Die absolute Angela

Die Unionsparteien CDU und CSU haben die deutschen Bundestagswahlen klar gewonnen und könnten zum Zeitpunkt, da ich dies schreibe, sogar die absolute Mehrheit erreichen. Woran liegt das? Vor allem daran, dass die deutschen Wählerinnen und Wähler nicht ganz so doof sind wie jene verbliebenen Wählerinnen von SPD und Grünen, die immer noch Wahnvorstellungen der Sorte haben, die Sozialdemokraten und ihr grüner Beiwagen hätten irgend etwas mit Sachen wie sozialer Gerechtigkeit oder Fortschrittlichkeit zu schaffen. Die deutschen Wähler haben ganz richtig erkannt, dass sie, falls sie keine weitern brutalen Einschnitte bei Löhnen und Sozialsystem haben wollen, drei Parteien nicht wählen dürfen: SPD, Grüne und FDP. Es waren SPD und Grüne, die die Hartz-IV-Schandgesetze schufen, nicht Angela Merkel. Unter Merkel kam es nicht mal ansatzweise zu solchen Verschlechterungen für die arbeitenden Menschen wie unter Schröder und den Schröder-Komplizen Steinbrück und Trittin. Merkel steht für den sanft kommunizierten und hart umgesetzten Egoismus der deutschen Industrie, dem der Rest von Europa, ja der Welt egal ist, der aber für die Proleten im eigenen Land immer noch ein paar Brotkrumen übrig hat. Wenn ein Mindestlohn dem inneren Frieden, der bedeutet, dass das Kapital ruhig schlafen kann, nützlich scheint, ist Merkel dafür. Die FDP hat das nicht verstanden und flog darum aus dem Bundestag, denn so viele Apotheker, die gerne Sklaven beschäftigen würden, gibt es nun doch nicht, als dass diese eine eigene Vertretung im Parlament bräuchten. Wem übrigens an der SPD trotz allem, was sich diese Partei erlaubt hat, immer noch etwas liegt, der muss hoffen, dass die Union eine Alleinregierung stemmt oder notfalls mit den „Arschlöchern für Deutschland“ koaliert, falls es diese doch noch in den Bundestag schaffen. Anders wird sich die Sozialdemokratie nicht erneuern können. Aber wichtiger ist, dass all jene aufatmen können, denen unter einer rot-grünen Regierung die Vernichtung ihrer wirtschaftlichen Existenz gedroht hätte.

Arbeit? Nicht mit uns!

Es ist schon interessant, dass man genau in jenen Parteien und in jenen Gesellschaftskreisen, die andauernd von „Leistung“ faseln und wo man sehr gerne verächtlich auf das angeblich so faule Proletariat herabblickt, offenbar nichts Anrüchiges daran findet, zu schwindeln und zu schlawinern und zu tricksen und zu täuschen. Nach Guttenberg, diesem tief gefallenen Idol der deutschen Bourgeoisie, sieht sich nun auch die einstmalige FDP-Zukunftshoffnung Silvana Koch-Mehrin mit Vorwürfen konfrontiert, sie habe ihre Doktorarbeit zusammengeklaut. Nun kann man sich fragen, ob das Verfallserscheinungen des Bürgertums sind, oder ob das in Wahrheit nicht eh schon immer so gewesen ist bei den „Leistungsträgern“, den „Oberen Zehntausend“, den Geschäfterlmachern und Millionenerben. Ohne eine ordentliche Dosis Moralbefreitheit und Skrupellosigkeit ist´s ja eher Essig mit dem Reichwerden und dem Reichbleiben. Relativ neu ist freilich die Frechheit, mit der man inzwischen zur Schau stellt, dass ehrliche Arbeit, wozu ja auch das Erlangen eines akademischen Titels zählt, etwas für den doofen Pöbel ist. Der smarte Mann und die gerissene Frau von Welt lässt andere rackern und erntet nur die Früchte.

No more Gordon Gekkos!

Liberalismus, das ist etwas, was wir ganz gut brauchen könnten in vielen Bereichen. Freiheit von der Gängelung durch Vater Staat und seinem immer dringender werdenden Trieb, sich in alles einzumischen bis hin zum Internetsurfverhalten der Bürger. Freiheit von grotesken Auswüchsen der Bürokratie, ob im Gewerbrecht oder im Sozialbereich. Freiheit von den Machtansprüchen und Einmischungsversuchen der Religiösen. Freiheit von überkommenen Moralvorstellungen und Sexualnormen. Freiheit von Arbeitszwang und der Allmacht der Konzerne. Solcherlei Dinge wären liberal, stünden einer Partei wie der FDP gut zu Gesicht. Doch die ist, zuletzt verstärkt unter der Führung von Guido Westerwelle, zu einer Partei verkommen, der nur mehr eine einzige Freiheit wichtig war, nämlich die Befreiung der Reichen vom Steuerzahlen. Die entsprechende Klientel für so eine verengte Politikauffassung und so eine degenerierte Definition von Liberalismus ist natürlich überschaubar, denn allein mit Hoteliers und Millionenerben lässt sich keine Wählerbasis aufbauen. Westerwelle war ein typisches Übrigbleibsel der Yuppieunkultur des ausgehenden 20. Jahrhunderts, als die Aktienwerte in den Himmel schossen, man Luftschlösser zu echtem Geld zu machen können glaubte und kein Ende des großen Pyramidenspiels absehbar schien. Da hat man bei den Gelben nur allzu gerne all das beseite geschoben, was den Liberalismus neben Lobbyarbeit für die oberen Zehntausend noch so ausmacht, denn man war ja wirklich davon überzeugt, es reiche aus, überteuerte Anzüge zu tragen und zynisch auf die Unterschicht einzuprügeln, um als „Leistungsträger“ durchzugehen. Jetzt, eine Weltwirtschaftskrise später, liegt dieses Modell von Pseudoliberalismus samt seiner Gallionsfigur, dem frech daherquasselnden Armenbeschimpfer Westerwelle, am Boden, und das freut mich. Und an diejenigen, die jetzt, eingedenk ihrer eigenen Brieftasche, vor einem „Linksrutsch“ der FDP warnen: Strengt mal euer Gehirn an und schaut auf die Massen, die seit fast 30 Jahren mit einem sinkenden Lebensstandard zu kämpfen haben und gleichzeit zuschauen, wie die von den Banken ausgelöste Krise mal wieder vom Steuerzahler bezahlt wird, dann versteht ihr vielleicht, warum die Menschen von Gordon-Gekko-Kopien im Politbetrieb die Schnauze voll haben!

„Es ist Deutschland hier“

Vielleicht ist das Gerede im BZÖ, sich als „österreichische FDP“ positionieren zu wollen, ja doch nicht so ideologisch abwegig, wie es zunächst mal klingen mag. Der FDP-Boss und vermutlich nächste Außenminister Deutschlands, Guido Westerwelle, hat bei einer Pressekonferenz schon mal gezeigt, dass auch er die Klaviatur des Chauvinismus gut beherrscht: