Geiselnehmende Friedensaktivisten

Aus dem „Standard„: Der Libanese Andre Abu Khalil, der für den katarischen Fernsehsender Al Jazeera von Bord des türkischen Schiffes Mavi Marmara berichtete, bestätigte am Donnerstag, dass „Free Gaza“-Aktivisten israelische Soldaten als Geiseln nahmen. Abu Khalil berichtete der Nachrichtenagentur Reuters, dass es den mit Stöcken und Eisenstangen bewaffneten Aktivisten gelang, die ersten Soldaten, die an Bord kamen, zu überwältigen. Die vier Israelis, die laut Angaben des Kameramanns offene Knochenbrüche hatten, wurden auf das unterste Deck des Schiffes gebracht.

Wird auch diese Meldung von den Schwarzweiß-Propagandabrüllaffen, für die feststeht, dass Israel hier ein Schiff voller harmloser „Friedensaktivisten überfallen“ habe, ignoriert werden? Selbstverständlich. ALLES, was nicht ins erschreckend simple Weltbild von den armen Palästinensern, deren edlen türkischen und europäischen Freunden und den urbösen Israelis passt, wird nicht zur Kenntnis genommen. Notfalls wird man halt behaupten, der Al Jazeera-Journalist sei ein Mossad-Agent…

Inzwischen sind bereits neue Narrenschiffe unterwegs, denn die antisemitische israelkritische Szene hat Blut geleckt. Man weiß den Großteil der veröffentlichten Weltmeinung und des weltweiten antiisraelischen Mainstreams hinter sich und möchte den PR-Coup von voriger Woche gerne wiederholen. Um Hilfe für Gaza geht es, das dürfte mittlerweile bekannt sein, nicht, denn um Hilfslieferungen in den Strip zu bringen, braucht man keine Blockade zu durchbrechen. Es geht einzig und allein darum, der terroristischen Hamas eine Möglichkeit für Waffennachschub über den Seeweg freizukämpfen, indem man die israelische Blockade durch publicityträchtige Stunts in der Hoffnung diskreditiert, der Judenstaat würde dann durch internationalen Druck dazu gezwungen, der Aufrüstung seiner Todfeinde tatenlos zuzusehen.