Nahöstliche B-Movies

Als der Hamas-Chef Chaled Maschaal vor wenigen Tagen in Gaza dem riesigen Nachbau einer Rakete entstieg, um anschließend im Schatten dieses Phallussymbols seinen jubelenden Anhängern zu erklären, es werde niemals Frieden mit Israel geben („Palästina ist unser vom Fluss bis zum Meer und vom Süden bis zum Norden.“), verglichen manche Beobachter den Auftritt mit einem Sketch von Monty Python oder mit der klamaukigen Slaptstick des frühen Woody Allen. Fälschlicherweise, denn Ästhetik, Symbolik und Absicht der Hamas-Inszenierungen haben mit anarchischem Humor, ja mit Humor allgemein sehr wenig zu tun, dafür umso mehr mit B-Movies und billigen Telenovelas. Wie diese richtet sich der Hamas-Kitsch an die Ungebildeten und Geschmacklosen, in der arabischen Welt und anderswo, und das mit dem gleichen Erfolg, den auch Trash-Filme und hundsmiserable Schnulzenfernsehserien bei dieser Art von Zielpublikum haben. Abgesehen von der speziellen, tiefenpsychologisch interessanten Bildersprache von Maschaals Performance (der Führer einer machistischen radikalislamischen Gewalttruppe erscheint aus einer Art Riesenpimmel, sozusagen direkt von einem Penis in die Welt gesetzt statt von einer „schwachen“ Frau geboren) ist  die Inszenierung typisch für „Paliwood“, also für die brachiale Theatralik der palästinensischen Öffentlichkeitsarbeit, die auf den Verstärkungseffekt möglichst simpler Bilder und Szenen setzt. Bei Menschen mit viel Gefühl, aber wenig Hirn zieht sowas, auch wenn das entsprechende Bild getürkt ist und so manches vermeintliche Opfer eine israelischen Bombenangriffs wenig später gesund und munter wieder durch dasselbe Youtubevideo stapft, in dem es ein paar Sekunden zuvor von „verzweifelten“ Verwandten lautstark betrauert worden war. Während der Operation „Wolkensäule“ schien auch Israel verstanden zu haben, dass die Macht der einfachen Bilder und der simplen Argumentation in einer Welt voller Halb- und Vollanalphabeten besser wirkt, als es die beste verbale Begründung durch Botschafter und Politiker je könnte, und man stellte die PR-Arbeit entsprechend um, mit messbarem Erfolg, denn während dieses Kurzkrieges war die israelische Position zumindest vernehmbar. Die vielen Antisemiten in aller Welt erreichte freilich auch so eine Art von Werbung für Israel nicht. Wie auch? Antisemiten kann man nicht überzeugen oder belehren, so wie man auch einen Debilen durch gutes Zureden nicht klug machen kann.

Das bisherige Resultat von „Wolkensäule“ wirkt auf mich durchwachsen. Einerseits hat Israel sein Primärziel, nämlich den Raketenhagel aus Gaza zumindest auf ein Tröpfeln zu reduzieren, vorerst erreicht und man konnte   einen besonders fanatischen Feind, Hamas-Militärchef al-Dschabari, eliminieren. Andererseits fühlt sich die Hamas als großer Sieger in diesem Konflikt, führen viele Araber die Anerkennung „Palästinas“ als UN-Beobachterstaat direkt auf diesen Waffengang zurück und haben die militanten Kräfte unter den Palästinensern enorm Oberwasser bekommen. Wer kürzlich auf „Arte“ den Bericht von französischen Reportern über die aktuelle Lage in Gaza guckte, der sah vor Selbstbewusstsein schier platzende Hamas-Kämpfer, die sich in ihrem Weg der Gewalt durch das Abstimmungsergebnis in der UNO bestätigt fühlten, sah, wie diese Kämpfer stolz ihre immer noch vollen Arsenale an relativ modernen Raketen präsentierten, sah, dass die Schmuggeltunnels mittlerweile zu mit Beton ausgemantelten unterirdischen Highways für Güter und Waffen aller Art herangewachsen sind und sah auch, dass die Militanten es nicht einmal mehr für nötig halten, sich zu maskieren. Falls es der Regierung Netanjahu um Abschreckung gegangen ist, dann wurde das Ziel weit verfehlt. Abgeschreckt ist in Gaza kaum jemand, und, was zu befürchten ist, auch in der restlichen arabischen Welt und im Iran dürfte man aufmerksam verfolgt haben, dass die rechte israelische Regierung zwar große Sprüche klopft, aber umso zaghafter ist, den Worten auch Taten folgen zu lassen. Dafür gibt es natürlich Gründe wie die „Meinung der Weltöffentlichkeit“, doch ob es ratsam ist, aus Rücksicht auf eine „Weltöffentlichkeit“, die ohnehin antiisraelisch ist, sich die Hände binden zu lassen, sei an dieser Stelle zaghaft bezweifelt.

