Neues aus dem Haider-Sumpf

Jörg Haider soll um Zuge des Verkaufs der Hypo an die BayernLB  mit zwei Millionen Euro besteochen worden sein, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Der frühere LB-Boss Werner Schmidt habe bei seiner Einvernahme durch die Staatsanwalt ausgesagt, dass sich Haider eine diskrete Zwei-Millionen-Euro-Geldspritze für „seinen“ Fußballverein SK Austria Kärnten ausbedungen habe. Das wäre, sollte es stimmen, freilich nicht überraschend, denn genau so schätze ich das Geschäftsgebahren des vertorbenen Herrn Landeshauptmannes ein, genau so führen ja auch seine Spezi und Nachfolger ihre Geschäfte, genau so laufen die Deals dieser Brothers in Crime, die im Umkreis von Haider groß, frech und reich wurden. Wenn man genau hinsieht, dann wirkt Haiders Vita wie eine einzige Aneinanderreihung von undurchsichtigen Gschäfterln und Freundschaftsdiensten und gegenseitigem Händewaschen. Das hat mit dem Nazi-Beutestück Bärental, welches Haider „einfach so“ von einem Freund der Familie geschenkt bekam, angefangen und hat beim nicht gant freiwilligen Sponsoring  von Haider-Events und Haider-Sportvereinen durch Banken und Energiekonzerne noch längst kein Ende. In Wahrheit müsste jedes einzelne Geschäft, das das Land Kärnten und dem Land nahe stehende Organisationen während der Regierungszeit Haiders gemacht haben, genau durchleuchtet werden, doch dazu ist es wohl nicht nur zu spät, es fehlt auch die Instanz, die das durchführen könnte, es fehlt eine starke Opposition. Whatever: Der Haider-Mythos zerbröckelt zusehends und die Haider-Ausstellung im Kreuzbergler Luftschutzstollen sollte in eine Mahnveranstaltung gegen Korruption und Amigo-Unwesen umgestaltet werden!

Danke, Jörg: Jetzt dürfen wir zahlen

Wie vom Lindwurm prophezeit, geht es schon alsbald los mit der Erhöhung aller möglichen Gebühren in Kärntens Städten und Gemeinden, da das Land PLEITE ist und den Bankrott nur durch windige Bilanz-Taschenspielertricks vorerst abzwenden vermag (diese Tricks werden hoffentlich auch ein Fall für den Staatsanwalt). Klagenfurt geht unter seinem BZÖ (FPÖ? FPK? FIK?) Bürgermeister voran und erhöht die Parkgebühren und weitet die gebührenpflichtigen Parkzonen gehörig aus. Aber die 85.000 Euro für die Haider-Gruft aka Haider-Museum im Nazi-Luftschutzkeller, die hat die Stadt…

Klagenfurt macht den Anfang und bald werden die meisten kärntner Gemeinden folgen. Die Kärntnerinnen und Kärntner werden bluten dafür, dass sie Hallodris und Verbrecher gewählt haben, die den größten Finanzskandal der Zweiten Republik zu verantworten haben. Leider bin auch ich ein Kärntner, und das hat mich noch selten zuvor so geärgert wie in diesen Tagen. Den Freunderln und Buberln, die durch die Machenschaften von Haider, Martinz & Co und durch in Saunas, Almhütten und Luxusrestaurants abgeschlossene Luft-Deals stinkreich geworden sind, werden die Gebührenerhöhungen freilich wurscht sein, denn wer, um nur ein Beispiel zu nennen, für eine mündliche Beratung, über die nicht mal ein ordentliches Protokoll vorliegt, sechs Millionen Euro bezahlt bekommt (zwölf hätten es werden sollen!), der parkt seinen Merzedes wo er will und solange er will.

ich frage mich, wie lange sich die Kärntner das noch gefallen lassen werden bevor es mal ordentlich knallt.

Kärnten pleite: Danke, Jörg!

Kärnten ist pleite, es droht die politische Entmündigung über die Zwangsverwaltung durch den Bund. Da hilft auch kein Kerzerlanzünden, kein Marterlaufstellen und kein Bittmessenabhalten mehr. Daher rufen wir Kärntnerinnen und Kärntner, die diesen Irrsinn nicht mitgemacht haben, nochmal in die Urne: „Danke, Jörg. Danke für die Ruinierung dieses Bundeslandes. Danke für dein Aufhetzen der Menschen gegeneinander. Danke für das von dir salonfähig gemachte Flirten mit nationalsozialistischen Parolen. Danke für deine Aufrufe an die Bevölkerung, ihre Nachbarn zu denunzieren. Danke für die Versorgung deiner Buberln mit Traumberufen und Millionen an Provsionen. Mögest du in der Hölle schmoren und möge in Bälde niemand mehr deiner gedenken!“

Und damit verabschiedet sich der Lindwurm für die nächsten Tage und Wochen für eine weitere Chemothereapie. See you all.

