World gone mad

Ich leseIsmail Hanija, Führer der radikal-islamischen Hamas im Gazastreifen, drückte seine Hoffnung auf ein „Ende des zionistischen Projekts in Palästina“ aus. Hanija bekräftigte während einer Ansprache, seine Organisation werde den Staat Israel weiterhin nicht anerkennen. Und nun frage ich, eingedenk der jüngsten Verbrüderung zwischen Hamas und Fatah: Auf welcher Basis soll Israel mit solchen Leuten verhandeln? Läge ich mit einem Nachbarn im Streit, und dieser Nachbar würde mir mein Existenzrecht absprechen und immer wieder meine Vernichtung fordern, so würde ich selbstverständlich jeden Zuruf von Dritten, mich mit dem mordlüsternen Nachbarn gefälligst zu vertragen, zurückweisen, und zwar so lange, bis dieser Nachbar mein Recht, zu existieren, ohne Einschränkungen anerkennt.  Jeder Mensch auf diesem Planeten würde das verstehen. Aber wenn es um Israel geht, gibt es plötzlich nur mehr sehr wenig Verständnis für diesen höchst natürlichen Überlebenswillen. Anders gesagt: Vom Staat der Juden wird erwartet, Auslöschungsdrohungen, die sich kein anderer Staat gefallen lassen würde, doch bitte höflich zu ignorieren und mit denen, die Mord an Juden ankündigen, zu verhandeln. Das ist verrückt.

Who killed Mahmud al-Mabhuh?

Ein Hauch von James Bond oder Steven Spielbergs „München“ weht derzeit durch Österreich, denn jenes elfköpfige Kommando, das am 20. Jänner den Top-Terroristen und Hamas-Waffenbeschaffer Mahmud Abdel Rauf al-Mabhuh in einem Dubaier Hotelzimmer zu Allah geschickt hat, verwendete offenbar österreichische Wertkartenhandys, um miteinander zu kommunizieren. Viele, vor allem natürlich die Hamas, gehen davon aus, dass der Mossad hinter der Exekution steckt (obwohl die Hamas auch die Konkurrenten von der Fatah als mögliche Täter ins Spiel gebracht hatte bevor man wieder zur altgewohnten Sprachregelung „Israel ist an allem schuld“ zurückfand).

Sollte es der Mossad gewesen sein, dann hat er kräftig gepatzt, denn der Kommandotrupp hat eine breitere Spur hinterlassen als ein Wirbelsturm. Das fängt mit den österreichischen Handys an und hört beim Identitätsdiebstahl israelischer (!) Staatsbürger noch lange nicht auf. Entweder hat hier jemand – unter extremem Zeitdruck? – kräftig geschlampt, oder die Täter kamen doch aus einer ganz anderen Ecke, als allgemein vermutet wird. So hatte die Fatah ein mindestens so großes Interesse am Ableben al-Mabhuhs wie viele arabische Staaten, die weder militärische Aktivitäten der Hamas auf ihrem Territorium dulden möchten, noch untätig dabei zusehen, wie der Iran seine Fünften Kolonnen und Ersatzkriegsarmeen aufrüstet, die ja für die sunnitischen Monarchien eine ebenso große Gefahr darstellen wie für Israel. Auch denkbar ist eine schlichte Abrechnung im Waffenschiebermilieu, in dem man bekanntlich keine Mahnschreiben an säumige Schuldner schickt, sondern den Zahlungsunwilligen in der Regel liquidiert. Die Liste der Menschen und Staaten und Organisationen, die mit dem verschiedenen Herren offene Rechnungen hatten, ist jedenfalls lang, aber egal, ob es nun der Mossad war, die Fatah, Ägypten oder der Butler: Mein Bedauern über den unfreiwilligen Abgang dieses Terroristen und Mörders hält sich in engsten Grenzen.

Nahost: Schuhe und Holocaustleugner

Die Hamas zeigt es jetzt dem promovierten Holocaustleugner, pardon, dem gemäßigten Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas so richtig: Die Demontierungskampagne gegen Abbas erreichte am Mittwoch einen neuen Höhepunkt, als die Hamas bei einer Kundgebung in Gaza die Massen dazu ermunterte, Schuhe auf Abbas-Plakate zu werfen. Ich mag ja ein imperialistischer Kulturchauvinist sein, aber dass das Sandalenschmeißen ein „neuer Höhepunkt der Demontierungskampagne gegen Abbas“ sein soll, erschließt sich mir nicht. Ist das seit dem tapferen Schuhwerfer von Bagdad, der seine Patschen in Richtung des von ihm verhassten Abschaffers des Saddam-Massenmörderregimes schleuderte, jetzt arabische Mode, zeigt man nun auf diese Art seine Verachtung? Und geht man, weil man in Gaza ja so bitter arm und kein Hungertuch mehr unangenagt ist, nach erfolgtem neuen Höhepunkt der Demontierungskampagne seine Schlapfen wieder einsammeln? Und ist es generell nicht, wie Kinder sagen würden, furzpiepegal, ob die Protokolle der Weisen von Zion in den Druckereien der Hamas oder jenen der Fatah vervielfältigt und dann als Schulbücher verteilt werden? Und, was ich schon des öfteren in diesem Blog gefragt habe : Mit wem soll Israel Frieden schließen? Mit den Holocaustleugnern und Terrorsponsoren und Judenmordbefürwortern der Fatah? Oder doch lieber mit den Marionetten von Teheran, der freundlichen radikalislamischen, judenmordenden Hamas?