World gone mad

Ich leseIsmail Hanija, Führer der radikal-islamischen Hamas im Gazastreifen, drückte seine Hoffnung auf ein „Ende des zionistischen Projekts in Palästina“ aus. Hanija bekräftigte während einer Ansprache, seine Organisation werde den Staat Israel weiterhin nicht anerkennen. Und nun frage ich, eingedenk der jüngsten Verbrüderung zwischen Hamas und Fatah: Auf welcher Basis soll Israel mit solchen Leuten verhandeln? Läge ich mit einem Nachbarn im Streit, und dieser Nachbar würde mir mein Existenzrecht absprechen und immer wieder meine Vernichtung fordern, so würde ich selbstverständlich jeden Zuruf von Dritten, mich mit dem mordlüsternen Nachbarn gefälligst zu vertragen, zurückweisen, und zwar so lange, bis dieser Nachbar mein Recht, zu existieren, ohne Einschränkungen anerkennt.  Jeder Mensch auf diesem Planeten würde das verstehen. Aber wenn es um Israel geht, gibt es plötzlich nur mehr sehr wenig Verständnis für diesen höchst natürlichen Überlebenswillen. Anders gesagt: Vom Staat der Juden wird erwartet, Auslöschungsdrohungen, die sich kein anderer Staat gefallen lassen würde, doch bitte höflich zu ignorieren und mit denen, die Mord an Juden ankündigen, zu verhandeln. Das ist verrückt.

Hamas in der Offensive

In Israel blickte man mit weit größerer Skepsis und Sorge auf den Umsturz in Ägypten, als es die in sicherer Entfernung sitzende Öffentlichkeit in Europa und den USA tat. Auch der Lindwurm ließ sich anstecken von der Hoffnung auf eine Demokratisierungswelle in den arabischen Staaten, die, so der schöne Traum, vielleicht eine Ära des Friedens einläuten würde. Leider mehren sich die Anzeichen, dass die Warner und Skeptiker Recht behalten könnten. Die Offensive der Hamas, die seit einigen Tagen israelisches Territorium mit immer weiter reichenden Raketen und Granaten beschießt, sowie der erste tödliche Terroranschlag in Jerusalem seit dem Bau des Schutzzauns deuten zumindest darauf hin, dass derzeit jemand dafür sorgt, dass die Hamas mit besserer Artillerie ausgestattet wird, und dass jemand die radikalen Palästinensergruppierungen zur Eskalation ermutigt. Ob es sich bei diesem Jemand um ägyptische Kreise handelt, ist noch reine Spekulation, aber denkbar ist es allemal, dass die Muslimbrüder und Teile der ägyptischen Armee daran basteln, den bei der ägyptischen Bevölkerung ohnehin nie sonderlich beliebt gewesenen Friedenszustand mit Israel zu untergraben. Allein schon die Möglichkeit, dass ägyptische Sicherheitskräfte den Waffenschmuggel nach Gaza nicht mehr ausreichend kontrollieren könnten, gibt Anlass zu größter Sorge. Und dass immer mehr Vertreter der Muslimbruderschaft offen die Aufkündigung des Friedensvertrages mit Israel fordern, ist auch nicht gerade beruhigend. Ein neuer Krieg ist wohl nicht das, was diejenigen, die gegen das Mubarak-Regmime demonstrierten, im Sinn hatten, aber der Hass auf Israel und der Antisemitismus, den übrigens auch Mubarak andauernd am Köcheln gehalten hatte, könnte für den Fall, dass eine neue ägyptische Regierung die sozialen und wirtschaftlichen Erwartungen der zornigen Bevölkerung nicht erfüllen kann, als Ventil benutzt werden. Mit womöglich furchtbaren Folgen für die ganze Region.

