Homer´s Fighter Jet

Iran hat ein Kampfflugzeug aus eigener Produktion präsentiert:

iranjet

 

Ich kenne den Konstrukteur:

homer-car

 

ps: Laut Irans Präsident Ahmadinejad diene der Jet „ausschließlich zu Verteidigungszwecken“. Nur konsequent also, dass man ihn „Kaher“ (Eroberer) getauft hat…

Blue Kiss Of Death

Reist die FPÖ demnächst zu den Mullahs in den Iran? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Erst hieß es sie wollen, dann wurde rasch wieder dementiert.  Ich bin aber schwer dafür, dass die FPÖ zu Ahmadinejad jettet, hat sich doch herausgestellt, dass so ein blauer Besuch der reinste Todeskuss ist. Sie glauben mir nicht?

-2002 besucht Jörg Haider Saddam Hussein. Drei Jahre später baumelt der irakische Ex-Diktator am Galgen.

-Im Jahr 2000 trifft sich Haider gleich zwei Mal mit Muammar Gaddafi. Wenige Jahre später wird dieser gelyncht.

– Die FPÖ unterhielt eine „österreichisch-irakische Gesellschaft“ und eine „österreichisch-libysche“. Das Resultat: Der Irak ist heute, horribile dictu, eine Demokratie und Gaddafi-Spross Saif al-Islam, einst einst enger Freund der Familie Haider, wartet auf sein Todesurteil.

Im Lichte dieser Entwicklungen dränge ich die FPÖ dazu, so rasch wie möglich die iranischen Klerikalfaschisten und Holocaustleugnerkonferenzabhalter besuchen zu fahren. Je früher die blauen Totenvögel dort den Kiss Of Death anbringen, desto besser….

Sic semper tyrannis

Jetzt ist er einen unschönen Tod gestorben, der Gaddafi. Nicht kämpfend, wie er vorher großspurig angekündigt hatte, sondern um sein Leben wimmernd in den Händen eines Lynchmobs. Diesen Abgang hat er sich redlich verdient, der Herr Massenmörder, Terrorismusfinancier, Krankenschwesterneinkerkerer und Erpresser. Schade irgendwie, dass das Jörg Haider nicht mehr miterleben durfte, aber gibt ja noch mehr als genug andere Tyrannenversteher und Diktatorenfans die, wie schon im Fall Saddam Husseins, nun bittere Tränen vergießen, weil schon wieder eines ihrer Idole aus dem Genpool entfernt wurde. Ich will jetzt gar nicht darüber spekulieren, wie es in Libyen weitergehen wird, was von der Erklärung des Übergangsrates, die Scharia zur Gesetzesgrundlage machen zu wollen, zu halten ist und was man dem libyschen Volk wünschen sollte und was nicht (außerdem hat ja schon Gaddafi selbst die Scharia als Rechtsgrundlage verwendet).

Ich will vielmehr ein Lob an die NATO aussprechen. Und an die EU. Man hat mit der Vernichtung Gaddafis, die maßgeblich durch europäischen militärischen Einsatz möglich wurde, gezeigt, dass der alte Kontinent doch noch nicht völlig verweichlicht und endlos korrumpierbar ist und dass man auch mal Ernst machen kann, so man denn will. Und dass man zwar lange gute Miene zum bösen Spiel macht, aber jede Untat und jeden feindlichen Akt fein säuberlich in ein Schwarzes Buch schreibt und am Ende des Tages die Rechnung präsentiert. Gaddafi war schon nach Lockerbie ein toter Mann, nach der Unterstützung der IRA, nach den Anschlägen in Deutschland und nach der Geiselnahme von bulgarischer Krankenschwestern und schweizer Geschäftsleuten. Er wusste es nur nicht. Er ließ sich einlullen von Staatsempfängen, die man ihm bereitete, von 200 italienischen Studentinnen, die man ihm in sein Zelt schickte, von Handschlägen und Pressefotos. Er hatte keinen Schimmer, dass die USA, aber stärker noch Europa nur auf eine Gelegenheit warteten, ihm seine Verbrechen und Provokationen heimzuzahlen, und zwar in der einzigen Münze, die er und seinesgleichen verstehen, nämlich mit blanker Gewalt.

War also das Gaddafi-Schmusen von europäischen Spitzenpolitikern nur Show? Nein, man war sehr wohl an guten Geschäftsbeziehungen interessiert und hat deswegen Muammars Bauch gestreichelt, aber man hat halt gelernt, dass mit dem Mann keine seriösen Geschäfte, seien diese politischer oder wirtschaftlicher Natur, zu machen sind. Und man hat sich alles gemerkt, was der Kerl verbrochen hat und kam zum Schluss, dass eine Welt ohne ihn eine wahrscheinlich bessere sein würde.

Was ich doch sehr hoffe ist, das sich Bashar al-Assad, Ali Khamenei und Konsorten sich die Videos von Gaddafis Ende angucken und sich vor Angst in die Hosen scheißen. Sic semper tyrannis, meine Herren, und auch eure Zeit wird kommen! Es warten kuschelige Zellen in Den Haag oder auch, je nach Wunsch, der Galgenstrick, der Bauchschuss oder das Exil in irgendeiner Wüste. Wie auch immer man zu den libyschen Rebellen stehen mag, sie haben bewiesen, dass kein Diktator so fest im Sattel sitzt, dass man ihn nicht stürzen könnte.

Murdered by the state

Heute Nacht wird in den USA ein möglicherweise unschuldiger Mann hingerichtet werden. Troy Davis soll einen Polizisten ermordet haben, doch außer widersprüchlichen Zeugenaussagen, von denen etliche später widerrufen wurden, gibt es keine stichhaltigen Beweise. Keine DNA-Spuren, keine Fingerabdrücke, keine Tatwaffe. Wie es aussieht, werden alle nationalen und internationalen Proteste nichts nützen und Herr Davis wird morgen tot sein.

Und da wir gerade beim staatlich sanktionierten Umbringen sind: Im Iran wurde heute der 17-jährige Molla Soltani vor einer gröhlenden Menschenmasse öffentlich hingerichtet. Er ist bereits der (mindestens) dritte Minderjährige, der heuer im Mullahstaat an den Galgen kam. Insgesamt sollen 2011 im Iran bislang schon 202 Menschen gehenkt worden sein.

Anbei ein paar Songs, gewidmet allen, die Opfer des staatlich erlaubten Mordens wurden und noch werden sollen:

Zittern in Teheran und Peking

Den verbliebenen Diktatoren dieser Welt, vor allem den iranischen Mullahs, geht der Arsch auf Grundeis, und das ist gut so. Sogar Chinas rot lackierte Räuberbarone zittern schon, sehen sie doch in dieser Zeit des Aufruhrs: Keine Herrschaft, und sei sie noch so brutal (und dann fallweise wieder gönnerhaft), währt ewig, kein Regime ist unverwundbar. Ich habe keine Ahnung, was die Zukunft bringen wird, aber dass es ganz danach aussieht, dass die Einparteiensysteme, die absolutistischen Monarchien und die „gelenkten Demokratien“ allesamt ins Wanken geraten, das freut mich dann doch ein wenig.

Echte Demokratie bitte

So hilf- und ratlos, wie die Politiker in Europa, den USA und Israel den historischen Ereignissen in Nordafrika begegnen, so uneinig sind sich auch die Kommentatoren und Analytiker, was sie von der großen Diktatorendämmerung halten sollen. Die Optimisten sehen mit den Volksaufständen schon eine arabische Aufklärung heraufziehen, die zu lauter netten Demokratien westlichen Zuschnitts führen werde. Die Pessimisten entwerfen dagegen ein Horrorszenario von einer Reihe entstehender islamistischer Gottesstaaten, die noch dazu unter iranischen Einfluss geraten könnten. „Möglich ist alles“, sagt ganz richtig die Lotto-Werbung, aber „nix ist fix“ sagt der Hausverstand. Eines kann man aber sagen, ohne sich lächerlich zu machen: „Der Westen“, dem auch jetzt kaum mehr zum Blutbad in Libyen einfällt, als sich über Öllieferungen und Flüchtlingsströme Sorgen zu machen, hat nach all den Jahrzehnten des Despotenstreichelns und Diktatorenappeasens ein Glaubwürdigkeitsproblem. Es könnte sich nun bitter rächen, dass man stets den Handel über die Moral gestellt hat und mit ganz wenigen Ausnahmen immer erst dann klar Partei gegen Unterdrücker und Schlächter ergriff, wenn diese sich plötzlich nicht mehr an einen Deal hielten oder vom Lauf der Geschichte hinweggefegt wurden. Statt die Politgangster und Kleptokraten mit aller Macht zu bekämpfen, suchte man strategische Bündnisse mit ihnen und rollte den roten Teppich aus, wenn diese Figuren auf Staatsbesuch kamen. Und man war schon höchst zufrieden mit sich, wenn man den Autokraten das Zugeständnis abringen konnte, statt 2.000  nur 1.800 politische Gegner pro Jahr umzubringen, oder wenn die Steinigung durch das Erhängen ersetzt wurde. Diese Amoral im praktischen Umgang mit Diktaturen haben diejenigen, die unter diesen Diktaturen leiden, sehr wohl bemerkt, und das werden die wohl nicht so schnell vergessen. Aber das Schlimmste: Der Westen hat den Eindruck erweckt, dass er selbst es gar nicht so ernst meint mit der Demokratie, dass man zum Wohle des Welthandels schon mal alle Hühneraugen zudrückt, dass man sich mit kostenfreien Lippenbekentnisen abspeisen lässt.