Die BZÖ-Sonne fällt vom Himmel

Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler hatte die Bevölkerung aufgefordert, die Kärnten-Fahnen, die traditionell rund um den 10. Oktober aus vielen Fenstern gehängt werden, mit einem schwarzen Trauerflor zu umgeben, als Zeichen der Beweinung Jörg Haiders. In Klagenfurt war jedoch außer auf Öffentlichen Gebäuden keine einzige Kärnten-Flagge mit schwarzem Trauerband zu sehen. Kärntens BZÖ-Chef Uwe Scheuch, gegen dessen Partei gerade ein Konkursverfahren eröffnet wurde, strebt die Wiedervereinigung mit der FPÖ an. Der Mann weiß genau, dass das BZÖ nicht nur in den anderen Bundesländern keinen Fuß auf den Boden bekommt, sondern dass auch die Kärntner bereits in ihrer großen Mehrheit die Schnauze voll haben von der machtgeilen, aber völlig desorientierten Bande, die nach Haiders Verscheiden übrig blieb. Will Herr Scheuch (und dessen Bruder Kurt) also noch auf eine Zukunft als gut bezahlter Politfunktionär hoffen können, wird er auf den „Plan“, aus dem BZÖ eine liberale Wirtschaftspartei zu machen, pfeifen und sein Heil (Hitler?) unter den Fittichen von Hans-Christian Strache suchen. Die groß beworbene Haider-Ausstellung im Kreuzbergler Bergbaumuseum zieht, wie es der Lindwurm erwartet und prophezeit hatte, nicht die Massen an, auf die das BZÖ gehofft hatte. Nur wenige Hardcore-Haideranbeter verirrten sich am Eröffnungstag zu der Schau und vergossen Tränen über Jung-Jörgis Schaukelpferd, seine Kugelschreiber, ein Handy des verstorbenen Landesfürsten und andere Exponate von höchstem wissenschaftlichem Interesse. Falls das BZÖ nicht ab morgen zwangsweise ganze Schulen zum Besuch der Ausstellung verdonnert, wird wohl bald wieder Ruhe herrschen im Luftschutzstollen. Auch die tausenden Kerzen, die ein „unbekannter Gönner“ gespendet haben soll, werden inzwischen ohne die Auflage, sie an Haiders Unfallstelle oder vor dem Amt der Kärntner Landesregierung anzuzzünden, verschenkt. Klar, das BZÖ wird noch einmal seine Mitarbeiter dazu verdonnern, ein Kerzenmeer zu inszenieren, doch die Bevölkerung ist des Kults mittlerweile leid. Da nützen auch beinahe nordkoreanisch anmutenden Mega-Trauerfeierlichkeiten (im Klagenfurter Dom, an der Unfallstelle, in der Ossiacher Stifstkirche) nicht mehr. Wäre ich nicht krank, ich wäre versucht, mir die traurigen Trauerfeiern anzusehen und vergnügt zuzugucken, wie zB die für den Gedenkgottesdienst in Ossiach aufgestellten Außenlautsprecher, welche die vom BZÖ erhofften Tausendschaften von Haiderfans in den Genuss der Messe kommen lassen sollten, wieder still und heimlich abgebaut werden.

Der angebliche Haiderkult ist, ich wiederhole mich, ein künstlich von dessen zertrittenen und verwirrten Erben inszeniertes Schauspiel, bei dem außer BZÖ-Angestellten und einigen geistig Verwirrten niemand in Kärnten mitmacht. Spricht man heute Kärntnerinnen und Kärntner – auch solche rechter Gesinnung – auf Haider an, hört man selten freundliche Worte, denn es dämmert nun auch den Dümmsten, dass der Mann außer der höchsten Verschuldung Kärntens aller Zeiten  nichts hinterlassen hat. Das BZÖ kann also auch mit dem „Pfund Haider“ nicht mehr wuchern gehen, das vermeintliche Ass wird nicht mehr stechen in der politischen Auseinandersetzung. Daher beginnt bereits die Absetzbewegung prominenter BZÖler von diesem FPÖ-Spaltprodukt. Aber auch Strache braucht sich nicht voreilig die Hände zu reiben, denn dass alle ehemaligen Haiderwähler nun zu ihm überlaufen werden, ist alles andere als fix, auch in Kärnten nicht, wo Haider vor allem ehemalige Wähler der SPÖ mit seiner Almosenverteilung nach Gutsherrenart geködert hatte.