Gaza-Krieg: Hamas bestätigt israelische Opferzahlen

Nach der „Operation Gegossenes Blei“ haben die israelischen Streitkräfte Opferzahlen veröffentlicht. Demnach fielen dem Gazakrieg 709 Hamas-Kämpfer, 295 Zivilisten und 162 „nicht Einordenbare“ (Männer im kampffähigen Alter, aber nicht eindeutig als Kämpfer identifiziert) zum Opfer. 295 getötete Zivilisten, das ist natürlich schrecklich, aber angesichts der Situation in Gaza und der Taktik der Hamas und anderer Terrorgruppen, sich unter Zivilisten zu mischen, ist das Opferzahlenverhältnis zwischen Kämpfern und Zivilisten geradezu ein Musterbeispiel dafür, wie eine Armee relativ gezielt und schonend vorgehen kann. Wären den Israelis die Zivilisten in Gaza egal gewesen, hätte es wohl viel mehr tote Nicht-Kämpfer als tote Terroristen gegeben. Natürlich haben die Araber diese Zahlen bestritten, natürlich haben die westlichen Israelfeinde den Angaben der IDF keinen Glauben geschenkt, natürlich hat Richard Goldstone, dieser freundliche Mann, der als Richter im südafrikanischen Apartheidsregimne fleißig Schwarze zum Tode verurteilt hatte, einen „Bericht“ verfasst, der quasi das Gegenteil von dem behauptete, was Israel verlautbaren hatte lassen. Und natürlich haben viele, allzu viele den Arabern und Goldstone Glauben geschenkt. Blöd nur, dass jetzt die Hamas die Zahlen der Israelis bestätigt. Spät, aber doch gibt Hamas-„Innenminister“ Fathi Hamad jetzt zu„It has been said that the people were harmed by the war, but is Hamas not part of the people? It is a fact that on the first day of the war Israel struck police headquarters and killed 250 members of Hamas and the various factions, in addition to the 200-300 operatives from the [Izz al-Din] al-Qassam Brigades. In addition, 150 security personnel were killed, and the rest were from people.“ (Es wurde gesagt, dass der Bevölkerung in dem Krieg geschadet wurde, aber ist Hamas kein Teil der Bevölkerung? Es ist ein Faktum, dass Israel am ersten Tag des Krieges Polizeistationen angegriffen und 250 Hamas-Mitglieder und Mitglieder anderer Fraktionen getötet hat, zusätzlich zu den 200 bis 300 Kämpfern der Al-Kassam-Brigaden. Dazu wurden noch 150 Sicherheitskräfte getötet, und der Rest war aus der Bevölkerung).

Eine peinliche Sache für die arabische Propaganda, für die Hamas-Apologeten unter westlichen NGOs und Bewegungen, für diverse „Israelkritiker“, für die UNO und natürlich für Richard „Hanging Judge“ Goldstone.

Hamas: Baden verboten!

