Acht Lehren aus Van der Bellens Wahlsieg

  1. Die Österreicherinnen und Österreicher wollten mit recht deutlicher Mehrheit doch lieber keinen Bundespräsidenten, der sich nur mit einer geladenen Waffe auf die Straße traut, Österreich aus der EU hinaus und in einen Bund mit Balkan-Halbdemokratien hineinführen wollte und den äußersten, gerade noch legalen rechten Rand des politischen Spektrums verkörpert.

2. Die Lopatka-Kurz-Fraktion in der ÖVP, die gerne eine Neuauflage von Schwarz-Blau hätte, wurde geschwächt.

3. Die Niessl-Troch-Fraktion in der SPÖ, die gerne mal mit der FPÖ in die Kiste steigen würde, wurde geschwächt.

4. Die globale Welle rechtsextremer Wahlerfolge brach. In Österreich!

5. Trotz gegenteiliger Vermutungen der FPÖ und ihrer Anhänger wird morgen nicht die Pflicht-Homo-Ehe für Heterosexuelle eingeführt. Auch der Kommunismus wird nicht ausgerufen. Straftäter werden weiterhin strafrechtlich verfolgt, abgelehnte Asylbewerber abgeschoben und die Polizei wird nicht aufgelöst.

6. Der Lindwurm wird weiterhin nicht die fürstliche Apanage kriegen, die ihm das gute Volk eigentlich schuldet.

7. Österreich hat einen klugen, liberalen und doch auch sozial eingestellten Bundespräsidenten, der nicht einen angenehmen Menschen spielen muss, wie es Norbert Hofer musste, da er tatsächlich einer ist.

8. Es bringt nix, die Rechten rechts überholen zu wollen. Es bringt aber was, authentisch zu bleiben und zu seinen Überzeugungen zu stehen, selbst wenn die Boulevardmedien und die rechten Schreihälse den Eindruck erwecken wollen, man gehöre damit zu einer Minderheit und könne keine Wahlen gewinnen.

 

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FPÖ-Antisemitismusaffäre: Morddrohungen gegen Heinz Fischer

Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer hat FP-Chef Strache wegen dessen Veröffentlichung einer antisemitischen Karikatur scharf zurechtgewiesen. In den Userforen von Österreichs größter Tageszeitung, der „Krone“, ist das auf wenig Gegenliebe gestoßen. Straches Fans würden Fischer gerne tot sehen:

Für die, die´s nicht wissen, erklärt Tante Wiki, was eine „Sizilianische Krawatte“ ist: „Die kolumbianische Kravatte, gelegentlich auch als mexikanische oder sizilianische Kravatte bezeichnet, ist eine Hinrichtungs- und Foltermethode. Dem Opfer wird die Kehle im Bereich des Larynx aufgeschnitten und seine Zunge durch diesen Schnitt nach unten gezogen, sodass sie unterhalb des Kinns heraushängt.“

Andere finden, dass Heinz Fischer „weg“ gehört, psychiatriert werden sollte, man seine Leiche an Fische verfüttern möge oder er sich selbst erschießen soll:

Das ist das Klientel, das ein Strache anzieht. Dieses Klientel weiß vermutlich nicht so genau, dass das, was es da absondert, eine schwere Straftat darstellt. Nach dem Paragraphen 249 des Strafgesetzbuches, „Gewalt und gefährliche Drohung gegen den Bundespräsidenten“, sind Aussagen wie jene mit der „sizilianischen Kravatte“ mit einem Strafrahmen von einem bis zu zehn Jahren zu bestrafen. Nun könnte man sagen, dass das doch nur besoffene Spinner sind, die sich ihren Hass von der Seele schreiben, aber zu oft schon sind Spinner nicht rechtzeitig ernst genommen worden. Die Sicherheitskräfte sollten die Identitäten dieser Poster eruieren und mal bei denen nachschauen, was sie so an Waffen zuhause rumliegen haben.