DAC/Amp ran. Auch da tönt der Hi-X25BT sehr fein, wenn auch auf 16bit/48KHz beschränkt (was immer noch ein bisschen über CD-Qualität liegt). Und wie ist es im mobilen Betrieb?

„Nur“ SBC

Bei den Bluetooth-Codecs gibt sich Austrian Audio „geizig“ und verbaut nur den Grundstandard SBC. Kein AptX oder AAC weit und breit. Das ist aber nicht weiter tragisch, denn die Ingenieure von Austrian Audio wissen, dass das Wichtigste die Treiber und deren Abstimmung auf das Gehäuse sind. Man hat hier meiner Meinung nach genau richtig gehandelt. Besser mehr Geld in gute Treiber stecken als in Lizenzgebühren für Bluetooth-Codecs, deren praktischer Nutzen meist äußerst gering ist. Ja, ApX und Konsorten bieten theoretisch höhere Bitraten, aber Tests haben gezeigt, dass die Frequenzwiedergabe, die wir mit unseren menschlichen Ohren hören, sich je nach Codec kaum unterscheidet. Anders gesagt: Mir ist allemal ein guter Kopfhörer, der „nur“ SBC kann, lieber als ein schlechter, der mit allen möglichen Codecs prahlt, mit denen er aber nicht vernünftig umgehen kann.

Die Lautstärke im Bluetooth-Betrieb ist übrigens völlig ausreichend. Die passive Geräuschunterdrückung ist gut und auf dem Niveau dessen, was man von halbwegs annehmbaren geschlossenen Kopfhörern erwarten darf. Mit einer vollen Ladung solle der Hi-X25BT rund 30 Stunden durchhalten. Das ist ein guter, wenn auch kein rekordverdächtiger Wert.

Konkurrenz

In der Preisklasse gibt es eigentlich nur einen ernsthaften Konkurrenten für den Hi-X25BT, und das ist der Valco VMK20. Der kostet nur 20 Euro mehr, klingt ebenfalls sehr gut und hat aktives Noise-Cancelling an Bord. Aber: Der Valco ist ein reiner Bluetooth-Hörer. Man kann ihn zwar auch analog betreiben, aber ohne sein DSP klingt er bei weitem nicht so gut wie der Austrian Audio. Der Hi-X25BT hat einfach die besseren Treiber verbaut. Wer gut 50 Euro mehr ausgeben will/kann, findet dann schon einige interessante Sachen wie etwa die neue Version des Teufel Real Blue NC, der klanglich äußert gelungen ist und Noise-Cancelling hat, aber nur über Bluetooth oder Klinkenanschluss funzt.

Fazit

Mit dem Hi-X25BT bietet Austrian Audio einen äußerst gelungenen Allround-Kopfhörer zu einem fairen Preis an. Hier bekommt man einen höchst detaillierten, hellen und exakten Klang, der etliche wesentlich teurere Kopfhörer alt und dumpf wirken lässt. Aber der Hi-X25BT ist kein Hörer, der Musik künstlich aufhübscht oder mit aufgeblasenen Bässen Qualität vortäuscht. Er ist penibel und ehrlich und ein echter Tipp für alle, die kein Riesenbudget haben aber dennoch einen vielseitig einsetzbaren und großartig klingenden Kopfhörer besitzen möchten.

Teufel Airy – wenig Gewicht, fetter Sound

Die Berliner Soundspezialisten von „Lautsprecher Teufel“ haben ihren Bluetooth-Kopfhörer „Airy“ behutsam modernisiert. Schon das Vorgängermodell erfreute sich großer Beliebtheit, nicht zuletzt wegen seines geringen Gewichts, das ihn zu einem perfekten Outdoor-Begleiter machte. Ist der Nachfolger, der schon für 149,99 Euro zu haben ist, besser oder wurde hier nur verschlimmbessert?

Entwarnung: Der Airy 2.0 ist in allen Belangen besser als die erste Version. Die Akkulaufzeit für den Bluetooth-Betrieb wurde von 20 auf 30 Stunden erhöht, die Reichweite für den Empfang stieg von acht auf über zwölf Meter, der allerneueste apt-X-Standard ist an Bord und die Neodym-Treiber wurden noch einmal feiner getunt. Teufel verspricht auch einen besseren Tragekomfort durch weichere Ohrpolster und einen geringeren Anpressdruck.