Dass der größte Feind der Bevölkerung im Gazastreifen die Hamas ist, konnte schon lange jeder wissen, der es wissen wollte. Sie sorgt nicht nur dafür, dass Israel und Ägypten zweiterhin strengste Grenzkontrollen zu dem Gebiet aufrechterhalten müssen, nein, sie geht systematisch gegen alles vor, was sie als „unsittlich“ empfindet, und gemischter Badespaß darf natürlich gar nicht sein, denn sowas gibt es erst im Paradies und nur für Märtyrer, weswegen die Vollarschlöcher halt auch einen Wasserpark verwüsten. Die dort Entspannenden könnten ja glatt auf andere Gedanken kommen als die von der Hamas gewünschten…

Wer und wie die Hamas real ist

Wer die Hamas ist und wie sie moralisch beschaffen ist, das kann jedem klar sein, der sich abseits weltfremder Propaganda nur fünf Minuten lang mit der Materie befasst. Manche schnallen es freilich immer noch nicht. Für solche Leute verlinke ich diesen  „Spiegel“-Artikel der in „israelkritischen“ Kreisen unverdächtigen Ulrike Putz, in dem die Nahostkorrespondentin, die früher gerne mal mit kernigen Raketenbastlern abgehangen ist, sich und ihren Lesern erstaunt eingestehen muss, dass die Hamas eine Mörderbande ist, die neben israelischen Zivilisten auch Kritiker, Rivalen und ökonomische Konkurrenten ermordet.

Auszüge: (…) Sein Sohn Munir, ein Kommandant der militanten Kassam-Brigaden der Hamas, galt zu diesem Zeitpunkt seit einem Monat als vermisst. „Der Mann sagte mir, Munir sei von den Ägyptern erschossen worden, aber das kann nicht stimmen“, erzählt sein Vater in seinem Wohnzimmer in Beit Lahia im Norden des Gaza-Streifens. „Munir wurde auf unserer Seite des Tunnels gefunden, da haben die Ägypter keinen Zutritt. Es muss die Hamas selbst gewesen sein, die ihn getötet hat.“ Der Vater glaubt zu wissen, warum sein damals 36-jähriger Sohn verschleppt wurde, warum er sterben musste: „In den Wochen vor seinem Verschwinden hatte er sich mit den lokalen Größen der Bewegung angelegt. Er hat ihnen vorgeworfen, korrupt zu sein. Sie haben Hilfsgelder nur an ihre eigenen Leute, nicht an die wirklich Bedürftigen verteilt.“ Der 63-Jährige weint, als er eines der Trauerplakate für seinen Sohn vorzeigt: „Hamas-Männer haben ihn umgebracht. Und dann sind sie bei seinem Trauerzug mitgelaufen.“ (…)

Die Herrscher des Gaza-Streifens scheinen bei Säuberungsaktionen in eigenen Reihen auch prominente Mitglieder nicht zu verschonen. Munir Warschara beispielsweise war ein wichtiger Waffeneinkäufer der Organisation – eine Tatsache, die seinen Vater mit Stolz, aber auch mit zusätzlichem Zorn erfüllt. „Er ist für sie in der ganzen Welt herumgereist, war für sie in Iran, Syrien, Irland. Und weil er die reine Lehre der Hamas vor Verfälschungen schützen wollte, haben sie ihn getötet.“

(…) Ihm und anderen Abtrünnigen sei gedroht worden: Entweder sie hörten auf, die Hamas zu kritisieren, oder die Bewegung brächte in Umlauf, sie seien israelische Kollaborateure – im Gaza-Streifen ein sicheres Todesurteil.

Und aus einem aktuellen Artikel der „Welt„: Bekennende Hamas-Gegner haben Angst vor einem Bestrafungsritual: Schüsse in die Kniekehlen. Rückblickend haben all jene Recht, die vor den negativen Folgen eines einseitigen Abzug Israels nach 38 Jahren Besatzung gewarnt hatten. Die moderate Palästinenserführung konnte sich damals vor fünf Jahren weder einen Verhandlungserfolg an die Brust heften noch Sympathiepunkte bei der Bevölkerung sammeln. Stattdessen argumentierte die Hamas, dass ihr fortwährender Raketenbeschuss Israel mürbe gemacht und schließlich zur Aufgabe Gazas gezwungen habe. Gegen Israel helfe nur reine Gewalt, lautet die Hamas-Logik bis heute.