Wer sich vor den möglichen Auswirkungen der arabischen Revolutionen fürchtet, der sollte bedenken, dass es nicht unmaßgeblich an uns, am Westen liegen wird, wohin sich diese Länder bewegen werden. Der Westen soll der arabischen Demokratiebewegung keine Steine in den Weg legen, aber er muss von dieser auch gewisse Dinge einfordern und klar sagen, was sicher nicht erwünscht ist. Zum Beispiel muss der Westen, schon in seinem eigenen Interesse, mit größtem Nachdruck klar machen, dass Demokratie mehr bedeutet als die Herrschaft von 51 Prozent über die anderen 49 Prozent; dass Freiheit nicht bedeutet, sich die Freiheit zu nehmen, anderen im Namen der Religion die Freiheit zu rauben; dass Kriegsgelüste gegen Israel auch dann nicht akzeptiert werden, wenn 70 Prozent der Bevölkerung „demokratisch“ dafür sein sollten; dass man Schariagerichte, Frauenunterdrückung, religiösen Fanatismus und Terrorismusunterstützung auch dann nicht hinnehmen kann, wenn solche Sachen von Mehrheiten gewünscht werden; kurz: dass Freiheit und Demokratie keine hohlen Phrasen sind, sondern Werte beinhalten, die nicht verhandelbar sind. Und wer dennoch meint, auf diese Werte pfeifen zu können, dem sollte bewusst gemacht werden, dass er dann mit keinerlei Unterstützung rechnen kann, sondern im Gegenteil mit schweren Sanktionen. Ich weiß, das wäre zuviel verlangt von den moralbefreiten Erbsenzählern, die uns regieren, und die genau durch diese Moralfreiheit dafür sorgen, dass die Idee der Demokratie und des Primats der Menschenrechte auch in unseren Breitengraden rapide an Bedeutung verliert, aber schüchtern darauf hinweisen wird man ja wohl noch dürfen? Obwohl die einen laut „Utopismus“ rufen und die anderen „Kulturimperialismus“. Sollen sie, ist mir wurscht.

Zur möglichen Gefahr eines neuen islamistischen Blocks unter der Führung des Iran möchte ich anmerken, dass ich das so nicht kommen sehe. Es würde mich doch sehr wundern, würden Shiiten und Sunniten (und Wahabiten und Sufis und…) ihre seit Jahrunderten zueinander gepflegte Todfeindschaft einfach über Bord werfen, bloß um Israel oder Europa eins auszuwischen. Natürlich wird Iran versuchen, Einfluss zu nehmen, und ja, es gibt in den arabischen Staaten genug Hitz- und Schwachköpfe, die gerne einen Steinzeitislam einführen würden, ewigen Dschihad führen möchten und zB die Pyramiden als „heidnische Monumente“ in die Luft sprengen täten, wenn man sie denn ließe. Doch ob die Bevölkerungen tatsächlich bereits dazu sind, den radikalsten Kräften zu folgen und einen ernsthaften Konfrontationskurs einzuschlagen, der sie in tiefstes Elend und vernichtende Kriege stürzen würde, wage ich zu bezweifeln. Außerdem kann es sehr gut sein, dass bald auch die Herrschaft der iranischen Mullahs gestürzt wird und in Teheran eine fortschrittliche Generation ans Ruder kommt. Und wenn das geschieht, werden alle Karten neu gemischt und die Fanatiker, die meinen, immerwährender Krieg und Terror seien erstrebenswert, werden sich dann sehr schnell sehr alleingelassen fühlen.