Gemein: „Bild“ findet noch einen Haider-Lover

Ok, es ist die Bild-Zeitung, eine eher nicht so seriöse Quelle, und wieder mal wird einem angeblichen Lover Haiders auch Raum gegeben, Verschwörungstheorien zu verbreiten. Dennoch: Meine Verlinkung auf den Bild-Artikel ist mein Beitrag zur Eröffnung des mit Steuergeldern finanzierten Haider-Verherrlichungsmuseums im Klagenfurter Nazibunker unter dem Kreuzbergl.

Ja, ich weiß, das ist untergriffig, und das Sexleben von Politikern geht keinen was an. Doch im Falle von rechtsextremen Politikern, die noch dazu beste Kontakte zu arabischen Despoten und Schwulenmördern unterhielten und ihre Liebhaber teils in höchste Positionen hievten, egal ob qualifiziert oder nicht, mache ich doch mal eine Ausnahme von der Politischen Korrektheit.

Aber ich will mal nicht so sein und bringe als ausgewogener Lindwurm auch die Gegendarstellung des BZÖ. Klingt nicht mal unplausibel, während der Bild-Beitrag doch den Geruch von Bezahljournalismus und der leider Bild-typischen Mischung aus Halbwahrheiten und Sensationsgeilheit hat.

Phoney Haidermania will bite the dust

Bald ist es so weit. Schon am 10. Oktober bekommen die Millionen Kärntner, die immer noch vor Trauer um den Unfalltod ihres geliebten Führers halb wahnsinnig sind und zur Kompensation ihres Verlusts fleißig Haider-DVDs, Haider-CDs und lebensgroße Haiderposter beim Shoppingfernsehen bestellen, einen Ort des Gedenkens, an dem sie hemmungslos heulen dürfen. Der Klagenfurter Kulturstadtrat Albert Gunzer stellt eine Haider-Gedächtsnisausstellung zusammen, die am ersten Jahrestag der wilden Alko-Fahrt im Bergbaumuseum am Klagenfurter Kreuzbergl eröffnet werden wird. Dass der Stollen einst vom NS-Gauleiter Friedrich Rainer als Befehlsstand benutzt wurde, stört die orangen Museumsgestalter nicht weiter. Ist ja auch egal, denn auf die Milliarden Besucher, die die Ausstellung stürmen werden, warten sensationelle Exponate wie das Schaukelpferdchen von Klein-Jörg und der originalgetreu nachgezimmerte Schreibtisch, von dem aus der größte Landeshauptmann aller Zeiten sein Land in die höchste Verschuldung aller Zeiten trieb. Aus gut informierten Kreisen ist zu erfahren, dass auch die Theke des Stadtkrämers ausgestellt wird, ebenso wie die Schnapsflasche, aus der sich Haider in der Nacht zum 11. Oktober bedient hat.

Während der Lindwurm im Krankenhaus lag, haben die gebräunte Heulboje Stefan Petzner und die menschliche Warnweste Gerhard Dörfler fleißig Verschwörungstheorien über das Ableben ihres Lebensmenschen verbreitet. Das ging ja seit dem Unfall Haiders so, überrascht also nicht weiter, aber Petzner wäre nicht Petzner, würde er nicht für einen echten, von den Medien leider nicht ausreichend wahrgenommenen Skandal sorgen: „Es muss diese Causa neu aufgerollt werden, es muss ein unabhängiger Staatsanwalt außerhalb Kärntens die Ermittlungen neu durchführen, es müssen internationale Experten beigezogen werden“. Mit dieser Aussage hat der bräunliche Weißclown eben mal pauschal die gesamte Kärntner Justiz und Polizei der Teilnahme an einer gigantischen Verschwörung beschuldigt. Aber diese reichlich irre Frechheit reiht sich ein in all die anderen Verzweiflungstaten des BZÖ, das bei den Europawahlen die Hälfte (!) seiner Wähler verloren hat. Ob Ortstafelstreit oder Haider-Verschwörungstheorien: Das wird alles nicht reichen um die enttäuschte und zornige Bevölkerung Kärntens bei der Stange zu halten. Von den Wahlversprechen der Orangen blieb nämlich nichts übrig, die Landeskasse ist leer, die Schulden exorbitant hoch. Trotzdem gönnte sich die selbst ernannte Partei der Kleinen Leute zusammen mit den anderen Landtagsparteien eine kräftige Erhöhung der Parteienförderung auf Steuerzahlerkosten. Dörfler, Scheuch, Petzner und wie sie alle heißen sollten vorsichtig sein, denn in Kärnten kann man bereits vereinzelt beobachten, wie nasse Fetzen, Mistgabeln und Fackeln vorbereitet werden…