Werner und die Hisbollah

Wie bezeichnet man eine Organisation wie die Hisbollah, die im Libanon eine schiitische Theokratie errichten will, weltweit Terroranschläge verübt, in die internationale Schwerstkriminalität verstrickt ist, eine extrem reaktionäre Ideologie vertritt und Israel vernichten möchte? Nun, wenn man Werner Pirker ist, dann nennt man so eine Bande „linksnationalistisch“ und „anitiimperialistisch“. Ach, der Werner! Immer wieder für heavy petting mit Klerikalfaschisten, in deren Machtbereich Linke gefoltert und ermordet werden, zu haben. Da kann einer noch so tief in Blut waten und noch so rückschrittlich, frauenfeindlich und brutal sein – solange er etwas gegen Juden und Amerikaner hat, ist er im närrischen Weltbild des Herrn Pirker ein Guter. Ist das allein ideologische Totalverblendung, oder bricht da halt doch immer wieder der Kärntner im Pirker, der einst von Feldkirchen auszog, um Moskau-Korrespondent der „Volksstimme“ zu werden, hervor? Vielleicht sollte Pirker, Querfrontstrategien ohnehin nicht abgeneigt, bei der FPÖ anfragen, ob er Strache bei dessen Reise zu den Mördern rund um Nasrallah begleiten darf?

Strache bald wieder auf Reisen

Israels neuester super bester Freund, FPÖ-Chef Strache, tanzt vor, wie gelebte Solidarität mit Jerusalem aussieht: Er will demnächst die lieben Philosemiten von der Hisbollah besuchen. Warum? Deswegen: „Es wäre verwegen, sich im Nahost-Konflikt nur auf eine Seite zu stellen. Man muss mit allen reden“. Man kann sich solche Gespräche, die Strache da mit Vernichtungsantisemiten führen will, gut vorstellen. Da wird dann viel gelacht werden, wenn der Größte Zahntechniker aller Zeiten davon erzählt, wie er mit dem Burschenschaftskapperl in Yad Vashem aufmarschiert ist. Und wenn Strache dann schildert, dass es tatsächlich Israelis und europäische Juden gibt, die ihm seine plötzliche Liebe zu Israel abkaufen, wird kein Vollbart trocken bleiben. Die Reiseplanung könnte sich aber noch als schwierig herausstellen, da die „Partei Gottes“ gerade einen Putsch im Libanon anleiert und zwischen Staatsstreich und Kriegsvorbereitungen gegen Israel vielleicht gar keine Zeit für „H.C.-Man“ hat…

Schwere Frage: Ist die Hisbollah gefährlicher als ein jüdischer Häuslebauer?

Die Hisbollah droht in Gestalt ihres gut im Futter stehenden Führers Sajjed Hassan Nasrallah damit, im Falle einer neuen militärischen Auseinandersetzung mit Israel jedes Schiff, das einen israelischen Hafen anlaufe, zu versenken. Vorsorglich kündete Nasrallah gleich mal ein paar Kriegsverbrechen an, denn die Hisbollah werde „keinen Unterschied zwischen militärischen, kommerziellen und zivilen Schiffen“ machen. Außerdem habe man die Absicht und die Fähigkeit, „Raketen weit auf israelisches Gebiet zu schießen„…

Wie schön, dass die UN-Resolution zur Entwaffnung der Hisbollah so effektiv umgesetzt wird! Aber dass die Hisbollah, der Libanon, die UN-Blauhelme und Syrien den Vereinten Nationen was husten und dass die Terrorbande kräftig aufrüstet, macht offensichtlich der Weltgemeinschaft keine gesteigerten Sorgen, denn vom deutschen Zeitungskolumnisten bis zum Präsidenten der USA wissen ja alle: Die wahre Gefahr für den Frieden im Nahen Osten besteht darin, wenn Juden irgendwo ein Haus bauen…