Selbstverständlich ändern solche Artikel gar nichts an der Haltung jener Figuren, die uns andauernd damit die Ohren vorplärren, man müsse die „demokratisch gewählte“ Hamas doch bitte endlich als „gleichwertigen Verhandlungspartner“ akzeptieren. Sie ändern nichts daran, dass es vermutlich nur eine Frage der Zeit ist, bis der Wiener Gemeinderat erneut einstimmig eine de facto Pro-Hamas-Resolution verfassen wird. Sie ändern nichts daran, dass sich diverse westliche „Linke“ erneut mit Hamasfahnen schwingenden Terroristensympathisanten gemein machen werden. Wie auch? Diese Leute sind ja nicht blöd, es sind bloß Antisemiten.

Zucht und Ordnung in Gaza

Die Helden der antiimperalistischen Linken, die tapferen fortschrittlichen Männer von der Hamas, werden nicht müde, die letzten Reste von Zivilisation westlicher Dekadenz auszurotten: Die im Gazastreifen herrschende Hamas-Organisation hat Damenunterwäsche in Schaufenstern verboten. Damit solle die „öffentliche Moral“in der palästinensischen Gesellschaft wieder hergestellt werden, sagte Polizeisprecher Aiman Batniji am Donnerstag in Gaza. Er begründete die verschärften Bestimmngen mit zahlreichen Beschwerden aus der Bevölkerung, die wünsche, dass Traditionen hochgehalten würden. Unter das Verbot fallen auch Schaufensterpuppen. Darüber hinaus müssen Ladenbesitzer künftig Sicherheitskameras abschalten und die Türen zu ihren Geschäften offen halten. Polizisten würden Ausschau halten, ob es zwischen Verkäufern und Kundinnen zu einem „verdächtigen Verhalten“ komme, sagte der Sprecher. Er wies zugleich Vorwürfe zurück, die Hamas wolle die Gesellschaft weiter islamisieren.

Die radikal-islamische Hamas hatte im Juni 2007 nach einem blutigen Putsch die Macht im Gazastreifen übernommen. Seitdem schränkt sie mit einer Reihe von Vorschriften und Verboten die Freiheiten der rund 1,5 Millionen Palästinenser immer weiter ein. Besonders betroffen sind dabei Frauen. Palästinenserinnen dürfen seit zwei Wochen beispielsweise keine Wasserpfeife mehr in der Öffentlichkeit rauchen. Die Hamas verbot außerdem, dass Frauen als Sozius hinter Männern auf einem Motorrad sitzen. Studentinnen und Maturantinnen können nur noch mit einem Hijab zum Unterricht erscheinen. Dieser traditionelle Umhang bedeckt den ganzen Körper bis auf das Gesicht und die Hände.

Ich warte jetzt gespannt auf die erste europäische „Feministin“, die die Hamas als Vorkämpferin gegen sexistische Unterwäschewerbung, sexistische Schaufensterpuppen und sexistische legere Kleidung lobt…

Ach ja: Schaufenster mit Damenunterwäsche, Ladenbesitzer die sich Überwachungskameras leisten können, neu errichtete Einkaufszentren, etliche Supermärkte, gut bestückte Fleisch-, Fisch- und Gemüsemärkte, eine hohe Lebenserwartung und steigende Geburtenraten…lauter Merkmale für ein „Gefangenenlager“, ein „Freiluftgefängnis“ oder gar ein „KZ“, nicht wahr?