Optik und Haptik

Der neue Airy fühlt sich trotz seiner nur 165 Gramm, die ihn zu einem der leichtesten vollwertigen Bluetoothkopfhörer am Markt machen, nicht zerbrechlich oder billig an. Natürlich gibt es in dieser Preisklasse kein Echtleder und keine Bügel aus gegossenem Aluminium, aber die Kunststoffe wirken solide und das Kunstleder ist schön weich. Plastik ist ja kein Zeichen für mangelnde Qualität, kommt es doch selbst bei High-End-Kopfhörern, die über 1.000 Euro kosten, zum Einsatz. Optisch ist der Airy ein schlanker Geselle, der dank der mitgelieferten und wechselbaren farbigen Ringe für die Ohrmuscheln in Rot, Gelb und Grün jugendlich-frische Akzente setzt. Wer es noch bunter haben will, kann sich ein Zusatzpaket an Wechselringen bestellen. Gut gefallen mir der drehbare Lautstärkeregler und die Bedientasten für den Telefonbetrieb. Damit ist der Airy einfacher und genauer zu benutzen als viele Konkurrenzprodukte, die auf Touch-Bedienfelder setzen.

Tragekomfort

Nicht zu 100 Prozent glücklich bin ich mit dem Tragekomfort, denn obwohl Teufel die Ohrpolster verbessert und den Anpressdruck vermindert hat, spüre ich nach ca eineinhalb Stunden einen leichten Schmerz auf den Ohren. Das ist kein Beinbruch, denn der Airy ist ja nicht dafür gedacht, ihn den ganzen Tag lang zu tragen. Er soll vor allem unterwegs zum Einsatz kommen, also zum Beispiel bei der Zugfahrt zur Arbeit oder beim joggen. Unter eineinhalb Stunden habe ich als Brillenträger kein Problem mit dem Komfort, aber lange Opern oder die Vier-Stunden-Fassung von „Es war einmal in Amerika“ würde ich mir mit dem Airy nicht antun wollen.

Im tiefen Keller des Sounds

Teufel hat dem grundsätzlich neutral abgestimmten Airy im Bassbereich einen Tacken mehr Power gegeben, nach meiner Einschätzung ca 2 dB mehr, und das war eine sehr gute Entscheidung, denn er klingt jetzt voller und satter als zuvor. Vor allem Tiefbass kommt beeindruckend wuchtig und dennoch kontrolliert rüber, was den Freunden elektronischer Musik sehr gefallen dürfte. Die Mitten sind sauber und neutral, wobei Bariton- und Bassstimmen besonders gefällig klingen. In den höheren Tonlagen spielt der Airy detailliert und klar. Insgesamt kommt der neue Teufel viel teureren Kopfhörern tonal verblüffend nahe. Der Airy hat zwar kein aktives Noise Cancelling, schirmt aber gegen Außengeräusche recht gut ab und lässt auch fast keine Töne nach außen dringen.

Lieferumfang

Kopfhörer, Anschlusskabel mit 2,5-mm-Miniklinke (1,3 Meter lang) , Micro-USD-Ladekabel, 3 Paar farbige Ringe für die Ohrmuscheln, Stofftasche.

Pro: Hervorragend klingender und leichter Bluetooth-Kopfhörer. Tolle Akkulaufzeit. Hohe Bluetooth-Reichweite. Modernste Technik an Bord. Gute und logische Bedienung.

Contra: Kann je nach Empfindlichkeit der Ohren nach längerer Zeit etwas zu zwicken anfangen.

Fazit: Wer einen leichten und sehr gut klingenden Bluetooth-Kopfhörer sucht und nicht unbedingt aktives Noise Cancelling braucht, findet im Teufel Airy ein fair kalkuliertes Angebot, das viele Konkurrenzprodukte an Tonqualität und Preis-Leistungs-Verhältnis übertrifft. Die Ergonomie könnte noch ein bisschen besser sein. Ansonsten ein fast makelloser Kopfhörer.

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Teufel REAL Blue: Exzellenter Bluetooth-Kopfhörer zum fairen Preis!

Ich weiß nicht genau, an welchen Schräubchen und Rädchen die Ingenieure bei Lautsprecher Teufel gedreht haben, aber das neue Kopfhörer-Lineup der Berliner Firma klingt nochmal einen Tacken besser als die Vorgängermodelle. Und die klangen schon durchwegs ziemlich gut. Ich habe mir den neuen „REAL Blue“ genauer angeschaut und vor allem angehört.

Look & Feel

Der REAL Blue kommt im für Teufel typischen schwarz-roten Hardcase daher. Nach dem Auspacken und erstem Befühlen fällt die hohe Qualitätsanmutung auf. Der Bügel besteht aus stabilem Metall, die ohrumschließenden Polster und die Bügelummantelung aus angenehmem Kunstleder. Verstellt man die Länge, hört man ein befriedigendes „Klick“-Einrast-Geräusch, wie man es sonst nur von wesentlich teureren Kopfhörern kennt. Der mehrfach faltbare und damit sehr mobile Hörer ist 250 Gramm leicht und entwickelt einen exakt richtigen Anpressdruck – nicht so viel, als dass er schmerzen würde, und nicht so wenig, dass er einem vom Kopf fällt, wenn man mal headbangt. Das technophil wirkende Grau der Lackierung wird um einen roten Mesch-Stoff in den Hörmuscheln ergänzt, was eine sehr schicke Kombi ergibt. Der REAL Blue ist definitiv herzeigbar, kann aber mehr als viele reine Fashion-Cans.