Böser Witz

Den Witz des Tages erzählte der ansonsten eher unkomische iranische Präsident: Mahmoud Ahmadinejad hat die Tötungen in Libyen verurteilt und an den Machthaber Muammar al-Gaddafi appelliert, den Willen der Menschen zu respektieren. „Anstatt Menschen zu töten, höre auf sie“, sagte Ahmadinejad am Mittwoch an die Adresse Gaddafis. Sprach der Mann, der Oppositionelle massenweise ermorden lässt und brutalste Schlägertrupps auf Demonstranten hetzt. Aber keine Sorge, Mahmoud, deine Uhr tickt auch schon vernehmbar…

Libyen, Iran, Europa

Am brutalsten gehen derzeit Libyen und Iran gegen die überall in der islamischen Welt aufflammenden Proteste vor. Das ist kein Zufall, sind das doch die seit dem Sturz Saddam Husseins fast konkurrenzlos gewalttätigsten Regime zwischen Atlantik und Indien. Libyen unter Gaddafi hat wie kaum ein anderes Land den internationalen Terrorismus unterstützt und ist auch für Anschläge in Österreich verantwortlich. Der Iran unter den Mullahs lässt weltweit Regimekritiker verfolgen und ermorden (auch in Österreich) und destabilisiert mit seinen Söldnerarmeen Hisbollah und Hamas ganze Regionen. Ob Terrorismus, Mord, Entführung, Erpressung – Iran und Libyen sind in fast allen Kriminalitätssparten Branchenführer. Und die derzeitigen Eliten beider Staaten wissen, dass man ihnen im Falle eines Umsturzes die Rechnung für die an den eigenen Bevölkerungen sowie an ausländischen Opfern begangenen Untaten präsentieren wird. Also lassen sie auf Demonstranten schießen, verhängen Todesurteile, wollen Friedhofsruhe erzwingen.

Wohin und wozu sich die islamische Welt entwickeln wird und was die Aufstände geopolitisch zu bedeuten haben sind Fragen, die derzeit niemand seriös beantworten kann. Eine lesenswerte Betrachtung über das Spannungsverhältnis zwischen Hoffnung, Sorge und Hilflosigkeit angesichts der historischen Ereignisse hat Timothy Garton Ash im „Guardian“ veröffentlicht. (deutsche Übersetzung hier). Eines ist klar: Europa steht vor einer gewaltigen Herausforderung. Das jahrzehntelange Paktieren mit abscheulichen Diktaturen könnte sich bald als ebenso gefährliche Kurzsichtigkeit herausstellen wie das Verschließen der Augen vor radikal islamistischen Bedrohungen.

Iran wird frei sein

Die Revolution im Iran wird um einiges schwieriger und blutiger als jene in Ägypten und Tunesien, aber sie wird kommen. Schwieriger und blutiger, weil auf die Mullahs und Ayatollahs wohl der Galgen warten wird, wenn das Regime fällt, denn Asyl können diese Mörder allenfalls in einem Bunker im Südlibanon oder im Gazastreifen finden, niemand sonst wird diese Herrschaften haben wollen. Daher lassen Khamenei und Achmadinedschad ja auch jede oppositionelle Regung von ihren Kettenhunden der Revolutionsgarde zusammenschießen, deswegen lässt die Klerikaldiktatur Widerstandskämpfer reihenweise ermorden. Aber je mehr Blut sich an den Händen dieser Verbrecher sammelt, desto weniger können sie auf einen „milden Umsturz“ hoffen. Und der Umsturz kommt, denn Teheran steht vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch, und spätestens dann, wenn die Massen nichts mehr zu Beißen haben, wird diese abscheuliche Diktatur fallen und das Letzte, was der großmäulige Achmadinedschad sehen wird, wird der Henker sein, der ihm unter einem Baukran die Schlinge um den zitternden Hals legt. I can hardly wait.

Links gegen Dummlinks

Hermann L. Gremliza führte in „konkret“ 1/2011 ein aufschlussreiches Interview mit Luc Jochimsen, der kulturpolitischen Sprecherin der Linkspartei im deutschen Bundestag, die im Oktober 2010 mit Claudia Roth („die Grünen“) und Peter Gauweiler (CSU) nach Teheran gepilgert war. Der Lindwurm bringt die bemerkenswertesten Auszüge aus diesem Gespräch, das geradezu exemplarisch darstellt, wie sehr die deutsche Linkspartei schon ideologisch und moralisch auf den Hund gekommen ist.

Gremliza:  Reden wir über ihre Reise mit Gauweiler und Claudia Roth und noch zwei anderen, deren Namen mir nicht so geläufig sind, in den Iran. Ich habe Ihr Tagebuch im Internet gelesen. Da steht, dass Sie im Flugzeug gesagt bekamen, Sie könnten im Iran nur auf die Straße, wenn Sie ein Kopftuch tragen. Dann sitzen Sie in Ghom in einem Palast vor einem Großaytollah, und während Sie auf den warten, wird Ihnen gesagt, es dürfe kein Haupthaar zu sehen sein. Und was machen die drei Damen, die da mitgereist sind? Die richten sich danach, anstatt den Großayatollah mit seinen Vorschriften sitzen zu lassen. Wenn irgendein Funktionär irgendeiner Aberglaubensgemeinschaft meint, er werde nur mit mir reden, wenn ich „oben ohne“ komme oder wenn ich meine Füße nicht wasche oder wenn ich sonstwas mache, was ihm nicht passt, dann kann der mich mal.