PR-Tipps aus Wien für die Hamas

Tarafa Baghajati, Mitbegründer der „Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen“, kritisiert in einem in der Wiener Tageszeitung „Die Presse“ erschienenen Kommentar das von der Hamas im Gazastreifen verhängte Verbot für Frauen, Wasserpfeife zu rauchen. Dabei geht es dem gebürtigen Syrer aber nicht so sehr um die grotesken islamistischen Moralvorstellungen hinter dem Pfeifenverbot, sondern es treibt ihn die Sorge um, diese Zurschaustellung von Geschlechterapartheid könne der palästinensischen Sache (oder was Baghajati dafür hält) schaden: Politisch ist es also alles andere als eine geschickte Handlung. Insbesondere in einer Zeit, in der die ganze Welt zu Recht sich mit Gaza solidarisch erklärt hat und sich für die sofortige, ja auch bedingungslose Beendigung der Blockade einsetzt, erweckt die Hamas-Regierung den Eindruck, als ob es keine gewichtigeren Probleme in Gaza gebe. (…) Der taktische Fehler liegt zudem darin, dass die Hamas zu vergessen scheint, dass ihre Wähler keinesfalls nur aus dem streng religiösen Spektrum stammen. (…) Es muss der Hamas klar sein, dass ihre Macht in Gaza auf die Verwaltung des „größten Freiluftgefängnisses der Welt“ (Erzbischof Desmond Tutu) beschränkt ist. Und nicht die Frauen-Shisha ist eine Gefahr, sondern die politische Zerrissenheit des palästinensischen Volkes.

Da gibt also ein Mann, der sich immer wieder als „Dialogpartner“ aufdrängt und sich als selbst ernannter Sprecher der österreichischen Muslime wichtig macht, einer klerikalfaschistischen und vernichtungsantisemitischen Terrororganisation, die vor der Ermordung politischer Konkurrenten nicht zurückschreckt, PR-Tipps, und das kommt den Verantwortlichen bei der „Presse“ nicht ein ganz klein wenig verdächtig vor? Noch dazu muss es der „Presse“ bekannt gewesen sein, wen sie da einen Gastkommentar schreiben ließ. Dies ist ja nicht das erste Mal, dass Baghajati in der Traditionstageszeitung zu Wort kommt. Einmal durfte er dort Menschen, die er nicht mag, als „Philozionisten“ und „Antideutsche“ anrempeln (von einem Islamisten solcherart bezeichnet zu werden, sollte man freilich als Auszeichnung sehen, wobei an einer Befürwortung des Zionismus ohnehin nichts auszusetzen ist im Gegensatz zum Apologetentum für Terroristen). „Die Presse“ bietet also gerne Leuten, die schon mal Veranstaltungen, die ihnen nicht passen, verbieten oder in ihrem Sinne umgestalten lassen wollen, ein Podium, und zwar mehrmals. Damit marschiert  die angeblich „konservative“ Tageszeitung im Gleichschritt mit der SPÖ, die Baghajati in der Zeitschrift ihrer Vorfeldorganisation BSA, „Vorwärts“, auch gerne eine Bühne bietet, auf der er dann mit Gestalten wie dem antiisraelischen Megaphon Fritz Edlinger sein Schmierentheater vom ach so falsch verstandenben Islam aufführen darf. Mit den Sozialdemokraten ist der selbst ernannte muslimische Lobbyist bestens vernetzt, was nicht zuletzt an seiner Komplizenschaft mit dem Wiener SP-Gemeinderat Omar al-Rawi liegt. Bei Licht betrachtet ist Baghajati freilich nur ein Privatmann, der einen Verein gegründet hat, der sich personell mit der „Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreichs“ weitgehend überschneidet und für ebenso wenige Muslime spricht wie dieser. Seltsam, mit welchem Nachdruck die SPÖ, aber verstärkt auch „bürgerliche“ Kreise diesem Mann den Hof machen und ihn seine Propaganda verbreiten lassen…

Mosab Hassan Yousef, der Störfaktor

Ein Interview mit Mosab Hassan Yousef, der als Sohn eines Hamas-Mitbegründers für Israel spionierte, dadurch etliche Terroranschläge vereitelte, dann emigrierte und zum Christentum konvertierte, erregt die Leserschaft des „Standard“ – und entblößt gnadenlos deren beschränktes Welt- und Menschenbild. Immer wieder wird unterstellt, der Mann sei von den Israelis (oder wahlweise den Amerikanern) einer „Gehirnwäsche“ unterzogen worden, denn dass ein Mensch, ein arabischer Mensch gar, selbständig denken kann und zu anderen Schlussfolgerungen gelangt als die Islamisten und ihre westlichen Fans, passt so gar nicht zum Rassismus und Kulturrelativismus der immer dümmer werdenden Linken und der immer schon dumm gewesenen Rechtsextremen.