Blue & Tooth

Ausgestattet mit dem neusten Bluetooth-Standard lässt sich der neue Teufel problemlos an jedes Smartphone koppeln. Ein Akku mit einer Dauer-Laufleistung von bis zu 30 Stunden sorgt für langen kabellosen Musikgenuss. Geht dem Akku doch mal der Saft aus, kann der REAL Blue auch mit dem beiliegenden Kabel verbunden werden. Toll gelöst: Alle Funktionen lassen sich mit einem in die rechte Ohrmuschel integrierten Touchpad bedienen. Man wischt mit dem Finger nach oben und der Ton wird lauter. Wischt man nach unten, wird’s leiser. Einmal Antippen und die Musik pausiert. Noch mal antippen und es geht weiter. Das und mehr funktioniert nach kurzer Eingewöhnungsphase problemlos und intuitiv. Auch die Sprachsteuerung mittels Siri oder Google Now klappt prima. Die Freisprecheinrichtung mit eingebautem Mikrophon werkelt tadellos und an beiden Enden der „Leitung“ kommen Gespräche klar und verständlich rüber.

Der Sound

Teufel verbaut im REAL Blue hochwertige Magnet-Neodym-Treiber, die technisch den Anforderungen für High-Definition-Sound genügen. Sie decken ein Spektrum zwischen 20 und 20.000 Hertz ab und haben eine Empfindlichkeit von 16 Ohm. Für den Praxistest habe ich den Hörer an meinem Smartphone und an meiner Anlage getestet, wobei ich als Quelle den Streaming-Dienst Tidal nützte. Zuerst eine Info für Sound-Feinschmecker: Das Maximum holt man aus dem REAL Blu wie bei allen Kopfhörern über den Kabelanschluss heraus. So gut Bluetooth inzwischen auch ist: Hört man ganz genau hin, wirkt der Sound über Kabel doch noch stellenweise ein wenig voller und detaillierter.

Beim Song „Morning“ von Beck mauert der REAL Blue ein hervorragendes Bassfundament, lässt die Tieftöne aber nicht in den Gesamtmix bluten, sondern hat sie bestens unter Kontrolle. Die akustischen Gitarren wirken höchst natürlich und der mehrstimmige Gesang im Refrain wird schön aufgefächert. Man kann tief in die Aufnahme „hineinschauen“, ohne dass dabei der Gesamtkörper der Musik verloren ginge. So soll das sein, das zeichnet gute Kopfhörer aus.

Hysteria“ der britischen Band Muse ist mit seinen schnellen und extrem tiefen Elektro-Bass-Attacken eine Herausforderung für jeden Kopfhörer. Der REAL Blue kommt damit erfreulicherweise sehr gut zurecht. Das Tieftongewitter wirkt brachial und realistisch. Und wieder separiert der Teufel das tonale Spektrum exzellent.

Papercut“ von Linkin Park serviert der REAL Blue beinahe als Live-Erlebnis. Die brutalen E-Gitarren-Riffs stehen fast physisch im Raum, der komplexe Bass wummert bedrohlich im Untergrund und die Stimme des Shouters hat exakt die Körperlichkeit, die sie auf einem guten Wiedergabegerät haben muss.

Hut ab vor Lautsprecher Teufel! Der REAL Blue ist eine tolle Weiterentwicklung und ein neuerlicher Schritt in Richtung HiFi-Oberklasse.

Pro: Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Enorm stark in den Bässen, ohne den Sound zu verfälschen. Überragend gute Darstellung von Mitten und Höhen.

Contra: Kein active noise cancelling (dafür gibt es den REAL Blue NC). Für den Preis von 169,99 Euro gibt es nichts zu meckern. Besser klingende Bluetooth-Kopfhörer sind schwer zu finden. Es gibt welche, die luxuriöser verarbeitet sind, aber ob die den oftmals dreifachen Aufpreis wert sind?

Zusammenfassung: Lautsprecher Teufel bietet mit dem REAL Blue ein technisch ausgereiftes Produkt für den mobilen Hörspaß zu einem fairen Preis an. Was die schicke Optik verspricht, hält auch der Sound. Ganz klar eine der besseren Neuerscheinungen am Kopfhörer-Markt.

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