Jochimsen: Das verstehe ich nicht, ehrlich gesagt.  Es ist ein Gesetz im Iran, dass Frauen in der Öffentlichkeit den Kopf zu bedecken haben.

Gremliza: Und wenn die ein Gesetz beschließen, dass Sie eine Burka tragen müssen, dann ziehen Sie sich eine Burka an?

Jochimsen: Darüber muss man nachdenken.

Gremliza: In Ihrem Tagebuch berichten Sie auch über ein Gespräch mit dem Präsidenten der Jüdischen Gemeinde des Iran, Siamak Mareshsedegh.

Jochimsen: Das war hochinteressant, ja. Der Antizionist.

Gremliza: Der Antisemit. Er redet über Israel, wie es Achmadinedschad tut. Und sie notieren: „So haben auch viele Zeitgenossen Herzls geredet“

Jochimsen:  Unendlich viele Juden haben das getan

Gremliza: Vor dem Holocaust, Generationen davor.

Jochimsen: Es gibt auch heute Juden, die gegen diesen Staat Israel sind, weil sie finden, der Staat sei Blasphemie, er nehme etwas vorweg, was theologisch noch gar nicht sein darf.

Gremliza: Es gibt unter Juden so viele Idioten wie in jedem anderen Kollektiv. Vielleicht nicht so viele wie bei den Deutschen, aber doch auch reichlich.

Jochimsen: Ich habe eine Biographie über Herzl geschrieben, kenne mich in dieser Argumentation also ganz gut aus.

Gremliza: Mit einem Ayatollah darüber zu diskutieren, ob eine Frau gesteinigt werden darf, ist sinnlos. Der will nichts erreichen, der will sie tot haben. Und zwar auf möglichst grausame Weise. Dem kann man nichts beibringen.

Jochimsen: Die Iraner sehen das als Teil ihrer Kultur.

Gremliza: Im Zentrum der iranischen Politik seht seit vielen Jahren die Forderung, den Staat Israel zu liquidieren. Es gibt in der Linkspartei viele, die mit diesem Vorhaben sympathisieren. Daran hat auch das überzeugende Bekenntnis von Gregor Gysi zum Staat Israel nichts geändert.

Jochimsen:  Doch, Gysi hat sehr viel daran geändert.

Gremliza:  Er hat aber die Beteiligung von Norman Paech und anderen an der Hamas-Tour nach Gaza nicht verhindert.

Jochimsen: Sie meinen den Hilfskonvoi?

Gremliza:  Hilfskonvoi war eine Propagandaformel. Das Zeug wäre ja nach Gaza gelangt, wenn man hätte wollen. Die Israelis hatten angeboten, die Ladung in einem israelische Hafen zu löschen und unter Begleitung von sogenannten Aktivisten nach Gaza zu transportieren. Aber darum ging es diesen Leuten überhaupt nicht. Kein Mensch wollte das Zeug nach Gaza schaffen, sondern es sollte ein propagandistischer Eklat her.

Jochimsen: Na ja.

Gremliza: Norman Paech ist vor Kameras seiner Genossin Anette Groth jubelnd um den Hals gefallen. „Wir haben es geschafft!“ Was haben die geschafft? Nicht den armen Teufeln in Gaza zu helfen, sondern Israel zu schaden. Norman Paech hat 1993, damals war er noch in der SPD, das Bekenntnis abgelegt: „Israel muss sich allerdings in der Tat fragen, ob seine Palästina-Politik nicht einem latenten Antisemitismus in Deutschland Nahrung gibt. Und dem können wir nicht entgegensteuern, indem wir schweigen“.

Jochimsen: Das ist aber doch sehr richtig. Er will dem Antisemitismus in Deutschland entgegensteuern, indem er…

Gremliza:  …Israel dafür verantwortlich macht.

Jochimsen: Auch viele Israelis üben Kritik an Israel. An Israel ist auch vieles zu kritisieren. Norman Paech beruft sich als Völkerrechtler auf die Liste der UN-Resolutionen, gegen die Israel verstößt.

Gremliza: Wäre es nach den Vereinten Nationen gegangen, gäbe es Israel schon lange nicht mehr.

Usw. Leider besteht die Linke aus viel zu vielen Jochimsens und viel zu wenigen Gremlizas….