Für den gemeinen westlichen Wohlstandslinken ist Mosab Hassan Yousef ein gehirngewaschener Verräter, denn wessen Verstand lange genug durch den Konsum einseitiger Lektüre von Lenin bis Chomsky weichgekocht wurde, der kann kritisches Denken und aus Kritik resultierende geistige und analytische Weiterentwicklung nicht anders begreifen als das Resultat finsterer Vorgänge. Wer nicht kritisch denken kann, der bemerkt natürlich seinen eigenen Rassismus nicht, der sich im konkreten Fall darin äußert, einem palästinensischen Araber, der seinem Volk etwas Besseres wünscht als ewigen Krieg im Namen Allahs und die Knechtung durch Klerikalfaschisten und korrupte Banden, zu unterstellen, dass dies niemals seine eigenen Gedanken sein könnten. Ein arabischer Palästinenser, noch dazu der Sohn eines hochrangigen Hamas-Funktionärs, der sich radikal dem Konformitätsdruck seiner Erziehung und Lebensumgebung entzieht, ist natürlich auch eine Kränkung für die authoritären Charaktere jener schon lange nicht mehr emanzipatorischen Linken, deren Sympathien stets bei den Tyrannen und bei totalitären Ideologien lagen und immer noch liegen und für die auch islamistische Bewegungen in ihrer kompromisslosen Ablehnung des individuellen Strebens nach Glück eine ideale Projektionsfläche für ihre eigene Sehnsucht nach Zucht und Ordnung sind.

Natürlich kann man das nicht pauschal allen Menschen, die sich selbst als „links“ definieren, unterstellen, doch die wirklichen Linken, denen es um die Befreiung des Indiviuums geht, die Glück und Lebensfreude im Hier und Jetzt und nicht in einer utopischen Zukunft oder gar im Jenseits als Menschenrecht betrachten, waren und sind eine Minderheit, die ab der Oktoberrevolution in Russland und seither in jedem linkstotalitärem Staat vom pseudolinken autoritären Establishment verleumdet und verfolgt und oft genug auch ermordet wurde. Heute, da es nur mehr sehr wenige linke Diktaturen gibt, suchen sich dieselben Leute, die vor kurzem noch jedem rot lackierten Menschenschinder die Stange hielten, neue Gruppierungen und Staaten, die für sie stellvertretend kompromisslos brutal und herrisch sein dürfen und also das ausleben, was der kritikunfähige westliche Linke nur als psychisches Problem hat, und da bieten sich islamistische Diktaturen und Organisationen geradezu an. Ein Mosab Hassan Yousef ist hier, genau wie viele  progressive Intellektuelle aus dem arabischen bzw. islamischen Kulturkreis, nichts anderes als eine ärgerliche Irritation, welche am einzementierten, ultrakonservativen Weltbild der vorgeblich Fortschrittlichen kratzt.

ps: Dass Nazis eine ganz ähnliche Begeisterung für geistesverwandte Gewaltsysteme hegen wie es Teile der Linken tun, ist logisch, wenn auch nicht ganz so ärgerlich, denn Nazis behaupten von sich immerhin nicht, für Ideale wie Frieden, Freiheit und Emanzipation einzutreten….

