Zwangsverwaltung für Kärnten!

Als Kärntner hat man leider mehr als genug Gründe, sich zu genieren. Sehr peinlich ist es etwa, von Bürgern osteuropäischer Staaten gefagt zu werden, warum denn die kärntner Straßen in einem dermaßen erbarmungswürdigen Zustand seien. Da kann man dann nur ein wenig herumducksen und sagen: „Das war nicht immer so“. Tatsächlich gab es mal eine Zeit, in der Kärnten eine hervorragende Infrastruktur hatte und, man kann es heute kaum mehr glauben, Straßen ohne Schlaglöcher, auf denen man nicht sein Auto ruinierte, wenn man auf ihnen fuhr. Wer aber heutzutage durch Klagenfurt fährt, der meint sich in ein Land der Dritten Welt versetzt, so löchrig und notddürftig geflickt ist das Straßennetz. Es wurde halt seit der glorreichen Landeshauptmannwerdung Jörg Haiders nichts mehr in so was Profanes wie Straßen investiert, und heute, heute ist Kärnten pleite. Pleite? Wohl noch nicht pleite genug. Zwar ist kein Geld mehr da für die Infrastruktur, und Sozialleistungen werden im selben Moment gekürzt, in dem diverse Gebühren erhöht werden, doch für ein neues Wahnsinnsprojekt können allemal noch ein paar Millionen Euro locker gemacht werden. So soll nun der Aussichtsturm am Pyramidenkogel abgerissen und ein schicker neuer Turm um schlappe zehn Millionen Euro hingestellt werden. Die Verantwortlichen für diesen Schwachsinn hoffen auf „110.000 Besucher pro Jahr“, was in etwa so realistisch sein dürfte wie die 70.000, mit denen die Macher der Haider-Gedenkausstellung gerechnet hatten. Nun habe ich nichts dagegen, wenn jemand meint, einen Aussichtsturm aufstellen zu müssen, doch bitte nicht durch Steuergeld finanziert! Der „Pyramidenkogelturm neu“ soll aber ausschließlich mit Steuergeldern gebaut werden. Tja, wir Kärntnerinnen und Kärntner sind nicht mehr zu retten, hoffnungslose Fälle, lernresistent. Das Bundesland gehört unter Zwangsverwaltung gestellt!

Danke, Jörg: Jetzt dürfen wir zahlen

Wie vom Lindwurm prophezeit, geht es schon alsbald los mit der Erhöhung aller möglichen Gebühren in Kärntens Städten und Gemeinden, da das Land PLEITE ist und den Bankrott nur durch windige Bilanz-Taschenspielertricks vorerst abzwenden vermag (diese Tricks werden hoffentlich auch ein Fall für den Staatsanwalt). Klagenfurt geht unter seinem BZÖ (FPÖ? FPK? FIK?) Bürgermeister voran und erhöht die Parkgebühren und weitet die gebührenpflichtigen Parkzonen gehörig aus. Aber die 85.000 Euro für die Haider-Gruft aka Haider-Museum im Nazi-Luftschutzkeller, die hat die Stadt…

Klagenfurt macht den Anfang und bald werden die meisten kärntner Gemeinden folgen. Die Kärntnerinnen und Kärntner werden bluten dafür, dass sie Hallodris und Verbrecher gewählt haben, die den größten Finanzskandal der Zweiten Republik zu verantworten haben. Leider bin auch ich ein Kärntner, und das hat mich noch selten zuvor so geärgert wie in diesen Tagen. Den Freunderln und Buberln, die durch die Machenschaften von Haider, Martinz & Co und durch in Saunas, Almhütten und Luxusrestaurants abgeschlossene Luft-Deals stinkreich geworden sind, werden die Gebührenerhöhungen freilich wurscht sein, denn wer, um nur ein Beispiel zu nennen, für eine mündliche Beratung, über die nicht mal ein ordentliches Protokoll vorliegt, sechs Millionen Euro bezahlt bekommt (zwölf hätten es werden sollen!), der parkt seinen Merzedes wo er will und solange er will.

ich frage mich, wie lange sich die Kärntner das noch gefallen lassen werden bevor es mal ordentlich knallt.

Jörgi-Bärs Erbe, Teil XXXI

Die Kärntner Hypo Group Alpe Adria erwartet heuer ein Verlust von rund einer Milliarde Euro. Bei der Konzernspitze in München wird man schon nervös. Und wir sollten nicht vergessen: Teil des vom unseligen Jörg haider ausgehandelten Deals war und ist eine Haftung des Landes Kärnten für die Hypo in der Höhe von 21 Milliarden Euro. Sollte diese Haftung auch nur zum Teil schlagend werden, dann gute Nacht, Kärnten, du eh schon über beide Ohren verschuldetes Bundesland, in die Pleite geritten von einer Abzockerclique wie aus einem Brecht-Roman.

Ach ja: Wo bleiben übrigens die Berichte über die zehntausenden Menschen, die man als Besucher für das Haider-Museum erwartet hatte? Sie bleiben aus, genauso wie die Besucher ausbleiben. Den Kärntnerinnen und Kärntnern ist nämlich gedämmert, welche Saubande da am Werk war und wie diese Bande das Land systematisch ausgeraubt und durch Dummheit arm gemacht hat. Wir verdanken dem BZÖ nicht nur die höchste Verschuldung aller Zeiten, sondern eine nachhaltige Verluderung aller politischen und wirtschaftlichen Sitten. Ich hoffe ich werde dabei sein können, wenn der jämmerliche Rest der einstigen Bubentruppe rund um Haider vor Gericht ihre gerechte Strafe erhalten wird. Bei den Wählern dürften sie ohnehin bereits unten durch sein.