„Wenn wir als Märtyrer sterben“

Die Hamas hat ein UN-Sommerlager für Kinder überfallen und verwüstet. Das ist bereits die zweite Terroraktion gegen Kinderhilfsprojekte der UNO im Gazastreifen binnen weniger Tage. Aus der Sicht der Hamas ist das nur konsequent, denn wo kämen die Gotteskrieger auch hin, wenn ihr Nachwuchs ein paar unbeschwerte, von islamistischer Indoktrination freie Tage mit Spiel und Spaß verbringen würden und dabei glatt vorrübergehend vergessen könnte, die Juden zu hassen? Worum es bei den Angriffen geht, sagt die Hamas ja in aller Offenheit: Die Abteilung für die Rechte palästinensischer Flüchtlinge, die von der Hamas geleitet wird, hatte früher dem UNO-Hilfswerk für die palästinensischen Flüchtlinge (UNRWA) vorgeworfen, „mit kulturellen Mitteln in die Seelen palästinensischer Kinder einzudringen“. Ziel sei es, „ihren Glauben zu zerstören und zu erschüttern, mit Hilfe von Ideen wie Vergebung, Koexistenz und dem Vergessen der Vergangenheit“.

Vergebung und Koexistenz, das geht natürlich gar nicht, dagegen muss man etwas unternehmen! Und man unternimmt auch was. Zum Beispiel lässt man ein Kinderlied mit dem hübschen Titel „Wenn wir als Märtyrer sterben“ auf die arabischen Kids los, mitsamt einem Video, in dem Kinder fröhlich Krieg spielen und auf den Tod als Kämpfer gegen Israel vorbereitet werden. Ekelhafter geht es kaum. Es stellt sich hier natürlich einmal mehr folgende Frage: Was ist mit den westlichen Apologeten von Hamas, Hizbollah & Co los? Wie krankhaft fanatisch muss deren Judenhass sein, wenn sie sich zu Nützlichen Idioten von Gruppierungen machen, deren Wahnniveau allenfalls mit jenem der Nazis vergleichbar ist, die ja ebenfalls mit gruseligen Propagandaliedern und -filmen Kindern den „Heldentod“ schmackhaft machen wollten? Wie kann jemand ohne rot zu werden behaupten, es ginge ihm oder ihr um das Wohl der palästinensischen Araber, wenn er oder sie nicht nur zum Terror der Hamas schweigt, sondern nicht einmal mit der Schulter zuckt, wenn ihm oder ihr die volle Wucht der Menschenverachtung dieses Abschaums in Form von  Terroraktionen gegen Kinderferienlager und des offenen Eingeständnis, die eigenen Kinder nur allzu gerne in den Tod schicken zu wollen, entgegenschlägt? Zehntausende israelische Kinder, die in der lebensgefährlichen Reichweite der Hamas-Raketen aufwachsen, tragen lebenslang nachwirkende seelische Traumata davon (sofern sie das Glück haben, nicht von einer dieser Raketen getötet oder verstümmelt zu werden). Zehntausenden palästinensischen Kindern wird von den fanatischen arabischen Anführern die Kindheit gestohlen. Hunderte Kinder kamen bereits bei durch diese Fanatiker provozierten militärischen Auseinandersetzungen ums Leben. Wie vernagelt, empathieunfähig oder bösartig muss man sein, um diesen Irrsinn zu unterstützen? Was geht in den Köpfen von Henning Mankel Mankell, deutschen Linkspolitikern oder auch den Mitgliedern des Wiener Gemeinderates vor sich? Wie sehr muss man Juden hassen, um sich auf die Seite von Unmenschen zu stellen, für die das Leben an sich und das von Kindern im Speziellen keinen Wert darstellt außer einen propagandistischen? Wem es tatsächlich um das Wohl der Kinder im Nahen Osten geht, der unterstützt nicht die Hamas oder die Hizbollah, sondern im Gegenteil jene Projekte, die zB gemeinsame Sommerlager von arabischen und jüdischen Kindern veranstalten, wo genau das vermittelt wird, was die Hamas so fürchtet: Vergebung und Koexistenz nämlich.

Ich zitiere abschließend Golda Meir: „Frieden wird es geben, wenn die Araber ihre Kinder mehr lieben, als sie uns hassen“.